Ableger zu wenig Wintervorrat?

  • Moin noch einmal,

    da ich nicht zwei Fragen, die nichts miteinander zu tun haben, in eine Frage packen wollte, kommt diese nun separat:


    Bezüglich des Wintervorrats herrscht (nachdem ich dachte, nun ist alles paletti für den Winter) doch Unsicherheit.

    Gelernt hatte ich, dass ein Wintervorrat bei Ablegern von 10-15 Kilo ausreichend ist. Mein Ableger hat 12 Kg Futter

    drinnen. Nun lese ich aber überall, dass 12 kg das absolute Minimum ist und der Ableger im Regelfall 15 kg Futter haben sollte.

    Was sagen die "alten Hasen"? Besser noch versuchen etwas Futter ins Volk zu bekommen? Oder aber mit einer Notfütterung

    im Hinterkopf in den Winter gehen?


    Wenn es nicht unbedingt sein muss, möchte ich die Bienen jetzt eigentlich nicht mehr öffnen....


    Vielen Dank für eure Meinungen!

    Daniela

  • Hallo Daniela,


    grundsätzlich müsste das reichen. Interessant wäre für die Beurteilung aber noch zu wissen:


    • Wo steht der Ableger?
    • Auf wievielen Waben sitzt er?
    • Welches Wabenmaß?
    • Welche Beute?


    Grundsätzlich erhalten Einzarger bei mir 16 kg Zucker, 2-Zarger 24 kg Zucker.


    LG

    Kai

  • Lieber Kai,


    der Ableger steht frei aber geschützt, d.h. nicht in einer "Kältesenke" und bekommt (sofern sie scheint) auch etwas Sonne ab.

    Er ist in einer Dadant-Beute untergebracht mit 9 Waben und Thermoschied.

    Insgesamt wiegt die Beute 35 kg. Also inkl. allem.


    Lieben Gruß,

    Daniela

  • Hallo Daniela,


    nach meinen Maßstäben würde ich sagen: Untergrenze. Wenn nun ein eisiger, langer Winter und ein Frühjahr mit Rückschlägen kommt, wird es eng.


    Du musst Dich auf eine Nachfütterung einstellen. So wie ich wohl bei meinem Blätterstockvolk.


    LG

    Kai

  • Hmmm….. dann werde ich den Ableger gut im Blick behalten.

    Auf jeden Fall bin ich schlauer und füttere nächstes Mal gleich auf 15 Kilo auf, dann brauche ich mir keine Sorgen machen.


    Vielen Dank & lg,

    Daniela

  • Im Auge behalten ist gut. Für mein Blätterstockvolk lege ich mir für den Notfall schon jetzt Ambrosia Futterteig greifbar in den Keller. Wir wissen nie, wie das Frühjahr wird.


    Es kann gut gehen, es kann aber auch eng werden.


    LG

    Kai

  • Also, wenn Du Sirup hast und Futtereimer zum Überkopf-Füttern, dann würde ich glatt noch 4 kg geben. Direkt auf den Bienensitz. Noch ist es warm, die wohl letzte Chance. Weit krabbeln werden die Bienen aber nicht mehr.


    Ansonsten wie gesagt hoffen und Futterteig bereit halten für den Spätwinter.


    LG

    Kai

  • Wenn es nicht unbedingt sein muss, möchte ich die Bienen jetzt eigentlich nicht mehr öffnen....

    Diese bienenschonende Meinung teile ich.


    Auf der anderen Seite: Kurzes Öffnen, erst recht ohne Frost, überstehen sie, zumal es hier um die Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit geht. Energetisch ist die Bilanz auch positiv: Die Bienen erhalten über das Futter mehr Energie, als ihnen wegen des kurzen Öffnens verlorengeht. Also kein schlechtes Gewissen!


    Allerdings wird Futterteig - am besten auf die Oberträger gelegt - jetzt besser bzw. sicherer als Sirup an- bzw. abgenommen, soweit mir bekannt.

  • Kann ich auch bestätigen. FuT wird den ganzen Winter über an-/abgenommen. Gibt es auch ein Video von Johannes zu.

    Landesgruppensprecher für das Bundesland Sachsen im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.

    http://www.bv-dunkle-biene.de/

    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

  • ...Allerdings wird Futterteig - am besten auf die Oberträger gelegt - jetzt besser bzw. sicherer als Sirup an- bzw. abgenommen, soweit mir bekannt.

    Dies würde ich auch so sehen; Vergleiche stehen noch aus, aber es ist nachvollziehbar.


    Daniela , was ist aus dem Volk geworden?


    LG

    Kai

  • Hallo Kai,


    lieb das du nachfragst! Leider gibt es über meinen Ableger keine erfreulichen Neuigkeiten.

    Ich gehe einmal pro Woche zum Stand um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Eine Woche bevor ich die Oxalsäurebehandlung durchführen wollte sah alles bestens aus, sehr geringer Totenfall bei beiden Völkern, beim Horchen an der Beute unaufgeregte, normale Geräusche.

