HAllo allerseits,
hier mal wieder ein Beitrag für alle, die sich auch für Theorie und für die genetische Reinheit der Bienen interessieren. Alle anderen mögen mir bitte nachsehen. ![]()
In den letzten Jahren nimmt mit steigendem Interesse an der Reinerhaltung der Dunklen Biene Apis mellifera mellifera auch das Interesse an der Morphologie zur Feststellung der genetischen Reinheit von Honigbienen wieder zu. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen. Immer öfter wird dabei auch von DNA-Test, von DNA-Analyse zur Feststellung der Reinheit von bestimmten Zuchtlinien der Dunklen Biene gesprochen.
Wie zuverlässig sind DNA-Analysen zur Bestimmung der Reinheit von Honigbienen?
Für die Beurteilung dieser Frage ist es zunächst notwendig, sich mit der Materie der Genanalyse näher zu befassen. In der Literatur bzw. im Internet werden unterschiedliche Verfahren bereits hinreichend beschrieben, und obwohl diese in den genannten Bienen-Publikationen fehlen, lassen sich die Darstellungen doch auf die Honigbiene übertragen. Kürzlich habe ich einen Beitrag auf Imker-Meinung / Nordbiene.de veröffentlichen mit weiteren Fakten.
FAzit aber hier in Kürze: Es sind für die natürlichen Populationen der Honigbiene und der Dunklen Biene im Speziellen bei weitem (!) noch nicht alle Daten bekannt, somit kann es Referenzwerte für Apis mellifera mellifera noch gar nicht geben. Die Menge der Gene und Daten ist einfach viel zu groß und bei weitem noch nicht entschlüsselt! Es braucht noch sehr viel Zeit und Arbeit, diese Daten überhaupt zu erforschen; fraglich bleibt, ob dies je gelingen wird. Voraussetzung dafür sind auch die Bereitstellung von erheblichen finanziellen Mitteln für die Grundlagenforschung!
Ich weiß, in Österrreich, der Schweiz, Belgien und Polen werden bereits DNA-Analysen veröffentlicht. "Merkwürdigerweise" zeigen aber viele Populationen, die laut DNA-Test rein sein sollten, im Flügelgeäder eindeutig Hybridcharakter. Dies ist ja auch kein Wunder wegen der fehlenden Referenzwerte.
Wir sollten uns also über Angaben wie "DNA-getestet" oder "laut DNA garantiert rein" nicht täuschen lassen.
Die eindeutig besten Verfahren zur Feststellung von auch nur geringen Hybrideinflüssen sind auf jeden FAll der Cubitalindex, der Hantelindex und die Diskoidalverschiebung. Alles wissenschaftlich belegt, transparent und nachvollziehbar, im Gegensatz zu den vielen verschiedenen DNA-Analysen.
LG
Kai