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Fazit Teil 1 Imkergrundkurs heute in Hannover

  • Marakain
  • 9. März 2013 um 21:04
  • Marakain
    Gast
    • 9. März 2013 um 21:04
    • #1

    Moin Moin in die Runde,

    so nach langem gefühltem monatelangen warten war heute endlich Teil 1 von meinem Imkergrundkurs beim KIV Hannover. Nach dessen Ende welches dankenswerter Weise so passend war das ich noch genau rechtzeitig zum Anstoß von Werder gegen Gladbach zu Hause war und dieses Spiel natürlich erst schauen musste :) Aber weil ich nach noch bei den Eindrücken des Tages war und gerade nicht weiß mit wem teilen missbrauche ich euch jetzt dazu.

    Also zunächst einmal ein paar grundlegende Infos über den Ablauf. Los ging es heute morgen um 09 Uhr in einem Dorfgemeinschaftshaus einer Umlandgemeinde von Hannover und ich war gut 20 Minuten vorher da. War gar keine schlechte Idee da der doch nicht kleine Raum schon gut gefüllt war und bis zum Beginn bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt wurde. Der Vorsitzende des KIV fing dann an mit einer gut halbstündigen Einführung. Gleich zu Beginn teilte er mit das sie von den Anmeldungen förmlich überrannt wurden und von 69 angemeldeten Leuten waren auch tatsächlich dann wohl 64 erschienen. Das war natürlich sehr viel und er meinte schon das sie ihr Konzept für nächstes Jahr dringend überarbeiten müssten. Vor 4 Jahren haben sie wohl nur knapp die 10 Leute Minimalbesetzung für die Durchführung eines Kurses voll bekommen und steigerten sich dann in wenigen Jahren auf solche Zahlen.
    Anschließend erzählte er etwas über den KIV Hannover und seine einzelnen Imkervereine und auch dort (sind glaube ich insgesamt 13 einzelne Imkervereine zwischen 13 und 120 Mitgliedern gewesen) zogen die Mitgliederzahlen von 2012 auf 2013 wohl um 10-20 Leute pro Verein um. Am größten in ihrem neuesten Verein der im Vorjahr mit 13 Mitgliedern gestartet ist und nun schon über 40 Mitglieder hat. Da war ich echt etwas platt muss ich sagen, dachte ich doch bisher das die Imker grob um die 60 sind und mehr oder weniger vom "aussterben" bedroht sind. War das nun ne Besonderheit von Hannover oder habt ihr bei euch ähnliches mitbekommen?
    Erwähnen möchte ich noch das von den Anwesenden werdenden Neuimkern grob geschätzt 1/3 wenn nicht mehr Frauen waren. Auch das hat mich überrascht und hätte bei 60 Teilnehmern maximal auf 10 Frauen getippt.

    Nun gut nach der Einführung kam dann der erste Dozent. Anfänglich fand ich ihn sehr unsicher und das obwohl er zu seine Person meinte das schon sehr lange zu machen. Später wurde er immer sicherer und ich schätze jetzt einfach mal es lag an der Zahl der Leute. Er dozierte bis grob 15 Uhr (natürlich mit Pausen) über Grundlegendes über die Biene wirklich angefangen mit der einfachsten Biologie und wurde am Ende immer komplexer. Er ging auf jede Frage ausführlich ein und ließ sich aus meiner Sicht in keinem Fall von der Uhr drängen (und überzog wohl am Ende auch ordentlich was der nachfolgende Dozent dann aufholte). Soweit ich das beurteilen kann hätte ich ihm eine sehr gute Note gegeben wenn nicht eine Sache gewesen wäre. Zwar schränkte er das später noch etwas ein aber er propagierte doch sehr die alten Vorurteile gegenüber der DB wobei es speziell an dem Argument der Stechwütigkeit der DB ging und dies in unserem dicht besiedeltem Deutschland einfach nicht ginge.
    Bis auf diese eine Sache fand ich auch war er sehr entspannt was die "Politik" anging und man bemerkte zwar eine gewissen Vorliebe für die "Lehre" einer gewissen Dr.Aumeier aber es war keinesfalls so das er "die ideale Beute" vorstellte oder "die ideale Betriebsweise" als die einzig wahre vortrug. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil nächsten Samstag und auch auf den Sonntag wo ich zu einem Vortrag (also nicht nur ich alleine ;) ) eingeladen wurde den der KIV organisierte und wo ein gewisser Liebig (kennt den jemand ;)? ) vorträgt.

