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Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

  • Kai
  • 19. Oktober 2017 um 06:35
  • Kai
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    • 19. Oktober 2017 um 06:35
    • #1

    "Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab, berichten Wissenschaftler. Die Analyse bestätigt Ergebnisse, die bereits im Sommer vorgestellt wurden. ..."

    Mehr auf: http://www.heute.de/neue-analyse-d…d-48159046.html

    LG
    Kai

  • Ape
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    • 19. Oktober 2017 um 06:56
    • #2

    Hallo Kai,

    danke für den Link. Dann kann man ja grob festhalten, dass durch die erhöhten Temperaturen der letzten Jahre die Abnahme der Insektenmasse verlangsamt wurde...sonst wäre es wohl noch schneller gegangen...ei jei jei, Spaß beiseite...erschreckende Zahlen! Ein Schwund war mir klar, aber fast 3/4... :shock: Jedoch gibt es keine klare Ursache, nur Vermutungen. Und Schutzzonen sind eben "Schutz"-Zonen, das Leben gedeiht, außerhalb ist „Insektenwüste“. Hm...bedenklich.

    Den Grundtenor der Forderung weiterer Untersuchungen halte ich für richtig. Eine Ursache muss gefunden werden, nicht pauschale Äußerungen.
    Klar, Pestizide und zu intensive landwirtschaftliche Nutzung zerstören die Biodiversität unserer Landschaften, da bin ich vollster Überzeugung. Wobei man nicht vergessen darf, dass viele Landstriche in Deutschland vom Menschen gemachte Kulturlandschaften sind. Keine ursprünglichen Gebiete! Fakt ist, so wie wir jetzt Nahrung erzeugen…das kann nur im Kollaps enden. Leider habe ich keine schicke(s) Idee/Konzept wie man das anders machen kann, sonst hätte ich schon längst den Nobelpreis und würde irgendwo in einer ruhigen Ecke der Welt meinen Cocktail schlürfen. Natürlich, mit meinen Bienen :wink:

    LG
    Steve

  • Kai
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    • 19. Oktober 2017 um 07:31
    • #3

    HAllo,

    ja, eine bittere Entwicklung. Aber nicht verwunderlich, denn wir führen mit vielen Waffen Krieg gegen die Insekten:

    • Pestizide
    • Lebensraumzerstörung
    • Entzug der Nahrungsmittel (Wildpflanzen)
    • Elektromagnetismus
    • Straßen- und Stadtbeleuchtung
    • Straßenbau und -verkehr

    Lässt sich diese Entwicklung aufhalten? Ich glaube nicht daran.

    LG
    Kai

  • Richthofen
    Gast
    • 19. Oktober 2017 um 08:27
    • #4
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    Lässt sich diese Entwicklung aufhalten? Ich glaube nicht daran.

    LG
    Kai

    Hallo Zusammen
    Konsterniert muss ich da zustimmen - es sieht schlecht für unsere Zukunft aus .
    Weil :
    Die Masse an Menschen andere unmittelbare Probleme hat .
    Eine Masse an Menschen das gar nicht interessiert .
    Eine Masse an Menschen momentan voll profitiert .
    Die wenigen - wie wir - die sich der Problematik bewusst werden gleichzeitig täglich massiv unökologische Handlungen begehen oder dazu beitragen .

    Die Masse an Menschen weltweit ist grundsätzlich ökologisch nicht vertretbar - da gibt es nie Einklang, Nachhaltigkeit etc.
    Selbst Punktuell ist das meist bloss eine Show um Profit daraus zu ziehen um anderswo wieder zu sündigen . Das kotzt mich ehrlich gesagt am meisten an, dieses scheinheilige weltverbesserliche Getue , Selbstbefriedigung eben .
    Das Ding läuft .

    Gruss Markus

  • Ape
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    • 19. Oktober 2017 um 14:08
    • #5

    Hallo Markus,

    wohl war. Die Mehrheit interessiert sich einfach nicht für solche Belange. "Was sind schon ein paar Insekten? Und überhaupt, so etwas gibt es? Insektensterben? Nie gehört“.

