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1. Treffen der "IG Dunkle Biene Süd" am 11.02.

  • Forggensee
  • 16. November 2010 um 17:04
  • Forggensee
    Gast
    • 16. November 2010 um 17:04
    • #1

    Liebe Freunde der dunklen Biene,

    als vor ein paar Monaten der Entschluss fiel, die süddeutschen Imker und Interessierten der dunklen Biene an einen Tisch zu bekommen wusste ich nicht ob sich hieraus etwas entwicken würde. Mittlerweile habe ich einige Zuschriften aus verschiedenen Regionen erhalten die hier starkes Interesse bekundet haben.

    Umsomehr freut es mich dass Hr. Sutter aus der Schweiz sein Kommen angekündigt hat. Er ist ein ausgesprochener Freund der Dunklen Biene, Leiter von Zuchtgruppe und A-Belegstelle Säntis (Nordostschweiz) und Vertreter der Rassenzuchtorganisation (mellifera.ch) im Bundeskompetenzzentrum "apisuisse". Ich denke hier haben wir einen absoluten Kenner der Mellifera an unserem Tisch und den Grundstein zur Knöpfung von Kontakten allererster Güte gelegt.

    Um die Planung einer eventuell längeren Anreise zu erleichtern habe ich mich auf ein Datum und den Ort festgelegt:

    Datum: Freitag, 11.02.2011
    Uhrzeit: 19 Uhr
    Ort: Imkerverein-Lochhausen, in der "Waldwirtschaft Bienenheim"

    (nebenbei kann man in der Wirtschaft auch ganz ausgezeichnet essen)

    Ich werde einen Tisch im Nebenraum reservieren (ggf den ganzen Nebenraum, je nach Anmeldungen). Unser Verein liegt verkehrsgünstig nahe dem Autobahnkreuz München-West (A8/A99), eine Anfahrtsbeschreibung findet Ihr hier: http://www.imkerverein-lochhausen.de/anfahrt.

    Ich habe unser Treffen nach dem Vorbild im Norden nun "IG Dunkle Biene Süd" genannt. Angesprochen sollen sich nicht nur die deutschen, sondern ausdrücklich auch die schweizer und österreichischen Kollegen und jeder andere interessierte Imker, ich werde hier in den einschlägigen Foren die Werbetrommel rühren.

    Ich freue mich sehr auf Euer kommen und bitte um Anmeldung unter "vorstand AT imkerverein-lochhausen.de" oder per PN.

    viele Grüße
    Thomas

  • Forggensee
    Gast
    • 30. November 2010 um 12:11
    • #2

    @Jaimee : Danke erstmal für die Blumen :)

    Obwohl noch weit über zwei Monate bis zu unserem Treffen trudeln jede Woche neue Anmeldungen ein. Mittlerweile haben wir die Zusagen von Imkern aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz. Da es schon Anfragen zu Übernachtungen gab: Zu empfehlen ist das http://www.hotel-gruenwald.de/ in Aubing, mit dem Auto ca. 5 Minuten bis zur Wirtschaft. Bei weiteren Fragen und Anmeldungen einfach PN an mich.

  • Forggensee
    Gast
    • 18. Januar 2011 um 10:55
    • #3

    Kleines Update:

    Wir haben mittlerweile ca. 20 Teilnehmerzusagen.

    Hr Sutter aus der Schweiz wird einen Vortrag über die Zucht in Säntis halten die auf sehr hohem Niveau mit Prüfständen und maskiertem "Ringtausch" von Königinnen (sehr ähnlich der Arbeitsgruppe Toleranzzucht AGT in Deuschland), mit Begattung auf
    Gebirgsbelegstellen (6 A-Belegstellen und 25 B-Belegstellen) und auch mit künstlicher Besamung stattfindet.

    Ausserdem erwarten wir einen Teilnehmer des neu gegründeten Vereins "Austrian Mellifera Züchter" kurz AMZ, der über die Verhältnisse der Belegstelle in Salzburg referieren wird.

    Anschliessend offene Diskussion und Erfahrungsaustausch bis tief in die Nacht bei leckerem Bier ;)

  • Forggensee
    Gast
    • 9. Februar 2011 um 19:43
    • #4

    Liebe Freunde der dunklen Biene,

    ein paar Tage vor unserem Treffen möchte ich kurz letzte Neuigkeiten kundtun:

    Wir haben derzeit 30 Anmeldungen aus Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz.

    Hr Sutter aus der Schweiz wird einen Vortrag über die Zucht in Säntis halten, ebenso ist eine Delegation des neu gegründeten Vereins "Austrian Mellifera Züchter" (kurz AMZ) vor Ort, die Einblicke in die Zucht und die Arbeit auf der Belegstelle Salzburg geben werden.

    Wir freuen uns über das überwältigende Interesse und werden einen Nachbericht schreiben.

    viele Grüße aus München
    Thomas Petermann

  • Bschein
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    • 17. Februar 2011 um 10:03
    • #5

    Hallo miteinander,

    mittlerweile war das Treffen ja - ich war auch dort - und es war wirklich eine sehr gute Veranstaltung. Danke von meiner Seite aus an die Organisatoren!

