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  4. Zusetzverfahren

Zusetzen mit doppeltem Boden

  • Kai
  • July 29, 2012 at 10:06 PM
  • Kai
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    • July 29, 2012 at 10:06 PM
    • #1

    Hallo allerseits,

    wie versprochen, will ich heute trotz Müdigkeit (8 Stunden Arbeit an der Datenbank) dieses Verfahren hier nochmals vorstellen und meine eigenen, neuen Erfahrungen mit einbringen.

    An 5 Völkern wurde das Verfahren in 2012 erprobt, und zwar "nach Vorschrift" wie folgt:

    • Auswahl von mindestens 2 Waben auslaufender Brut, OHNE Bienen
    • 1 Wabe mit Futter dazu
    • das ganze über Zwischenboden mit doppeltem Gitter auf das jeweilige Volk setzen
    • am nächsten Tag die Königin einfach einlaufen lassen
    • fertig

    Allein das Finden von Auslaufender Brut, also Waben, wo gerade Bienen frisch schlüpfen, war in 2 von 5 Völkern schwierig. Dies scheint jahres- und entwicklungsbedingt gewesen zu sein. In diesen Fällen habe ich die Waben genommen, wo ich den Schlupf in Kürze vermutete.

    Am nächsten Tag waren tatsächlich in allen Völkern die ersten Bienen geschlüpft. Die erste Königin (Versandköniginnen aus Schweden) ließ ich ohne Begleitbienen dazulaufen. Dies gefiel mir aber nicht so gut. Probehalber machte ich es bei der nächsten Königin MIT Begleitbienen; es gab keine Probleme, im Gegenteil: die Königin behielt ihren Hofstaat. Mit den frisch geschlüpften Bienen konnte sie augenscheinlich nicht viel anfangen.

    Mir fiel auf, dass sich sämtliche geschlüpften Bienen auf dem Gitter zum Volk hin bewegten; kaum eine auf den Waben. Da Elk bereits berichtete, dass hierbei viele Bienen umkommen und ich vermutete, dass dies am Verhungern liege, gab ich jeweils ein Stück Futterteig mit auf die Gaze.

    Dennoch: es waren gestern nach 1 Woche trotzdem recht viele tote Bienen (eine kleine Handvoll) auf dem Gitter. Vermutlich lag dies auch am fehlenden Flugloch. Kein wirklich schöner Anblick.

    Trotzdem: in jedem Völkchen war die Königin am Leben und am Stiften. Es gab nicht einen Verlust.

    Was nun machen mit den Völkchen oberhalb des Gitters? Da wir schon Ende Juli haben und ich mit Vereinigungen von Völkern bislang immer gute Erfahrungen gesammelt habe, entschied ich mich bei allen Völkern für die Rückvereinigung mit dem Ursprungsvolk.

    Hierzu entnahm ich gestern in den Altvölkern die Königinnen, wartete 2 Stunden, und vereinigte dann wieder beide Volksteile mit durchlöchertem Zeitungspapier.

    Heute, einen Tag später, kontrollierte ich die Fluglöcher der Völker. Die Vereinigung scheint vollzogen zu sein, zu sehen an herausgeworfener Brut, die entweder an Unterkühlung oder an Überhitzung gestorben ist.

    Eine abgestochene Königin konnte ich aber bei keinem Volk entdecken.

    Soll das etwa alles geklappt haben?

    Die Zeit wird es zeigen, noch ist es zu früh.

    Negativ bei diesem Verfahren sind mir (wie Elk) die vielen toten Bienen und die tote Brut aufgefallen. Die Temperaturregulierung in solch einem Völkchen oberhalb des Altvolkes ist trotz Drahtgitter nicht optimal.

    Auch empfehle ich, das Volk bei einer solchen Aktion durch Aufsetzen eines weiteren Raumes nicht noch zu erweitern, sondern das Volk eher nach unten zu "drücken", damit der Gesamtraum nicht zunimmt. Dies scheint für den Wärmehaushalt günstiger zu sein.

    Weitere Erfahrungen zu diesem Verfahren können hier gern geschildert werden.

