„Mondscheinbegattung“

  • Muss man unbedingt jeden tag ins keller stellen?
    Muss man getrennt Drohnenvolk biden oder Drohnen,Arbeiterinnen und Königin sind zusammen in einen Kasten?
    Wie läuft genau dass verfahren ?
    Um wieviel Uhr muss ich Kasten drausen stellen?


    Mfg.Rafael Grzecznik :lol:

  • Hallo zusammen,
    hier der erste Teil einer Beschreibung über die „Mondscheinbegattung“.
    Begattung mit Apidea oder Mini Plus.
    Vorbereitung der Kästchen ganz normal mit Anfangsstreifen und Futterteig.
    Besetzen mit je einer Schöpfkelle voller Bienen.
    Und jetzt kommt das besondere die Zugabe von 30 bis max. 40 Drohnen (wirklicher Höchstwert) die Handverlesen sind.
    Die Drohnen sind geschlüpft über Absperrgitter im Honigraum in einer Wabentasche die mit Absperrgitter verschlossen ist und werden täglich Farblich gekennzeichnet und dann in den Honigraum entlassen.
    Drei Tage Kellerhaft und dann ab den vierten Tag werden sie abends ab 18 Uhr mit den Flugloch gen Westen bis Sonnenuntergang aufgestellt.
    Danach wieder zurück in den Keller.
    Das wird 7 Tage wiederholt und immer auf den gleichen Platz muss das Kästchen stehen.
    So das war die erste Beschreibung mit den kleineren Kästchen.
    Die nächste beschreibt den Umgang mit 5 Waben Ablegerkästen der ein wenig einfacher ist.


    Walli

  • Quote from Walli


    Und jetzt kommt das besondere die Zugabe von 30 bis max. 40 Drohnen (wirklicher Höchstwert) die Handverlesen sind.


    Walli


    Hallo Walli,
    danke für Dein Beitrag. Unsere Kollegen berichten, dass sie mit identischem Ablauf schlechte Erfolg verzeichnen konnten.


    Außerdem würde mich interessieren, warum ist wichtig maximal 40 Drohnen zu verwenden?


    Schöne Grüße
    Debora

  • Ich rate einfach mal:
    Bei einer gestrichenen Schöpfkelle voll Bienen reicht das erforderliche Personal für max. 30 bis 40 Drohnen.
    LG Elk

  • Nach Herr Glock sollen zu viele Drohnen rausgeschmissen werden. Weiterhin soll Herr Glock aus Zeitmangel über keine Ergebnisse verfügen. Für ein Kurs, der man sich mit 50 Euro berechnet, finde ich dieses Argument nicht tragbar. Wie gesagt, tschechischen Kollegen haben es probiert, vermessen und sind nicht von den Ergebnissen begeistert.


