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Systemmix am Stand

  • Ole86
  • 25. September 2016 um 12:53
  • Ole86
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    • 25. September 2016 um 12:53
    • #1

    Hi zusammen,

    in diesem Thema möchte ich gerne über die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Beutesystemen auf einem Stand diskutieren, wobei die Nachteile vermutlich überwiegen werden.

    Ich selber bin mit der "12er DN Beute n. Dr. Liebig" gestartet. Als Jungimker konnte ich die Vor- und Nachteile garnicht richtig einschätzen und vertraute erstmal meinem Gefühl. Da mir die Nachteile eines Warmbausystems nach und nach bewusst wurden, führte ich die "10er Liebig DN Kompaktbeute" ein. Diese gefällt mir nach wie vor sehr gut, hat allerdings auch ihre Nachteile und bedarf immer einer Modifikation. Außerdem müssen 10er-Systeme natürlich schneller erweitert werden, was wiederum Platz und Material kostet. Dafür habe ich selten den Fall, dass ein Teil der Zargen garnicht genutzt wird. Dieses Verhalten war mir bei den Warmbausystemen sehr oft aufgefallen, was der Hauptgrund für meinen Umstieg auf ein Kaltbausystem war.

    Später kamen noch Mini-Plus-Systeme dazu, die Honigräume mit Zanderrahmen erhalten. Ich habe jetzt also einen bunten Systemmix auf dem Stand, was mitunter zu gewissen Problemen führt. Langfristig möchte ich abgesehen von den M+, auf ein System zurückschwenken. Dieses werde ich nicht auf einen Schlag umsetzen, aber ich muss mich langsam wenigstens für ein System entscheiden. Da ich jetzt allerdings die Vor- und Nachteile beider Systeme kenne, fällt mir die Entscheidung noch schwerer und noch ein weiteres System zu testen, halte ich auch nicht mehr für sinnvoll.

    Wie sieht es bei Euch aus? Lebt ihr auch mit unterschiedlichen Systemen oder ist dieses für euch ein "No-Go"? Verschiedene Systeme bieten natürlich auch Abwechslung und Freude :D

    Beste Grüße, Ole!

  • Johannes
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    • 25. September 2016 um 15:45
    • #2

    Hallo Ole,

    da spricht du ein wichtiges und schwieriges Thema an. Der Großteil der Imker würde wohl sagen, dass man nur ein System haben sollte. Damit haben sie nicht ganz Unrecht und für den Großteil der Imker wird das auch tatsächlich das Beste sein!

    Ich sehe das deutlich lockerer, da ich ja selbst mit 5 Beutensystemen und 7 Rähmchenmaßen arbeite. ... Und das ohne Probleme! :P

    Wichtig sind eigentlich nur 2 Dinge:
    Ist genug Platz da, um die verschiedenen Teile geordnet zu lagern?
    Wie viele Völker will man pro System haben?

    Wenn die Platzfrage geklärt ist, ist mir noch wichtig, dass ich ausreichend Völker pro System habe. Denn nur so bleibt man variabel. Es sind quasi mehrere kleinere Imkereien in einer größeren. Für mich ganz persönlich ergeben sich daraus interessante Beobachtungen und nette Abwechslung. :lol: "Betriebswirtschaftlich" ist das natürlich ein Albtraum!

    Auch muss ich sagen, dass mit zunehmender Erfahrung die parallele Arbeit mit verschiedenen Systemen immer leichter und spaßiger wird.

    Letztlich ist es eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich treffen muss. Man sollte bei der Überlegung aber auch bedenken, dass mehrere Systeme teurer sind, als die gleiche Völkerzahl mit nur einem System. Man braucht schließlich einiges doppelt und dreifach.

    Bei mir war es so, dass ich mit der Normbeute und DN aufgewachsen bin. Irgendwann kam die erste Heroldbeute mit Zanderrähmchen dazu und dann nahm die Sache ihren Lauf. ... Gleich von Beginn an mit 2-3 Systemen zu starten, halte auch ich für schwer.


    Ich konnte dir wahrscheinlich nicht wirklich helfen, aber das sind meine Gedanken zu dem Thema.

