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Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

  • Kai
  • 9. November 2017 um 16:09
  • Kai
    Administrator
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    • 9. November 2017 um 16:09
    • #1

    Glyphosat spaltet weiter Europa. Die EU-Länder können sich nicht einigen, wie es weiter geht - Lizenz verlängern oder nicht? Bei einer heutigen Abstimmung im zuständigen Expertengremium der 28 EU-Länder in Brüssel gab es nicht die nötige Mehrheit für eine Verlängerung der Lizenz.

    Mehr auf: https://www.zdf.de/nachrichten/he…phosat-100.html

    Mitte Dezember läuft die Frist für eine mögliche Lizenzverlängerung aus. Wie geht es weiter?

    LG
    Kai

  • Richthofen
    Gast
    • 9. November 2017 um 17:34
    • #2

    Kein Ende in Sicht !
    Die Arbeits(Zeit)ersparnis die durch den Einsatz von Glyphos und der dazu gehörigen Betriebsweise in der Landwirtschaft zu erreichen sind verlangen auch in Zukunft nach diesen Mitteln . Ja Mitteln , würde Glyphos verboten wäre es absehbar , dass es durch ein ähnlich wirkendes Mittel ersetzt würde das womöglich noch heftigere Nebenwirkungen besitzt .
    Auch dem selbständigen Landwirt die +-35 Stundenwoche !
    Es ist die Gesellschaft die insgesamt zu Gunsten von unnötigem anderen Ausgaben bei der Nahrung seit Jahrzehnten geizt und ein Umdenken sehe ich da nicht kommen .
    Gruss Markus

  • Richthofen
    Gast
    • 9. November 2017 um 18:18
    • #3

    Ein Beispiel , dass mich im letzten Frühsommer verwundert die Augen reiben liess .
    Nach dem zweiten Grasschnitten und dem Abtransport der Rundballen fuhr mein Nachbauer mit seinem Ungetüm von Trecker abermals
    über das Stoppelfeld .
    Seit Jahren gängige Praxis , auch bei Wind . Vorn am Trecker den Sprühbalken mit Glyphos und hinten die Säheinheit mit Mais bestückt .
    Glou an der Vorgehensweise , das absterbende Wurzelwerk vom Grasland schützt den Boden vor Auswaschung bis das Mais in Teilen übernimmt und den Mutterboden schützt .
    Glyphos kann der Maissaat nichts anhaben - ist ein Kontaktherbizid über das Blattwerk .

  • Ole86
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    • 9. November 2017 um 21:44
    • #4

    Hi zusammen,

    das Traurige ist, dass die EU-Kommission eine Verlängerung für 10 Jahre empfiehlt und fast das gesamte EU-Parlament sich für 5 Jahre ausspricht.

    Heißt einfach ausgedrückt, jeder weiß wie gefährlich Glyphosat ist, aber die Lobby bestimmt die Empfehlung für die EU. Die Abgeordneten wissen, 5 Jahre ist gerade noch mit den Parteispendern vereinbar. Traurig, dass selbst diese Ebene nahezu machtlos gegen die Großkonzerne ist. Ich möchte da die Abgeordneten wirklich nicht verteufeln. Sich für die geringste vertretbare Laufzeit zu entscheiden zeigt, dass die Sache verstanden wurde und den Personen Ernst ist. Um so klarer wird natürlich auch, wie gefährlich Glyphosat wirklich ist.

    In fünf Jahren wird übrigens sowieso eine neue Substanz entwickelt sein, die natürlich weitere 20 Jahre braucht, um verboten zu werden. Das alte Spiel. Eine verrückte Welt in der wir leben...

    LG, Ole!

  • Richthofen
    Gast
    • 10. November 2017 um 18:01
    • #5

    Da wage ich zu behaupten - unsere Politiker sind dahingehend noch mehrheitlich "Realpolitiger".
    Ich glaube , wenn Glyphosat und ähnliches verboten würde , diverse " grüne" Massnahmen tatsächlich umgesetzt würden - es käme in Kürze zu einer Revolte gegen diese Politik weil uns das mächtig auf den leeren knurrenden, Magen schlagen würde .....unsere Ansichten und Standpunkte dazu würden wir innert Wochen wechseln .
    Dazu muss man nicht erst Landwirt sein .

    Gruss Markus

  • Ole86
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    • 10. November 2017 um 18:54
    • #6
    Zitat von Richthofen


    Da wage ich zu behaupten - unsere Politiker sind dahingehend noch mehrheitlich "Realpolitiger".
    Ich glaube , wenn Glyphosat und ähnliches verboten würde , diverse " grüne" Massnahmen tatsächlich umgesetzt würden - es käme in Kürze zu einer Revolte gegen diese Politik weil uns das mächtig auf den leeren knurrenden, Magen schlagen würde .....unsere Ansichten und Standpunkte dazu würden wir innert Wochen wechseln .
    Dazu muss man nicht erst Landwirt sein .