    Zitat GEDB:
    Herr Glock hat auch einen neuen Bienenkasten für diesen Zweck entwickelt. Er ist größer als die bisher von ihm benutze Version
    des Kirchheimer Kastens. Er basiert auf dem Köhlerschen Verfahren. Es ist ein altes Prinzip, das Ziel ist es, eine größere Menge an
    Drohnen unterzubringen. Den 20 selektierte Drohnen pro Königin sind zu wenig, beim Begattungsflug konzentrieren sie sich auf
    wenige Königinnen, die anderen gehen leer aus. Bei 40 zugegebenen Drohnen werden allerdings viele rausgeschmissen, die Bienen
    behalten nur so viele, wie sich versorgen können. Deshalb hat Gerhard Glock einen normalen Kasten (Kombibeute für Zander und
    Deutsch Normal) mit einem Absperrgitter gegen die Drohnen und Königinnen am Flugloch ausgerüstet. Dadurch können die
    Arbeiterinnen den ganzen Tag ausfliegen. Die Drohnen und Königinnen dürfen allerdings kein Tageslicht sehen, da sie sonst am
    Gitter zu Schaden kommen, deshalb wurde ein Labyrinth gestaltet. Es gibt ein weiteres Loch mit einem Minilabyrinth, das etwas
    Tageslicht durchlässt. Verschlossen ist es mit einem Stopfen, der 14 Tage lang jeden Abend gezogen wird und morgens wider das
    Loch verschliesst. Das ändert den Tagesablauf der Bienen, dann ist das Brutnest bebildet. Zu der weisellosen Brut kommt eine neue,
    unbegattete Königin. Offene Brut drinlassen und neue Königin dazu geht nicht, sic wird dann abgestochen. Die Königin muss acht
    Tage alt sein, erst dann wird sie brünftig. Dann kommen die Drohnen dazu, entweder aus einem Reinzuchtvolk oder selektiert. Die
    Vaterseite kann hier noch mehr beeinflusst werden, so kann man am Stand selber züchten. Die Königin und die Drohnen sind den
    ganzen Tag nur im dunklen Stock eingesperrt, beim Ziehen des Stöpsels kommen sie sofort heraus. Der Tagesablauf wird dadurch
    zwar manipuliert, aber anders ist eine Zucht in dieser Umwelt kaum mehr möglich. Zudem wäre die Manipulation bei künstlicher
    Besamung deutlich größer. Hr. Glock zieht die Königinnen auch aus dem dreitägigen Ei, das sich die Bienen natürlich ausgesucht
    haben. Zudem besteht freie Drohnenwahl unter den vorhandenen aus allen Kästen. Da die Zeit bei der Mondscheinbegattung knapp
    ist (das sehen sie am Sonnenstand) fliegen die Tiere nicht so weit zu einem Drohnensammelplatz. Zur Kontrolle sollte man aber
    später die Bienen vermessen. Dazu hat Hr. Glock aber noch keine Ergebnisse, da die Messungen und Auswertungen sehr
    zeitaufwendig sind (14 Tage pro Volk). Das neue Körprogramm für den PC ist noch nicht so weit, es wird diese Arbeit dann sehr
    vereinfachen. Die bisherigen optischen Ergebnisse sind sehr positiv, können aber noch nicht durch Zahlen und Fakten untermauert
    werden.

  • Hallo,
    Elk hat recht, 40 Drohnen ist für ein Mini Plus das höchste.
    Ich kenne Herrn Glocks Kästen nicht und will auch nichts mit ihm zu tun haben :evil: aber meine Ablegerkästen im Zandermaß sind ähnlich aufgebaut.
    Im Boden ist ein kleines „Labyrinth“ aus Leisten damit wird der Eingang zu den Waben nach hinten verlegt.
    Da hinten liegt ein Stück Absperrgitter drauf das die Königin und die Drohnen vom Ausflug abhält, die können dann am Abend durch ein extra Flugloch ausfliegen.
    Das ganze hat den Vorteil das man die Kästen stehen lassen kann und ich gebe in diesen Kästen auch zwischen 50-100 Drohnen zu.
    Die Reinheit gemessen von 2001-2005 mit Beewings (Disk.- Hantel.- Cub.) liegt bei den kleinen Kästchen zwischen 40-70% und bei den größeren zwischen 60-90%.


    Gruß
    Walli

  • Moin,


    weil ich gerade hier war um was anderes zu posten ist mir dieser alte Thread aufgefallen.


    Hat das inzwischen noch jemand probiert oder kann Walli vielleicht noch weiter berichten?


    Ich frage mich nach dem bisher gelesenem (vorausgesetzt ich hab es richtig verstanden) in eine MiniPlus genauso max. 40 Drohnen reindürfen sollen wie bei der Apidea. Die MiniPlus ist doch einiges größer?


    Ebenso frag ich mich jetzt folgendes. Soweit ich weiß muss ein Drohn bevor er "reif" ist mindestens einmal "zum Spaß" ausfliegen können. Zählt das jetzt zu den 7 Tagen?


    Das mit dem Labyrinth ist mir auch noch nicht ganz klar. Wenn da ein Absperrgitter am Hauptflugloch ist durch das eh nur Arbeiterinnen passen warum dann noch das Labyrinth?

  • Das Labyrinth soll vermeiden, dass Tageslicht in die Beute fällt. Die Drohnen und die Königin könnten sonst am Absperrgitter schaden nehmen.


