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  3. Kai

Beiträge von Kai

  • Norroa: das erste RNA-basierte Mittel gegen Varroa

    • Kai
    • 18. Oktober 2026 um 11:25

    Norroa ist das erste RNA-basierte Mittel zur biologischen Bekämpfung der Varroamilbe (Varroa destructor) bei Honigbienen, entwickelt von GreenLight Biosciences und in den USA exklusiv über Mann Lake vertrieben.

    Wichtigste Eigenschaften und Funktionsweise

    • Wirkstoff: Enthält das Molekül Vadescana, das über RNA-Interferenz (RNAi) wirkt.
    • Wirkmechanismus: Es tötet die Milben nicht direkt ab, sondern blockiert ein spezifisches Gen, welches für die Fortpflanzung notwendig ist. Dadurch können sich die Milben nicht mehr vermehren.
    • Anwendung: Wird als gebrauchsfertige Zuckerlösung in kleinen Beuteln (Pouches) direkt auf die Rähmchen oder den Boden der Bienenbeute gelegt. Die Bienen nehmen den Sirup auf und verteilen ihn im Volk.
      • Wirkdauer: Eine einmalige Behandlung hält die Milbenpopulation bis zu 18 Wochen (ca. 4,5 Monate) auf einem niedrigen Niveau.
      • Verträglichkeit: Das Mittel gilt als bienen- und brutverträglich, enthält keine harten Säuren und besitzt eine Rückstands-Zulassung für Honig und Bienenwachs in den USA.
      • Wichtiges Detail: Es senkt einen bereits vorhandenen, hohen Milbenbefall nicht akut ab, sondern eignet sich dazu, eine niedrige Milbenzahl zu halten. Es darf nicht angewendet werden, solange Honigräume aufgesetzt sind.

    Zulassungsstatus

    • USA: Im September 2025 von der US-Umweltschutzbehörde EPA zugelassen und im Markt eingeführt.
    • Europa / Deutschland: Eine offizielle Zulassung für den deutschen bzw. EU-Markt liegt aktuell (Stand 2026) noch nicht vor.

    Quellen:

    GreenLight Biosciences 2026

    Norroa™
    Buy Norroa™ at Mann Lake. Best & Biggest Beekeeping Supplier - Best Service.
    www.mannlakeltd.com
    Norroa Varroa Mite Treatment
    Norroa varroa mite treatment is powered by vadescana, a new Mode of Action for beekeeping. Norroa specifically targets and stops varroa mite reproduction.
    meyerbees.com
    Norroa – Geburtenkontrolle für Varroamilben
    Norroa setzt auf neuen Ansatz in der Varroabekämpfung: Statt Milben abzutöten, blockiert die RNA gezielt ihre Fortpflanzung.
    www.bienenundnatur.de
  • Varroa-Toleranzzucht: vieles läuft schief

    • Kai
    • 18. Oktober 2026 um 11:22

    Ich habe mal ein eigenes Thema daraus gemacht.

    LG

    Kai

  • Umweiseln im Herbst - Königin zusetzen im Oktober

    • Kai
    • 17. Oktober 2026 um 19:20

    Rettet Neue Königin das Volk? Video: https://www.youtube.com/watch?v=MOJrIqmd2X0

  • Mini Plus Boden Öffnung seitlich.

    • Kai
    • 16. Oktober 2026 um 21:19
    Zitat von Ardbeg

    Hallo Kai,

    ich war mir nicht sicher ob man hier "Links" posten darf.

    Gruß Christian

    Klar darf man ;)

    LG

    Kai

  • Mini Plus Boden Öffnung seitlich.

    • Kai
    • 15. Oktober 2026 um 14:54

    Hallo Christian,

    kannst Du bitte den exakten Link zu diesem Boden einfügen? dann wissen wir alle, worum es geht.

    Danke.

    LG

    Kai

  • Wie umgehen mit Vespa velutina in Deutschland?

    • Kai
    • 14. Oktober 2026 um 11:32

    Welche Feinde hat die Asiatische Hornisse Vespa velutina in ihrer Heimat?

