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Hallo liebes Forum!

  • Hainlaeufer
  • 11. November 2013 um 20:37
  • Hainlaeufer
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    • 11. November 2013 um 20:37
    • #1

    Ich hätte zwar nie gedacht, dass ich jemals in einem Imkerforum darüber schreiben werde... aber ich glaube, es ist nun an der Zeit. Es war bislang nicht einfach für mich, darüber in der Öffentlichkeit des weiten WWW darüber zu schreiben. Aber da ich nun aus körperlichen Gründen wohl eine berufliche Änderung suchen muss, machte sich nun eine gewisse Gelassenheit in mir breit. Ich denke, es wäre auch im Sinne der Gespräche hier im Forum besser, wenn ich mehr von mir Preis gebe. Es wäre auch einfacher für mich, im Formulieren usw. (Ursprünglich wollte ich nur von meinen Privatbienen schreiben und nicht auch noch mit anderen Themen durcheinander mischen und wurschteln!)

    Ganz oben hab ich ja ein paar wenige Eckdaten schon von mir Preis gegeben. Ich fange einfach nochmal neu an. Dieses Forum hier liegt mir wirklich am Herzen! Hier wird freundlich miteinander umgegangen, es wird sachlich diskutiert und es gibt immer wieder was zum quatschen bzw. tun sich immer neue interessante Themen oder Personen dazu, in den Kreis dieser Imkerschaft!

    Ich wäre froh, wenn alle mich mit „Michi“ oder „Michael“ anschreiben würden.
    Seit meinem ersten Beitrag bin ich mittlerweile 26 Jahre jung geworden ;), bin immer noch in Wien sesshaft und verbringe meine Freizeit gerne im westlichen Niederösterreich, wo auch meine Bienen leben.
    Meine Familie kommt ursprünglich aus Oberösterreich (nach der Hauptschule machte ich als erstes die Ausbildung zum Landschaftsgärtner, verdammt harter Job wo mein Kreuz sehr beschädigt wurde, besonders durch das schwere Heben), da sich aber in meinem Leben einiges änderte, war ich bereit mit meiner Lebensgefährtin nach Wien zu ziehen (sie ist gebührtige Niederösterreicherin). Dort fand ich leider keinen geeigneten Gärtnerjob, also suchte ich was Neues. Da ich immer schon ein Naturmensch bin und besonders die Hautflügler liebe, war es mit etwas Zufall nur noch eine Frage der Zeit bis ich zum Berufsimker fand.
    So wie es die alten Göttern wollten, fand ich meinen Weg!
    Im Jahr 2009 begann ich die Lehre zum Berufsimker (da ich ja schon einen Beruf vorher erlernte, musste ich nur noch zwei Jahre machen), zwei Jahre später absolvierte ich die Facharbeiterprüfung. Die Firma befand sich hier gerade in der Aufbauphase. Ich war also in der Entwicklung sehr integriert und konnte durch die viele Bienenarbeit ordentlich Praxiserfahrung machen, wie man sich vorstellen kann!
    Dann, als wir wieder mehr Leute dazu bekamen dauerte es nicht mehr lange und ich bekam mein eigenes Revier zugeteilt mit eigener Partie (war meistens eine weitere Fachkraft oder Lehrling/Gehilfe). Mein Revier umfasst momentan rund 2000 Völker auf mehr als 150 Ständen die sich über weite Teile Wien/Niederösterreichs ausstreckt. Dieses Jahr kam sogar noch ein berühmtes Gebirge namens Rax dazu, hier imkerte ich auf rund 2000 Höhenmeter (hier gibt es klarer Weise keine Pestizide, die Bienen entwickeln sich hier komplett anders, nämlich mit wesentlich mehr Kraft und Ausdauer). Insgesamt umfasst die Firma 5 Partien, also 5 Reviere die betreut werden müssen. Dieses Jahr (schlechtes Honigjahr, Raps und Akazie verregnete uns!) ernteten wir 97 Tonnen Honig (davon leider nur 2 Tonnen Waldhonig aus dem Raxgebirge), wovon zirka 20 Tonnen aus meinem Revier stammen.

    Bei uns hat sich ein Spruch eingebürgert, der wahrhaftig die schwere Arbeit der Imkerei unterstreicht:
    „Das Imkern ist kein Honig schlecken!“

    Jetzt könnt ihr euch vielleicht vorstellen, dass mein Kreuz mittlerweile noch mehr geschädigt wurde als mir lieb wäre. In der Hochsaison wo Honig geerntet wird, bleibt niemand verschont, trotz Honigknechte!

