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  4. Königinnenzucht und Anpaarung

Mischmasch oder was?

  • Horst
  • 16. September 2008 um 13:14
  • Horst
    Gast
    • 16. September 2008 um 13:14
    • #1

    Hi Freunde der dunklen Biene,
    ich halte die Buckfast und bin sehr damit zufrieden. Allerdings ziehe ich meine Königinnen im Sinne der Basiszüchter nach. Eine Mutter-Linie ist in der 8 Gen. und immer noch rund. Ich schätze, dass das Umfeld meines Standes aus etwa 60% Carnica (eher weniger), der Rest aus Buckfast und ein winziger Teil aus "was es sonst noch gibt". Wie es mit dem Gen-Pool meiner Region steht, weiß natürlich keiner; sicherlich ist auch noch ein Rest dunkles Erbgut in der Population vorhanden. Wer etwas von Genetik versteht, weiß, das sich bestehende Populationen nur sehr langsam verändern. Hält man sich vor Augen, dass etwa nur 1% Imker sich mit Reinzucht beschäftigen und der Rest seine Königinnen am Stand begatten läßt, so ist das genetische Material einer Region ziemlich stabil. Von Reinzucht zu sprechen tut gut, besonders dem der damit Geld verdient. Aber, was steckt dahinter? So las ich irgendwo, dass es für Carnica Reinzüchter ein Segen ist , dass die Belegstellen nicht sicher sind, sonst gäbe es keine Carnica mehr. Es stellt sich auch die Frage ob es die Carnica, wie sie mal war, überhaupt noch gibt.
    Ich halte mehr von der Basiszucht, es ist die Möglichkeit seinen Bestand ohne große Kosten zu erhalten. Um den Hetero-Effekt zu nutzen bringt man einfach seine jungfräulichen Mädels zur Begattung aus dem Flugradius seiner Drohnen, basta, von Inzuchtschäden keine Spur.
    Fazit: Also, bitte nicht in den Fehler der Carnica-Reinzüchter verfallen, mit ihrem Rassewahn, Buckfasthalter sind da toleranter, ob immer?
    Es ist wie es ist, Gruß Horst

  • Kai
    Administrator
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    • 19. September 2008 um 16:24
    • #2

    Hallo Horst,

    und damit herzlich willkommen im Forum. Imkerei, wie Du sie "machst" und beschreibst, funktioniert auf jeden Fall sehr gut. Würden wir alle "nur" Standbegattung machen, ja dann hätten wir heute noch flächendeckend die reine Dunkle Biene. :P

    Da dies aber bekanntlich nicht so ist, muss es Länder, Organisationen und Menschen geben, die (per Reinzucht) die Dunkle Biene erhalten und somit vor der endgültigen Ausrottung bewahren. Dies ist meines Erachtens das Ziel einer Reinzucht. Würde dies nicht geschehen, wären in kürzester Zeit die meisten alten, ökologischen Rassen von Menschenhand ausgerottet.

    LG
    Kai :P

  • Horst
    Gast
    • 19. September 2008 um 22:58
    • #3

    Hallo Kai, tolles Forum mit eine Menge interessanter Themen.
    Was die Reinzucht anbetrifft so bin ich grundsätzlich deiner Meinung, finde aber, dass wir nicht den gleichen Weg gehen sollten wie den der Carnica und Buckfastzüchter oder andere, Fremdrassenzüchter. Warum, mit
    der mitteleuropäischen Biene haben wir es mit ein einst hier heimisches
    und über jahrtausende geformtes Wesen zu tun, welches, wenn man so will den gesamten Sommergrünen Laubwald bewohnte.
    Es wird aber nicht möglich sein diese alte Form zurück zu bekommen, auch wenn es noch unvermischte Reste gibt, z.B vor dem Ural wie ich hörte. In unserem Land bleibt uns nur die Vermehrung Über Standbegattung für jeden machbar und mit regelmäßiger Zuführung "reiner Stämme" gangbar. Ergibt sich daraus eine Biene die mit unseren
    heutigen Schwierigkeiten besser fertig wird als die jetzige Biene, so ist der erste Schritt getan.
    Im übrigen, die geläufige Benennung nach Unterarten für zumindest europäische Bienenrassen trifft nicht zu, es gibt in Europa nur eine Art und alle Unterarten müßten auf den Formen-, Rassen- oder Variationsstatus herrab gesetzt werden. Ähnliches ist bei den Vespiden, der Gattung Crabro bereits geschehen, so wurde fast alle Unterarten gestrichen und zu Variationen herrab gestuft, weltweit.
    Gruß Horst.

  • Kai
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    • 24. April 2013 um 09:52
    • #4

    HAllo allerseits,

    die Jahre vergehen, manche Begrifflichkeiten ändern sich, aber unser Hauptanliegen bleibt.
    Ist es nicht interessant, sich ältere Beiträge hier im Forum mal anzuschauen?

    Interessant finde ich hier die von Horst aufgezeigte und für JEDEN gangbare Methode der Nachzucht und Standbegattung der eigenen Königinnen; Nachzucht von Originalmüttern. So mache ich es auch heute noch.
    LG
    Kai

  • Gast02
    Gast
    • 26. April 2013 um 08:25
    • #5
    Zitat von Horst


    Im übrigen, die geläufige Benennung nach Unterarten für zumindest europäische Bienenrassen trifft nicht zu, es gibt in Europa nur eine Art und alle Unterarten müßten auf den Formen-, Rassen- oder Variationsstatus herrab gesetzt werden. Ähnliches ist bei den Vespiden, der Gattung Crabro bereits geschehen, so wurde fast alle Unterarten gestrichen und zu Variationen herrab gestuft, weltweit.
    Gruß Horst.

    Ja, ja die alten Beiträge von Horst und seinen "Promis" und die leben immer noch (F14) und bald sogar mit einen Schuss westlicher A. m. mellifera. Mit meinem reinen Stamm Amm verfolge ich aber eine andere Strategie und die schließt sich vorbehaltslos den Belgiern in Virelles vorerst an.

    Eine kleine Korrektur meiner Ausführungen von damals zu den Unterarten. Ich kannte die genetischen Studien damals noch nicht, die die Honigbiene in 5 Entwicklungsgeschichtlichen Linien aufteilt (A, C, M, O und Y), was für mich heute zu einem besseren Verständnis und Trennung der Bienen-Rassen oder Unterarten führt.
    Die Amm (M) lässt sich bekanntlich leicht von der Linie-C trennen, jedoch innerhalb der C-Linie sind die Unterarten nicht leicht zu trennen und die überall gegenwärtigen Verkreuzungen erschwert die Trennung.
    Unterschiede der Amm in dem einst riesigem Verbreitungsgebiet gibt es ebenfalls, so ist die südliche, westliche mellifera anders geprägt als die nördliche oder östliche und ihre verwandtschaftliche Herkunft ist nur über die mitochondriale DNA zu erkennen, nukleare DNA spielen dabei keine Rolle.
    Mich würde interessieren welche mt-DNA einmal unsere heimische Biene vor der Einfuhr fremder Rassen hatte; werden wir das noch erfahren?
    Grüße, Horst

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