    Ja, die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat in ihrer südost- und ostasiatischen Heimat eine Reihe von natürlichen Feinden, die ihre Populationen im Gleichgewicht halten.

    Diese Fressfeinde, Parasiten und Abwehrmechanismen lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:

    1. Vögel (Prädatoren)

    Greifvögel und spezialisierte Insektenfresser jagen sowohl fliegende Einzeltiere als auch die Nester von Vespa velutina:

    • Wespenbussarde (z. B. Pernis ptilorhynchus / Orientwespenbussard): Dies sind die effektivsten Fressfeinde. Sie besitzen dicke Hornschuppen an den Beinen und spezialisierte Kopfgefieder-Strukturen, die sie vor Stichen schützen. Sie graben oder reißen Hornissennester auf, um die proteinreichen Larven und Puppen zu fressen.
    • Bienenfresser (Meropidae): Verschiedene Bienenfresser-Arten erbeuten fliegende Hornissen im Sturzflug.
    • Krähen und Spechte: Spechtarten brechen gelegentlich geschwächte oder im Herbst absterbende Nester auf, während Rabenvögel verlassene oder verletzte Einzeltiere fressen.

    2. Andere Insekten und Spinnentiere

    • Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia): Die deutlich größere und aggressivere Riesenhornisse gehört zu den direkten Konkurrenten und Fressfeinden von Vespa velutina. Gruppen von V. mandarinia können ganze Völker kleinerer Hornissenarten überfallen und vernichten.
    • Raubfliegen und größere Spinnen: Jagende Insekten oder große Netzspinnen erbeuten vereinzelt Arbeiterinnen, haben aber keinen nennenswerten Einfluss auf das Gesamtvolk.

    3. Parasiten und Parasitoide

    Verschiedene Organismen befallen die Individuen oder Nester von Vespa velutina:

    • Fächerflügler (Strepsiptera, z. B. Gattung Xenos): Diese Parasiten befallen die Hornissenlarven. Die befallenen Hornissen (oft Arbeiterinnen oder Jungköniginnen) verändern ihr Verhalten, werden unfruchtbar oder geschwächt.
    • Fadenwürmer (Nematoden): Verschiedene Parasitenwürmer (wie z. B. Pheromermis-Arten) befallen die Organe der Hornissen und beeinträchtigen deren Fortpflanzungsfähigkeit oder Lebenserwartung.

    4. Aktive Abwehr durch Beutetiere (Asiatische Honigbiene)

    In ihrer Heimat hat Vespa velutina keine feindfreie Beute. Die heimische Östliche Honigbiene (Apis cerana) hat sich über Jahrtausende der Koevolution an die Hornisse angepasst und effektive Verteidigungsstrategien entwickelt:

    • Hitzeball-Verteidigung (Heat-balling): Wenn eine Hornisse vor dem Flugloch lauert, um Bienen abzufangen, umringt ein Dutzend bis Hunderte Bienen den Räuber blitzschnell. Durch Muskelzittern erzeugen die Bienen im Inneren des Balls eine Temperatur von über 45 °C und erhöhen den Kohlendioxidgehalt. Während die Bienen diese Bedingungen kurzzeitig tolerieren, stirbt die Hornisse an Überhitzung und Erstickung.
    • Warnsignale und Verwirrung (Shimmering): Die Bienen erzeugen synchrone Wellenbewegungen mit ihren Hinterleiben auf der Nestoberfläche, um die Hornisse abzuschrecken und das Anfliegen zu erschweren.

    Situation in Europa im Vergleich

    In Europa (wo Vespa velutina nigrithorax seit 2004 eingeschleppt ist) fehlen viele dieser spezialisierten Gegenspieler:

    • Die Europäische Honigbiene (Apis mellifera) kennt das Verhalten von Vespa velutina nicht und verfügt nicht über die effektive Hitzeball-Verteidigung von Apis cerana.
    • Heimische Vögel wie der europäische Wespenbussard (Pernis apivorus) oder Rabenvögel lernen zwar vereinzelt, Hornissennester als Nahrungsquelle zu nutzen, ihr Einfluss reicht jedoch derzeit nicht aus, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu stoppen.