    Zitat von dir: „Die wenigen - wie wir - die sich der Problematik bewusst werden gleichzeitig täglich massiv unökologische Handlungen begehen oder dazu beitragen.“

    Ja, auch das ist richtig. Wir begehen trotz des Wissens unökologische Handlungen. Wieso? Weil wir dazu gezwungen sind. Keiner Lebt im Wald wie vor 1000 Jahren. Jeder passt sich der Gesellschaft/Umwelt an. Nutzt die Bequemlichkeiten der Neuzeit. Und selbst mit den idealsten Vorstellungen und Handlungen, wird man, immer wieder unökologisches Verhalten an den Tag legen. Nicht weil man es bewusst macht, sondern weil man eben nicht mehr drum herum kommt. Schrecklich, aber so ist es. Von daher muss ich Kai leider auch, wehmütig, zustimmen. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen, wenn es realistisch erscheint.

    Grüße

  • Kai
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    • 19. Oktober 2017 um 14:22
    • #6

    Jo, ich gehe sogar noch weiter zu behaupten:

    Die Gesellschaft (= wir) fördert und strebt die derzeitigen Verhältnisse in Landwirtschaft, Natur und Ökonomie an, die zu dem Verlust der Biomasse führen. Sie (=wir) profitiert von der größtmöglichen persönlichen Freiheit und der individuellen Chance zur Selbstverwirklichung, praktisch zum Nulltarif. Da darüber hinaus unsere Gesellschaft mittlerweile extrem ausdifferenziert und singularisiert ist, wird es in solch wichtigen ökologischen Fragen keine einheitliche Meinung geben. Schon gar kein "Ziehen am selben Strang".

    Alles gegenteilige würde ich als Lebenstraum bezeichnen. Die Welt funktioniert aber so nicht. Erst recht nicht in Bezug auf solch komplexe Zusammenhänge wie dem Verlust von Biomasse und Arten.

    LG
    Kai

  • Richthofen
    Gast
    • 19. Oktober 2017 um 16:46
    • #7

    Ob all dem Elend - nicht vergessen
    Wir leben ja noch auf der Sonnenseite , deshalb wollen ja alle zu uns :oops: .......
    Schon mehrmals ist es mir in Zürich auf der Limmatbrücke und letzthin am Rheinfall passiert , da fragte mich eine Asiate :
    " ÄXUALI , KÄNYOU DRINK THÄT WOTTER , LUCKING FERI KLIIN ? " --- Yes of course , why not ? :lol:
    "ÄND ; KÄNYOU EAT OL THE FISCH WI SEE ? --- :idea::idea::idea::idea::D

    Gruss Markus

  • Herbert
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    • 20. Oktober 2017 um 09:28
    • #8

    Hallo zusammen,
    das wird ein Riesenproblem und fängt in den Kleingärten an, im Herbst möglichst viel Laub weg zuharken anstelle etwas zum überwintern
    von Kleingetier liegen zulassen, Stauden jetzt runterschneiden weil es nicht gut aussieht und somit Insekten die kleinen Überwinterungs-
    Möglichkeiten zu nehmen.
    Aber wie ihr schon sagt ,keiner fühlt sich verantwortlich ,und schiebt auf den Nächsten.

    LG Herbert

  • Kai
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    • 20. Oktober 2017 um 17:06
    • #9

    HAllo,

    ja, es fängt bei kleinen Dingen an und hört bei der "ganz großen Politik" auf. Hinzu kommt, dass nicht immer alles nachprüfbar und messbar ist, zumindest nicht für den kleinen Mann. Aber manche Dinge fallen halt auf: die weniger werdenden Rauchschwalben. Die seltener gewordenen Stare. Die wenigen Fliegen auf der Motorhaube.

    Da frage ich mich: was hat die "Öko-Welle" der letzten 30 Jahre gebracht? Ich erinnere mich noch gut an den BUND und andere "grüne Organisationen", die ja scheinbar erfolgreich für "Mehr Natur in Dorf und Stadt" eintraten. Habe da ja selber in meinem Zivildienst mitgearbeitet. Und trotzdem solch ein Insektenschwund?

    Wer kennt die Ursachen, den Zustand und die Lösung?