    Als drittes kam dann noch ein anderer Imker (hab leider nicht genau verstanden wie er hieß oder wo er genau herkommt) der zu Bienenprodukten viel erzählte. Am Anfang zeigte er sein Google Earth wo alle Stände seines Imkervereins eingezeichnet waren und dazu noch alle seine Wanderstandorte was er wohl recht ausführlich betreibt (waren geschätzt ein Dutzend Standorte in ganz Deutschland)
    Seine Art und Weise fand ich sehr erfrischend fand es allerdings sehr schade das wir dann doch recht schnell durchgegangen sind. Honig, Pollen und Propolis war noch recht ausführlich (er hatte sogar probierbare Proben von beidem dabei und ich war sehr überrascht wie neutral das von ihm als "scharf schmeckende" Propolisharz war und wie unterschiedlich die beiden Pollengläser schmeckten)aber der Rest z.B. Gelee Royal dann so schnell das ich ehrlich gesagt gar nicht mehr weiß was das 5 war was ich noch nicht genannt habe.
    Getröstet hat mich allerdings noch das der KIV noch einen seperaten und ausführlichen Honiglehrgang im Juni anbietet den ich wohl, genauso wie den eine Woche vorher statt findenden Königinnenzuchtlehrgang besuchen möchte. Wissen schadet ja nie :)


    So soviel also zu meinen Eindrücken und bin gespannt wie es nächsten Samstag weitergeht und wo ich im Mai den Praxistag (dafür wird die Gruppe zum Glück auf mindestens 6 eher noch mehr Imkerstände aufgeteilt) mitmachen darf.

  • Kai
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    • 9. März 2013 um 21:19
    • #2
    Zitat von Marakain

    Moin Moin in die Runde,
    ...
    Zwar schränkte er das später noch etwas ein aber er propagierte doch sehr die alten Vorurteile gegenüber der DB wobei es speziell an dem Argument der Stechwütigkeit der DB ging und dies in unserem dicht besiedeltem Deutschland einfach nicht ginge.


    Hallo Marakain,

    vielen vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht, über den ich mich sehr gefreut habe. Besser geht ein Bericht nicht.

    Und erstmal: Herzlichen Glückwunsch zum Einstieg in die Imkerei und zum ersten Kurs. Toll!

    Zu dem von mir zitierten möchte ich lediglich anführen, dass sich meine Ansicht bestätigt, dass von den DIB-Organisierten nach wie vor Stimmung gegen die Mellifera gemacht wird, und zwar mit falschen Behauptungen.

    Daher sind unsere Internet- und Print-Veröffentlichungen so so wichtig. Praktisch als kleine Gegenstimme. Und ein Ansporn, weiter zu machen.

    Nochmals vielen Dank. Weiter so, Marakain. :P
    LG
    Kai

    Wie sehen es die anderen?

  • Marakain
    Gast
    • 10. März 2013 um 13:17
    • #3

    Moin,

    danke für das Lob und ich muss wirklich sagen bis auf die Propaganda gegenüber der DB fand ich es auch wirklich gut. Vor allem auch da bis auf diese Ausnahme nur sehr sehr wenig(und dann nicht von den Dozenten sondern von den Teilnehmern die teilweise schon "Experten" für das ein oder andere waren) von dem zu merken was man sonst immer wieder mal hört. Halt das "fundamentalistische" über ihre ideale Beute oder Betriebsweise. Das war sehr sehr entspannt und mMn sehr darauf bedacht den Leuten zu vermitteln das jeder da für sich den passenden Weg finden musste.

    Als das mit der DB und ihrer "Stechwut" kam hab ich auch kurz gezuckt und mit mir gerungen was zu sagen es mir dann aber verkniffen. Statt dessen habe ich einen kleineren weniger angreifbaren Samen gesäht und den Leuten die um mich rum saßen, die im Schwerpunkt von dem letzten Jahr gegründeten neuen Verein kamen, in den Pausen von einem Forum und Videos berichtet wo man mit eigenen Augen sehen kann wie "Stechwütig" die DB in Wirklichkeit ist.
    Eine andere Dame hat nebenbei gesagt doch einen Einspruch erhoben legte es aber mehr auf die Frage die Biodiversität hin und ob da die Konzentration auf eine Rasse die beste Wahl wäre. Der Dozent schränkte seine Aussage dann auch etwas ein indem er sagte das die Carnica per se nicht besser wäre als die DB. In ihr stecke nur 100 Jahre Zucht hin zu einer Biene die in unser dicht besiedeltes Deutschland passe. Wenn in die DB ähnlich lange Züchtung gesteckt worden wäre, hätte sie heute wohl die gleichen Eigenschaften und Eignung. Aber man könne das Rad halt nicht zurückdrehen.
    Das fand ich sehr gut weil, jetzt mal angenommen so wird auf jedem Kurs argumentiert was wahrscheinlich nicht der Fall ist, waren da potentiell 60 neue Imker denen man "nur" zeigen muss das die DB eben nicht stechwütiger als die Carnica ist und schon sind beide Rassen gleich gut geeignet.


