Streifen für Anfänger - Säuren für Imker-Profis?

  • Hallo,


    durch dieses Thema im Imkerforum.de lesend fiel mir eine Maxime auf, die dort sinngemäß so wiedergegeben wurde.:


    Jungimker und Anfänger sollten Streifen gegen Varroa verwenden. Diese im Julio reingehängt, für 8 Wochen drinnen gelassen, danach wieder raus, und fertig. Gemeint sind wohl Apitraz-Streifen.


    Stattdessen wird sich beklagt, dass Anfänger mit verschiedensten Ratschlägen zu allen möglichen Säuren förmlich "erschlagen" werden.


    Wie seht Ihr das? Also: Streifen für Anfänger - Säuren für Imker-Profis?


    LG

    Kai :)

  • Ich finde, als Anfänger wird man beim Imkern generell von Infos "erschlagen". Sofern man wirklich interessiert ist und sich der Materie hin gibt. Wo's ja bei einigen schon scheitert weil einfach Grundverständnis/Geduld fehlt und das ganze evtl. aus einer Laune heraus gemacht werden will. Wenn man wirklich Interesse hat und mit Verstand an die Sache ran geht, kann meiner Meinung nach, mit jedem Mittel zur Varroabekämpfung umgehen. Egal ob Anfänger oder Profi. Jeder Anfang is holprig. Und wenn ich mir den ganzen Faden, in dem anderen Forum durchlese, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll:/. Mehr sag ich dazu lieber nicht.


    Gruß

  • Oder sind MAQS-Streifen gemeint? Egal.


    Jeder fängt mit irgendetwas irgendwann an, geht ja gar nicht anders. Etwas nicht zu tun, weil man ja Anfänger ist, ist kein Argument: Man kann nun mal nur als Anfänger mit einer Sache beginnen, nur mit dem Anfängerargument eben nie.


    Allerdings ist das zusätzliche und eigentlich unnötige Rumgemache mit der oder eher gegen die elende Milbe etwas, was den Imkereieinstieg heutzutage doch deutlich erschwert und verkompliziert. Vermutlich ist das gemeint, daß man sich anfänglich nicht auch noch tief in die Entmilbungsproblematik eingraben muß.


    Hätte ich vor einigen Jahren auch einfacher und wahrscheinlich verlustärmer haben können, wenn damals das Verdampfen schon gängiger gewesen wäre.

  • Anfänger oder auch schon langjährige Imker müssten hier im Forum lesen. Kommen dann ganz zufällig auf mein geschriebenes, stoßen wo dann steht das die TOTALE Brutentnahme mit Fangwabe und im Dezember das träufeln sicherstellt das sie Ihre Völker im Frühjahr noch haben. Das alles ohne unnötiges Milbenzählen, Puderzucker und sonstiges Gedöns. Man muss nur machen. Das ist nur ein Verfahren das für jeden Imker gut ist.


    Gruß kurt.

  • Meiner Meinung nach sollte man sich um einen Imkerpaten kümmern und dann die erste Zeit seine Betriebsweise übernehmen. Bienen kriegt man wahrscheinlich auch von ihm. Dann ist es nur die Frage, wie schnell man die Grundlagen kapiert. Und es stehen einem alle Wege offen. Auch in Bezug auf Varroa.



    Kurt, es wird nicht jeder Anfänger gleich so in die Vollen gehen wollen/können. Ist wie bei dem anderen Beitrag, wo es ganz deutlich darum ging, dass ein Anfänger wissen wollte, wie er im Winter füttern soll. Von Dir gabs dann gleich ein Basta. Ein Basta funktioniert bei Anfängern aber nicht, weil sie so viel lesen und hören, dass sie verunsichert werden. Am liebsten sucht man als Anfänger die eierlegende Wollmilchsau, bekommt den Eindruck, erfahrene Imker sind geldgeil, kennen die neuesten Erkenntnisse nicht, sind stur etc. Wir kennen ja die Theorien dieser Ökolatscher. Diese Verunsicherung darf man nicht unterschätzen.