    Mein Chef weiß es noch nicht, aber ich darf so nicht mehr weiter machen, sonst bekomme ich noch demnächst einen Bandscheibenvorfall. Ich hatte in meinem Leben schon mehrere „Hexenschüsse“, dies sollte wohl eine Warnung für mich sein. Ich will im neuen Jahr einen Beruf ausüben, der weniger das Kreuz belastet und ich mein Handwerkliches Geschick ausüben kann (dachte da an Keramiker o.ä.).

    Nun zu meinen lieben Privatbienen:
    Anfangs, als ich zwei Völker (auf Zander) vom Chef geschenkt bekam, machte ich nicht viele Ableger daraus. Ich genoss einfach „meine Bienen“ und „meinen Honig“. Es war einfach was anderes, als in der Arbeit, egal mit wie viel Elan und Leidenschaft ich trotzdem mein Revier betreute. Mittlerweile sind es aber mehr Völker geworden. Vor rund zwei Jahren stellte ich auf Warre um (Modifiziert mit beweglichen Halbrähmchen) und bin so ganz glücklich eigentlich. Ich muss zwar noch in die Warre mehr Lehrgeld reinstecken, aber ich denke momentan hab ich den Dreh herrausen.

    Jo, die gute alte Dunkle Biene. Sie ist mir schon ans Herz gewachsen, vor allem, da sie in meiner ursprünglichen Heimat lebte, tut es schon im Herzen weh das es nun nicht mehr so ist. Mein Leben befindet sich aber (leider) eben momentan im Carnicaland, also hab ich auch damals dementsprechend Reinzuchtköniginnen gekauft. Grundsätzlich bezog ich die Genetik von wirklich guten Linien, sind brave Bienen die gerne bauen und auch brav Honig eintragen. Wie es aber eben so ist, gibt es keine „die beste Biene“. Mittlerweile gehe ich aber den Weg der „Wald- und Wiesebiene“. Also Standbegattung, und zukünftig mit Selektion auf Varroatoleranz. Wer weiß, was sich noch so zur Wald- und Wiesebiene dazumischen wird!? :-p

    So, das war glaub ich genug von meiner Seite! Ich will euch nicht mit meiner Erzählung komplett zumüllen. ;) So toll ist meine Lebengeschichte in Kurzform wohl dann auch wieder nicht ;).

    Nach wie vor hoffe ich, dass ich hier noch willkommen bin. Ihr seid echt tolle Zeitgenossen, muss ich schon sagen. Ich fühle mich hier wohl, daher offenbarte ich mich auch! Ich hoffe, das war soweit okay für euch! So kann ich auch besser in Fragen oder Themen eingehen, ohne euch damit vielleicht zu verwirren.

    Also dann, hoffe ich auf ein Weiteres!

    Lieben Gruß,

    euer Michi

  • Johannes
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    • 11. November 2013 um 21:03
    • #2

    Hallo Michi,

    also mir bist du hier nach wie vor willkommen und ich denke die anderen werden sich anschließen! :D

    Mir haben die fachlichen Diskussionen mit dir immer viel gegeben und ich bin für deine Antworten auf meine Themen dankbar.
    Ich finde es auch klasse, dich jetzt mit Namen anschreiben zu können. Das macht die Kommunikation gleich viel persönlicher.

    Also Kopf hoch und bleib gesund.

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Hainlaeufer
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    • 14. November 2013 um 14:47
    • #3

    Mhm! Danke! Ich hoffe, ich finde einen neuen Job! Denn zum Bandscheibenvorfall will ich mich nicht herran arbeiten.

    LG

  • Gast4
    Gast
    • 14. November 2013 um 18:53
    • #4

    Hallo Michael,
    es ist immer wichtig wie sich eine Person verhält.
    Berufsimker muss es geben, wie auch andere Berufe die vielleicht weniger bekannt, oder vielleicht beliebt sind.
    Ein Berufsimker der in eine Schule geht und dort einen Vortrag über Bienen bei den Kinder hält und noch einen Schaukasten dabei hat, der wird mit Sicherheit Bewundert.
    Du musst für dich deinen Weg finden, deine Hose ist dir näher als dem Sepp sein Hemd.
    Wichtig ist der Umgang miteinander und gegenseitige Hilfe.
    Du bist mir hier im Forum sehr willkommen.