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

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  • Rene
    Gast
    • 25. September 2016 um 16:49
    • #3

    Hallo.

    Ich mache diesen Prozess auch gerade durch.
    Ich denke mal, das Platzproblem ist das akuteste. Alles andere ist doch sehr spannend. Wieviel verschiedene Maße geht dann zusätzlich ins Geld.
    Dennoch, wenn ich sehe wie du Johannes oder Kai verschiedene Dinge ausprobierst (Bsp. Körbe oder das Fass), ist doch sehr interessant.
    Ich suche auch noch ein abgelegenes Pachtgrundstück. Dann kann ich entspannter agieren. Hat ja auch seine Vorteile wenn man etwas umstellen kann
    Und auf diese Weise will ich dann auch bissl sortieren. Meine Styrodurbeuten haben ja ihre Vorteile, aber eben auch Nachteile. Darum will ich langfristig davon wieder weg.
    Testen möchte ich für mich noch die Styroporbeuten, Mini Plus und wenn es sich ergibt noch eine Einraumbeute. Aber generell bleibe ich bei DNM, denke ich bis jetzt...
    L.G.

  • Ole86
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    • 25. September 2016 um 19:29
    • #4

    Hi ihr beiden,

    danke für die Stellungnahmen...

    Ich sehe das Ganze jetzt auch nicht wirklich als Problem an, allerdings schränkt es einen natürlich ein. Als Hobbyimker kann man das wohl auch eher verschmerzen und kann sich natürlich an der Bandbreite erfreuen. Es lässt sich halt nicht beliebig kombinieren.

    Das von Rene angesprochene Platzproblem habe ich natürlich auch. Stoße hier vor ort ein wenig an meine Grenzen und hatte auch bereits über ein Pachtgrundstück nachgedacht. Ich bin allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Bienen hier am Haus haben möchte und mich lieber in der Anzahl der Völker einschränke. Habe mir jetzt ersteinmal zwanzig Völker als Höchstgrenze gesetzt.

    Grundsätzlich fährt man aber wohl mit einem wenigstens kombinierbaren System besser. LG, Ole!

  • Johannes
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    • 25. September 2016 um 20:06
    • #5

    Hallo Ole,

    ich würde jetzt mal behaupten, dass eine Kippkontrolle beim Warmbau etwas ungünstiger ist. Deshalb würde ich in das Kaltbausystem investieren und das andere einfach laufen lassen.

    Was meinst du?

    LG Johannes

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  • Herbert
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    • 26. September 2016 um 10:20
    • #6

    Hallo Ole,
    wie Du vielleicht weisst,arbeite ich in der Segeberger Beute,kann die Zargen beliebig umdrehen
    in Kalt-oder Warmbau,ein anderes System kommt für mich eigentlich nicht in Frage.
    Auch ich bevorzuge aus mehren Gründen den Kaltbau.

    Hatte vor einiger Zeit mit der Korbimkerei geliebäugelt,aber bei meinem Volltimejob
    und an die 30 Völker muss ich wohl warten bis ich in Rente bin.
    Allerdings möchte ich verschiedene Bienenrassen erleben und mich daran erfreuen. :P

    LG Herbert

  • Rene
    Gast
    • 26. September 2016 um 15:53
    • #7

    Hallo Herbert,
    Ich stelle mal eine durchaus ernstgemeinte Frage.
    Auch beim Kaltbau sehe ich bei vielen gut besetzten Waben doch nur unten die Unterleisten und die ersten cm der Wabe, also dann ggf unten Weiselzellen. Mehr ist doch auch nicht zu erkennen oder? Jetzt bin ich versucht das selbst rauszubekommen... weil ich bisher ehr Warmbau habe.
    Die Frage schnell einen Überblick zu bekommen ohne das Volk auseinanderzunehmen ist doch der Hauptgrund für den Kaltbau.
    Ansonsten habe ich im Forum ja gelesen, dass es den Bienen selbst nicht so wichtig scheint und auch je nach örtlicher Gegebenheit verschieden gebaut wird in der Natur....
    Oder übersehe ich da etwas Wichtiges?
    L.G. Rene

  • Kai
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    • 26. September 2016 um 16:33
    • #8

    Hallo Ole,

    danke für Deine interessante Frage, ein interessantes Thema.