  • Wie verwirrend das alles für einen Anfänger ist weis ich nur zu gut aus 41 Jahren Erfahrung. Die ganzen Varroakampfmittel meines Lebens hatte ich mal auf einem Tisch zusammengestellt und geknipst. Pia Aumeier benutzt dieses Bild oft in ihren Vorträgen. Andere aus Bochum übrigens auch. Es scheint wohl einprägsam zu sein.

    Bei mir darf jeder Anfänger an meinen Bienen üben. Allerdings nur mit den Mitteln oder Verfahren, die ich auch anwende. Und, i´m back to the roots.

    Imkerei und Voarroabehandlung muss einfach und wirksam sein.

  • Darum predige ich ja das nicht ein jeder Imker werden kann, können schon aber das Imkerhandwerk zu verstehen da braucht es einiges.

    Da kenn ich so einen Apostel bei YouTube der hat das Imkern mit dem großen Schöpflöffel gegessen und plädiert wie einfach die Imkerei ist.

    Der Imkert gerade mal 2 Jahre.


    Gruß kurt

  • Leider ist der Ton im IF mitunter recht rauh und man verliert da schnell die Lust. Meist ist es so, dass Neumitglieder Fragen und Ideen haben und dann von den erfahrenen Leuten korrigiert werden. Bis dahin ok. Problem sind dann die vielen Leute mit Halbwissen, welche sich anschl. erhaben fuehlen, zweifelnde Einsteiger nieder zu machen.


    Ich habe mich aus dem Laden nach (glaube) 4 Wochen wieder verabschiedet. So etwas brauche ich nicht.


    Die Varroamilbe ist mit den heutigen MItteln und Methoden kein wirkliches Problem mehr. Das setzt aber voraus, dass man das Zusammenspiel der Biologie von Wirt und Parasit verstanden hat und dann zur rechten Zeit konsequent handelt.

  • Das mit Streifen oder Säure finde ich Unsinn.


    Auch das nicht jeder Imker werden soll ,ist eine Aussage die ich nicht teilen kann.

    Wer soll oder kann das entscheiden wer nun Imker werden soll oder kann.

    Kurt ? Kai ? Postkugel ? Ich ?

    Nein !


    Das ist kein guter Weg.

    Man soll sich schulen,,Imkerkurs im Verein oder irgend wo anders."

    Man sollte wissen worum es geht, und über die Biologie und das Leben eines Bienenvolkes im Jahresverlauf bescheid wissen.


    Dann ist man auch mit der Varroa Behandlung vertraut


    Sonst haben wir irgendwann doch den ,,Imker Führerschein"

    Was hier glaube ich niemand will.


    Und Besserwisser gibt es überall.

    Aber: Interessierte Menschen merken sehr schnell wer nur halbwissen verbreitet und sich aufbläst.

    Beim zweiten Fragen kommt nichts mehr von solchen Menschen,und sie labern dann nur noch rum.

    Wissbegierige Neu Imker merken das sehr schnell.

    Gruss Dirk

  • Ich seh das Problem ein wenig anders. Egal ob Streifen oder Säure. Jede Behandlungsform hat Vor- und Nachteile. Der Haken ist, das man eigentlich vom Imker ein gewisses Maß an Einarbeitung in die Materie erwartet, damit er genau diese Versteht und selbstverständlich auch überhaupt erst einmal verstanden hat, warum und wann er behandeln soll.

    Ich sehe schon die Imker, die eigentlich keine Imker sondern nur Bienenhalter sind, die dann ganzjährig Streifen drin hängen haben. Solange die Ihren Honig vollständig selbst verköstigen, ist das ja noch egal. Ich gehe aber davon aus, das auch diese Imker früher oder später ihren überschüssigen Honig, der dann eventuell mit Amitraz oder ähnlichem belastet ist, an andere abgeben oder zumindest verschenken werden.

  • Ich sehe schon die Imker, die eigentlich keine Imker sondern nur Bienenhalter sind, die dann ganzjährig Streifen drin hängen haben. Solange die Ihren Honig vollständig selbst verköstigen, ist das ja noch egal.

    Ich kenne Berufsimker, die noch fragwürdigere Methoden anwenden. Ich vertraue deshalb gundsätzlich nur dem, was ich selbst produziere. Und das erfolgt so, dass ich es meinen Kindern bedenkenlos und reinen Herzens mit aufs Frühstücksbrot geben kann.

  • Hallo Postkugel

    Genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht.


