Reinigen mit Natronlauge - Ätznatron

  • Hihi,


    Ich habe Holzbeuten aus den 70' ern. Gute Holbeuten sind quasi unkaputtbar, wenn man sie pflegt. Feuchtigkeit ist der der Tod von allen Holz.


    Ich gehöre nicht zu der Wegwerfgesellschaft und bin so etwas wie der Geheimtip für Altimkereiauflösungen geworden.

    Nicht falsch verstehen. Ich habe immer zwei Gasflaschen und einen Brenner im Carport. Ohne Entseuchung geht bei mir nichts in Betrieb. Über den Rest freuen sich meine Kamine.


    Gerade eben habe ich weit über 80 Segeberer Teile aus einer offenen Scheune gezogen. Darunter sind Böden, Deckel, Zargen, Fütterer, Dome, Ansteckflugbretter etc.

    Unverhoft kommt oft. Die Hälfte habe ich schon gekärchert. Alles ist Bienendicht verpackt. Momentan komme ich aber nicht an einen Hockerbrenner.Mein Edelstahlfass steht aber hier.


    Hat einer von euch mal das reinigen der Styroporbeuten mit Natronlauge im Kaltverfahren ausprobiert!

    Ich wäre dankbar für ein paar Infos!


    Im Voraus vielen Dank!

  • Jo, habe letztlich Minis gereinigt. Für Kaltverfahren Lauge 5%ig ansetzen. Ging gut.

    Für Desinfektion heißt es 24h drin lassen.

    Gruß Thorsten

  • in NRW steht das noch als Verfahrensweise in der Ausführungsverordnung zur bsvo drin.

    Ansonsten ist Ätznatron als Desinfektionsmittel raus, weil nicht mehr in der Biozidverordnung enthalten.

    Wichtig ist hier unbedingt noch der Hinweis auf den notwendigen Arbeitsschutz!!!

    Das Zeug ist extrem ätzend. Also Lange Kleidung, Handschuhe, Schürze, Schutzbrille oder besser Visier.


    Gruß Thorsten


    P.s. Bei Heißanwendung wegen der Dämpfe auch Atemschutz.

  • Ja, der Hinweis auf dem Anwenderschutz fehlte natürlich. Allerdings das mit dem Atemschutz ist mir Neu. Den ziehe ich nur an, wenn ich die Brühe anrühre.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, geben wohl die Amtsvets im Falle der AFB eine zeitliche begrenzte Ausnahmegenehmigung. Mir ist es aber wurscht.


    Es ist die einzige Möglickeit Styros zu entseuchen, ohne dass die Beuten zerstört werden.

    Es ist wie immer das Gleiche.

    Wenn Imker versterben, werden oft die Schleuder, Wachsschelzer usw geplündert.

    Die Witwe bleibt dann oft auf den Rest sitzen.

    Dabei sind, wie hier im Forum aufgeführt, Segeberger und Co. über Jahrzehnte nutzbar. Natürlich ist es aufwendig, die Beuten instand zu setzen, aber es wird über Kalkulationen, Kosten, AFB, Hygiene sowie Umweltschutz gefaselt, ist aber nicht in der Lage der Witwe vom Nachbarimker bei der Imkereiauflösung zu helfen. Nebenbei kann man durch Eigenleistung auch günstig an Imkermaterial zu kommen.


    Leider gibt es viele Hygienegurus, die vom Kauf von gebrauchten Material abraten, aber dann in ihrem Videos zur AFB Sanierung mit Stolz geschwellter Brust erklären,

    Dass nach Entseuchung mit Ätznatron er in 20 Jahren keinen Probe mit AFB erlebt hätte.

    Ein Schelm wer böses dabei denkt.

  • Frei nach Heinz Erhardt:

    Es gibt nichts gutes, außer man tut es... und wo kein Kläger, da kein Richter.

    So lange man das Zeug noch frei kaufen kann, spricht Nix gegen den Einsatz.

    Immer vorausgesetzt man weiß was man tut...


    Gruß Thorsten

  • Hallo Cuxer


    Normalerweise kann man die Lauge mit Essig neutralisieren.

