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Brutzyklus

  • Imker-Jena
  • 30. Januar 2014 um 12:28
  • Imker-Jena
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 12:28
    • #1

    Liebes Forum, bin neu hier und wollte ersteinmal alle hier Grüßen und sagen das ich allen eine gute Auswinterung wünsche. :)

    Meine Frage an diejenigen, die mit der Dunklen Biene schon länger imkern lautet:
    Hat jemand von Euch Erfahrung wie die Brutzyklen der einzelnen A. m. mellifera Herkünfte sind ?, und wie hoch die Abweichungen von Ruttners Mittelwerten sind ? Es wird immer gesagt, die reine Dunkle Biene Nordeuropas gehöre nach Ruttner meist dem antlantischen Typ oder dem Heidetyp an, was ich auch nicht negiere. Wenn man die Brutzyklen sieht, sind das jedoch Mittelwerte und wie hoch sind die nun Abweichungen von Ruttners Darstellungen und Mittelwert heute?, bezogen auf die Gesamtpopulation und wieweit treffen Ruttners Aussagen noch zu ?, denn Ruttners Ergebnisse sind schon ein paar Jahre her und es hat Zucht stattgefunden! Ich denke das müßte mal untersucht werden, denn mit den alten Daten von Ruttner wird immer noch argumentiert. :o Vielleicht macht ja jemand von euch Populationsschätzungen und erfasst die Brutzyklen jährlich und hat schon neuere Daten hierzu und kann diesbezüglich Aussagen treffen, wiez.B.: bei mir war Brutbeginn beim Heidetyp( Flekkefjord) im 5 Jahres-Schnitt bei ... aber von 10 Völkern wichen hiervon .... viel ab.
    Viele Grüße aus Jena

  • Johannes
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    • 31. Januar 2014 um 22:51
    • #2

    Hallo,

    ich hoffe, du bist nicht zu sehr enttäuscht, wenn hier keiner antworten. Vielleicht findet sich ja noch jemand! :)

    Aber ich fürchte, dass die Liebhaber der Dunklen hier nicht so streng Buch führen. :oops:

    LG Johannes

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    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Imker-Jena
    Gast
    • 1. Februar 2014 um 08:47
    • #3

    Hallo Johannes,
    ob alle anderen so genau Buch führen weis ich auch nicht. Ich denke eher das es an meiner Herangehensweise zu dem Thema hängt warum niemand antwortet. Eine Frage wie z.B.: Hat jemand von Euch beobachtet das die Dunkle Biene meist früher aus der Brut geht als die Carnica?, wäre als Einstieg sinvoller gewesen. Mir geht es genau wie Euch Vorurteile über diese Biene zu beseitigen. Hierfür muß einiges sog. altes Wissen noch "entstaubt" werden. Mir ist das mit dem Brutzyklus auch deshalb wichtig, da ich bei meiner Dunklen aus Belgien damals festellte, das die gar nicht soviel in Ihrer Entwicklung hinterherhingen, sondern sich eben an den Standort, also dem Mikroklima anpaßten, also Diese Dunkle Biene(aus Belgien) anpassungsfähig war.

    Viele Grüße aus Jena

  • Johannes
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    • 1. Februar 2014 um 09:42
    • #4

    Hallo,

    das ist wirklich eine sehr interessante Beobachtung. Und du hast sicher recht! Viel "altes Wissen" sollte überarbeitet und einmal neu beleuchtet werden! Leider habe ich die reine Dunkle noch nicht ausreichend beobachten und beurteilen können. Aber ein paar alte Hasen werden sich schon finden und irgendwann auch mal antworten. :wink:

    LG Johannes

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  • Kai
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    • 3. Februar 2014 um 20:45
    • #5

    Hallo Imker-Jena,

    ich denke, der Brutzyklus ist eine kaum in ZAhlen darlegbare Eigenschaft. Außerdem hängt der Brutzylus von so vielen Dingen ab, wie Klimaregion, Kleinklima, Beute, Volksstärke, Futterangebot, Alter der Königin, etc. etc.

    Da dürfte es sehr schwierig sein, Ruttners Brutkurve (aus Österreich?) mit denen der eigenen Völker zu vergleichen. Genauso schwierig ist es, aussagekräftige Unterschiede innerhalb der Dunklen Biene ausfindig zu machen. Ich jedenfalls mit meinen gerade mal 20 Völkern kann keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Herkünften nachweisen, obwohl es die möglicherweise gibt.

    Beispiel: bei dem einen Braunelle-Volk, das ich hatte, ist mir ein sehr starker Bruttrieb, vor allem im Frühjahr aufgefallen. Aber dies ist sicher nicht aussagekräftig. Hängt es mit der guten Königin zusammen? Oder dem Beutentyp (hier: Trogbeute)? Oder ist es der Carnica-Einfluss?