    Ein Berufsimker sagte zu mir : Ameisensäure macht er auf gar keinen Fall"

    Auf meine Frage hin wie er den behandelt sagte er !,,Erst Amitax und später Bayvarol Streifen.


    Super dachte ich ,alles Chemie.

    Und dann werden jedes Jahr die Königinen ausgetauscht.

    Spart Arbeit ,und das Schwärmen der Königinen wird gebremst.

    Na ja

    Würde dort kein Honig kaufen.

    Berufsimker Denken und arbeiten halt anders

    Gruß Dirk

  • Ich (der Anfänger) bezeichne mich auch als Bienenhalter - nicht als Imker.

    Der Imker ist für mich der, der seit zig Jahren versucht gegen einen "Feind" zu kämpfen. Deswegen denke ich aber nicht schlecht über Imker. Es soll nur verdeutlichen, dass ich versuche - wenn möglich - einen anderen Weg zu gehen.

    Es gibt überall solche und solche!

    Bernhard Heuvel hat auch so ungefähr geschrieben:

    "Wir sollten nicht immer unsere Gegensätze hervorheben, sondern uns auf unsere Gemeinsamkeiten konzentrieren."


    Rolf

  • Hallo Rolf


    Das ist ein schöner Satz

    "Wir sollten nicht immer unsere Gegensätze hervorheben, sondern uns auf unsere Gemeinsamkeiten konzentrieren."

    Nur

    Mit den Gemeinsamkeiten ist das so eine Sache


    Wir sind alle Bienen Halter.Wir sind alle ,,Anfänger "

    Und jeder führt seine Bienen irgendwie etwas anders.


    Jeder Stand ist anders,jede Tracht ist anderes ,und ist nicht immer gleich und zum gleichen Zeitpunkt da.

    Alle Imker reagieren darauf anders.

    Jeder hat eine eigene Betriebsweise.Eine gute oder weniger gute.

    Dann kommt dann die Erfahrung der Imker dazu,die schon Jahre und Jahrzehnte Bienen halten.


    Ich glaube das einzige Gemeinsame an der Imkerei ,die ist Liebe und Begeisterung zu diesen fantastischen Lebewesen.

    Da sind alle gleich,die vom Virus ,,Bienen" angesteckt sind.


    Gruß Dirk

  • Stattdessen wird sich beklagt, dass Anfänger mit verschiedensten Ratschlägen zu allen möglichen Säuren förmlich "erschlagen" werden.


    Wie seht Ihr das? Also: Streifen für Anfänger - Säuren für Imker-Profis?

    Das mit dem "Erschlagen" stimmt.


    Doch irgendwann muß jeder mit jedem einmal anfangen, wenn er es nicht zeitlebens bleiben lassen möchte. So gesehen führt auch an "Säuren für die Anfänger" kein Weg vorbei.


    Milchsäure? Einmal an einem Jungvolk probiert, es fiel danach nichts (wohl eher wegen begrenzter Wirksamkeit als wegen Milbenarmut). Nicht wiederholt.


    Ameisensäure? Wenige Jahre probiert. Mit äußerst durchwachsenem Eindruck und Erfolg bei mir in Erinnerung geblieben. Bleibt für den "Therapienotstand" als Notoption in petto, zumal ich Gerätschaften und Chemikalie noch habe. Einziger Pluspunkt: Sehr wirksam gegen die Milben... leider nicht nur gegen die.


    Oxalsäure träufeln? Was für ein unseriöses, provisorisches Geklecker mit Kälteschock! Daß sogar honorige Bienenwissenschaftler so etwas ernsthaft untersuchen und sogar empfehlen...Probiert, überzeugte mich jedoch nicht. Wenigstens einigermaßen wirksam.


    Oxalsäure sprühen oder vernebeln? Bringt nicht nur Kälte, sondern auch noch deutliche Feuchtigkeit in den Bienenstock. Gar nicht erst erwogen.


    Oxalsäure verdampfen/sublimieren? Hat den Nachteil, daß es (zumindest im Spätsommer) mehrere Male wiederholt werden muß. Im ach so freien Deutschland sollte man es besser nicht so öffentlich machen, daß Drangsalierungsbehörden aufmerksam werden und Lunte riechen, wieder jemandem "eine reinzuwürgen" (der arme Kai...). Vorsicht vor dem Rauch beim Einatmen (Schutzmaske sehr empfohlen)! Erfordert technische Ausstattung. Was jedoch die Wirksamkeit und Bienenschonung anbetrifft: Optimale Methode!