    Dann mit viel Wasser in den Abfluss

    Große Mengen Natronlauge müssen vor der Entsorgung neutralisiert werden

    Handelt es sich um größere Mengen an Natronlauge, die zur Entsorgung anstehen, dann reicht es nicht aus, die Natronlauge einfach mit Wasser zu verdünnen und der Kanalisation zuzuführen. Stattdessen muss vor der Entsorgung die Natronlauge neutralisiert werden – mit dafür geeigneten Säuren.

    Diese Einschränkung betrifft jedoch meist nur den industriellen Gebrauch. Bäcker oder Imker, die mit Natronlauge ihr Laugengebäck herstellen oder ihre Bienenkörbe reinigen, werden bei regelmäßiger Entsorgung der Natronlauge kaum über bedenkliche Mengen verfügen.

  • Hallo Cuxer,


    Habe Heute den Keller meiner Mutter aufgeräumt. Da vielen mir diverse Klo- und Rohreiniger in die Hände. Auf einem Stand Natriumhydroxid 12%.


    Mein Vater hat als Tiefbauingeneur die Ausbaustufe 3 der Kläranlagen der Kommune durchgeführt. Als Angler habe ich mir die Anlage genau erklären lassen. Selbst wenn ich 100 liter in unsere dörfliche Kanalisation kippe, kommt da kaum was dort an.

    Soviel Dummheit hat dann höchstens zu Folge, dass meine eigenen Rohre irgendwann hops gehen. Ein teure Vergnügen, selbst für jemanden wie mich, der seine Rohre auf dem Grundstück selbst gelegt hat.

    Neben den sehr fundierten TIPPS von Dirk, kann man das Zeug auch mit Wasser verdünnen.


    Bitte einfach mal hochrechnen wieviel Liter die Imker in die Kanalisation einführen, die ihre Rähmchen mit Natronlauge in der Spülmaschine reinigen.


    Dennoch kommt die Frage von Cuxer zu recht.


    Als Imker sollten gerade wir darauf achten, was wir in die Umwelt und in unsere Völker abgeben.


    Als Kind habe ich noch erlebt, wie unsere Flüsse mit dicken Schaumteppichen bedeckt waren oder die Farbe wechselten.


    Heute mangelt es an Anderen Dingen.

  • Ist es denn üblich die Rähmchen mit Natronlauge zu reinigen?


    Ich hätte gedacht, Dampfwachsschmelzer und abkratzen (meinetwegen auch Hochdruckreiniger) sollte reichen.


    Die Desinfektion mit Lauge macht doch nur in Kombination mit anderen Maßnahmen wie separates Werkzeug pro Beute und Einzelaufstellung so richtig Sinn? Oder nicht?

    Verstärkung mit Brutwaben oder Gabe von Futterwaben aus anderen Völkern etc. wäre dann doch auch ein Tabu...


    Was schätzt Ihr? Wird die konsequente Desinfektion von Rähmchen von einem höheren Prozentsatz der Imkerschaft durchgeführt?


  • Ich reinige meine (eigenen) Rähmchen nach dem Ausschmelzen gewöhnlich heiß mit Waschsodalauge.
    Styro Beuten zu "kochen" traue ich mich nicht, deshalb werden die ungenutzten Zargen über den Winter gereinigt, in Natronlauge "kalt"; Soda kalt funktioniert gefühlt nicht.


    Ich denke hier geht aber es in erster Linie um gebraucht gekauftes Material, das würde ich definitiv desinfizieren wollen...


    Cuximker : Ich schätze mal nicht, der Aufwand ist doch hoch und wozu?

    Wenn man die Arbeitszeit und Risiken rechnet, ist wahrscheinlich wegwerfen nach dem Ausschmelzen billiger...


    Gruß, Thorsten

  • Es geht sich bei mir nur um die Styro aus Fremdübernahme.

    Die gebrauchten Rähmchen habe ich der Witwe als Kaminanzünder gelassen. Die neuen Rähmchen aus der Übernahme verschenke ich an einer Imkerkollegin, da keine Hoffmann.


    Meine eigenen Rähmchen schmeisse ich nicht weg. Die werden abgeflammt. Bei Edelstahldraht geht das problemlos. Auch hier lohnt sich das sehr schnell. Bei den Preisen der Rähmchen hat man die Gasfüllung schnell raus. Nach kurzer Zeit hat man schnell auch Rähmchen repariert und einen Blick dafür, wann es sich lohnt.

