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Wie umgehen mit Vespa velutina in Deutschland?

  • Kai
  • 14. Oktober 2026 um 11:32
1. offizieller Beitrag
  • Kai
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    • 14. Oktober 2026 um 11:32
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Welche Feinde hat die Asiatische Hornisse Vespa velutina in ihrer Heimat?

    Ja, die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat in ihrer südost- und ostasiatischen Heimat eine Reihe von natürlichen Feinden, die ihre Populationen im Gleichgewicht halten.

    Diese Fressfeinde, Parasiten und Abwehrmechanismen lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:

    1. Vögel (Prädatoren)

    Greifvögel und spezialisierte Insektenfresser jagen sowohl fliegende Einzeltiere als auch die Nester von Vespa velutina:

    • Wespenbussarde (z. B. Pernis ptilorhynchus / Orientwespenbussard): Dies sind die effektivsten Fressfeinde. Sie besitzen dicke Hornschuppen an den Beinen und spezialisierte Kopfgefieder-Strukturen, die sie vor Stichen schützen. Sie graben oder reißen Hornissennester auf, um die proteinreichen Larven und Puppen zu fressen.
    • Bienenfresser (Meropidae): Verschiedene Bienenfresser-Arten erbeuten fliegende Hornissen im Sturzflug.
    • Krähen und Spechte: Spechtarten brechen gelegentlich geschwächte oder im Herbst absterbende Nester auf, während Rabenvögel verlassene oder verletzte Einzeltiere fressen.

    2. Andere Insekten und Spinnentiere

    • Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia): Die deutlich größere und aggressivere Riesenhornisse gehört zu den direkten Konkurrenten und Fressfeinden von Vespa velutina. Gruppen von V. mandarinia können ganze Völker kleinerer Hornissenarten überfallen und vernichten.
    • Raubfliegen und größere Spinnen: Jagende Insekten oder große Netzspinnen erbeuten vereinzelt Arbeiterinnen, haben aber keinen nennenswerten Einfluss auf das Gesamtvolk.

    3. Parasiten und Parasitoide

    Verschiedene Organismen befallen die Individuen oder Nester von Vespa velutina:

    • Fächerflügler (Strepsiptera, z. B. Gattung Xenos): Diese Parasiten befallen die Hornissenlarven. Die befallenen Hornissen (oft Arbeiterinnen oder Jungköniginnen) verändern ihr Verhalten, werden unfruchtbar oder geschwächt.
    • Fadenwürmer (Nematoden): Verschiedene Parasitenwürmer (wie z. B. Pheromermis-Arten) befallen die Organe der Hornissen und beeinträchtigen deren Fortpflanzungsfähigkeit oder Lebenserwartung.

    4. Aktive Abwehr durch Beutetiere (Asiatische Honigbiene)

    In ihrer Heimat hat Vespa velutina keine feindfreie Beute. Die heimische Östliche Honigbiene (Apis cerana) hat sich über Jahrtausende der Koevolution an die Hornisse angepasst und effektive Verteidigungsstrategien entwickelt:

    • Hitzeball-Verteidigung (Heat-balling): Wenn eine Hornisse vor dem Flugloch lauert, um Bienen abzufangen, umringt ein Dutzend bis Hunderte Bienen den Räuber blitzschnell. Durch Muskelzittern erzeugen die Bienen im Inneren des Balls eine Temperatur von über 45 °C und erhöhen den Kohlendioxidgehalt. Während die Bienen diese Bedingungen kurzzeitig tolerieren, stirbt die Hornisse an Überhitzung und Erstickung.
    • Warnsignale und Verwirrung (Shimmering): Die Bienen erzeugen synchrone Wellenbewegungen mit ihren Hinterleiben auf der Nestoberfläche, um die Hornisse abzuschrecken und das Anfliegen zu erschweren.