    P.S.
    Mir ist gerade noch eine andere Kleinigkeit eingefallen die ich merkwürdig fand. Es ging um die Bewertung der Schwere von Varroabefall. Vorgestellt wurden dazu zwei Methoden. Zum einen die bekannte "Windel" die ja recht einfach ist aber halt ungenau sein kann durch die eventell vielen Zargen, Ameisen die die Varroen wegräumen usw. Die zweite war dann die mit dem Spülmitteltest zu der man ja aber 100g Bienen töten muss. Da gab es doch einiges murren vornehmlich unter den weiblichen Teilnehmern ;) wo es mich dann gewundert hat das nicht noch der Puderzuckertest erwähnt wurde. Könnt ihr euch dafür einen Grund denken? Ist der doch auch eher ungenau oder gar nicht anerkannt? Ich meine 100g tote Bienen sind jetzt natürlich nicht schön und wenn es geht zu vermeiden aber auch kein Beinbruch wenn die Alternative ist das ganze Volk zu verlieren da man nicht weiß wieviele Varroen drinne sind. Bei der Puderzuckergeschichte dachte ich aber bisher sie wäre ähnlich gut wie die anderen und sterben tut dabei keine Biene.

  • Kai
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    • 10. März 2013 um 14:24
    • #4
    Zitat von Marakain

    Moin,
    ...
    Statt dessen habe ich einen kleineren weniger angreifbaren Samen gesäht und den Leuten die um mich rum saßen, die im Schwerpunkt von dem letzten Jahr gegründeten neuen Verein kamen, in den Pausen von einem Forum und Videos berichtet wo man mit eigenen Augen sehen kann wie "Stechwütig" die DB in Wirklichkeit ist....

    Hallo Marakain,

    da kann ich nur sagen: danke schön. :P

    LG
    Kai

  • Andreas T.
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    • 12. März 2013 um 16:55
    • #5

    Moin,

    zum Imkerkurs: Auch bei uns im Verein zeichnen wir großen Zulauf....am aktuellen IK nehmen ca. 15 Leute teil und davon sind 90 % weit weg vom Rentenalter. :)

    Das war auch die letzten Jahre anders hier (mal 5 - 6 Interessenten).....ich finde es toll, das es immer mehr Leute zurück zur Natur zieht.

    Zum Puderzucker: Hat den großen Nachteil...es ist Zucker, der durch den Boden auch auf die Erde fällt und nicht nur Ameisen anlockt. In mageren Zeiten kann das nach hinten losgehen (meine rein persönliche Meinung).

    Was die DB betrifft: Ich habe vor 5 Jahren mal den Spruch bekommen, das hier im Landkreis nur Buckis gehalten werden (mit einem Blick, der töten könnte :roll: ).

    Gibt aber mehr Leute, die daran Interesse zeigen...im positiven Sinne. Ein paar Bekloppte hast halt überall....ist so :wink:


    Gruß Andreas

    Lieben Gruß

    Andreas, der dieses Jahr auf Dadant umstellen wird

  • Marakain
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    • 13. März 2013 um 08:40
    • #6

    Moin,

    ich meinte bei der Puderzuckergeschichte nicht das man den ins Volk "kippt" sondern das hier (hab gerade keinen besseren Link als den von der Bienenkiste die die meisten ja nicht so mögen, gefunden)
    http://www.bienenkiste.de/doku/betreuung…nose/index.html