    Insgesamt schwierig zu sagen. Was man wohl behaupten kann, ist, dass die Dunkle Biene grundsätzlich von NAtur aus zögerlicher brütet und ein kleineres Brutnest unterhält als Hochleistungsbienen wie heutige Carnicas und Buckfast.

    LG
    Kai

  • Johannes
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    • 3. Februar 2014 um 21:05
    • #6
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    ...
    Insgesamt schwierig zu sagen. Was man wohl behaupten kann, ist, dass die Dunkle Biene grundsätzlich von NAtur aus zögerlicher brütet und ein kleineres Brutnest unterhält als Hochleistungsbienen wie heutige Carnicas und Buckfast.

    LG
    Kai

    Hallo Kai,

    aber dennoch arbeitest du im Sommer doch zeitweise mit 2 Dadant-Bruträumen. (Wie auf der Webcam schon zu sehen war)
    Füllt das Brutnest diesen Platz aus oder ist da viel Honigreserve mit eingeplant?

    LG Johannes

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  • Kai
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    • 3. Februar 2014 um 21:09
    • #7

    Hallo,

    ja dies aber nur in Ausnahmefällen, z. B. hauptsächlich nach Vereinigung. Manchmal bleiben diese zwei Räume dann bis zum nächsten März. rut ist dann natürlich in beiden Räumen, verteilt auf ca. 16-18 Dadant-Waben. Dies ist dann aber nicht vom Brutzyklus abhängig. :wink:

    LG
    Kai

  • Imker-Jena
    Gast
    • 3. Februar 2014 um 22:18
    • #8

    Hallo Herr Engfer, hallo Johannes


    Geht die Dunkle denn früher aus der Brut als Ihre Carnica oder Landrasse? Ich habe das mit dem zögerlichen Brutbeginn damals auch beobachtet und desweiteren, das die Dunkle Belgische damals ähnlich Volksstark war wie meine Carnica. Übrigens waren meine Völker damals wie auch heute alle im gleichen Standmaß, mit gleichaltrigen Königinnen zusammen etc. , so daß ich denke man könnte Unterschiede statistisch schon erfassen. Bloß damals wurde genau mit diesen Kurvenaus The Dark Eurpean Honeybee argumentiert das die Carnica bei Frühtracht die bessere Biene ist, heute wird mit Verweis auf die gleichen Brutkurven bei meinen Imkerkollegen im Freundeskreis behauptet, dunkle Bienen brüten in den Sommermonaten stärker reduzieren Ihre Brut bei Trachtlücken nicht was eine Varroabehandlung ineffektiver mache, da weniger Milben erwischt werden. Ich halte das für Quatsch!, denn wenn die Dunkle Biene nämlich eine längere Winterpause als die Carnica macht, startet die Dunkle auch mit weniger als die Carnica :wink:
    LG Imker-Jena

  • Imker-Jena
    Gast
    • 3. Februar 2014 um 22:32
    • #9

    Anhang: Im letzten Satz von mir fehlt das Wort Milbe :oops:

    Selbst wenn die Behandlung bei Dunklen aufgrund des Brutzyklus ineffektiver wäre, vorausgesetzt Ruttners Kurven stimmen heute überhaupt noch, ist der Anfangsbefall im Frühjahr entscheidend, d.h. wie lange war das Volk im Winter aus der Brut! Ein Volk das im Winter durchbrütet ist ist eher gefährdet
    die Schadschwelle beim Milbenbefall zu erreichen als eines mit einen laangen Brutpause-oder? - und deshalb hoffe ich irgendwie doch das Ruttners Kurven noch heute stimmen, nämlich genau an diesem Punkt. :mrgreen: Ich würde hierzu gerne auch Eure Erfahrungen hier lesen.
    LG Imker-Jena

  • Kai
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    • 3. Februar 2014 um 23:05
    • #10

    HAllo,

    wir duzen uns hier im Forum, von daher: ich bin Kai. :P

    Deine Fragen vermag ich nur schwer zu beantworten, da ich mit CArnica leider kaum Erfahrung habe. Ich kann es immer nur vom Hörensagen vergleichen, und wundere mich häufig über Äußerungen, dass viele (Carnica-?--) Völker noch im November, Anfang Dezember oder gar schon wieder Anfang Februar in Brut seien. Dies halte ich bei meinen Dunklen Völkern zumindest hier an der Ostseeküste für fast völlig ausgeschlossen.

    Auch das Volk, welches ich gestern (kurz) untersuchte, ist mit Sicherheit nicht in Brut. Die Wintertraube war doch recht eng, dicht gedrängt, somit klein und klamm. Brut unvosrtellbar. GAnz anders mögen sich da Carnica- oder Buckfast-Fleischvölker verhalten. Hier sind derart viele Bienen im Volk, dass die Temperatur aufgrund einer größeren Aktivität fast von allein schon höher ist und zum Brüten reizt.

