Ausstattung: Dampfwachsschmelzer, Wachklärbehälter und Honigschleuder

  • Moin zusammen,


    ich hänge gerade auf der Arbeit über einem Beschaffungsantrag für Dampfwachsschmelzer, Wachklärbehälter und Honigschleuder.

    Reaktiv, weil ich es nicht besser weiß, habe ich bei Holtermann geguckt, möchte aber gucken ob ich nicht noch etwas sinnvoll Kosten reduzieren kann. Speziell suche ich einen tauglichen Dampfwachschmelzer, Einen 75l Wachsklärer und eine 4-6 Wabenselbstwendeschleuder.

    Das ganze sollte vor allem im Falle der Schleuder möglichst für jedermann leicht bedienbar sein. Finden tut man ja viel im Netz, aber ich möchte hinterher natürlich nicht am falschen Ende sparen.

    Hat da jemand einen Tipp für mich?

  • Tja, was soll man da für einen Rat geben?


    6-Waben-Selbstwendeschleudern schaffen mehr als welche nur für 4, außerdem erlauben sie auch eine ungerade Anzahl an Rähmchen (eben 3). Sind, wie bei den 4ern, nur gerade erlaubt, bleibt immer eine zum Schluß übrig, Morphys Gesetz wirkt nunmal zuverlässig.


    Eine gute Schleuder - eben Selbstwende- oder wenigstens Radial- - ist aber der größte Kostenpunkt bei den oben genannten Neuanschaffungen (Wachsklärbehälter stehen dem aber nicht viel nach). Bei den Preisen habe ich mich jedoch lieber nach etwas gebrauchtem umgeschaut und wurde erstaunlich schnell fündig und konnte dabei sogar eine Unmenge Geld sparen, da der Vorbesitzer, obwohl das gute, wenn auch bejahrte Stück noch in Ordnung, sogar schon mit dem Schrotthof liebäugelte.


    Leicht bedienbar ist Ansichtssache. Es gibt moderne, komfortable mit Programmen - da ist aber programmierte Elektronik enthalten, die garantiert irgendwann kaputtgeht - oder welche nur mit Ein- und Ausschalter, Drehzahleinsteller und Drehrichtungsumschalter. Bei ersteren muß man sich hinsichtlich der Bedienung erst "einfuchsen" (meistens eine schnell erledigte Angelegenheit), bei letzteren ist eben auch beim Schleudern sporadische Bedienung vonnöten.

  • Hallo Gitterbiene,


    Ich kann mich dem Vorredner nur anschliessen. Ich habe auf einen Imker gehört, der schon seit Jahrzehnten imkert.

    So bin ich auf eine 6 Waben Selbstwendeschleuder von Königin gekommen mit dem grösseren Durchmesser. Das habe ich bis Heute nicht bereut.

    Die Nächte im Schleuderraum können lang werden und da ist etwas konfort angesagt. Der grössere Durchmesser erlaubt zudem durch die Zentrifugalkraft eine sauberes Ausschleudern. Dafür muss der Motor weniger ziehen. Die vier Waben Schleudern sind da wesentlich anfälliger für defekte und laufen unruhiger.

    Den ganzen Schnick Schnack an Programmen brauche ich nicht. Bei mir läuft seit Jahren eh das Standardprogramm.

    Meintest du nun Wachsklärer oder Wachsschmelzer. Ferner wäre die beabsichtige Anzahl der Wirtschaftsvölker von Interessw. Bei 3 Völker brauch ich so etwas nicht und bei 300 wäre sie zu klein.

  • 6-Waben-Selbstwendeschleudern sind auch aus geometrischer Sicht optimal: Weder beim Umfang noch beim Radius wird etwas an Länge verschenkt, denn der Radius stimmt mit einem Sechstel des Umfanges des Sechseckes überein. (6 gleichseitige Dreiecke bilden ein gleichseitiges Sechseck.) Die Waben klappen komplett bis zur Tangente nach außen um (überall maximale Fliehkraft), und der Honig prasselt nach außen und nicht gegen andere Waben, wie es bei noch mehr als 6 Waben wohl teilweise geschieht.

  • Meintest du nun Wachsklärer oder Wachsschmelzer. Ferner wäre die beabsichtige Anzahl der Wirtschaftsvölker von Interesse. Bei 3 Völker brauch ich so etwas nicht und bei 300 wäre sie zu klein.