    Viele Grüße aus Oberbayern


    Philipp

  • Warum einfach wenns auch schwer geht, so sehe ich die künstlichen Methoden mit einer Handvoll Bienen. Ich las mal einen schönen Beitrag irgendwo zu diesem Thema. Es ist die "Paarungskontrolle durch eingeschränkter Fluchzeit"


    Ich versuche es mal so kurz wie möglich zusammen zu fassen.
    Der Aufbau der Drohnenvölker erfolgt genau so wie beim Betrieb einer Belegstelle.
    Die Drohnen werden ab der Aufstellung und Reife solange ab 19.00 Uhr freigelassen wie die Begattung stattfinden soll.
    Der Beutenboden muss zu diesem Zweck umgestaltet werden:
    1 Unterboden-Rahmen mit Lüftungsgitter über die ganze Fläche, welche mit einem Schieber geschlossen werden kann und ein verschließbares Flugloch.
    Auf den Unterboden kommt ein Absperrgitter (gerahmtes)
    Darauf kommt ein Zwischenrahmen mit verschließbarem Flugloch.
    Darauf wird der Brutraum mit den Drohnen gesetzt; Das Volk hat nun zwei Fluglöcher wobei eins immer verschlossen ist.
    Solange noch keine Flugreifen Drohnen vorhanden sind bleibt das obere Flugloch geschlossen und die Bienen fliegen durch das untere Flugloch und müssen durch das Absperrgitter; fremd Drohnen können nicht eindringen.
    Sind die Drohnen flugreif wird das untere Loch Abends (19.00 Uhr) geschlossen und das obere geöffnet und so können sich die Drohnen orientieren und abkoten.
    Die Königinnenzucht erfolgt etwas später und die Begattungseinheiten (Kieler oder besser Apidae) werden mit einer schlupfreifen Zelle versehen und kommen in den Keller (20°C).
    Jeden Abend werden die Völkchen an die verkürzte Flugzeit gewöhnt, dauert etwa 2-3 Tage.
    Am 4. Tag fliegt die Königin zur Orientierung aus. Die Kästen werden jeden Abend bei Dunkelheit geschlossen und wieder in den Keller gebracht und am anderen Abend um 19.00 wieder aufgestellt.
    Innerhalb von 10-14 Tagen ist die Königin in Eilage und das Völkchen wird an einen anderen Ort aufgestellt.


    Ich hoffe alles gepackt zu haben, versuchts mal so.
    Grüße, Horst

  • Hallo Horst,


    das klingt ja abenteuerlich! :)


    Mir ist das definitiv zu viel hin und her. Da lasse ich doch lieber der Natur freien Lauf. Denn 100% sicher scheint mir das auch nicht.
    Aber sicher eine weitere Methode um mit viel Idealismus Königinnen zu züchten!


    LG Johannes


    Zuchtkoordinator im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.

    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.


    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/


  • HAllo Horst,


    vielen Dank. Endlich mal einer, der schreibt, wie es funktioniert! Es ist mir persönlich viel zu zeitaufwändig und unnatürlich, aber der Wissensdurst in der Imkerschaft ist ja sehr groß.


    LG
    Kai

  • Hi Fans,
    ja zeitaufwendig schon, unnatürlich auch aber um einiges sicherer als die Besetzung mit einer Handvoll Drohnen im Kasten; Drohnenmasse zur Begattung ist wichtig. Jedenfalls hat einer in Australien sehr gute Erfolge damit.


    Ist nicht die ganze Königinnenzucht die betrieben wird wie Umlarven, Einweiseln oder Künstl. Besamen etc, unnatürlich? Ich versuche dies zu umgehen und benutze für die Erstellung von Jungvölker Eistreifen in 6er Dadant, kann dazu noch einige Königinnen abernten oder ich lasse alle drin und das Völkchen sucht sich eine Königin aus, das ist natürlich und die Königin bleibt so lange im Volk bis sie stirbt. Die Begattungsergebnisse liegen bei 100% und die Überwinterung in diesen Kästen auch.
    Grüße

  • Hallo allerseits,


    da das Thema immer mal wieder aufflammt, hier ein interessantes Dokument zum Thema "Mondscheinbegattung":
    http://www.pedigreeapis.org/bi…l/mondscheinbegattung.pdf


    Das PDF-Dokument kann jeder für sich herunterladen; die Vorgehensweise ist recht interessant beschrieben.
    LG
    Kai