    Quellen:

    Neobiota in NRW - Artenliste

    https://eee.drealnpdc.fr/wp-content/upl…preserved%20dry.

    https://eje.cz/pdfs/eje/2026/…lis%2C%202025a).

  • Umweiseln im Herbst - Königin zusetzen im Oktober

    • Kai
    • 13. Oktober 2026 um 18:21

    Königin tot im Oktober, was tun? Video: https://www.youtube.com/watch?v=Upfbny_ZbRs

  • Tropilaelaps-Milbe im Anmarsch?

    • Kai
    • 11. Oktober 2026 um 19:31
    Zitat von Freizeitimker

    Im "Nachbarforum" wird just zu diesem Thema über ein Tropilaelaps-Shortvideo auf YouTube diskutiert:https://www.imkerforum.de/forum/thread/8…u-diesem-video/

    In den Kommentaren unter dem Video äußert sich der Kanalbetreiber zur Überlebensdauer dieser Milben ohne Brut: Bis zu zehn Tage. Die Brutpausen hierzulande dürften deutlich länger sein. Auch ein Schwarm schafft es nicht, binnen zehn Tagen den Milben Spätbrut kurz vor der Verdeckelung zu kredenzen. Wenn der Kanalbetreiber, der sich mit diesen Milben auszukennem scheint, recht hat und behält, dürfte zumindest bei diesem Schädling / Parasiten hierzulande vorsichtige Entwarnung angesagt sein. Oder, um es mal in den Worten unser aller "Lieblings-Spahni" auszudrücken: Aufmerksame Gelassenheit.

    Hallo Danke schön.

    Hier das ganze Video, das wohl in Thailand aufgenommen wurde:

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  • Ameisensäure-Behandlung mit Schwammtuch - wie viel pro Volk?

    • Kai
    • 11. Oktober 2026 um 11:32

    Und selbst 35ml bei einem starken Zweizarger können zu viel sein:

    Königin nach nur wenigen Stunden tot. Was jetzt tun?

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  • Tropilaelaps-Milbe im Anmarsch?

    • Kai
    • 11. Oktober 2026 um 00:30

    Passend zum Thema: Schnelles Erkennen von Tropilaelaps:

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  • Ameisensäure-Behandlung mit Schwammtuch - wie viel pro Volk?

    • Kai
    • 10. Oktober 2026 um 14:36

    Ich bin gerade am Zusammentragen, wie viel Ameisensäure pro Wabengasse und Volk genommen werden kann. Ich komme auf folgende Empfehlungen:

    Pro Wabengasse (besetzt oder unbesetzt):

    Deutsch Normal und Zander und Langstroth: 2 ml

    Dadant: 3 ml

    Pro Zarge rechnet man nochmals 5 ml drauf, somit ergeben sich etwa folgende Werte:


    DN 1-zargig: 25 ml

    DN 2-zargig: 50 ml

    Dadant 1-zargig: 38 ml

    Für Mini Plus würde ich kaum mehr als 10 ml nehmen


    Geht Ihr mit diesen Werten einverstanden?

    LG

    Kai

  • Sind die Bienen winterfertig?

    • Kai
    • 9. Oktober 2026 um 16:38
    Zitat von Andymen

    Hallo, sag mal ist es an der Zeit für die Mäusegitter ? Gestern Abend ist mir aufgefallen das die Fluglöcher kaum noch bewacht sind, Wespen konnten kurz rein kamen aber schnell wieder raus, und 2-3 Bienen hinterher, aber langt das für Mäuse? Wollte heute 8mm einsetzen.

    Hallo, soalange die Bienen täglich oder absehbar regelmäßig fliegen können, halte ich es noch zu früh mit Mäusegitter. Erfahrungsgemäß kommt das Ende Oktober hier ins Spiel.