    Ich fing mit DN-Melporitbeuten an, kam über die Segeberger dann zu Styropor-Langstroth-Beuten und landete dann zunächst bei Holz-Langstroth und machte irgendwann einen kompletten Systemwechsel zu Dadant-Holz 12 Waben US.

    Und nach vielen Jahren kommt 2016 ein abermaliger Systemwechsel hin zu DN Segeberger, also zurück zum "Altbewährten". Verschiedene Systeme parallel kann man natürlich fahren, es ist aber ein Frage des Geldbeutels, der Platzes und vor allem auch der Zeit. Ich würde letztendlich ein System empfehlen.

    Die Entscheidung fällt natürlich gerade Jungimkern nicht leicht. Sie lassen sich m. E. zu sehr von dem Internet und der Werbung verlocken, schauen aber zu wenig auf die Beuten in ihrem lokalen Verein, in der direkten Umgebung. Hier sollte deutlich mehr drauf geachtet werden. Wenn 90% aller Imker Segeberger haben, hat das schon seinen guten Grund. In anderen Gegenden möge die die Zander-Holzbeute betreffen. Oder gar das Dadant-System (obwohl ich glaube, dass dieses System im Internet verbreiteter ist als in der Realität).

    Ich würde mich also von folgenden Dingen bei meiner Wahl heute leiten lassen:

    In welchem System wird hier größtenteils geimkert?
    Will ich eher intensive Betriebsweise (= Dadant) oder extensiv arbeiten (=flachere Zargen)?
    Will ich wandern? Wann fällt meine Tracht?
    In welchem Rähmchenmaß will ich arbeiten?

    Zu letzterem muss ich anfügen, dass DN in Holzbeuten für unser Klima ungünstig ist. Die maximale Brutausdehnung kann wegen der kalten Wände hier nicht erreicht werden. Hier also nur Styropor!

    Zur Frage Kalt- oder Warmbau: die Weltimkerei arbeitet mit normalen Langstroth-Zargen im Kaltbau. Und zwar praktisch unisono. Man kann hinter den Beuten stehend alle Wabengassen vor sich sehen und die Zargen kippen, um das Volk auch von unten in einem Blick zu beurteilen. Außerdem wird das Brutnest im Frühjahr bei Kaltbau und starken Völkern symmetrisch aufgebaut und wächst von unten nach oben; im Querbau wäre die Bewegung eher von vorne nach hinten. Nein, Magazinimkerei hat nur in Verbindung mit Kaltbau seine volle Effizienz.

    LG
    Kai

  • Rene
    Gast
    • 26. September 2016 um 16:40
    • #9

    Kurz und knapp, Dankeschön für das Statement! :D

  • Kai
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    • 26. September 2016 um 16:41
    • #10

    Nachtrag: Ich habe mich aus folgenden Gründen für die Segeberger entschieden:

    Gewicht (vor allem!)
    Wärmehaltigkeit
    Unverrottbarkeit
    und auch: nach meiner Ansicht kommt die Segeberger Beute dem hohlen Baum am nächsten: ein vertikaler Raum, die Waben nicht zu groß, sondern bienengenehm, beste Isolierung wie im Baum.

    Die Rähmchenhöhe der Rähmchen im Brutraum ist für das Magazin nicht entscheidend. Die Höhe des Brutraums im Magazin wird nicht von der Rähmchenhöhe bestimmt, sondern der Anzahl der Brutzargen. Der Trend zu einem einzigen Brutraum widerspricht der Schichtenbeweglichkeit des Magazines und wird m. E. nicht lange anhalten.

    LG
    Kai

  • Herbert
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    • 26. September 2016 um 16:58
    • #11

    Moin Rene,

    Zitat von Rene

    Die Frage schnell einen Überblick zu bekommen ohne das Volk auseinanderzunehmen ist doch der Hauptgrund für den Kaltbau.

    deine Frage hat Kai bestens beantwortet.

    LG Herbert

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