Rase und sein Youtube Kanal - Imkerei Ralf Sester

  • Das unterstreicht mein Argument ja. Ich glaube nicht dass die Biene auf den Honig-Klau des Imkers angewiesen ist. Anders als bei der Kuh, die durch Zucht einfach so viel Milch produziert, dass es ihr weh tut, wenn sie nicht gemolken wird. (Vielleicht liegt das aber auch daran, dass es kein Kalb gibt, das den Druck rausnehmen kann).

    Mal abgesehen, dass kein Kalb so viel Milch saeuft, wie heutige Hochleistungskuehe produzieren, gilt: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich ;-)


    Ich glaube nicht, dass es des "Honigklaus" bedarf, ich weiss es. Das ist der Unterschied.


    Versuch es doch mal, ein Volk ohne "Honigklau" in einem "Baumstamm" (meiner war zuletzt ein 9!zargiges M+) zu fuehren. Ich sage Dir was passiert: Die Zarge ganz oben wird kaum noch beachtet, die halbe Mannschaft haengt vor dem Flugloch und unten verhonigt das Brutnest. Da kannst Du an Zargen draufstapeln (Untersetzen geht vielleicht sogar, aber das ist ja auch ein unnatuerlicher Eingriff), was Du willst. Und dann kommt der Schwarm. Der geht draussen vor die Hunde. Ganz sicher. Und die Restmannschaft ist klein und schwach (auch die neue Koe findet in dem verhonigten Brutnest aus verekeimten Wabenmaterial kaum Platz zum stiften) und wird im Herbst von der Milbe erledigt.


    Wir leben nicht von dem, was wir gern haetten, sondern von dem, was wir haben. Nur bei den Ideologen ist das anders herum.


    Und den Begriff "Honigklau" mag ich nicht. Ich nehme zwar (etwas) Honig, aber gebe: Unterschlupf, Schutz vor Feinden, immer! genug gesunde! Nahrung, bekaempfe Krankheiten. Solch ein "Geschaeft" zum gegenseitigen Vorteil nennt man in der Natur eine Symbiose. Der Mensch ist Teil der Natur und hat die wundersame Faehigkeit, sich als Symbiot zu verhalten, was allerdings nicht fuer alle Zeitgenossen zutrifft. Die Evolution hat also noch ein paar Baustellen (klingt hart, ist aber so).

  • Daher ja mein Nachsatz: „Wenn es einen natürlich Lebensraum für unsere Biene geben würde, ...“


    Honig bleibt drin - es wird eng - Schwarm - 2 Völker haben Überlebenschancen, da Ausreichend es Baumhölen gibt. Das ist natürlich nur hypothetisch.


    für das Wort „Klau“ entschuldige ich mich. Das sollte sicher nicht so wirken.

  • Tillk Leider nicht mal hypothetisch macht das Sinn. Honig kann ein Volk massiv gefährden. Nicht nur wegen Faulbrut, auch wenn es "Betonhonig" wird. Gifte in welcher Form auch immer aufgenommen werden.

    Und auch nicht nur das, zu viel Tracht in einer Situation, wo das Volk im Aufbau ist, kann das Wachstum des Volkes bremsen und da überall Honig eingelagert wird, schwärmt das Volk zu schwach ab. Dann versterben beide Teile des Volkes. weil auch das Restvolk zu wenig Bienen hat.

    Schau mal, auf Facebook, wie viele schon Schwärme hatten jetzt. Darunter wirst du keine erfahrenen Imker haben, deren Schwärme gehen Ende April, Anfang Mai ab und dann mit einer guten Volksstärke.


    Es hört sich immer toll an, natürlicher Lebensraum. Aber da gab es noch alte große Bäume, die entsprechend große Höhlen hatten.


    Mini plus ist gerade noch vom Durchmesser ausreichend um ein gutes Volk aufzubauen. Aber kleinere Höhlen sind für ein Bienenvolk sehr problematisch. Frag mal Kai nach seinen Körben.... das sind ca. 30 liter Fassungsvermögen und das ist eine Betriebsweise mit Schwärmen zu imkern.


    Naturnah Bienenhaltung ist eine Kunst. Aber sie ist nicht dadurch zu charakterisieren, dass man nur den Honig den Bienen belässt.

  • ...Honig bleibt drin - es wird eng - Schwarm - 2 Völker haben Überlebenschancen, da Ausreichend es Baumhölen gibt. Das ist natürlich nur hypothetisch. ….

    Jo, zumal es in der "freien Natur" bei weitem nicht immer ausreichend Nektar gab / gibt zum Überleben eines Volkes.


    Wieviele Völker dürften vor 1.000 Jahren den Hungertod in unseren dunklen Buchenwäldern erlebt haben? 70% ist da noch zu tief gegriffen,


    glaubt

    Kai

  • Da muss ich wiedersprechen, es gibt ja z.B. auch Helgoland.


    Das Mischlinge einen höheren Ertrag bringen, kann man nicht so pauschal sagen, aber Hybriden haben oft ein extremes Potential, spalten aber wieder auf. Da braucht eine Reinzucht länger, aber spaltet nicht auf.


    Gerade das entfernen von Königinnen durch die Körung ist wichtig, eben damit man keine Blender weiterzüchtet, die dann wieder aufspalten.

  • Heute abend um 20 Uhr gibt's wieder einen Live Vortrag von Ralf Sester: https://www.youtube.com/channel/UC6whWnfTgiUxkfwaNAGxpWQ


    LG

    Kai


    Hörenswert: Königinnenvermehrung für Kleinimker


  • Hallo allerseits,


    ich hab's gestern leider verpasst, aber man kann den Livestream natürlich auch nachträglich sehen. Viel Freude bei der Honigernte:



    LG

    Kai

  • Die fachlichen Informationen sind wie immer sehr gut.


    Allerdings ist es mir etwas zu viel "Laberei". Ich finde kurze, themenbezogen Videos besser. Wer diese auf hohem fachlichen Niveau sucht, dem sei auch mal ein Blick zur Wanderimkerei Kolbe, einem weitlaeufigen Nachbarn von mir, empfohlen.

    Hallo,


    ja, wir beide sind ja auch keine Anfänger mehr, daher mag sich vieles als schon bekannt etc anhören. Aber für Jungimker zum Zuhören, Nachvollziehen, sich Vorstellen, bildlich vorstellen, ist es schon okay, denke ich.


    Und die bildliche Vermittlung beherrscht Rase perfekt und pointiert, finde ich.


    LG

    Kai

  • Und heute Abend geht es weiter :thumbup:

    Genau. Und sobald mir der Link der Wiedergabeseite bekannt ist, stelle ich den hier ein. :)


    Ich glaube, es geht heute um Ablegerbildung (?).


    LG

    Kai