  • Hainlaeufer
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    • 14. November 2013 um 19:08
    • #5

    Vielen Dank für die schönen Worte!

  • elk030
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    • 15. November 2013 um 00:27
    • #6

    Hallo Michi
    Erzähle doch bitte mehr über deine Arbeitsabläufe und Erfahrung in der Berufsimkerei.
    Schönen Gruss, Elk

  • Hainlaeufer
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    • 15. November 2013 um 11:00
    • #7
    Zitat von elk030

    Erzähle doch bitte mehr über deine Arbeitsabläufe und Erfahrung in der Berufsimkerei.

    Gerne. Mal schaun wie lange das dauert. :wink:

  • Hainlaeufer
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    • 15. November 2013 um 21:29
    • #8

    Wie es eben immer so am Anfang ist (abgesehen von meiner Wenigkeit, hatte ich ja schon einige Lehrlinge oder neue Helfer in meiner Partie dabei, denen ich erst die Bienenangst nehmen musste, daher bin ich mit diesem Thema schon gut vertraut) muss man mal seine Urangst besänftigen. Wir nennen die Bienenangst gerne Urangst, da es wohl ein innerer Instinkt sein muss, der uns schon seit der Steinzeit in den Knochen sitzt, der uns seit jeher die Ehrfurcht zu diesem Insekt lehrte.
    Die erste Begegnung mit einer Herobiene ging ganz flott, erster Tag, erster Bienenstand, erstes Volk, und zack, Stich genau zwischen den Augen. ;) Ich hatte die ersten Wochen schon noch viel „Stachel-Respekt“ vor den Bienen. Aber irgendwann, war die Urangst erloschen. Durch die Routine war das gut weg zustecken. Mittlerweile, möchte ich beinahe so sagen, bin ich fast unerschrocken diesbezüglich, grantige Völker (wo der Rauch keinen Nutzen mehr hat bzw. der Raucher und dessen Rauch attackiert werden!) sind zwar nicht einfach zu bearbeiten, aber es geht. Auch wenn man dann mindestens zehn Stiche abbekommt bis der Eingriff zu Ende ist, mit viel Ruhe und rascher Handlung geht das schon.
    Im Jahr 2009, wo alles begann, konnte ich von Anfang an dabei sein, und da ja die Bienen im Frühjahr noch grantig sein können, war der rasche erste Stich wohl weniger überraschend.
    Grundsätzlich lernte ich, so schnell und effektiv wie nur möglich zu arbeiten. Das Gefühl zu bekommen zwischen Rekordverdächtige Erweiterungen/Eingriffe und für die Bienen nicht reizende Bewegungen machen zu können war sehr wichtig. Ein kurzer flüchtiger Blick auf eine Wabe reicht mir meistens um alles nötige davon zu wissen um einen Eingriff, der gezogene Waben oder ähnliches braucht, schnell zu beenden. Den Bien zu verstehen, war auch klar. Hier half ich mir besonders durch viel Literatur und Internet Durchforstungen nach.
    Es ist irgendwie schwierig, Erfahrungen zu schildern, da eigentlich jeder Tag anders war. Die Eingriffe mussten rasch geschehen, da noch viele Völker auf „einem warteten“, manchmal gab es Tage ohne Stiche, manchmal hörte man irgendwann zum zählen auf, da man an einem Regentag arbeiten musste. Da dieser Bio-Betrieb doch einige Völker hat, habe ich wohl jetzt schon in so vielen Völkern reingeschaut und bearbeitet, wie vielleicht ein Freizeitimker mit nur wenigen Völkern wohl der Anzahl nach in seinem Leben nie schaffen würde. Hiermit will ich nur sagen, dass ich schon so einiges Erlebt und Erfahrungen habe. Es ist schon ein Erlebnis, wenn man in der Hochsaison fast ein Monat lang, im Schnitt ein bis zwei Tonnen Honig täglich erntet, und nebenbei noch rund hundert Ableger macht und diese gleich auch noch mit Ameisensäure behandelt und mit 5 Liter Biosirup füttert (die Hochsaison ist schon hart!). Auch ist es schön zu sehen wie sein eigenes Revier vom Frühling bis zur Hochsaison wächst, wie sich die Gebiete entwickeln, welche Unterschiede vorherrschen usw. (leider habe ich auch ein Gebiet in meinem Revier das in den letzten zwei Jahren durch die umliegenden Agrarwüsten durch PSM beinahe tot gespritzt wurden, dass waren immer mehr als hundert Völker :(). Wer kann schon im Spätsommer bei der Ablegerfütterung sagen, ich habe heute rund 3,5 Tonnen Biosirup verfüttert? ;) Irgendwie ist dieser Job schon verrückt!
    Ich bin auch wahnsinnig Dankbar für diese Erfahrungen, ich sah auch Methoden die wenig bis schlecht funktionierten und wiederum Methoden die gut bis ganz toll von den Bienen angenommen wurden.
    Grundsätzlich wird darauf geachtet, so wenig wie möglich im Jahr, ein Volk öffnen zu müssen. Da jedes Revier meist über tausend Völker besitzt, muss das „Rad“ im zwei Wochenrythmus laufen. Das heißt, in zwei Wochen musste immer die Partie den Eingriff bei seinen Völkern geschafft haben, was meistens auch funktionierte (ist ja auch Wetterbedingt, aber manchmal muss man auch bei schlechten Wetter arbeiten). Besonders zur Schwarmzeit bekommt der Chef immer einen Stress, aber bislang hatte ich nur wenige Völker die dann wirklich abschwärmten.