    In der Tat sind Anfänger nicht zu beneiden. Und dann gibt es ja noch andere saure (MAQS, VarroMed) und nichtsaure Mittel gegen die Milben. Wie unübersichtlich.

  • Zitat von Freizeitimker

    "Vorsicht vor dem Rauch beim Einatmen (Schutzmaske sehr empfohlen)! Erfordert technische Ausstattung. Was jedoch die Wirksamkeit und Bienenschonung anbetrifft: Optimale Methode!"


    Da beisst sich die Maus in den Schwanz. Du schützt dich mit Maske, obwohl du eine viel größere Lunge hast und Schäden da kaum auffallen. Sonst hätten wir ständig Säureunfälle in der Imker. Aber dann kommt die Aussage, Bienenschonend? Nicht dein Ernst! Nur weil du keine Hustenden und lächelnden Bienen siehst, ist das Zeug nicht Bienenschonend. Die Bienen leiden auch darunter, nur sterben sie nicht direkt daran. Ist wie mit Zigaretten, der Raucher schädigt seine Lunge auch bei nur einer Zigarette und hustet sich beim ersten Mal auch gerne aus, Aber niemand sagt mehr Zigaretten sind Lungenschonend. Man stirbt auch an einer Zigarette nicht sofort, trotzdem gilt die Warnung, dass sie tödlich sind.

    Also nur weil es jemanden nicht sofort tötet, ist es nicht als schonend zu betrachten. Das erzeugt ein falsches Bild und kann zu einem unangemessenen Gebrauch von Säuren führen.


    Keine Varroabehandlung ist Bienenschonend, weder TBE, Teilen und Behandeln, noch Bücherskorpion und ähnliches. Alles macht Schaden. Nur welcher Schaden ist grösser? Varroamilbe oder der Einsatz von Säure?


    Es ist, wie die Frage nach Chemotherapie bei Krebs. Wenn die Chemo Hoffnung auf Heilung und oder Verzögerung mit jahrelang gutes Leben geben kann, dann ist sie tolerierbar. Ist aber keine Verzögerung möglich, keine Aussicht auf Verbesserung, nur ein Strohhalm.... dann wird es schwierig mit Chemo...

    Wir habe bei uns in den Völkern im Anfang die erste Situation. Je länger wir aber warten.... die zweite.

  • Also nur weil es jemanden nicht sofort tötet, ist es nicht als schonend zu betrachten. Das erzeugt ein falsches Bild und kann zu einem unangemessenen Gebrauch von Säuren führen.

    Das denke ich mir auch oft. Klar, die Wahl zwischen Pest und Cholera. Bedampfen ist ein geringes Übel aber wie es bei manchen angepriesen wird, könnte ein Anfänger wirklich denken "wenn ich Zeit und Bock hab steck ich halt 50 mal die Lunte rein..., is ja egal"


    Gruß

  • Ich möchte heuer wieder TBE als "Sommerbehandlung" machen und dann im Winter zum ersten Mal mit Oxalsäure bedampfen. Meinen Imkerpaten konnte ich voriges Jahr dazu bringen die TBE zu versuchen und wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Im Winter möchte ich dann in der brutfreien Zeit genau einmal bedampfen. So sollte das doch machbar sein oder sehe ich das falsch?


    LG

    Simon

  • Ich glaube einmal ist zu wenig ,,Meine Meinung"


    2 mal im Dezember ,am Anfang und nach Weihnachten ,so würde ich verfahren.

    Natürlich mir vorheriger Milben Zählung auf der Windel.


    Mit TBE habe ich keine Erfahrung ,darum kann ich nicht sagen mit Was und Wie oft

    eine Behandlung gemacht werden sollte.


    Das ist wohl von Fall zu Fall anders,je nach Betriebsweise und Standort.


    Da hilft wohl nur Beobachte Zählen und Entscheiden.


    Pauschal etwas zu Empfehlen ist wohl unangebracht.


    Gruß Dirk