    LG

    Kai

  • Warum es keine Varroaresistenz / Varroatoleranz geben wird

    • Kai
    • 7. Oktober 2026 um 20:28

    Varroaresistenz gescheitert? Video: https://www.youtube.com/watch?v=k35zzp1pijo

  • Belegstelle Greifswalder Oie - ideale Insel für die Dunkle Biene

    • Kai
    • 5. Oktober 2026 um 11:51

    "Die Greifswalder Oie ist eine 54 ha kleine Insel etwa 10-12 km vom Festland, Rügen und Usedom entfernt in der Ostsee.

    Das Klima der Insel ist maritim, gekennzeichnet durch den Einfluss der Ostsee und die große Entfernung zum Festland. Aufgrund dieser Lage bilden sich kaum Wolken, was zu wenig Niederschlag und vielen Sonnenstunden (regelmäßig über 2000 pro Jahr) führt. Aus diesem Grund gilt sie in Fachkreisen neben Helgoland als die sicherste Inselbelegstelle Deutschlands. Sie wird seit 1948 als Belegstelle für Carnica-Zucht, seit 2013 vom Verband der Buckfastzüchter und ab 2025 vom Bundesverband Dunkle Biene Deutschland als Belegstelle genutzt.

    Die Dunkle Biene Königinnen sind garantiert rein angepaart und bilden neben den Anpaarungsplätzen Hallig Süderoog und dem Plauer Werder den neuen Grundstock für eine „heimische“, natürlich und sicher angepaarte Dunkle-Biene-Population. ..."

    :)

    Quelle: https://dunkle-biene-mv.de/greifswalder_oie

  • Bruder Adam lag falsch: Vier Irrtümer in seinen Schriften widerlegt

    • Kai
    • 3. Oktober 2026 um 18:53

    Lag Bruder Adam falsch? Antwort im Video: https://www.youtube.com/watch?v=zXYW4hc2eI4

  • Bruder Adam lag falsch: Vier Irrtümer in seinen Schriften widerlegt

    • Kai
    • 3. Oktober 2026 um 17:52

    Hallo liebe Bienenfreunde,

    Bruder Adam (Karl Kehrle) gilt bis heute in weiten Teilen der Imkerschaft als unanfechtbare Ikone der Bienenzucht. Mit der Entwicklung der Buckfast-Biene, seinen weltweiten Sammlungsreisen und seinen Standardwerken hat er die moderne Imkerei unbestreitbar geprägt.

    Doch so bedeutsam seine imkerlichen Lebensleistungen auch waren: Seine Schriften werden noch immer oft wie ein unumstößliches Evangelium zitiert. Schaut man sich seine Thesen jedoch aus heutiger Sicht – unter Einbeziehung moderner Genetik, Evolutionsbiologie und praktischer Zuchterfahrung – genauer an, zeigen sich gravierende wissenschaftliche und praktische Fehlschlüsse.

    In diesem Beitrag möchte ich vier seiner zentralen Thesen aufgreifen und sachlich widerlegen.

    1. Die Legende von der Ausrottung der Dunklen Englischen Biene

    In seinen Büchern begründete Bruder Adam den Notwendigkeitsimpuls zur Erschaffung der Buckfast-Biene vor allem mit dem angeblichen Totalverlust der einheimischen Bienen Rasse auf den Britischen Inseln durch die Tracheenmilbe (Acarapis woodi). Er schrieb dazu wörtlich:

    Zitat

    „Diese Rasse [Anm.: gemeint ist die Dunkle Englische Biene] gehört der Vergangenheit an, sie existiert nicht mehr. Sie fiel der Milbenepidemie gänzlich zum Opfer. Unsere Erprobungen und Versuche belegten einwandfrei, daß die heute in England vorhandenen Reste der dunklen Biene keineswegs, wie hin und wieder angenommen wird, der altenglischen Biene entstammen, sondern aus Importen der französischen Varietät.“

    Warum diese These falsch ist:

