Varroabehandlung Sommer 2021: Ameisensäure, TBE, TuB usw :)

  • Ich hoffe das mit dem 15.09 hat keiner für voll genommen.


    Gerade aus den von mir geschilderten Erfahrungen aus dem letzten Jahr, haben mir in der Praxis vorgeführt, dass dann eine Behandlung zu spät ist. Die Varroa hat dann bereits viele Völker massiv geschädigt.

    Es geht nicht um "eine" Behandlung, sondern um AS. AS kann man bis in den Oktober hinein benutzen (85%, versteht sich). AS im Sommer ist Tierquaelerei und gehoert verboten. Kleiner Tipp fuer die Zweifler: Schaut mal waehrend einer As-Langzeitbehandluzng so gegen 5.30 Uhr auf die Flugbretter...


    Die Sommerbehandlung ist doch ganz einfach: Brutfreiheit herstellen, OX spruehen und Fertig.

  • ...Kleiner Tipp fuer die Zweifler: Schaut mal waehrend einer As-Langzeitbehandluzng so gegen 5.30 Uhr auf die Flugbretter...


    ...


    Vorsicht: das Video ist sehr laut, evtl. etwas leiser machen.


    LG

    Kai

  • AS-Langzeitbehandlung ist was für September. Im Sommer bei hohem Befall (> 5 - 10Milben/Tag natürlicher Fall) Mittel der Wahl als Kurzzeitbehandlung (100/120 ml über 3 - 5 Tage). Bei TuB/TBE kann es sonst kritisch für den Brutling/Brutsammler werden.


    Aber dieses Jahr sieht es bisher richtig gut aus, habe momentan im Schnitt einen Milbenfall von 2/Tag je Volk

  • Ich arbeite seit 2016 mit dem Nassenheider Pro.

    Allerdings habe ich damals auf den Hinweis eines Altimkers gehört.

    Zuerst bekommen die Bienen mindestens 5 Liter Futter. Das das Futter direkt unter dem Verdunster eingelagert wird, entsteht ein Puffer. Zudem wurden meine Fluglöcher nie geschlossen.

    Gerade bei den Segebergern mit geschlossenen Böden ist das wohl wichtig,

    In den letzten heissen Sommern ist der Verdunster auch angewendet worden bei Temperaturen von weit über 30 Grad.

    Das AS ein Mittel ist, was die Bienen stresst und nicht ohne ist, leugne ich aber auch in keinster Weise.

    Jedoch ist sie äusserst Wirksam und die Verlustraten sind durch den Langzeitverdunster im Vergleich zu den Schockverfahren gesunken. Eine Behandlung zum 15.09 ist für Wirtschaftsvölker viel zu spät. Da werden meine Ableger behandelt.

    Aber momentan brauchen die Völker erstmal dringend Futter, ansonsten verhungern sie.

  • seimke : Kann der Pate das nicht kontrollieren? Er hat doch den Rat erteilt.

    Wenn nichts fällt ist doch gut, vielleicht hast du ja ein Volk mit besonders guten Hygieneeigenschaften. Wenn du unsicher bist mach Puderzuckermethode oder Alkoholauswaschung.


    Gruß Thorsten

  • Ich imkere in der Citybox im Zandermaß mit Platz für 28 Rähmchen. Mein Volk besetzt 20 Bruträhmchen und hängt teilweise noch im leeren Honigraum herum weil ich dort das Futter einlege. Nun habe ich letzte Woche eine Varroabehandling mit AS 60% gemacht. Laut Anleitung habe ich 40 mm auf 20 Rähmchen gerechnet. Da ich mit der Schwammtuchmethode arbeite habe ich zwei Schwammtücher beutzt um die AS besser zu verteilen. Bitte keine Diskussion über die Methode. Das habe ich so von meinem Imkerpaten gelernt und werde jetzt keine anderen Versuche machen bis ich mehr Sicherheit damit gewonnen habe. Letztes Jahr war das im Verein auch kein Problem und alle Völker sind über den Winter gekommen. Jedenfalls habe ich zwar torkelnde Bienen und leider auch Totfall aber keine einzige Varroa auf dem Brett. Das Brett war mit Öl engerieben und es ware auch keine Ameisen darauf zu sehen. Das Wetter hat gepasst und ich habe keine Ahnung warum das nicht klappt. Irgendetwas muss ja falsch laufen den es kann ja nicht sein, dass das Volk keine Milben hat. Kann es sein dass ich in einer Einraubeute anders dosieren muss als in Magazinen?

    Wie war denn der natürliche Milbenfall vor der Behandlung? Sollte man immer vor der Behandlung machen um festzustellen ob man viele Milben bei der Behandlung erwartet oder nicht.

    - Es kann ein paar Tage dauern bis viele Milben aus dann schlüpfenden Bienen fallen.