    Gruss Markus

    Schlicht falsch. Diverse landwirtschaftliche Studien haben bewiesen, dass selbst bei vollständigem Verzicht auf Pestizide, allerdings bei "natürlicher Düngung" (Kali, Gülle, natürliche Düngpflanzen) der Ertrag gerade einmal um 10 - 20 % zurück geht. Es müsste keiner Hungern, es gebe nur weniger Profit und da in Deutschland eh fast die gesamte Landwirtschaft subventioniert ist, würde es da auch nicht wirklich drauf ankommen. Der wirtschaftliche Wettkampf macht die Landwirte von den Pharmaunternehmen abhängig. Nur wenn die Substanzen verboten werden, kann ein fairer Wettkampf am Markt herrschen und es können Innovationen entstehen. Mit genug Erfahrung, wird der Ertrag sogar wieder steigen. Gruß, Ole!

  • Didi
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    • 10. November 2017 um 19:15
    • #7

    Moin,
    gestern war ein Bauernverband Präsident im Fernsehen, der sagte das Glyphosat eigentlich weg könnte, aber auf nassen Böden hätte es wohl seine Vorteile. Und von daher sollte man es ruhig weiter benutzen bis ein besseres (schädlicheres?)Mittel auf dem Markt sei. Das Zeug ja auch deshalb so gut weil man nur 2 ml auf 100 l Wasser braucht. Nebenbei muß ich dir voll zustimmen Ole. Es wird ja schon Landwirtschaft ohne oder minimum an PSM und Herbiziden erfolgreich betrieben.
    Gruß Dieter

  • Ole86
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    • 10. November 2017 um 19:33
    • #8

    Danke Dieter.

    Aktuell haben wir ja eh fast alle Insekten ausgelöscht, also wozu noch spritzen :D:mrgreen:

    Genauso lustig, wie traurig...

  • Richthofen
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    • 10. November 2017 um 21:42
    • #9

    Jetzt überschlagen wir uns aber :D !
    Das schreibt sich so flüssig und liest sich so logisch und trotzdem wird es nicht befolgt . :cry:
    Die Agrochemie , von der ich absolut kein Fan bin , stehts zu verteufeln ist das Leichteste . So man weiss , dass alles beim Alten bleibt -- :evil:
    Der heutige Hochertrags-weizen bei uns und auch die neuen Reissorten in Asien verlangen nun mal eine andere Behandlung als die alten Sorten .
    Übrigens : Unglücklicherweise verursachen die neuen Sorten bekanntlich zunehmend bei vielen Menschen Glutenalergie und das nicht nur bei uns - auch den Asiaten schlagen die neuen Reissorten auf den Magen .
    Diese modernen Reissorten in Asien gehen übrigens auf die Initiative der UNO zurück welche die Bevölkerungsexplosion in Asien kommen sah und man hat damals mit ihnen gut die Kurve hinbekommen - sprich keine Hungersnöte .
    Erst kürzlich las ich eine Publikation in der die UNO ob dem anhaltenden Bevölkerungswachstum abermals eine eine neue Reisgeneration forderte .
    Das erzeugt auch bei mir schon beim Gedanken daran Bauchschmerzen ....
    Ich denke , es bleibt alles beim Alten und womöglich wird eher einen Gang hochgeschalten .
    Wir werden es erleben .

    Gruss Markus

  • Richthofen
    Gast
    • 10. November 2017 um 22:22
    • #10
    Zitat von Didi


    Moin,
    aber auf nassen Böden hätte es wohl seine Vorteile.
    Gruß Dieter

    Was hat das bitte mit nassen Böden zu tun ? :o

  • Didi
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    • 11. November 2017 um 12:04
    • #11

    Da sich auf nassen Böden bekanntlich schlecht ackern läßt, grubbert man nicht sondern "bekämpft" das böse Unkraut per Spritze.

  • Richthofen
    Gast
    • 11. November 2017 um 13:22
    • #12
    Zitat von Didi


    Da sich auf nassen Böden bekanntlich schlecht ackern läßt, grubbert man nicht sondern "bekämpft" das böse Unkraut per Spritze.

    Naja :lol: !