    Ich meine beides, da die Geräte zur Ausstattung für mein Projekt auf der Arbeit sein sollen un dich gerne Wachsumarbeitung für andere Imker anbieten möchte. Insgesamt sollen die Geräte leicht bedienbar sein und damit ich das jeden bei mir arbeitenden machen lassen kann und Programme die beim Schleudern automatisch laufen sind da sicher von Vorteil :-). Momentan stehen bei uns 8 Völker, es sollen aber 2021 mehr werden, damit letztlich auch Arbeit entsteht. Es geht also um viel Handarbeit und auf keinem Fall um Geräte die viel selber machen. Außer beim Schleudern, dem ein oder anderen fehlt es sicher etwas an Fingersptzengefühl :-).

  • NIcht böse sein, aber der Einwand von Dirk ist berechtigt.


    So habe ich einen Imkerkollegen, der hat gemessen an seiner Völkerzahl, die besten Geräte. Er ist Freiberufler und kauft sich auf diese Weise Zeit.


    Ich habe von Siegerland einen Wachsschmelzer mit Dampferzeuger oben drauf für max 10 Waben aus einer Imkereiauflösung. Immerhin liefen da dieses Jahr ca 50 Völker von mir und einem Kollegen drüber. Der reicht, damit drei Imker ihr Eigenwachs aufarbeiten können. Zugegeben suche ich seit längeren nach einen Ersatz, aber es viel Schrott auf dem Markt oder das Kosten Nutzen Verhältnis ist jenseits von Gut und Böse. So kauft mein Imkollege jetzt das Ding von Siegerland für sich selbst nochmal.


    Es ist sicherlich nicht das Non Plus Ultra und das Ergebnis ist bei alten bebrüteten Waben nicht immer optimal. Nur bei den Preisen von Bienenwachs muss ich auch nicht das letzte Gramm aus dem Wachstrester haben.


    Auch habe ich von einem Multifunktionsgerät.geträumt, dass man zum Wachsschmelzen und zum Entseuchen nutzen kann.

    Es haben mich Gott sei Dank einige Imker auch aus anderen Foren abgehalten.


    Auch hat meine Königin Schleuder sicherlich auch nicht den letzten Stand.

    Leider hat das Honigabflussrohr eine leicht erhöhte Position, so dass immer ein kleiner Rest in der Trommel bleibt. Die Verarbeitung zu anderen teureren Geräten ist etwas gröber, aber das Ding läuft. Was hilft ein teures Gerät mit allen Schnickschnack, wenn dauernd etwas nicht funktioniert.


    Letzlich ist es deine Entscheidung. Nichts ist schlimmer, nachher mit Material zu hantieren, was einem nicht gefällt. Noch Schlimmer ist es aber, wenn das super teure Ding nicht richtig funktioniert.


    So würde ich gerne auch über andere Wachschmelzer was hören. :love:

  • Hallo Gitterbiene

    Frage : Wie viele Völker bewirtschaftest du ?

    Denn wie du hier schreibst müssten das schon eine ganze Menge sein, sonst würde sich

    die Dimensionen nicht lohnen .Erzähl doch etwas mehr über dich.

    Gruß Dirk

    Also ich arbeite ja im Knast :-). Momentan sind es 11Völker, wobei davon 3 meine privaten sind. Die Herausforderung bei mir ist halt das das ganze ein Betrieb werden soll in dem Leute sinnvoll beschäftigt werden und im Falle Wachumarbeitung, ich gerne für anderer deren Wachs umarbeiten möchte und Mittelwände pressen. Da möchte ich halt vernünftige Geräte kaufen, hab aber keine Ahnung welche Hersteller was taugen du welche nicht. Ist zwar nicht meine Geld aber sinnlos kaufen auch nicht meins.

    .

  • Gut, dann ist die erste und wichtigste Frage, wie soll der Betrieb aussehen?

    Richtige Imkerei oder vor allem Zubehörproduktion? Wie viele Mitarbeiter? Dürfen deine Mitarbeiter raus oder bleiben die Bienen hinter Gittern?

    Wenn die fragen beantwortet sind, kann man anfangen richtig zu planen.

  • Gut, dann ist die erste und wichtigste Frage, wie soll der Betrieb aussehen?