    LG
    Kai

  • Didi
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    • 20. Oktober 2017 um 17:28
    • #10

    Moin Kai,
    Monokulturen, PSM, Herbizide, Flächenversiegelung. Der Trend ist doch schon seit den späten 70ern zu sehen. Wie du schon angemerkt hast mußte man früher jeden 2.-3. Tag an die Tankstelle um Windschutzscheibe und Nummernschild mit einem Spezialmittel zu reinigen. Das ließ Ende der 70er nach, gleichzeitig verschwanden Rebhuhn, Kibitz, Fasan und etliche Vögel. In letzter Zeit hat dieses Phänomen an Geschwindigkeit zugenommen. Wir können immer nur kleine Inseln anlegen um wenigstens ein paar Arten etwas Lebensraum zu bieten. Um das Ganze zu ändern muß ein umdenken bei den Bürgern einsetzen, denn nur durch zur Schau gestelltem Bürgerwillen kann Politik und Landwirtschaft zum umdenken gebracht werden. Wenn schon eine Bundesbehörde gegen ihren Auftrag wissentlich verstößt und man hört keinen Aufschrei im Land, wie soll sich da was ändern? Durch die Grünen?????? Seitdem sie "Regierungsverantwortung" übernommen haben sind sie wohl eher zu Erfüllungsgehilfen des Kapitals geworden. BUND? Ich bin aktives Mitglied in dem Verein und kann nur sagen das viel getan wird, nur die Schlachtfelder sind so groß und die Unterstützung so klein, manchmal könnte man das Handtuch werfen. Wir hier in der Ortsgruppe machen schon viel im Kleinen in Kitas, Schulen und auf Veranstaltungen, Kinder kannst du begeistern aber das Interesse der Erwachsenen hält sich in engen Grenzen.
    LG Dieter

  • Richthofen
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    • 20. Oktober 2017 um 20:53
    • #11

    Der grösste Killer war die Landreform in der die kleinen Parzellen mit Blühstreifen dazwischen zu Grossen zusammengelegt wurden .
    Dann wurde in den 70und 80ern das Fällen von Hochstamm-bäumen subventioniert - heute wird es wieder gefördert ......()
    Dann natürlich die Chemie und unsere Faulheit für alles eine energiezehrende Maschine zu betreiben und gleichzeitig ein Heer von Arbeitslosen zu unterhalten .
    Das wissen wir doch alle und können es nicht mehr umkehren ...

    Geruss Markus

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    • 23. Oktober 2017 um 06:53
    • #12

    Guten Morgen zusammen,

    es gibt auch den Versuch der Gegensteuerung. Nicht erst seit heute, sondern schon Länger. Auf die vielen verschiedenen Vereine, Vereinigungen, amtlichen Institutionen möchte ich nicht näher eingehen, das würde den Rahmen sprengen. Jedoch Respekt und viel Kraft an Alle, die aktiv mitarbeiten.
    Es scheint nicht Allen egal zu sein, jedoch beschränkt sich das m.M.n. viel auf Interessengruppen wie Ethnologen, Imker, Naturfreunde, Bevorteilte, etc. ...Dazu vielleicht auch ein neues Video, was in meinen Abo's hochgebloppt ist: https://www.youtube.com/watch?v=FzR9ogAz9J8. Viele Aussagen spiegeln das wieder, was wir hier schon diskutiert haben. Einfach mal bis zum Ende anschauen. Und das ist nur ein Beispiel unter Vielen. Sei es auch das Handeln eines jeden Einzelnen. Es fängt im Kleinen an. Unser täglich Handeln, da ist der Ausgangspunkt.

    Die Frage die sich mir aber auch immer wieder stellt ist, können wir aktiv und vor allem, dass ist ja das Wichtigste, etwas nachhaltiges bewirken? Ich habe bei der destruktiven Natur des Wesens Mensch manchmal meine Bedenken…

    *nachdenkliche* Grüße
    Steve

  • Kai
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    • 23. Oktober 2017 um 12:00
    • #13
    Zitat von Ape


    Ich habe bei der destruktiven Natur des Wesens Mensch manchmal meine Bedenken…

    *nachdenkliche* Grüße
    Steve

    Ich auch. Die Erfahrung zeigt ja: der Mensch in seiner Gesamtheit ist erstmal auf das eigene Fortkommen ausgerichtet. Der positive Einsatz einzelner weniger ist äußerst löblich, in seiner Wirkung aber ein Wassertropfen auf einen glühenden Vulkan.

    LG
    Kai

  • Ape
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    • 24. Oktober 2017 um 07:37
    • #14
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    Ich auch. Die Erfahrung zeigt ja: der Mensch in seiner Gesamtheit ist erstmal auf das eigene Fortkommen ausgerichtet. Der positive Einsatz einzelner weniger ist äußerst löblich, in seiner Wirkung aber ein Wassertropfen auf einen glühenden Vulkan.

    LG
    Kai

    Ja Kai, leider ist das so...


    Hier für alle Interessenten noch der Link zum Originalartikel der Studie http://journals.plos.org/plosone/articl…al.pone.0185809.

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