  • elk030
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    • 11. November 2017 um 21:28
    • #13

    Russland will seine Landwirtschaft komplett auf Bio umstellen.
    Mal sehen, ob sie das hinkriegen.
    Elk

  • Kai
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    • 27. November 2017 um 16:27
    • #14

    HAllo allerseits,

    wie erwartet, wurde die Zulassung für Glyphosat verlängert: https://www.zdf.de/nachrichten/he…hieden-100.html

    LG
    Kai

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    • 27. November 2017 um 19:52
    • #15

    Den Teufel den ich kenne... Also was man hat, das kennt man. Was man bekommt, weiß man nicht.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Es war wirklich zu erwarten. Aber was wäre das Resultat. Ein vllt noch schädlicheres Gift, bei dem man die Wirkung noch nicht kennt. So schlimm das Ganze ist, vllt sollten wir bei all dem das Positive suchen. Wir sollten bei dem Thema Wege finden, uns dennoch nicht die Lust am Ganzen verderben zu lassen. Und mal ehrlich, die Menschheit richtet sich auch ohne Glyphosat zu Grunde ;)

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    • 28. November 2017 um 08:35
    • #16

    Vielleicht noch als Ergänzung: http://www.spiegel.de/wissenschaft/n…-a-1180567.html

  • Ole86
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    • 28. November 2017 um 19:56
    • #17

    Hi zusammen,

    also was die aktuellen Ereignisse angeht, kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Unser Agrarminister Christian Schmidt entscheidet eigenmächtig im Namen von uns allen, dass Deutschland hinter der Verwendung und Ausbringung von Glyphosat steht. Die politischen Folgen lasse ich jetzt einfach mal außen vor und beschränke mich auf den genannten Vorgang.

    Dieses Beispiel zeigt einfach einmal mehr, wie großartig die Lobbyarbeit in Deutschland greift. Selbst der totale politische Gesichtsverlust und ein nahezu sicheres Karriereende in der Politik schreckt einen Politiker nicht von entsprechenden Handlungen ab. Ich finde alle Transaktionen von Herrn Schmidt sollten genau unter die Lupe genommen werden.

    Die allergrößte Frechheit ist, dass Christian Schmidt seine Entscheidung auch noch unter dem Wort "Ressortverantwortung" verkaufen möchte. Heißt ja letztendlich im Interesse aller Deutschen die von diesem Ressort abhängig sind und da wir ja leider alle essen und trinken müsssen, betrifft dieses Ressort wohl nicht nur die Agrarindustrie sonder eben uns alle.

    Man sollte einfach so verantwortungsbewusst sein krebserregene Mittel, die schon jetzt nahezu unseren gesamten Insektenbestand ausgerottet haben, auch weiterhin zuzulassen. Wenn das keine Ressortverantwortung ist, dann weiß ich auch nicht mehr :D

    Eine verrückte Welt... Schönen Abend, Ole!

  • Waxelmann
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    • 28. November 2017 um 21:11
    • #18

    Hallo Zusammen,
    Zum aktuellen Thema ...
    https://secure.avaaz.org/campaign/de/de…ee173f1ec366806

  • Ole86
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    • 28. November 2017 um 21:27
    • #19

    Hehe, danke, Avaaz rules :)

    Der Seite darf man vertrauen... Etwas plump gelegentlich, aber effektiv.

  • Heiko
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    • 28. November 2017 um 22:52
    • #20

    Hallo

    es ist leider völlig egal ob er durch eine Petition gehen muss. Der will (und muss) doch selber gar nicht mehr und hat seine Schäfchen im Trockenen. Eine Petition für eine juristische Untersuchung (kein Untersuchungsausschuss) dieses Vorfalles würde ich dagegen sofort zeichnen.

    Ich bin über Recherchen zum Vogelrückgang letztens beim Umweltbundesamt angelangt. Deren nüchterne Statistik gibt für das Jahr 2015 einen PSM Einsatz von 49.000 Tonnen verteilt auf 277 Wirkstoffe an. 49.000 Tonnen klingen für ein Land wir Deutschland wenig? Das sind aber umgerechnet 49.000.000 Kg Wirkstoffausbringung und das nur in einem Jahr. Wem das noch zu abstrakt ist, möge versuchen sich den Berg an 49 Millionen Tetrapaks vorzustellen. Wohlgemerkt jedes Jahr. Natürlich nicht alles Glyphosat aber eben alles, was legal auf unsere Äcker an Giften ausgebracht wird. Tendenz?

    So und nun fahre ich mit den (ehemals Kesseldruckimprägnierten) Holzresten aus denen die (lebendigen) Pilzkörper schauen zum Abfallwirtschaftshof.
    Oh je= Sondermüll!!!!

    Das Beispiel mag hinken aber lasst mal sacken, was hier eigentlich legalisiert wird und ständig weiter passiert. An der Eigenschaft "krebserregend" des Einzelstoffes die Zulassung fest zu machen ist absurd. Man kann auch lauter andere unschöne Dinge bekommen. Die schiere Menge und Vielfalt der Stoffe betrachtet niemand. Dazu wäre wahrscheinlich auch niemand in der Lage, dies nach streng wissenschaftlichen Kriterien zu dokumentieren. So steht Einzelbetrachtung gegen Einzelbetrachtung und alles geht seinen Gang weiter, bis wir einen Tages feststellen werden, dass man Geld nicht essen kann. Aber selbst dann noch werden es Leute als Fakenews oder gefühlte Wirklichkeit abtun.

    Heiko

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