    Dies sind aber wie gesagt Vermutungen. Meine Dunklen verhalten sich dezeit jedenfalls absolut ruhig und klamm.

    Was die Milbe betrifft, so bin ich von folgendem überzeugt: JA, das Zeitfenster für einer Winterbehandlung ist größer. Nicht mehr. Die Dunkle Biene wird von der Varroa genauso geschädigt wie alle anderen Bienen Europas, wie ich 2010 mit einem Verlust von 50% aller Völker feststellen musste.

    LG
    KAi

    Foto: Totes Dunkles Volk, Ursache Varroa


    [attachment=0]totenfall2.jpg[/attachment]

    Bilder

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  • Imker-Jena
    Gast
    • 4. Februar 2014 um 07:26
    • #11

    Hallo Kai,
    meine Carnica waren in diesem Winter fast alle durchgängig in Brut. Hierdurch rechne ich mit einem Milbenjahr 2014. Ich erkenne dies daran, das ich in meinen Beuten den Bodenschieber wöchentlich gezogen habe und jedesmal geschrotete Brutdeckel fand. Diese Kontrollart mache ich nicht jedes Jahr so. Da aber der Herbstbefall 2013 bei einzelnen Völkern höher als gewöhnlich war, wollte ich den Winterverlauf im Auge behalten und habe bei allen das Gemüll kontrolliert. Ich denke ich werde anfang April bei den Durchbrütern den Großteil der Brut entnehmen und früh Ableger bilden. So das die Schadschwelle im Sommer erst gar nicht erreicht wird. Das mache ich schon lange so und habe dadurch selten Verluste und immer irgendwie einen gewissen Überschuß an Völkern. Ich könnte mir Vorstellen das in Jahren mit hohem Anfangsbefall ein zögerlicher Brutbeginn von Vorteil sein kann, wenn man noch relativ weinig abgearbeitete Bienen hat wäre bei Überschuß an MiniPlus oder Kieler Kästchen-Königinnen eine totale Brutentnahme anfang April gut. Man hat dann fast alle Milben aus den Wirtschaftvölkern raus!
    LG Imker-Jena

  • Imker-Jena
    Gast
    • 4. Februar 2014 um 21:16
    • #12

    Hallo Kai, liebes Forum
    schön das hier im Forum sich alle duzen :)
    Kai
    Mir ist noch etwas aufgefallen Kai, was zwar nicht direkt zum Thema Brutzyklus paßt, aber ich bin überrascht worden bei den 16-18 Brutwaben und klardie werden die nicht voll gemacht haben. :wink:

    Wieviel Dadant-Brutwaben stiften denn so die Herkünfte aus Norwegen/Schweden?

    Kommen die in der Saison mit einem Dadant aus, oder mußtest Du schon einmal mit einer Halbzarge erweitern ? Meine damaligen Belgierinnen war laut Gedächtnis ziemlich Volksstark.

    @alle
    Ich weis das die Ergebnisse über die Flekkefjord noch ausstehen. Trotzdem wäre es nett, wenn jemand Aufzeichnungen zu Nordbienen hat oder sich gut erinnert wieviel Brutwaben seine Königinnen bestiftet haben(max. Brutnestausdehnung) und hier postet.

    Danke!

  • Kai
    Administrator
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    • 5. Februar 2014 um 18:10
    • #13

    Hallo,

    ja, unter normalen Bedingungen kommen die Völker mit einer Dadant-Brutraumzarge aus. Ich verwende die Dadantbeuten von Bienenweber im quadratischen Außenmaß der Zarge mit 12 Dadantwaben. Das reicht allemal. Meistens sind von den 12 Waben ca. 9-10 Waben sehr gut mit Brut befüllt.

    LG
    Kai

  • Imker-Jena
    Gast
    • 5. Februar 2014 um 20:21
    • #14

    Hallo Kai,
    vielen Dank für diese Antwort. Starke Carnicavölker haben ca. 16 Waben Deutsch- Normalmaß (erzähl ich mal so, da Du den Vergleich nicht hast)
    also etwa 224 dm², auf Dein Dadantmaß umgerechnet ca. 220 dm² = 10 Dadantwaben. Also sind Carnica und Mellifera laut unser beider Erfahrungen etwa gleich Brutstark! 8)
    Kai, so fleischarm scheinen Deine Völker gar nicht zu sein, was mir auch bei Deinen Filmen immer wieder aufgefallen ist.

    Da ich ja an anderer Stelle schon gesagt habe, das ich hoffe das es mit den Königinnen-Bestellungen aus Norwegen hier übers Forum klappt, muß ich zugeben das bei mir die Aufregung steigt ein paar abzubekommen. Brutzyklus hin oder her. Wenn die Herkünfte aus Norge dann noch einigermaßen sanft sind also sich ohne Gummistiefel und Handschuhe beimkern lassen, sag ich nur bye,bye Carnica, willkommen Mellifera. :mrgreen:

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