    LG
    Kai

  • elk030
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    • August 3, 2012 at 8:08 AM
    • #2

    Hallo Kai
    Ich denke gerade an Faulbrut.
    Könnte es sein, daß wir über solch Zusetzverfahren diesbezüglich ein Risiko eingehen?
    Stirnrunzelnd, Elk

  • Gast4
    Guest
    • August 3, 2012 at 10:17 AM
    • #3

    Hallo

    Mal vorsichtig den Finger hebe, meld.

    Also Faulbrut denke ich nicht das die dadurch entsteht, also im Sinne der Faulbrut welche ja meldepflichtig ist.
    Die entsteht ja nicht auf so eine Art.
    Zudem werden die Waben ja dann bewirtschaftet und die Arbeiterinnen "entsorgen" ihre Last.
    Auch der gewissenhafte Imker kümmert sich und beobachtet, schreitet selbst auch ein.
    Zudem wird die Faulbrut ja Bakteriell aufgebaut und nicht durch absterbende Brut mangels Pflege.
    Sehe da kein Risiko, nur wachsam sein und die Situation im Auge halten.

  • Dirk
    Guest
    • August 3, 2012 at 3:19 PM
    • #4

    Danke für gute Hinweise,

    werde mal durch die Folie lugen. Habe auch eine wertvolle F1 AMM mit dieser Methode zulaufen lassen. Leider habe ich keine Wabe gefunden, die nur aus schlüpfenden Bienen und ohne jegliche neue Brut bestanden hat. Somit sind ca 85 % der Brut verdeckelt und der Rest Maden in unterschiedlichen Altersstadien.

    Gruß Dirk

  • Kai
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    • August 3, 2012 at 3:29 PM
    • #5

    HAllo Dirk,

    ich drücke Dir die DAumen.

    Meine Beobachtungen sind tatsächlich die, dass trotz Wärme nach oben Großteile der Brut geschädigt werden. Lag das an dem kalten Wetter in Schleswig-Holstein? Noch heute werden frisch geschlüpfte Jungbienen hinausgeworfen, die zwar am Leben, aber dennoch offensichtlich geschädigt sind.

    Auch würde ich empfehlen, ca. 3 Tage nach dem ersten Schlupf der Jungbienen ein kleine Flugloch zu öffnen, da auch Jungbienen den Drang haben, ins freie zu gelangen (um sich zu entleeren?).

    Wenn diese Zusetzmethode relativ sicher ist, dann wäre es ein anwendbares Verfahren; wenn auch nicht unbedingt "schön".

    Ergebnisse kann ich aber erst nach der ersten Kontrolle mitteilen. Bis dahin muss ich mich selber gedulden und mich auf das Flugloch konzentrieren.

    LG
    Kai

  • Kai
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    • August 3, 2012 at 3:33 PM
    • #6
    Quote from elk030

    Hallo Kai
    Ich denke gerade an Faulbrut.
    Könnte es sein, daß wir über solch Zusetzverfahren diesbezüglich ein Risiko eingehen?
    Stirnrunzelnd, Elk


    Hallo Elk,

    das vermute ich eher nicht, da Faulbrutkeime vorhanden sein müssten, um eine Ansteckung zu "gewährleisten". Aufgrund der fehlenden Pflegebienen würde ich sogar eher eine Verminderung des Ansteckungsrisikos sehen.

    Trotzdem: viele Bienen in den verdeckelten Zellen werden geschädigt, die offene Brut sowieso. Lediglich wenn wirklich die komplette Brutwabe am Schlüpfen wäre (welche ist das schon), dann dürfte es kaum Verluste geben.

    Also eigentlich kein wirklich "schönes" Verfahren.

    LG
    Kai

  • Kai
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    • August 4, 2012 at 8:38 PM
    • #7

    Zwischenbericht:

    Hallo allerseits, ich komme gerade von den Bienen wieder und konnte in allen Völkern mit diesem Zusetzverfahren noch abends viele Pollenträgerinnen mit hellgelben, dicken "Höschen" beobachten.

    Ob das alles geklappt haben soll? Es würde mich positiv überraschen.

    Die Nachschau plane ich für Dienstag.

    Lg
    Kai

  • Kai
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    • August 5, 2012 at 8:41 PM
    • #8

    Hallo,

    es gibt wieder einmal etwas zu berichten:

    Nicht nur, dass alle umgeweiselten Völker kräftig Pollen tragen (hellgelbe, weiße und auch braune dicke Pollenhöschen), sondern ich konnte auch beobachten, wie einige dieser Völker Drohnen abtreiben.