    - Die Schwamtuchmethode ist was vom letzten Jahrhundert. Sicher funktioniert die wenn alles past (Wetter, Brutumfang, Luftfeuchtigkeit, offenes Futter, etc.) von daher kann es gut sein das eines der Dinge nicht past und schon funktioniert die Schwamtuchmethode nicht mehr. Muss ich hier schon erwähnen, lesen ja auch Anfänger mit.


    Grüße Thomas

  • AS im Sommer ist Tierquaelerei und gehoert verboten.

    Wieso nur im Sommer?


    Tierquälerei gibt es bei Wirbellosen im engeren, also juristischen Sinne nicht, man darf sie beliebig malträtieren, ohne Ärger mit irgendeiner/-m Staatsanwalt(schaft) zu bekommen. Nichtdestoweniger halte ich Ameisensäurebehandlung bei den Bienen immer für - ethische und faktische - Tierquälerei.


    Das einzige, was mir bekannt ist, daß das Veterinäramt bei offensichtlicher Überforderung des Imkers bzw. Verwahrlosung des Bienenstandes (oder beidem, geht ja mehr oder weniger Hand in Hand) die Bienenhaltung untersagen kann/darf.

  • Ja seimke,


    Danach bin ich wieder reumütig zurück zur AS.


    Egal was man macht.gegen die Milbe, letztendlich greift man massiv in das Bien ein.

    Ich wünschte, es gäbe so etwas wie verdampfen für die Sommerbehandlung, was somit auch in der Brut wirkt.


    Dann wäre es aber auch garantiert verboten. :saint:

  • ...Egal was man macht.gegen die Milbe, letztendlich greift man massiv in das Bien ein....

    Leider hast Du Recht.


    Ausnahme: OS-Sublimation. ;) Da konnte ich keine direkten Auswirkungen feststellen. ;)


    LG

    Kai

  • Bienen Ede


    Klar, 15.9. ist fuer die erste Behandlung von Wirtschaftsvoelkern zu spaet. Die Voelker muessen Ende August (besser noch Anfang August!) ziemlich milbenarm sein, damit genug gesunde Winterbienen aufgezogen werden.


    Bitte beachten: Ich bin hier oben ja fast schon ein Spaettrachtimker. Mein Abschleuderstichtag ist grundsaetzlich der 1.8. (real wird es irgendwann in der kommenden Woche). Wenn ich danach mit Langzeit-AS reinkrache, mache ich die Voelker ziemlich platt und ehe die sich richtig erholen, ist es September. Wer soll dann noch die "fetten" Winterbienen aufziehen?


    Ich teile meine Wi-Voelker Ende der kommenden Woche. Die Fluglinge werden nach 3 Tagen mit OX eingesprueht und sind dann weitgehend milbenfrei. Fuer die Aufzucht der Winterbienen ist dort damit alles i.o.


    Die Brutlinge brauchen noch 3 Wochen, sind aber Anfang September ebenfalls von ihrer Milbenlast erloest, dass es noch genug ordentliche Winterbienen gibt. Beide Volksteile werden Anfang Oktober vereint und bekommen dann nochmal fuer 3-4 Tage AS, was bei dem dann nur noch sehr geringen Brutumfang jedoch recht problemlos verlaeuft. Ich habe es auch schon ohne diese Herbstbehandluzng probiert, dabei jedoch keine guten Erfahrungen gesammelt (es scheint, als ob sich die Milben im Herbst besonders gut vermehren...). Eine OX-Sublinmation koennte allerdings eine Alternative zur AS sein...

  • Die Bestandteile des ApiLife Vars sind Thymol, Eukalyptusöl, Menthol und Campher/Camphora.


    Das "riecht" (im doppelten Sinne des Wortes) eher nach einer olfaktorischen Vergrämung der Milben denn nach echter Milbenbekämpfung (also -vernichtung).


    Mit Thymol habe ich es nur einmal probiert und keine besondere Wirksamkeit feststellen können. Wirksam ist nur die Erleichterung des Portemonnaies davon. Deshalb bin ich auch bei solchen Duftkombinationen, wie sie ApiLife Var anbietet, skeptisch.


    Vermutich können Bienen diese Geruchsstoffe bis zu einem bestimmten Maße gut wegstecken, denn diese sind ja auch, jedenfalls teilweise, Bestandteile des Nektars der entsprechenden Pflanzen. Zumindest Thymol ist ja im Thymianhonig enthalten. Irgendwann wird es wohl aber auch den Bienen zuviel.

  • Sämtliche Thymolprodukte habe ich nie angewendet. Daher kann ich zu deren Wirksamkeit nichts sagen.

    Was ich durchaus bestätigen kann, sind die Aussagen von Herrn Dr. Liebig, dass sich der Geruch in den Waben anreichert.