    Falls irgend jemand Fragen hat die ich auch beantworten kann, mach ich das gerne!

    Ich weiß gar nicht wo/was oder an welchem Thema ich noch schreiben sollte. Hm. Wenn ihr damit einverstanden seid, gehe ich jetzt zu den Arbeitsabläufen über.
    Eingriffe über das Jahr:

    1) Sobald es die Witterung zulässt im Frühjahr, wird bei jedem Volk in den Boden geschaut, mit einer extra dafür gefertigte „Grindkralle“ (sieht aus wie eine breite, flache Schaufel mit kurzem Stiel) der ganze Dreck, Totenfall usw. mit einer Schaufelbewegung raus geholt, Wachskrümmel in einem Papiersack geworfen (bei jedem Stand wird ein Papiersack gefüllt was dann später im Labor auf Krankheiten geprüft wird), der Rest wird in einem Kübel gesammelt. Wenn der Bienenstand fertig wurde, vergrabt man den restlichen Dreck.
    Die noch an den Fluglöchern montierten Mausgitter wie auch eventuell vorhandene tote Völker (Winterverluste) werden entfernt. Bei Bedarf, Notfütterung.

    2) Zur Kirschblütenzeit herum, erste Erweiterungsrunde bzw. schwarze Waben aussortieren

    3-4) Dann, wird im gewohnten zwei Wochenrythmus durch kontrolliert ob ein Volk zu erweitern wäre (da reicht meistens ein Blick durch die Folie). Ist ein Volk kritisch in der Beurteilung, einfach kurz in den Boden schauen ob er durch hängt, dann ist eine Erweiterung sicher richtig.

    5-6) Nun ja, zwischendurch gibt es dann natürlich die Ernte von Raps- bzw. Frühjahrshonig, Blüten- bzw. Akazienhonig (um die Zeit herum kommt dann das Propolisgitter rauf und wird in der Hochsaison geerntet) und Sonnenblumenhonig. Parallel könnte es auch dann Waldhonig im Raxgebirge geben bzw. davor noch Wildblütenhonig.

    Dabei wurde natürlich immer beachtet, dass die Völker gut voll sind, bereit für eine neue Tracht. Oft wurden auch dann bei großer Trachterwartung geschleuderte Waben aufgesetzt.
    Falls die Ernte gering ausfiel, war es meist nur möglich einzeln die Honigwaben zu ziehen (diese wurden über dem offenen Stock ab gebeutelt und in leere Zargen gesammelt, war man mit dem Bienenstand fertig, wurden die Zargen noch mit dem Beeblower Bienenfrei geblasen und anschließend in die Honigbox auf dem Dienstwagen gebracht. Falls aber bei guter Tracht Zargenweise Honig gab, wurden die Bienen etwas runter geraucht, Zarge entnommen und in Türmen gestapelt. Am Schluss kam dann wieder der Beeblower. Zu Beachten war natürlich immer, die gesammelten Honigzargen immer behutsam mit Deckeln zu schließen um Räuberei vorzubeugen.