    Das Bild am Flugloch stimmt mich optimistisch.

    Dienstag abend will ich nachschauen und vorsichtig kontrollieren, ob offene Brut vorhanden ist. Falls ja, dann hätte alles geklappt.

    Kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen.

    LG
    Kai

  • Gast4
    Guest
    • August 5, 2012 at 11:48 PM
    • #9

    Hallo Kai.

    Das wäre ja super, vor allem in diesem Jahr.
    Viele Stand begattete Königinnen sind taub, legen gar nicht, oder nur unbefruchtete Eier.
    Drücke dir die Daumen das es geklappt hat.

    Die Zwischenboden Lösung ist gut, mit eigenem Flugloch das geöffnet werden kann.
    Es gibt auch die Möglichkeit einen Bereich von 2, oder 3 Rähmchen in einer Beute ab zu trennen.
    Beute hinten dann zum öffnen, und seitlich ein Flugloch, auch zum öffnen, oder schließen.

    Gibt bestimmt noch viele Varianten die von Imkern mit Erfolg angewendet werden.
    Nur leider bekommt man solche Infos nicht, oder nur sehr selten.
    Ist wohl wie mit den Anglern, keiner will seine Rezepte verraten.

  • Dirk
    Guest
    • August 6, 2012 at 10:44 PM
    • #10

    Guten Abend,

    leider teile ich auch Kais Beobachtung. Es werden schon viele Maden unterschiedlicher Altersstufen aus den Waben entfernt. Habe nun ebenfalls ein kleines Flugloch geöffnet. Ich hoffe, dass weiterhin genügend Bienen schlüpfen, dass das ölkchen scnell erstarkt - werde ggfs. weitere Brutwaben zugeben. Heute nachmittag hatte es sehr stark geregnet und sich abgekühlt, dass ich auf weitere Aktionen verzichtet habe.

    Liebe Grüße-Dirk

  • elk030
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    • August 7, 2012 at 6:11 AM
    • #11

    Moin
    Sollte ich dieses Verfahren nochmals anwenden, werde ich die notwendigen Ammenbienen auf den Waben belassen.
    Ich denke nicht, daß das dies die Annahme der Königin groß negativ beeinflussen wird. Zudem gibt es ja Zusetzkäfige.
    Da die Bienen solch starken Totenfall nicht entsorgen können, hatte ich bei einem Volk den Boden sogar zweimal wechseln müssen.
    Sollte es "mit Ammenbienen" klappen, wäre dies Verfahren perfekt.
    LG Elk

  • Gast4
    Guest
    • August 7, 2012 at 9:21 AM
    • #12

    Hallo

    Ist es eigentlich ein großes Problem die AMM in ein Weisel loses Volk zu bringen?
    Normal trenne ich die Königin von den Ammen, beide bleiben in einem Käfig.
    Käfig mit Königin zwischen die Brutwaben, Ammenbienen zum letzten Rähmchen.
    Nach 2 bis 3 Tagen die Ammenbienen frei lassen, erst mal eine, schauen wie sie aufgenommen wird.
    Je nach dem noch warten, oder die die Beiden Käfige auf schieben und den neuen die Freiheit geben.

  • Kai
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    • August 8, 2012 at 9:41 AM
    • #13

    HAllo,

    aufgrund des schlechten Wetters muss ich die NAchschau etwas verschieben, so dass ich noch kein endgültiges Ergebnis der Doppelbodenmethode nennen kann.

    LG
    Kai

    PS: Bitte für andere Zusetzverfahren, weitere Tipps und Fragen zu anderen Methoden (z. B. Iltiskäfig, Zusetzgitter, etc) gern ein neues Thema eröffnen.

    LG
    Kai

  • Dirk
    Guest
    • August 8, 2012 at 10:10 PM
    • #14

    Jau - das Gleiche gilt für mich...