    • Historische Faktenlage: Weder die zeitgenössische Wissenschaft noch die breite britische Imkerschaft haben ein vollständiges Erlöschen der Dunklen Englischen Biene je bestätigt. Die Behauptung des Totalaussterbens war eine pauschale Annahme, die als Legitimation für die Züchtung einer neuen Kombinationsbiene diente.
    • Überleben auf den Inseln: Bis heute existieren auf den Britischen Inseln (insbesondere in Schottland, Irland, Wales und abgelegenen Teilen Englands) ursprüngliche Bestände der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera).
    • Genetische Einheitlichkeit: Seine Behauptung, vorhandene Restbestände seien bloß moderne Importe der „französischen Varietät“, bricht an der Genetik: Zwischen der Dunklen Biene Englands, Frankreichs oder Mitteleuropas lassen sich genetisch kaum Trennlinien ziehen. Die Dunkle Biene ist in ganz Nord- und Westeuropa aufgrund ihrer sehr jungen nacheiszeitlichen Wiederbesiedlung vor etwa 10.000 Jahren genetisch außerordentlich einheitlich.

    Glücklicherweise konnte die Dunkle Biene bis heute ist Restbeständen rein erhalten werden. Jeder, der sich für die Dunkle Biene interessiert, ist heute in der Lage, reine Dunkle Königinnen, selbst aus britischer Herkunft, zu beziehen.

    2. Das Rassen-Chaos der „Intermissa-Rassengruppe“

    Ein weiterer schwerwiegender Irrtum findet sich in Bruder Adams systematischer Taxonomie. Er ordnete die Dunklen Bienen West- und Nordeuropas zusammen mit afrikanischen Bienenstämmen in eine gemeinsame „Intermissa-Rassengruppe“ ein.

    Warum diese These falsch ist:

    • Biologische Systematik: Zur tatsächlichen Intermissa-Gruppe (Mittelmeer- bzw. afrikanischer Zweig der M-Linie) gehören taxonomisch ausschließlich die nordafrikanische Tellbiene (Apis mellifera intermissa), die Rif-Biene (A. m. major) sowie die Inselpopulationen von Malta (A. m. ruttneri) und Sizilien (A. m. sicula).
    • Eigenständigkeit der europäischen M-Linie: Die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera) und die Dunkle Iberische Biene (Apis mellifera iberiensis) bilden eine hiervon klar getrennte, eigenständige europäische Rassengruppe. Bruder Adam hat hier Populationen zusammengeworfen, die zwar evolutionär entfernte Verwandte der M-Linie darstellen, sich aber in Verhalten, Morphologie, Genetik und Anpassung an gemäßigte Klimazonen grundlegend unterscheiden.

    Nun mag manch einer behaupten, und das zu Recht, dass Bruder Adam damals noch nicht die Ergebnisse der DNA-Analyse zur Verfügung standen. Völlig korrekt. Doch auch damals schon waren Flügeluntersuchungen und Analysen der Enzyme möglich, und anhand dieser Untersuchungen wäre es auch zu Zeiten Bruder Adams möglich gewesen (Prof. Dr. Friedrich Ruttner hat es ja bewiesen), die Unterartengruppen sauber und korrekt zu definieren.

    3. Der Trugschluss: Reinzucht sei eine „genetische Sackgasse“

    Bruder Adam vertrat vehement die Auffassung, dass die Reinzucht innerhalb einer geschlossenen Rassenpopulation unweigerlich zur genetischen Verarmung und zu schweren Inzuchtdepressionen führe. Rassenreinzucht bezeichnete er sinngemäß als genetische Sackgasse.

    Warum diese These falsch ist:

    • Blick in die Natur: Sämtliche rund 25 bis 30 Unterarten der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) sind über Hunderte von Jahrtausenden genau durch diesen Mechanismus entstanden: durch geographische Isolation und geschlossene Fortpflanzungsgemeinschaften. In natürlichen Populationen treten Inzuchtdepressionen bei der Honigbiene durch Reinzucht nicht auf.
    • Grundsatz der Tierzüchtung: In der gesamten Nutztierzucht ist die Reinzucht das einzige verlässliche Werkzeug, um erwünschte Eigenschaften homozygot zu festigen, den Genpool gezielt auf positive Merkmale zu konzentrieren und dauerhaften Zuchtfortschritt zu erzielen. Die pauschale Behauptung, Reinzucht führe automatisch zum Niedergang einer Bienenrasse, entbehrt jeder populatiosgenetischen Grundlage.

