Ruhr - wie weiter vorgehen?

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

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ck1
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Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von ck1 » Sonntag 5. Februar 2017, 23:03

Hallo Zusammen, bei der Kontrolle heute fand ich leider ein Volk, dass eingegangen ist. Als klar war, dass sich in der Beute nichts mehr rührt, habe ich kurz rein geschaut.

Vom Schadbild her ist es eindeutig die Ruhr: Bekotete Waben überall ... kein schöner Anblick! Die Beute war innen sehr feucht, es gibt etwas Schimmel, genug Futter ... genau werde ich es mir erst in den kommenden Tagen anschauen, wenn ich die Beute abräume.

Meine Fragen:

1. Ruhr scheint nicht ansteckend zu sein ... trotzdem werde ich alles im Dampfwachsschmelzer einschmelzen und die Beutenteile einmal richtig abflammen. Was ist aber mit den Rähmchen? Müssen die mit Ätznatron oder Soda behandelt werden oder genügt es die kurz auszukochen?

2. Was kann ich tun, um die Ruhr zu vermeiden? Das Volk war eigentlich stark eingewintert ... Sorgen hatte ich mir bei zwei anderen Völkern gemacht, die sind aber noch quicklebendig. ;) Was also tun? Sie wurden normal mit Apiinvert eingefüttert ... es gab allerdings noch etwas Blatthonig im Spätsommer ... kann das reichen? Dieses Volk hat ewig gebrütet? Wäre eine Brutpause / TBE hilfreich gewesen?

3. Die Völker stehen mitten im Wald, daher ist es relativ feucht ... was macht ihr gegen die Feuchtigkeit in den Beuten? Offenen Boden hab ich schon / z.T. habe ich dicke Sonntagszeitungen oben eingelegt ... nun überlege ich auch auf normalen Beuten ein Kissen wie bei den Warre-Beuten auszuprobieren und bei einem Teil die Folien durch Jute oder Gitter zu ersetzen und in den Deckel Belüftungsöffnungen einzuarbeiten (sehe ich bei den Amerikanern sehr oft - auch bei denen die einen harten Winter haben) ... was macht ihr? Wie bekommt ihr die Feuchtigkeit raus auch wenn sie lange/früh brüten?

VG Christian

elk030
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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von elk030 » Montag 6. Februar 2017, 08:01

Hallo Christian
Mein Hauptstand steht in einem feuchten Tal im Moor
und ich habe keine Probleme mit der Ruhr.
Elk

ck1
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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von ck1 » Montag 6. Februar 2017, 10:24

Hallo Elk,

es ist das erste Mal, dass ich im Winter ein Volk verliere. Deshalb meine Fragen ... will ja auch vermeiden, dass sich andere Völker anstecken. Obwohl in den Büchern steht, dass Ruhe nicht ansteckend ist => https://www.lwg.bayern.de/bienen/krankh ... /index.php

VG Christian

robirot
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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von robirot » Montag 6. Februar 2017, 10:53

Bis wann hattest du denn noch Blatthonig? Der kann bei zuviel schon diesen Effekt haben, vor allem weil der Honig typischerweise in entgegengesetzter Reihenfolge zur Einlagerung verbraucht wird.
Wenn es zu viel wird, kannst du dir immernoch überlegen, anfang August in einem Schwung auffüttern. Die obere Zarge wegnehmen, Varroabehandlung. Wenn der Blatthonig durch ist kommt die Zarge mit den Futter wieder rauf und evtl. eingelagerter Honig wird entnommen.
Dabei aber immer drauf achten das noch Futter im Volk ist.

Die Waben die du hast, in jedem Fall ausschmelzen, Rähmchen wenn möglich in NaOH auskochen sonst über nacht in Bleiche legen. Hierbei geht es weniger um Krankheitserrreger die, die Ruhr verursachen könne, viel mehr geht es darum das sich im Kot Bakterien vermehren, nach der Ausscheidung und sich so Infektionsherde bilden können. Lieber sicher als es zu bereuen.

Gegen die Feuchtigkeit gibt es spezielle Abdeckgaze oder eben eine Ventilation oben, andere Imker schwören da wieder auf die Kletterzarge.
Als erstes würde ich an deiner Stelle die Abdeckgaze probieren, ein M+ mit 3 Vollen und einer Zarge mit zwei Waben war bei mir das Volk mi dem meisten Kondenswasser.

robirot
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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von robirot » Montag 6. Februar 2017, 13:15

Noch vergessen, geen feuchtigkeit kannst du auch kurz vorm Winter die Randwaben entnehmen um so eine bessere Durchlüftung zu bekommen.

Falls du leere Waben hast und die Randwaben voll sind, dann tauschen.
Habe ich dieses Jahr bei einem Volk gemacht was schwach eingewintert ist und nur langsam Futter abnahm, da schimmelt nichts und es ist durchgekommen.

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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von ck1 » Montag 6. Februar 2017, 17:18

Randwaben entnehmen ist eine gute Idee.

LG Christian

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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von elk030 » Montag 6. Februar 2017, 19:45

Hallo Christian
Mach doch bitte ein paar Bilder, wenn du deine Besichtigung machst.

Elk

Rene
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Re: Ruhr - wie weiter vorgehen?

Beitrag von Rene » Montag 6. Februar 2017, 20:08

Bienefeld schreibt in seinem Buch "Imkern Schritt für Schritt", dass erkrankte Bienen einen aufgetriebenen Hinterleib haben und im und vor dem Stock braune Flecken hinterlassen. Diese meist im Frühjahr auftretende Durchfallerkrankung sei nicht ansteckend. Die Bienen sollen in eine neue Beute mit sauberen Waben umgesetzt werden, warmes Zuckerwasser 1:1 geben und eng halten.Verkotete Waben vernichten und die betreffende Beute mit heißer 3%tiger Natronlauge reinigen.

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