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LAVES Institut in Celle - Tag der offenen Tür

  • Abramis
  • 16. September 2017 um 14:12
  • Abramis
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    • 16. September 2017 um 14:12
    • #1

    Pünktlich hatte am 3. September 2017 das Laves Institut für Bienenkunde in Celle für Gäste seine Pforten geöffnet. Jeden ersten Sonntag im September findet der Tag der offenen Tür statt. So erklärte es Dr. von der Ohe in seiner Eröffnungsrede.
    Führungen durch die Räumlichkeiten fänden an diesem Tage nicht statt. Dafür hatte der Besucher freien Auslauf auf dem gesamten 3 1/2 ha großen Institutsgelände, sowohl drinnen als auch draußen. Überall waren verschiedenste Infostände zu Imkerlichen Themen aufgebaut. So forderte Dr. von der Ohe die Anwesenden explizit dazu auf, seinen Mitarbeitern möglichst viele Fragen zu stellen. Und sollten doch nicht alle Fragen geklärt werden können, so könne man abschließend mit ihm gerne diese Fragen ebenfalls noch einmal diskutieren. Also sofern man ihn in seiner unauffälligen Jacke auf dem Institutsgelände ausfindig machen könne.

    Da die zahlreichen Besucher zunächst über die Infostände schwärmten, machte ich erst einmal einen Rundgang durch die hinteren Bereiche des Geländes.
    Und so eine Figurenbeute ist ja mal ein Mega-Hingucker!

    Ich bilde mir sogar ein, einige der Plätze aus den alten Lehrfilmen wieder erkannt zu haben. Als Kleingärtner vielen mir sogleich die vielen Blütenpflanzen auf. Peinlich, peinlich, ich konnte nur einige wenige davon bestimmen. Immerhin konnte ich mir von einer prächtig leuchtgelben Tagetes zwei Samenkapseln mitnehmen. Ich hoffe diese im nächsten Jahr erfolgreich in meinem Garten zu haben. Übrigens eine nicht-gefüllte Sorte, die fleißig von den Bienen besucht wurde. Der hinterste Bereich des Institutgartens zeichnete sich nicht nur durch seine blühenden Streifen mit kanadischer Goldrute, sondern durch seine üppig behangenen Apfelbäume aus.

    Wenn ich irgendwann etwas bewanderter in Veredelungstechniken an Obstbäumen sein sollte, muss ich wohl fragen, ob ich hier Material für die Veredelung bekommen kann.

    Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Zu durchweg erschwinglichen Preisen gab es Bratwurst, Softdrinks, verschiedenste Kuchen und Kaffee. Durch die hohe Besucherzahl bildeten sich dort dann auch entsprechend lange Schlangen.
    Ähnlich gut besucht waren die verschiedenen Vorträge, die den Tag über im Hörsaal abgehalten wurden. Dieser hätte ruhig größer sein können und mit der doppelten Anzahl an Stühlen wäre trotzdem kein Platz frei geblieben. Ich selbst habe mir den Vortrag über die laufenden Forschungsprojekte angehört. So gibt es derzeit laufende oder abgeschlossene Studien zu Varroazidmitteln, HMF Gehalt im Honig, Mikroplastik im Honig (ich wusste nicht einmal, dass es sowas gibt) und zur Orientierung von Flugbienen und ihrer Rückkehr in die Beute.

    Die weiteren Vorträge habe ich mir aufgrund des großen Besucherandranges gespart.
    Dafür stellte für mich ein Freiluftvortrag ein besonderes Highlight dar. Es war der Vortrag von Wulf-Ingo Lau zur Korbimkerei.

    Er fand direkt am Bienenzaun mit den Strohkörben statt.

    So erfuhr der interessierte Zuhörer auf unterhaltsame Weise etwas über die Betriebsweise der Heideimkerei und ihrer Geschichte. Ich hatte zwischendurch ein Deja Vu, als er eine Bemerkung über die Rähmchenzangen machte. Der Film von Johannes war gerade mal ein paar Tage vorher online gegangen. Herr Lau hält von der Zange jedenfalls nicht so viel, da er damit weniger Gefühl hat, irgendwie so drückte er es aus. Handschuhe benutzte er auch keine, während er den interessierten Zuschauern den offenen Boden seiner Bienenkörbe hinhielt.

    Da ich selbst geschichtlich sehr interessiert bin, fand ich einige der ausgestellten Gerätschaften, aber auch die in den Gängen hängenden, teils noch handgemalten Schautafeln sehr interessant.

    Der Ausdruck "Bienenkunst" drückt meiner Meinung nach den Stellenwert aus, den Bienenhaltung einstmals hatte.

    Auch hier stellte für mich die Korbimkerei das Highlight dar. In einem Nebengebäude des Instituts waren viele unterschiedliche Stücke dazu ausgestellt. Gut, den Lüneburger Stülper kennt wohl jeder, den Karnitzkorb vielleicht auch noch. Mit einem röhrenförmigen Thüringer Modell war ich dann schon am Ende meines Lateins. Ich hatte einmal etwas Ähnliches auf einem Bild des 16. Jahrhunderts gesehen. Wer wie ich glaubte, dass stapelbare Kästen, Ablegerkästen oder Begattungskästchen für Königinnen eine Erfindung aus jüngerer Zeit sind, der kann sich vorstellen wie verblüfft ich war, als ich solches Imkergerät in einer Strohversion vor mir sah.




    Alles in allem muss ich sagen, dass ich einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Tag am Bieneninstitut in Celle verbracht habe. Ich bin mir sicher ich habe heute längst nicht alles gesehen und vermutlich viel zu wenig Fragen gestellt. Daher werde ich im kommenden Jahr ganz bestimmt zum nächsten Tag der offenen Tür am Laves Institut wieder nach Celle fahren. Ich kann einen Besuch des Institutes jedem nur wärmstens empfehlen. Wie gesagt, jeden ersten Sonntag im September findet der Tag der offenen Tür in Celle statt.
    Wer jetzt meint, an diesem Tag war alles nur eitel Sonnenschein, dem sei gesagt, die Mücken hatten mich ganz besonders lieb.

    Viele Grüße,
    Heiko

    Und erstens machen sie es anders, als es zweitens im Lehrbuch steht :!::!::!:

  • Johannes
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    • 16. September 2017 um 19:17
    • #2

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für diesen langen, bebilderten Bericht!

    Ja, zur Wabenzange gibt es wohl genau so viel Für und Wider wie zum Gitterboden. :wink: ;)
    Imker sind schon manchmal witzig! Da muss man einfach mal selber alle Möglichkeiten austesten und dann findet man schon seine eigene Methode. ... Übrigens kenne ich noch ein Argument gegen die Zange, welches mir tatsächlich mal so gesagt wurde: "Da hätte ich dann ja noch ein Werkzeug, was ich im Ernstfall nicht finde!" :lol: Ja, so ist das! Deshalb habe ich an jedem Bienenstand je 2 Zangen liegen. :wink:

    LG Johannes

    PS: Mücken sind tatsächlich lästiger als Bienen. 8)

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
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  • Silas
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    • 3. Januar 2018 um 17:32
    • #3

    Ja war dieses Jahr wieder sehr schön, die Berichte waren auch wieder alle sehr interessant ,besonders die von Guido eich ich mag seine Denkweise. Uns es war kein Regen. Gruß Marcus

    Ps: Ich bin in der nähe vom lavies aufgewachsen.

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