    Jeder kann sich selber ausrechnen, wenn er ca 1/5 seines Bestandes an Rähmchen wegschmeisst. Es gilt der Grundsatz: Abgeschriebenens was in der Produktion eingesetzt wird, bringt Geld.

    Ungedrahtete Rähmchen kaufe ich dagegen nicht mehr.

    Das einlegen in Natronlauge zerstört die Fasern des Holzes. Dennoch bin ich auf der Suche nach einer Spülmaschine, da diese anscheinend schonender arbeitet

    Was zu beweisen wäre!


    Das Risko liegt in meinen Augen nicht in Rähmchen, wenn die gescheit ausgeschmolzen und gesäubert wurden. Für mich ist es wichtiger, dass auch mein eigenes Wachs entseucht wird. Das Geld hiefür ist fast irrelevant im Preis.

    Zudem hat der Wachs ja direkten Kontakt zum Honig und zu der Brut.


    Aber jeder so wie er es für richtig hält. Ist nur ein Denkansatz.

  • Ungedrahtete Rähmchen kaufe ich dagegen nicht mehr.

    Bei mir ist es eher umgekehrt: Ich kaufe Rähmchen möglichst gar nicht mehr, sondern nur noch Einzelteile. Nicht nur, weil das billiger ist, sondern auch, weil mir die Qualität der gekauften Rähmchen nicht mehr zusagt. Inzwischen verschraube ich nämlich Rähmchen grundsätzlich und sorgfältig, die gekauften zur Not nachträglich. Alles andere ist m.E. Murks. Schon wiederholt erlebte ich nämlich, daß die im Verlaufe etlicher Monate festgekitteten Rähmchen trotz Loslösung von ihren Nachbarn beim ZIehen "zerfielen", also der Oberträger ausriß.


    Auf den Draht werde ich in den Bruträumen hingegen zunehmend verzichten. Er stört die Bienen nur, wenn auch wohl nicht sehr. Ich kann und muß eben "nur" daran denken und die Rähmchen konzentriert senkrecht halten. Ich störe, also wabenziehe ohnehin nur noch bei - von außen begründet vermuteter - Eingriffsnotwendigkeit.

  • Tja, Kai wird sich wohl über den OT gedanken machen.


    Zwei Imker - unterschiedliche Lösungen.


    Das mit den Rähmchen kann ich nur bestätigen. Nur sieht meine Lösung anders aus.

    Ich baue meine 11 er DNM Beuten selbst. 2016 habe ich die Maße in der Breite um 6 mm erhöht und die Höhe zischen den Rähmchen auch. Damit habe ich den Effekt der unlösbaren Rähmchen gelöst. Vorbild waren Trogbeuten, in denen ich keinerlei Probleme mit festsitzenden Rähmchen hatte. Die Rähmchen hatten immer Platz zur Beute, da die 22 Rähmchen Fluglochabgewand selten angebaut wurden. Auch in der Breite war immer mehr Platz als bei den Magazinbeuten.

    Es gibt zwar mehr Verbau der Bienen, aber nicht in starkem Ausmass.


    Bei den Segebergern sind die Welt aber anders aus. Leider muss man hier oft durch Hebeln die Rähmchen aus der Beute zwingen. Dadurch, dass die Rähmchen nur getackert sind, hat man oft das ausreissen der Tacker Klammern. Ich repariere solche Rähmchen mit wasserfesten Leim und einem gescheiten Nagel. Allerdings habe ich aus Imkereiauflösungen Rähmchen, die verschraubt sind.

    Das ist mit Abstand die stabilste Lösung, wenn man die Schrauben, ohne das das Holz reisst, in die Rähmchen bekommt.


    Als bekennender Drohnenschneider empfehle ich ausser im Drohnenrahmen m Brutaum und Honigraum keine ungedrahteten Rähmchen. Der Draht gibt den Rähmchen Stabilität und vor allem den Wachsplatte zwischen den Rähmchen.

    Auch bei dem Drohnenrahmen gehe ich immer dazu über, denen Rähmchen mit Draht zu geben.


    Jetzt kommt aber dann auf dieser Basis dann wieder zurück auf die Natronlauge.