    Eine Woche später, ich kam mit Sack und Pack an und wollte die Oxalsäurebehandlung durchführen, fiel mir der enorme Totenfall am Fluglochinneren auf. Ich horchte....nix. Beim Öffnen dann die traurige Gewissheit: das Volk war tot und ich komplett ratlos. Eine Woche zuvor keine Auffälligkeiten.

    Das Volk besetzte bei der Einwinterung 5 Wabengassen, sie saßen auf frischen Mittelwänden und hatten eine junge Königin. Also meiner bescheidenen Meinung nach alles so, wie es sein soll. Gegen die Varroa wurden sie im September behandelt.

    Wie kann es sein, dass ein gesamtes Volk innerhalb einer Woche dahin scheidet?? Ein Blick in die Beute gab auch keinen Aufschluss. Es war genug Futter vorhanden, keine Waben verschmutzt.

    Ich war so frustriert, am liebsten hätte ich alles hingeschmissen. Nun habe ich noch ein Volk und die Angst, es könnte auch ihnen was passieren, lässt mich wenig hoffnungsvoll dem kommenden Frühjahr entgegen blicken.


    Aber zurück zur "Restauffütterung": ich habe ihnen noch Flüssigfutter angeboten, es wurde aber nicht mehr richtig abgenommen.


    Euch allen ein Bienenreiches, gesundes Jahr und lieben Gruß,

    Daniela

  • Wie kann es sein, dass ein gesamtes Volk innerhalb einer Woche dahin scheidet?? Ein Blick in die Beute gab auch keinen Aufschluss. Es war genug Futter vorhanden, keine Waben verschmutzt.

    Ich war so frustriert, am liebsten hätte ich alles hingeschmissen. Nun habe ich noch ein Volk und die Angst, es könnte auch ihnen was passieren, lässt mich wenig hoffnungsvoll dem kommenden Frühjahr entgegen blicken.

    Die Tierhaltung ist generell mit einem gewissen Risiko verbunden. So manch einer kauft sich ein edles, womöglich sündhaft teures Zucht- und/oder Reitpferd, und das liegt trotz tierärtztlichem Bestzertifikat am nächsten Morgen tot im Stalle oder auf der Weide.


    Ich kenne ähnliche Überraschungen und Unpäßlichkeiten auch. Dagegen hilft auf jeden Fall eine gewisse angewandte "Mengenideologie": Hat man nur wenige bis sehr wenige Völker, schmerzt jeder einzelne Verlust, hat man jedoch einige mehr, klickert im besten Falle nur der Zähler um eins zurück.


    Ich hatte zwei Überwinterungen in Folge einmal von 5 auf 3 und dann sogar 5 auf 2 Völker Verluste, aus denen ich zudem nicht schlau wurde, auch mein Imkerpate nicht. Besonders bei zweiterem Winterverlust fragte ich mich, ob das die richtige Freizeitbeschäftigung für mich ist. Dennoch hielt ich durch. Nun ist meine Völkeranzahl deutlich gewachsen, Verluste betrüben mich deshalb nicht mehr gar so sehr. Seitdem ich die Ameisensäure massiv (bis auf null) zurückgefahren habe und zudem die Oxalsäure verdampfe, sieht es recht gut aus. Auch die zunehmend milden Winter scheinen die Bienen zu schonen.


    Deshalb, liebe Daniela, bitte durchhalten!

  • Ganz, ganz lieben Dank für eure aufmunternden Worte!

    Mit den mehreren Völkern habt ihr sicherlich Recht. Man hängt ja quasi an jeder Biene, wenn man nur wenige Völker besitzt.

    Ich frage mich natürlich: was, wenn mir das zweite auch noch über den Jordan geht?

    Letztendlich kann ich im Moment nur das Beste hoffen und abwarten.


    Liebe Grüße!

  • Ich frage mich natürlich: was, wenn mir das zweite auch noch über den Jordan geht?

    Dann ist es "halt" weg. Zum Leben zurückholen vermag es niemand. Eine grunsätzlich andere Antwort gibt es auf diese vermutlich rhetorisch gemeinte Frage nicht.


    Bienen sind zum Glück keine schwer beschaffbaren und auch keine übermäßig teuren Tiere. Ein aufgrund imkerlicher Aktivität (Kunstschwarm, Ableger, gar Wirtschaftsvolk) entstandenes Bienenvolk ist natürlich kaum gratis zu bekommen. Doch manch einer verschenkt sogar einen Schwarm oder gar mehrere davon. Schwärme sind ohnehin der natürlichste und brutinfektionsärmste Neustart eines jeden Bienenvolkes.


    Selbstverständlich kann man (auch ich) verstehen, daß ein komplett verwaister Bienenstand eine gewisse Zäsur darstellt und einen fragen läßt, ob es das richtige für einen ist. Solche Tiefpunkte dürften wohl viele, wenn nicht den meisten ereilen. Auch ich hatte meine Motivationstief, und dabei hatte ich ja noch Völker. Eine Nacht oder noch besser mehrere darüber geschlafen, und dann merkt man schon, ob man der Sache ernsthaft erneut bzw. weiterhin eine Chance geben sollte.


    Im Internet (auch auf Youtube) findet man natürlich auch dokumentierte Imkereiaufgaben, auch wegen Erfolgslosigkeit.