    Aus einer meiner Übernahmen habe ich eine Charge von Rähmchen von einen Imker übernommen, die ich anschliessend entsorgt habe. Das Zeug roch trotz Winterlagerung im Frühjahr immer noch penetrant.


    Postkugel

    Alles Gut. Mein Mitimker legt sich unvorhersehbar am Mittwoch ins Krankenhaus. Letztes Jahr war ich derjenige der Hilfe brauchte.

    Ich komme gerade von den Bienen und muss jetzt auch bis zum September die WV mit AS behandeln.

  • Im Kontext des Theaters um die OX-Sublimation: Derzeit ueberschlagen sich irgendwie gefuehlt! "alle" in dem Beduerfnis, ihre Bienen mit AS zu quaelen. Das hat jetzt nichts mit diesem Forum zu tun sondern wird von verschiedenen Seiten so an mich heran getragen. Das geht so weit, dass empfohlen wird, Jungvoelker (Ableger aus Anfang Juni, derzeit mit 5-6 Waben Dadant-US Brut, bei Bildung mit OX eingesprueht) unbedingt 200ml AS erhalten sollen. Und auch die Bienenzeitschriften erklaeren wieder schoen die sommerliche Anwendung der AS in allen moeglichen und unmoeglichen Varianten.


    Ich frage mich: Weshalb kann bspw. die "Schwammtuchmethode" weit und breit straffrei gelehrt und propagiert werden, wo die Standardzulassung (welche ab kommenden Jahr erlischt!) lediglich den "Nassenheider" hergibt? Auch die Zulassung von "Formivar" gibt nichts anderes als den Nassenheider her!


    Also: Eigentlich muesste man saemtlichen Bienenzeitschriften und Institute "ans Bein pissen", welche hierzulande momentan die "Schwammtuchmethode" darbieten...


    Ich finde, irgendwie hat die rechtliche Sicht auf die Varroabehandlung eine derbe Schraeglage.

  • Nun bei der AS ist das Mittel AS Vet zugelassen. Diese wird nur in einer Form angewendet nähmlich über Verdunster. Das macht es einfacher diese in verschieden Verdunstern anzuwenden. Bei der Ox kann man die Anwendung in unterschiedlichen Verfahren vornehmen. OX Vet gibt es so nicht nur die fertigen Lösungen für Sprühen und Träufeln (nach dem man das Pulver in Wasser aufgelöst hat). Nur diese habe dann leider die Zulassung in D.


    Hersteller von Sublimiergeräten für OX aus dem EU Ausland müssten Deutschland vor dem EUGH verklagen, weil in D nicht zugelassen obwohl in der restliche EU zugelassen. Was in einem Mitgliedsstaat der EU zugelassen wurde ist in Normalfall in den restlichen EU Staaten auch zugelassen. Ansonsten wird der Handel behindert und das ist nach EU-Recht strafbar.


    Grüße Thomas

  • Ameisensäure 60% ad us vet ist in Deutschland zugelassen, unabhängig vom Dispenser an sich. Dieser ist beliebig frei wählbar. Auch das Schwammtuch gehört dazu.

    ...Was in einem Mitgliedsstaat der EU zugelassen wurde ist in Normalfall in den restlichen EU Staaten auch zugelassen. ...

    Nö, das ist nicht korrekt. Arzneimittelrecht in Deutschland ist nationales Recht. Entscheidungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) können von den Nationalstaaten übernommen werden, müssen aber nicht.


    Ich weiß auch nicht, ob die EMA jemals etwas zur OS-Sublimation gesagt hat.


    LG

    Kai

  • Ameisensäure 60% ad us vet ist in Deutschland zugelassen, unabhängig vom Dispenser an sich.

    Da muss ich Dir leider widersprechen. Zur Zulassung gehört auch eine Beschreibung der Anwendung und eine Dosierungsvorschrift. Sowohl in der Standardzulassung als auch in der Zulassung von Formivar ist lediglich ein Vakuumverdunster beschrieben. Mit dem Schwammtuch bewegt man sich eindeutig ausserhalb der Zuklassung.

    OX Vet gibt es so nicht nur die fertigen Lösungen für Sprühen und Träufeln

    Naja, gibt es schon, nur in D nicht zugelassen: Hier


    Und genau diesen merkwuerdigen Zustand meine ich mit "rechtlicher Schraeglage": Einerseits wird das nicht zugelassene Schwammtuch ohne Hinweis auf die Nichtzulaessigkeit propagiert, andererseits das Verdampfen als "ganz was Boeses" dargestellt. Und das nur wg. irgendwelcher laecherlichen Winkaladvokadie, welche vorbei an jeder guten fachlichen Praxis der Milbe faktisch vollkommen Wurscht ist.