    Hier muss man sich auch die Frage stellen, warum man Holzbeuten abflemmt und nicht mit Lauge behandelt.

    Natronlauge hat auch eine schlechte Wirkung auf Metalle. An Stelle muss ich aber dann passen.


    Ich finde nur das Beispiel interessant. Ein Problem und verschieden Lösungsansätze, die mit Vor- und Nachteilen ihre Berechtigung haben.


    Für mich ein Denkansatz und vielleicht verschraube ich meine Rähmchen demnächst auch. Beuten bauen brauche ich ja erstmal nicht mehr.

  • Allerdings habe ich aus Imkereiauflösungen Rähmchen, die verschraubt sind.

    Das ist mit Abstand die stabilste Lösung, wenn man die Schrauben, ohne das das Holz reisst, in die Rähmchen bekommt.

    Ja, das ist in der Tat die stabilste Lösung, jedenfalls von denen, die mir bekannt sind. Nageln, Tackern und Leimen (zuwenig Kontaktfläche!) sind auf die Dauer nichts.


    In der neunmalklugen Wikipedia stehen auch noch die (für mich) interessanten Verbindungsarten "verzapft" und "gedübelt", hören sich solide an, jedoch fand ich dazu nirgendwo etwas.


    Das mit dem Holzreißen ist beim Schrauben in der Tat das Hauptproblem. Hätte ich das nicht gelöst bekommen, hätten sich die Verschraubungen bei mir auch nicht etablieren können. Ich spanne die Seitenteile, in die ja die Schrauben kommen, im Bereich der Schrauben vorher in beiden Richtungen, die orthogonal zur Schraube stehen, recht fest ein. Dafür benutze ich zwei sog. Feilkloben (mobiles Spannwerkzeug). Ist die Schraube erstmal eingetrieben, kann ich die Feilkloben lösen, das Holz spaltet dann nicht mehr. Das sind bei jedem (!) Rähmchen acht (!) je Einspann- und (!) Lösvorgänge, also sechzehn (!) Feilklobenbedienungen.


    Inzwischen habe ich mich damit eingefuchst und pfriemele so etwas zur Not stundenlang vor mich hin (wie interessant!). Dennoch ist das eben eine mühsame und langwierige Arbeit. Doch meine Rähmchen sind keine Verschleiß- und Wegwerfware (manche sondern ihre nach nur ein paar Jahren Gebrauch aus), sondern eine Investition in die Zukunft, sodaß mich das bei Motivation hält. Und daß sie stabil sind (kein zum Parallelogramm verschiebbares Rechteck, kein abgerissener Oberträger), versteht sich von selbst. Natürlich benutze ich Torx-Schrauben und elektrisches Schraubendrehgerät, sonst bekäme ich einen Rappel und Handgelenksschäden, und es täte noch viel länger dauern.


    Nun ist hoffentlich auch nachvollziehar, warum mir die gekauften nicht mehr zusagen.

  • Freizeitimker : Vorbohren im Durchmesser des Gewindekerns soll helfen...

    Braucht halt eine zweite Maschine zum Bohren.


    Bienen Ede : Vorteil des Abflämmens von Holzbeuten ist die Geschwindigkeit... Desinfektion kann man aber auch in Natronlauge machen. Ist aber zeitaufwändiger und bekommt dem Holz nicht so gut. Wir aber z.B. im "Wochenendimker" noch beschrieben.


    Wichtig, nach dem Auskochen in Natron/Sodalauge die Teile immer sofort gut abspülen!


    Die Wirkung auf Metalle ist unterschiedlich, Edelstahl ist unempfindlich, Stahl rostet halt, Alles was galvanisiert (verzinkt, vernickelt etc.) ist wird auch angegriffen.




    Gruß, Thorsten

  • Moin

    Ich steig mal kurz in das Thema "Rähmchenbau" ein

    ich schraube und leime meine Rähmchen ebenfalls seit ein paar Jahren aber diesen imensen Aufwand treibe ich nicht. Wenn man Schrauben verwendet die für Spanplatten gemacht sind platzt eigentlich nichts. Ich verwende Ø3x30 von Stier die bohren und fräsen gleich den Schaft frei. -->Wenn ich das mit Feilkloben machen würde wäre ich das ganze Jahr am schrauben:)

    VG Martin