    Auf http://dunklebiene.wordpress.com/ wird auch noch ein Nachbericht angekündigt. Eine sehr gute Sache für all diejenigen, die nicht dort sein konnten.

    An die die dort waren nun noch eine Frage zum Thema Belegstelle:
    Wohin tendiert ihr - Schüttachgraben, Säntis oder beides?

    Wie auch immer, ich fände es sehr gut, wenn wir entsprechende Fahrgemeinschaften organisieren könnten.

    Servus
    Philipp

  • Forggensee
    Gast
    • 28. Februar 2011 um 09:54
    • #6

    Liebe Freunde,

    mein Bericht ist fertig, allerdings möchte ich diesen beim Imkerfreund als Fachartikel einreichen. Wird der Artikel angenommen, verliere ich das Copyright und darf diesen selber nicht mehr veröffentlichen.

    Ich möchte auf die Entscheidung der Redaktion warten und dann evtl einen abgeänderten Bericht hier einstelle.

    viele Grüße
    Thomas

  • Forggensee
    Gast
    • 6. Mai 2011 um 14:03
    • #7

    Liebe Freunde der dunklen Biene, hier ein verspäteter aber dennoch sicherlich interessanter Nachbericht von unserem Treffen:


    Interessiert man sich für unsere ursprünglich heimische Biene Apis mellifera mellifera (A.m.m.) stösst man hierzulande schnell an seine Grenzen. Im Jahr der Bioversidität 2010 beschloss ich mich mit dieser Biene näher zu beschäftigen. Nicht nur, dass diese unsere ursprünglich heimische Biene ist, auch die „dunkle“ Geschichte der Verdrängungszucht und das teils pechschwarze Aussehen des Stammes „Nigra“ zogen mich in ihren Bann. Natürlich wusste ich dass diese Biene ein gemeiner Stecher ist und kaum Honig gibt. Ausserdem gibt es keine „reine“ A.m.m., mehr, höchstens ein paar vereinzelte Hybriden mit ein paar Genen der Dunklen. Eine Biene also höchstens für Spinner oder Wissenschaftler, so bestätigten es mir die meisten Imkerkollegen.


    Tatsächlich?

    Über die einschlägigen Imkerforen fand ich einige Halter der dunklen Biene und ich beschloss diese zu kontaktieren. Ich konnte nicht glauben dass jemand
    freiwillig mit so einer schlechten Biene imkert. Die Antworten wiederum überraschten mich: Kaum einer dieser Imker wusste über vermehrte Stechlust zu berichten, auch über den Honigertrag wurde nicht geklagt. Freilich – nicht so hoch wie bei unseren hochgezüchteten Carnica oder Buckfastarten, aber immerhin zufriedenstellend.

    Die meisten Halter waren aber weder vernetzt, noch wussten Sie zuverlässig über den genetischen Zustand Ihrer Bienen bescheid. Braunelle, Nigra, Nordische, Belgische, Dunkle aus Polen und Russland – alles war vertreten, doch an zuverlässige Reinzucht war hier nicht zu denken.

    Somit entschieden wir uns, zwei der renommiertesten Zuchtvereinigungen zu einem Vortrag nach München einzuladen: Zum einen aus Österreich die „Zuchtgruppe Salzburger Alpenland“, vertreten durch Hr. Unterrainer und Zuchtobmann Hr. Reiter, zum anderen aus der Schweiz Hr. Florian Sutter, Leiter der Zuchtgruppe „Mellifera“ und Leiter der A-Belegstation Säntis (Nordostschweiz). Die Resonanz unter den Imkern war grossartig und so drängelten sich im Februar schliesslich 35 Personen im Nebenraum unserer Vereinsgaststätte des Imkervereins München-Lochhausen als die österreichischen Kollegen mit Ihrem Vortrag begannen:


    Die „Zuchtgruppe Salzburger Alpenland“ züchtet seit 1957 eine Population der „Nigra Salzburger Alpenland“ auf ihrer Gebirgsbelegstelle in einem engen Talkessel in ca. 1100 m Seehöhe, umgeben von über 2300m hohen schroffen, Loferer Steinbergen. Die Anerkennung als Landesbelegstelle wurde 1972 erreicht womit ein gesetzlicher Schutz mit einem Radius von 4 km gewährleistet wurde.

    Aber wie rein ist diese hier gepflegte Rasse noch?

    Aufschluss gibt die 2010 veröffentlichte Diplomarbeit von Frau Martina Siller an der Univ. für Bodenkultur in Wien mit folgendem Ergebnis:
    45 Prozent der untersuchten Völker entsprechen den Beschreibungen der Dunklen Biene in Österreich von GOETZE (1964) und rund 40 % der untersuchten Proben weisen einen Melliferaanteil von 95 bis 99,8 Prozent auf. Ziel der Zuchtgruppen ist es 2010 aus diesen DNA-geprüften Bestand die besten Völker für die Zucht auszuwählen und damit den Hybridanteil zu elliminieren. Das heisst: Es gibt noch reine, zuchtwürdige Apis Mellifera Mellifera Bestände in Österreich !