    Richtige Imkerei oder vor allem Zubehörproduktion? Wie viele Mitarbeiter? Dürfen deine Mitarbeiter raus oder bleiben die Bienen hinter Gittern?

    Wenn die fragen beantwortet sind, kann man anfangen richtig zu planen.

    Also es soll eine richtige (kleine Imkerei) werden. Wichtig ist möglichst über das ganze Jahr Arbeit zu haben. Sei es an den Völkern oder im Winter halt durch Wachsumarbeitung für andere Imker, Reperaturarbeiten, Kerzenherstellung etc.


    Wir haben einen Stand im Knast, einen am Knast (perspektivisch für Ableger). Außerdem sollen auch außerhalb Stände betreut werden , wobei die Arbeit hier nur unregelmäßig nicht von mir selber gemacht werden wird. Das liegt leider in der Natur der Sache, da nicht immer jemand da sein wird der raus darf, bzw. nicht sofort.


    Würde ich nur privat starten, würde ich das ganze insgesamt viel langsamer angehen, aber wie das immer so ist. Damit etwas akzeptiert und nicht gleich wieder eingestampft wird, müssen auch Ergebnisse her die auch ein Nicht-Imker versteht. Es ist ziemlich sportlich aber es macht auch Spaß und ist natürlich eine Riesen-Chance für mich :-).

  • Beutenbau sollte doch auch gehen, oder? Baupläne (Einfachbeute, Magazinimker) gibt es doch genug.


    Gruß, Thorsten


    p.s: Welches Standmaß hast Du? Ist bei der Wahl der Schleuder eventuell noch relevant.

  • Gut, da jetzt Winter ist, würde ich empfehlen so anzufangen:


    Kreissäge, Kappsäge, Zinkenfräse, Oberfräse, Hobel/Abrichter, Tellerschleifer, Akkuschrauber, 2000000 Schhrsuben VA 3,5x50 und 50m3 Weymouthkiefer, dann übern Winter Beuteb bauen und du hast was vorzuweisen, evtl gleich noch Rähmchen machen.

  • Im Frühjahr dann den Rest aufbauen. Sind noch Räumlichkeiten herzurichten?


    Nächstes Jahr dann vor allem Vermehren. Schleuder würde ich definitiv ne Radialschleuder nehmen. Z.B. ne 52 Waben. Die 6 Waben Selbstwendeschleuder wird ganz schnell zu klein (so ab 20 Völker) und ist komplizierter in der Bedienung. Dazu dann ne Entdecklungswanne mit Deckelwachsschmelzeraufsatz und zwei Entdecklungsmesser. Dann wärst du für 20-100 Völker ausgestattet und hättest ne Beschäftigung für 1-2 Personen.

  • https://www.jva-remscheid.nrw.…vollzug/Imkerei/index.php


    Schau mal hier und irgendwo gab es noch einen Knast, der so etwas anbietet.


    Ein Erfahrungsaustausch unter Kollegen ist mit einem Telefonat zu erreichen.

  • Also mit Remscheid stehe ich tatsächlich schon im Austausch. Ich merke gerade ich bin selber etwas abgeschweift bzw. schwammig gewesen mit meinem Anliegen.

    Also konkret geht es mir um Empfehlungen für


    einen tauglichen Dampfwachsschmelzer, 75l Wachsklärer und einer 6-Waben Selbwendeschleuder.

    Außerdem würde mich interessieren ob luftgekühlte Mittelwandpressen was taugen. Wasseranschluß ist nämlich noch ein kleinen Problem. Lösbar hoffentlich aber noch nicht ganz geklärt gerade. In Behörden dauerts halt :-)


    Da wir per Hand entdeckeln werden :-).,ist eine große Radialschleuder vermutlich nicht so perfekt bzw. zu groß?


    Es geht halt nicht um perfekte Effizienz bzw. es darf ruhig mehrere Handgriffe erfordern, sollte aber vor allem bei der Schleuder Anwenderfreundlich sein. Also keine manuelle Regelung der Geschwindigkeit und so.


    Ich habe alle Geräte die ich haben möchte bei Holtermann rausgesucht, habe aber von Herstellern wie Lyson, Logar etc. günstigere Geräte finden können im Netz, ohne zu wissen wie die im Vergleich sind. Remscheid hat auch alles von Holtermann und ich könnte es mir einfach machen.