    Bruder Adam spielt heute in der Bienenzüchtungskunde der Britischen Inseln keine Rolle mehr.

    4. Der Geruchs-Irrtum beim Zusetzen von Königinnen

    Auch in der imkerlichen Praxis hinterließ Bruder Adam fehlerhafte Annahmen. Er behauptete steif und fest, dass es beim Zusetzen einer Königin in ein fremdes Volk nicht auf den Geruch, sondern einzig und allein auf das Verhalten der Königin ankomme.

    Warum diese These falsch ist:

    • Pheromonale Erkennung: Honigbienen orientieren sich im Stock primär über Gerüche. Sie unterscheiden volks- und rassenspezifische Pheromonspektren mit höchster Präzision.
    • Der Praxisbeweis: Wer eine legebereite Carnica-Königin direkt auf die Wabe eines entweiselten Volkes der Dunklen Biene setzt, wird erleben, dass die Königin augenblicklich attackiert und eingeknäuelt wird – völlig unabhängig davon, wie ruhig oder „ordnungsgemäß“ sie sich verhält. Ursache ist der rassenspezifische Fremdgeruch.
    • Effekt beim Zeichnen: Selbst bei einer Königin aus dem eigenen Volk zeigt sich dieser Faktor: Wird eine Königin entnommen, mit einem Zeichenstift oder Lack markiert und sofort wieder auf die Wabe gesetzt, greifen die eigenen Bienen sie häufig an. Nicht etwa, weil sich ihr Verhalten geändert hätte, sondern weil der Anstrich einen fremden chemischen Geruch abgibt, der den eigenen Volkesgeruch überdeckt.

    Fazit

    Bruder Adam war ohne Zweifel ein leidenschaftlicher Praktiker seiner Zeit. Doch seine Theorien zur Rassenkunde, zur Genetik und zur Bienenphysiologie hielten der nachfolgenden wissenschaftlichen Überprüfung in vielen Punkten nicht stand. Wenn wir die Erhaltung und Zucht der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) heute nachhaltig betreiben wollen, müssen wir uns auf gesicherte biologische und genetische Erkenntnisse stützen – statt historische Lehrmeinungen unkritisch zu übernehmen.

    Wie sind eure Erfahrungen zu diesen Themen? Habt ihr beim Zusetzen oder bei der Reinzucht ähnliche Beobachtungen gemacht? Ich freue mich auf eine sachliche und fundierte Diskussion!

    Beste Grüße,

    Kai

  • Instrumentelle Besamung von Bienenköniginnen

    • Kai
    • 27. September 2026 um 23:00

    Mag sein. Ich jedenfalls möchte mich wieder mehr mit der Instrumentellen Besamung beschäftigen und ganz viel dafür lernen. Auch dafür die Facebook-Gruppe. Ich habe auch schon gelernt, wie viele verschiede Besamungsgeräte in Deutschland es gibt. Hochinteressant.

    LG

    Kai

  • Sind die Bienen winterfertig?

    • Kai
    • 27. September 2026 um 19:21

    Bienen Ende September - seid Ihr fertig? Video: https://www.youtube.com/watch?v=5ALoWviXflE

  • Guter Rat zum Einstieg

    • Kai
    • 25. September 2026 um 21:49

    Die Dunkle Biene in Mørke, Dänemark:

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  • Instrumentelle Besamung von Bienenköniginnen

    • Kai
    • 24. September 2026 um 19:32

    Das stimmt, aber es gibt 30 Mal mehr User von Facebook als von Foren. ;)

Zum Thema:

Live Webcam Bienenkorb:

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