    Situation in Europa im Vergleich

    In Europa (wo Vespa velutina nigrithorax seit 2004 eingeschleppt ist) fehlen viele dieser spezialisierten Gegenspieler:

    • Die Europäische Honigbiene (Apis mellifera) kennt das Verhalten von Vespa velutina nicht und verfügt nicht über die effektive Hitzeball-Verteidigung von Apis cerana.
    • Heimische Vögel wie der europäische Wespenbussard (Pernis apivorus) oder Rabenvögel lernen zwar vereinzelt, Hornissennester als Nahrungsquelle zu nutzen, ihr Einfluss reicht jedoch derzeit nicht aus, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu stoppen.

    Quellen:

    Neobiota in NRW - Artenliste

    https://eee.drealnpdc.fr/wp-content/upl…preserved%20dry.

    https://eje.cz/pdfs/eje/2026/…lis%2C%202025a).

  • Gerrit
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    • 14. Oktober 2026 um 21:17
    • #2

    Ich denke, wir müssen uns langsam damit abfinden, dass wir Vespa velutina nicht wieder loswerden werden. Realistisch betrachtet können wir wohl nur versuchen, Nester aus unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern und anderen sensiblen Bereichen zu entfernen und darauf hoffen, dass sich langfristig natürliche Räuber-Beute-Beziehungen einstellen, die den Bestand zumindest regulieren.

    Eine tatsächliche Ausrottung wäre, wenn überhaupt, allenfalls durch gentechnische Verfahren vorstellbar, etwa durch populationsbiologische Ansätze. Dass solche Verfahren in absehbarer Zeit zugelassen und großflächig eingesetzt werden, halte ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich.

    Ich denke daher, wir sollten die weitere Entwicklung zunächst beobachten und möglichst vielen Imkern davon abraten, Lockstofffallen in der Nähe ihrer Bienenstände aufzustellen.

    Jetzt heißt es wohl erst einmal: abwarten und Tee trinken.

  • dirk2210
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    • 15. Oktober 2026 um 07:27
    • #3

    Hallo Geritt

    Ich weiß nicht ob bei Dir in Halle schon Vespa Velutina vorkommt.

    Hier im Südwesten ist sie schon ein Problem.

    Ich bin deiner Meinung , dass wir sie nicht mehr loswerden ,,Ausrotten"

    Sie kahm und sie wird bleiben

    Aber: Abwarten und Tee trinken ist vorbei. ! ! !

    Meine Meinung. Keine Wissenschaftlich untermauerte Meinung.

    Im Frühjahr Locktöpfe aufstellen ,Februar März ,und so viele Jungköniginnen Abfangen und begonnene Nester entfernen wie möglich.

    Nester in den Bäumen im Sommer und Herbst zu entfernen halt ich für den normalen Hobby Imker als nicht durchführbar und zu gefährlich.

    Das sollte die Arbeit von Staatlich finanzierten Profis sein.

    So ist meine Meinung

    Gruß Dirk

  • Gerrit
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    • 15. Oktober 2026 um 11:19
    • #4

    Moin Dirk,

    Ja, das kann ich durchaus nachvollziehen. Bei uns wurde neulich das erste Nest in Leipzig entfernt. Die Maßnahmen haben auf jeden Fall ihre Berechtigung, werden aber zur Sisyphusarbeit werden.

    Das mit den Lockstofffallen meinte ich eher in dem Sinne, dass sie nicht direkt am Bienenstand aufgestellt werden sollten. Das ist meiner Meinung nach kontraintuitiv.

    VG Gerrit

  • dirk2210
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    • 16. Oktober 2026 um 08:10
    • #5

    Hallo Gerrit

    Mit den Locktöpfen gebe ich Dir recht.

    Zu nahe an den Bienen lockt sie vielleicht noch mehr an,, ich weiß es nicht"

    Ich denke die Arbeit muss im Frühjahr gemacht werden, wenn sich neue Völker bilden.

    Die Nester die wir jetzt finden wo die Blätter fallen, haben ihre Arbeit getan und die Königinnen

    suchen sich Plätze zum überwintern. Das alte Nest hat seine Schuldigkeit getan und wird nach und nach

    von Vögeln und anderen Tieren zerstört.

    Der Zyklus beginnt von neuem 💩

    Gruß Dirk

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