  • Lyson Geräte sind gut, bei der Schleuder entweder die Premium Line oder aber CFM, die sind einfach robuster und verzeihen auch mal n Fehler. Machs dir da einfacher und kauf alle Geräte bei CFM und du hast be stabile Ausstattung.


    Entdeckeln mit der Hand ist schön und gut , aber mit der Gabel ist definitiv Strafarbeit.

  • Lyson Geräte sind gut, bei der Schleuder entweder die Premium Line oder aber CFM, die sind einfach robuster und verzeihen auch mal n Fehler. Machs dir da einfacher und kauf alle Geräte bei CFM und du hast be stabile Ausstattung.


    Entdeckeln mit der Hand ist schön und gut , aber mit der Gabel ist definitiv Strafarbeit.

    das ist ja Sinn der Sache :-). Spaß beiseite, mit der Händen zu arbeiten macht für mich auch therapeutisch Sinn weil ich da z.B. mit bestimmten Klientel ganz verschiedene Fertigkeiten üben kann. Ausdauer, Kraftdosierung, Sorgfalt etc.

    Sollte es sich abzeichnen , das wir unsere Ernte aber nicht mehr vernünftig bewältigt bekommen, werde ich aber auch anders machen. Es bringt mir aber auch nicht wenn es zu schnell erledigt ist und ich wieder nichts zu tun habe. Ich lass mich da mal von der Erfahrung der nächsten Jahr leiten.


    Danke für die Tipps!

  • Moin.


    Ich möchte meine Gedanken zu dem Thema beitragen. Ich weiß Du suchst nach Tipps für gutes Equipment. Wenn ich an deiner Stelle währe, würde ich eine kleine Werkstatt aufbauen, in der Beuten, Zubehör und Rähmchen aus Holz gebaut werden. Diese könntet ihr selbst benutzen oder auch verkaufen. Somit hättest Du Arbeit für die Jungs und eventuell noch Gewinn.

    Selbst bei 20 Völkern könnte man Honigschleudern einsetzen, welche manuell, also mit Kurbel sind. Diese sind robust und wenn sie mit einem Plexiglasdeckel sind, sieht man auch noch das Ergebnis. Du hast selbst gesagt, dass die Jungs was zu tun haben sollen und dadurch lässt sich viel überflüssige Energie abbauen.

    Das arbeiten an den Völkern und die Honiggewinnung hat für mich so etwas von Meditation und lässt den Stress vergessen.

    Bedenke es gibt auch viele Imker hier im Forum, welche 20 Völker haben und dieses auch allein gestemmt bekommen.


    MFG

  • Außerdem würde mich interessieren ob luftgekühlte Mittelwandpressen was taugen. Wasseranschluß ist nämlich noch ein kleinen Problem. Lösbar hoffentlich aber noch nicht ganz geklärt gerade.

    Sie haben eben nicht den Durchsatz wie wassergekühlte, weil sie nur langsamer abkühlen.

    Da wir per Hand entdeckeln werden :-).,ist eine große Radialschleuder vermutlich nicht so perfekt bzw. zu groß?

    Eine große (!) Radialschleuder paßt m.E. nicht zum manuellen Entdeckeln. Die vorab genannte 4-6-Waben-Selbstwendeschleuder schon eher. Große Radialschleudern haben 24 oder gar 36 "Stellplätze" und kosten einige Tausender.

    Ich habe alle Geräte die ich haben möchte bei Holtermann rausgesucht, habe aber von Herstellern wie Lyson, Logar etc. günstigere Geräte finden können im Netz, ohne zu wissen wie die im Vergleich sind. Remscheid hat auch alles von Holtermann und ich könnte es mir einfach machen.

    Wenn man im Internet mit Ausdauer sucht, findet man so einiges, bei denen Holtermann nicht der günstigste Anbieter ist.


    Eines geht mir allerdings mit leichtem Grinsen die ganze Zeit durch den Kopf: Wenn ein Schwarm abgeht und dabei aus der Vollzugsanstalt flieht, wer macht sich dann auf den Weg, ihn zu bergen? So etwas wie Spontanausgang wird es ja wohl nicht geben. Ein Bediensteter? Im Ernst, auch mit so einem Naturereignis muß man rechnen.