Hallo allerseits,
wie versprochen, will ich heute trotz Müdigkeit (8 Stunden Arbeit an der Datenbank) dieses Verfahren hier nochmals vorstellen und meine eigenen, neuen Erfahrungen mit einbringen.
An 5 Völkern wurde das Verfahren in 2012 erprobt, und zwar "nach Vorschrift" wie folgt:
- Auswahl von mindestens 2 Waben auslaufender Brut, OHNE Bienen
- 1 Wabe mit Futter dazu
- das ganze über Zwischenboden mit doppeltem Gitter auf das jeweilige Volk setzen
- am nächsten Tag die Königin einfach einlaufen lassen
- fertig
Allein das Finden von Auslaufender Brut, also Waben, wo gerade Bienen frisch schlüpfen, war in 2 von 5 Völkern schwierig. Dies scheint jahres- und entwicklungsbedingt gewesen zu sein. In diesen Fällen habe ich die Waben genommen, wo ich den Schlupf in Kürze vermutete.
Am nächsten Tag waren tatsächlich in allen Völkern die ersten Bienen geschlüpft. Die erste Königin (Versandköniginnen aus Schweden) ließ ich ohne Begleitbienen dazulaufen. Dies gefiel mir aber nicht so gut. Probehalber machte ich es bei der nächsten Königin MIT Begleitbienen; es gab keine Probleme, im Gegenteil: die Königin behielt ihren Hofstaat. Mit den frisch geschlüpften Bienen konnte sie augenscheinlich nicht viel anfangen.
Mir fiel auf, dass sich sämtliche geschlüpften Bienen auf dem Gitter zum Volk hin bewegten; kaum eine auf den Waben. Da Elk bereits berichtete, dass hierbei viele Bienen umkommen und ich vermutete, dass dies am Verhungern liege, gab ich jeweils ein Stück Futterteig mit auf die Gaze.
Dennoch: es waren gestern nach 1 Woche trotzdem recht viele tote Bienen (eine kleine Handvoll) auf dem Gitter. Vermutlich lag dies auch am fehlenden Flugloch. Kein wirklich schöner Anblick.
Trotzdem: in jedem Völkchen war die Königin am Leben und am Stiften. Es gab nicht einen Verlust.
Was nun machen mit den Völkchen oberhalb des Gitters? Da wir schon Ende Juli haben und ich mit Vereinigungen von Völkern bislang immer gute Erfahrungen gesammelt habe, entschied ich mich bei allen Völkern für die Rückvereinigung mit dem Ursprungsvolk.
Hierzu entnahm ich gestern in den Altvölkern die Königinnen, wartete 2 Stunden, und vereinigte dann wieder beide Volksteile mit durchlöchertem Zeitungspapier.
Heute, einen Tag später, kontrollierte ich die Fluglöcher der Völker. Die Vereinigung scheint vollzogen zu sein, zu sehen an herausgeworfener Brut, die entweder an Unterkühlung oder an Überhitzung gestorben ist.
Eine abgestochene Königin konnte ich aber bei keinem Volk entdecken.
Soll das etwa alles geklappt haben?
Die Zeit wird es zeigen, noch ist es zu früh.
Negativ bei diesem Verfahren sind mir (wie Elk) die vielen toten Bienen und die tote Brut aufgefallen. Die Temperaturregulierung in solch einem Völkchen oberhalb des Altvolkes ist trotz Drahtgitter nicht optimal.
Auch empfehle ich, das Volk bei einer solchen Aktion durch Aufsetzen eines weiteren Raumes nicht noch zu erweitern, sondern das Volk eher nach unten zu "drücken", damit der Gesamtraum nicht zunimmt. Dies scheint für den Wärmehaushalt günstiger zu sein.
Weitere Erfahrungen zu diesem Verfahren können hier gern geschildert werden.
LG
Kai