    Gerade für bayrische Imker in der Nähe besteht eine hervorragende Möglichkeit einwandfreies Zuchtmaterial zu erhalten und Nachzuchtköniginnen über die Belegstelle begatten zu lassen. Auffahrtermine und –Bedingungen können unter http://www.mellifera.at eingesehen werden.

    „Die Belegstellenvölker weisen laut DNA eine Reinheit bis zu 99 % auf. Die Standbegattungen haben ab der ersten Generation starken CA-Anteil und ab F2 zum Teil über 80 Prozent Fremdeinschlag.“ , so Frau Siller in Ihrer Diplomarbeit. Jedem Halter sei es also ans Herz gelegt seine dunklen Königinnen auf der Belegstelle begatten zu lassen, da sich die Eigenschaften bei Hybriden rassenunabhängig deutlich verschlechtern können.

    Stolz ist Hr. Reiter auch auf den neuen Verein „Austrian Mellifera Züchter“. Mit diesem Zusammenschluss wird die Zuchtarbeit auf eine solide rechtliche und fachliche Basis gestellt mit der auch an verschiedenen Förderungsprogrammen und an der Bienendatenbank Beebreed.eu teilgenommen werden kann.
    „Alle Züchter und Zuchtgruppen der Dunklen Biene im besonderen aus Österreich und dem bayrischen Raum sind herzlich zur Mitgliedschaft und Mitarbeit eingeladen“, so Hr Unterreiner, was auf regen Zuspruch unter den anwesenden Imkern stiess.


    Die Schweizer Kollegen um Hr. Florian Sutter gehen noch einen Schritt weiter. Seit 1993 organisiert im „Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde“ (mellifera.ch) fördert der Verein mit mittlerweile fast 350 Mitgliedern die Zucht wie auch den Schutz der Dunklen Biene. Zu diesem Zweck unterhält er eines der modernsten Zuchtprogramme Europas, gekoppelt mit dem Aufbau von Schutzgebieten. Dieses ähnelt dem Aufwand der deutschen „AG Toleranzzucht“, die sich zum Ziel, leistungsfähige Honigbienen mit hoher Widerstandskraft gegen die Varroose zu züchten, zusammengeschlossen haben. Auch hier konnte durch umfangreiche DNA-Analyse nachgewiesen werden, dass es noch reichlich reine A.m.m. – Bestände in der Schweiz gibt, insbesondere im schweizer Mellifera-Schutzgebiet.

    "Wir setzen ausschliesslich auf DNA-Analyse“, so Hr. Sutter, „da bei Hybriden unter gewissen Umständen die Rassebstimmung mittels Cubitalindes ungenau ist“.
    In einem aufwändigen Zucht- und Prüfverfahren werden dann jeweils 12 Schwesterköniginnen auf die verschiedenen Prüfstände im Land verteilt um eine optimale Vergleichbarkeit zu erhalten. Gleichzeitig können so Unterschiede durch unterschiedliche Standortverhältnisse und Imker korrigiert werden. Nur die besten 20% der geprüften Königinnen werden für die Weiterzucht zugelassen und wieder dem Prüfkreislauf zugeführt (Ringzucht). Dies gewährleistet einen relativ hohen Selektionserfolg.

    "Wir standen viel zu lange im Schatten der Carnica, auch mit der Öffentlichkeitsarbeit“ berichtet Hr Sutter. „Deshalb wurde von uns das neue „mellifera.ch – Magazin“ ins Leben gerufen um über die aktuellen Projekte und Neuigkeiten zu berichten. „Ebenso sind wir in der SICAMM (International Association for the Protection of the European Dark Bee) organisiert, deren zweijährliche Konferenz 2012 vom 30. August -5. September in der Schweiz ausgerichtet wird und zu der ich jeden Freund der dunklen Biene gerne einladen möchte“.

    Ebenso wie die Österreichische Zuchtgruppe wird auch von den Schweizer Züchtern das Portal „Beebreed“ verwendet, ein umfangreiches elektronisches Portal zur Zuchtwertschätzung und Zuchtbucheingabe, ein Angebot des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.

    Der von beiden Zuchtgruppen betriebene Aufwand schlägt sich auch deutlich im Zuchterfolg nieder.
    „Ich habe in meinem Garten extra nur dunkle Völker aufgestellt, da ich Kinder habe und von der Sanftmut begeistert bin“, so Hr Sutter vom VSMB. Er ergänzt aber auch: „Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns um den unbestrittenen Zuchtversprung der Carnica und Buckfast einzuholen. Umso wichtiger ist es, hochwertige Zuchtprogramme und Ausleseverfahren zu verwenden. Dann ist auch die Wiedereingliederung der Apis Mellifera Mellifera in die Hobbyimkerei problemlos möglich und wird auch dem Anfänger freude bereiten“.


    Danke an alle Beteiligten für das hervorragende Treffen!

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