    Was das mit den Buckis angeht.
    Ich bin niemand und möchte auch nicht sojemand werden der am ersten Tag wenn er etwas beginnt auf Krawall aus ist. Andererseits geht man bei Themen wie z.B. dem imkern ja nicht einfach nach dem Motto "ich mach das jetzt mal eben" sondern informiere mich ja umfassend und mache mir Gedanken. Wenn ich dann zu einer Entscheidung komme, die ich mir nicht leicht gemacht habe und für die ich mir diverse Quellen und Meinungen angeschaut und angehört habe. Wenn ich diese dann getroffen habe möchte ich es dann nicht anders machen "nur" weil vielleicht mein Nachbar anderer Meinung ist. Genauso wie ich ihm nicht vorschreiben möchte und kann das er anstatt Buckis die DB halten soll, lasse ich mir dann auch anders rum das nicht vorschreiben. Es gibt genug Bereiche im Leben wo man oft nicht nach eigenem Wissen, Meinung usw. entscheiden kann da Gesetzte, Vorschriften usw. anderes verlangen. Aber bei der Bienenhaltung ist das ja zum Glück nicht so.
    So wäre ich an die Sache rangegangen und hätte auf den "bösen Blick" reagiert. Mag nicht der beste Weg sein und dazu beitragen der beliebteste ;) zu werden aber aus seiner Haut kann ja niemand.

  • Andreas T.
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    • 14. März 2013 um 20:51
    • #7

    Moin,

    die Bienenkiste hat soviel ich weiß keinen Gitterboden, oder? Wenn ich richtig liege bekommt man dann eben die o. g. Probleme bei Magazinbeuten (wo i. d. R. mit offenem Boden geimkert wird)...

    Ich halte die Bienenkiste nebenher gesagt auch nicht geeignet für Anfänger bzw. für ernsthafte Imkerei...ist aber nur meine Meinung über das Teil. Ich finde sie unpraktisch, zu teuer und überhaupt. Generell kann man zwar Bienen überall drin halten....einige Kisten sind eher als Anschauungsobjekt gedacht als für die moderne Imkerei. Aber jeder wie er mag...:wink:

    Was die Rasse angeht....keiner muß ein Plakat an sein Gartentor kleben mit der Biene die er hält....und in einer Gegend wo die meisten Imker die Landbiene halten kommen eh alle Farben vor...wer soll da genau bestimmen wollen wer was wo wieviel hält.


    Und mal Spaß beiseite: Jeder darf die Rasse halten die er möchte, sofern man nicht Belegstellen usw. in der Nähe hat. Sollte bei den wenigsten Imkern der Fall sein....


    Schönen Gruß

    Andreas

    Lieben Gruß

    Andreas, der dieses Jahr auf Dadant umstellen wird

  • Marakain
    Gast
    • 14. März 2013 um 21:59
    • #8

    Moin,

    nach anfänglicher Begeisterung stehe ich der Bienenkiste nun, wo mehr "Fach"-wissen da ist auch skeptischer gegenüber. Ich denke als "Spielerei" soweit man das mit Lebewesen überhaupt machen sollte ist sie bestimmt sehr gut und nett. Auch basiert sie ja auch einem alt bekannten Bienenstock (Krainer irgendwas). Aber heutezutage mit Varroa usw.... naja. Wobei ich persönlich meilenweit davon entfernt bin die Bienenkiste und ihrer "Erfinder" so anzugehen wie es teilweise geschieht. Ich persönlich bin das beste Beispiel dafür das sie es durch diese Aktion schaffen Leute für das Imkern zu begeister. Mich hat es jedenfalls von schon ewig vorhandenen Faszination für Bienen, Ameise, Hummeln usw. dazu gebracht nun ernsthaft, sobald die Örtlichkeit geklärt ist, anfzufangen.

    Ansonsten bezüglich deiner Ansichten wegen der Bienenrasse kann ich nur sagen *Daumen hoch* oder genau meine Meinung. "Meine" Favoriten nicht innerhalb einem Schutzradius für Belegstellen zu halten sehe ich vollkommen ein aber außerhalb davon...

  • Heidjer
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    20 Beuten,-- Korb
    • 14. März 2013 um 23:12
    • #9
    Zitat von Marakain


    "Meine" Favoriten nicht innerhalb einem Schutzradius für Belegstellen zu halten sehe ich vollkommen ein aber außerhalb davon...

    Warum denn so pessimistisch? Stell Dir vor, wir hätten eine Belegstelle und rundherum fliegen Deine Favoriten.
    Daran arbeiten wir doch auch bei der Verbreitung der DB. Immer optimistisch bleiben und ab und zu Luftschlösser planen.

    Kommt her, macht mit!
    Wolfgang, der Heidjer

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