    Werde ebenfalls bevor ich Laut gebe noch mal bis zum Wochenende warten - dann sollen die Temperaturen steigen. Habe heute zusätzlich etwas Flüssigzucker im Adamfütterer zugegeben. Nicht aus Ermangelung an Futterwaben sondern zur Stimulierung der Legeleistung.
    Gruß Dirk

  • Dirk
    Guest
    • August 9, 2012 at 10:15 PM
    • #15

    Ja Moin Allerseits,
    heute war es milder, so dass ich den Blick in den Ableger gewagt habe: Es gab schon deutlich mehr Ammenbienen und leider auch abgestorbene Brut in verschiedenen Stadien, dafür jedoch auch die große AMM F1 Königin nebst Eiern auf zwei Waben. Das war wirklich eine Freude nach den Fehlschlägen dieses Jahres! Besten Dank Kai!

    Habe das milde Wetter heute genutzt, um einem Volk, dessen Königin zu mir als reinbegattete AMM Kampinoska kam (dessen Nachkommen jedoch vielerlei Kennzeichnen der Carnica-Landbiene zeigen) weitere Brutwaben zur Unterstützung des AMM F1 Ablegers zu entnehmen. Mein Plan ist das Volk unklarer Herkunft nur noch bis zu Herbst als Unterstützung zu nutzen da auch die Honigernte im Vergleich zu den anderen drei Völkern sich "sehr überschaubar" gestaltete.

    Schönen ABend-Gruß Dirk

  • Kai
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    • August 9, 2012 at 10:22 PM
    • #16

    Hallo Dirk,

    das freut mich. Super. Die Königin war ja nicht lange aus der Brut, und kam aus einem starken Volk.

    Ja, es zeigt sich immer wieder, dass die Kampinoska LEIDER leider leider nicht rein ist.

    In Kürze erwarte ich meine Augustowska-Königinnen, darauf freue ich mich fast mehr als über meine schwedischen, weil ich bei den Schwedinnen natürlich sicher bin.

    Zurück zum Thema: in Kiel war es auch heute leider sehr kalt und windig, von daher kann ich frühestens morgen nachschauen. Langsam bekomme ich Zeitprobleme, da ich noch 22 Einheiten Ambrosia Sirup á 28 kilo herankarren muss. :wink:

    LG
    Kai

  • Kai
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    • August 11, 2012 at 2:10 PM
    • #17

    Hallo allerseits,

    hier nun das

    Ergebnis:

    Alle Königinnen wurden angenommen. Das hätte ich nicht gedacht. In jedem Volk war offene Brut vorhanden, und in drei Völkern bin ich auch ungewollt auf die gezeichnete Königin gestoßen. Welch Freude. Damit wurden auf einen Schlag 5 Vollvölker mit Reinzuchtköniginnen umgeweiselt.

    Zur Erinnerung: Das Verfahren sieht so aus:

    • Auswahl von 1-2 Waben mit auslaufender Brut
    • alle Bienen abfegen
    • über doppeltem Gitter dem Volk aufsetzen
    • am nächsten Tag Königin mit Begleitbienen zulaufen lassen
    • nach knapp 1 Woche Entweiselung des Hauptvolkes
    • 2 Stunden später Rückvereinigung des Zwischenablegers über Zeitungspapier.

    Es funktioniert. Meine Annahme lag damit bislang* bei 100%.

    *= In zwei Völkern waren gepflegte Weiselzellen zu sehen, die aber größtenteils bereits wieder ausgefressen wurden. Die Völker bleiben weiterhin in der Beobachtung.
    LG
    Kai
    [album]8[/album]

  • elk030
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    • August 13, 2012 at 5:36 AM
    • #18

    Hallo Kai
    Das ist ja phänomenal!
    Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen Aktion.
    LG Elk

  • Kai
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    • August 14, 2012 at 8:25 PM
    • #19

    DAnke Elk,

    noch sind die Königinnen aber nicht über'n Berg. :wink:

    LG
    Kai

  • Dirk
    Guest
    • August 14, 2012 at 9:44 PM
    • #20

    Da hast Du Recht Kai - ich werde auch nicht eher verkünden nun auch dunkle Bienen zu haben, bis die Völker vollständig aufgefüttert, gegen Varoa behandelt auf Ihrem ursprünglichen Stand sind und auch wirklich erste dunkle Bienen fliegen...
    4 Königinnen habe ich über Kunstschwärme eingeweiselt und eine Königin über die Gitterbodenmethode. Wobei ich zu Jahresbeginn mit der Gittermethode auch kräftige Fehler gemacht habe und zwei unegattete Königinnen verloren habe.

    Abwarten, auffüttern und ab und an mal gucken...

    Gruß Dirk

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