Hallo allerseits,
es soll wieder eine neue Museumsbeute besiedelt werden, und zwar eine Hinterbehandlungsbeute im Kuntzsch-Maß. Bauähnlich der Normbeute aus der DDR. Ich freue mich schon sehr. Video: https://www.youtube.com/watch?v=Vl_ygaPF-kg
Max Kuntzsch (vollständiger Name: Carl Max Kuntzsch; * 16. Februar 1851 in Gohlis; † 20. November 1919 in Nowawes, heute Potsdam) war ein bedeutender deutscher Imker und Bienenforscher. Er hat die Imkerei in Deutschland maßgeblich geprägt und ist vor allem für die Entwicklung der Kuntzsch-Beute (insbesondere des "Kuntzsch-Zwillings") und der damit verbundenen Kuntzsch-Rähmchen bekannt.
Die Entstehung und Geschichte des Kuntzsch-Rähmchenmaßes:
Max Kuntzsch war ein Praktiker, der die Imkerei als Erwerbszweig verstand und das Ziel hatte, sie rentabler zu gestalten ("Die Imkerei muss ihren Mann ernähren!"). Zu seiner Zeit waren in Deutschland viele unterschiedliche Beuten- und Rähmchenmaße im Umlauf, was den Handel mit Bienen und die Vereinheitlichung der Betriebsweise erschwerte.
- Hintergrund und Motivation: Kuntzsch imkerte selbst in Hinterbehandlungsbeuten. Er erkannte die Notwendigkeit, ein standardisiertes und praktisches Maß zu schaffen, das sowohl für den Imker als auch für die Bienen vorteilhaft war. Seine Forschungen und Experimente zielten darauf ab, die Effizienz der Bienenhaltung zu steigern.
- Entwicklung der Kuntzsch-Breitwabe: Kuntzsch entwickelte die Kuntzsch-Breitwabe mit den Maßen 33 x 25 cm. Dieses Rähmchenmaß war speziell für seine ebenfalls weit verbreitete Beute, den "Kuntzsch-Zwilling", konzipiert. Der "Kuntzsch-Zwilling" war eine Doppelbeute, die eine effiziente Betriebsweise ermöglichte.
- Charakteristika des Kuntzsch-Rähmchens:
- Maße: Das klassische Kuntzsch-Breitwabenmaß beträgt 33 cm in der Breite und 25 cm in der Höhe. Es gibt auch das Kuntzsch-Hochrähmchen mit Maßen von ca. 280 mm x 335 mm, das etwas größer als DIN A4 ist und in vielen Honigschleudern gut genutzt werden kann.
- Konstruktion: Die Rähmchen wurden so konstruiert, dass sie stabil sind und den Bienen einen optimalen Wabenbau ermöglichen. Sie sind in der Regel aus Holz gefertigt, mit Abstandsbügeln und -stiften (für den richtigen Abstand zwischen den Waben) und Ober- und Unterträgern.
- Verbreitung und Bedeutung: Das Kuntzsch-Rähmchenmaß, insbesondere die Kuntzsch-Breitwabe, wurde seinerzeit zu einem weit verbreiteten Normalmaß in Deutschland. Kuntzsch's Ratgeberbuch "Imkerfragen" galt über Jahrzehnte als Standardwerk und trug maßgeblich zur Verbreitung seiner Ideen und Maße bei. Auch heute noch wird in einigen Beutentypen, wie den Golz-Beuten, mit Kuntzsch-Hochwaben geimkert.
Max Kuntzsch war ein visionärer Imker, der durch seine praktischen Entwicklungen und seine umfassenden Publikationen einen bleibenden Einfluss auf die deutsche Imkerei hatte. Sein Rähmchenmaß ist ein Zeugnis seines Bestrebens, die Imkerei zu modernisieren und zu vereinheitlichen.