    7) Da Chef will das der Betrieb wächst, kommt zur Sonnenblumenernte die Hochsaison (ende Juni, anfang Juli). Das heißt, die Zuchtpartie in der Firma läuft auf Hochtouren (produziert im Schnitt und Rhythmus für jeden Tag 200-500 reife Weiselzellen) und der Innendienst schleudert in der riesigen Schleuderstraße wie verrückt Tonnenweise Honig. Parallel sind die Partien im Außendienst im wahnsinnigen Hochsaisonmodus:

    - Völker abernten
    - dann werden Ableger gebildet (aus einem Volk entstehen im Schnitt zwei bis drei Ableger) das Muttervolk wird zum Flugling (mit rund zwei volle Brutwaben, zwei Begleitwaben und falls keine ausgebauten Waben vorhanden mit vier Mittelwandrähmchen und einer Futtertasche bestückt) und die weiteren Ableger mit mindestens drei volle Brutwaben, mindestens zwei Begleitwaben, den Rest mit Mittelwandrähmchen + Futtertasche und noch dazu gebeuteltes Bienenfleisch
    - wird die alte Königin gefunden bleibt sie im Flugling, die anderen Ableger bekommen schlupfreife Weiselzellen oder wenn vorhanden begattete Königinnen
    - dann erfolgt die Ameisensäurebehandlung + Fütterung
    - oft gibt es auf vier Auflager pro Stand je acht Völker durch die Ablegerbildung keinen Platz mehr, dann wird einfach der Zwischenboden genommen und die Ableger stapeln sich in die Höhe

    Es ist verrückt, aber die paar Wörter wirken gerade so harmlos. Die Hochsaison ist sehr anstrengend, die Tage sind lang und meistens ist es dann noch sehr heiß. Hier wird täglich ein bis zwei Tonnen Honig geerntet, parallel dann rund hundert Ableger gebildet, rund drei bis vier Liter Ameisensäure verabreicht und rund 700kg Biosirup verfüttert.

    Nach der Hochsaison kommen natürlich weitere Eingriffe:

    8 ) Ableger auf Weiselrichtigkeit kontrollieren, zweite AS-Behandlung und zweite Fütterung

    9-10) Dann wird eigentlich noch bis spät in den September, manchmal noch Anfang Oktober, immer wieder (durch das Anheben mit der Hand, dass bekommt man irgendwann ins Gefühl wie viel ein Ableger noch Futter braucht) nach gefüttert.

    11) In Dezember gibt es dann die Restentmilbung mit Oxalsäure mit der Träufelmethode. Hier helfen alle Partien natürlich zusammen, in maximal einer Woche schaffen wir es immer, die rund zehntausend Ableger zu säuern.
    Wenn der Winter gut verläuft, gibt es dann viele Völker zu bearbeiten!

    Wie man sieht, öffnen wir unsere Wirtschaftsvölker/Ableger insgesamt nur 11mal im Schnitt pro Jahr.
    Das war es erst einmal!

    Falls sich wo Fragen aufgetan haben oder ich undeutlich schrieb, bitte melden.
    Ohne jetzt wirklich damit Werbung oder so machen zu wollen, aber das wäre die Homepage der Firma: http://beelocal.at/ Ich bin sogar unter "Imkerei" und "Über uns" auf dem ersten und dritten Foto zu sehen (der mit den kurzen Haaren, Kinnbärtchen, weiße Tshirt und grüne Weste)

    LG
    Michi

  • Johannes
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    • 16. November 2013 um 07:07
    • #9

    Hallo Michi,

    das ist ja wirklich eine ganz andere Welt! :P

    Toller Bericht und tolle Einblicke.

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
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    • 16. November 2013 um 15:09
    • #10

    Hallo Johannes!

    Ja, danke dir! :)

    So spannend ist es wohl gar nicht, wie sich vlt. der eine oder andere gedacht hätte. Es ist einfach im großen Stil, Effektivität ist das Ziel und das Maximum an Erfolg. Eh klar, man muss ja davon leben. Die vielen kleinen Erfahrungen die man selber macht, sind wohl in einer Berufsimkerei wesentlich spannender.

    So konnte ich 2mal in den vier Jahren eine Wabe ziehen wo sich zwei Königinnen nebeneinander friedlich um das Eierlegen kümmerten (mittlerweile weiß man ja, dass das eigentlich normal sein kann im Bien) oder wenn man sich wundert das man plötzlich in einem Volk auf fast jeder Wabe eine Königin findet :wink: hier wurde wahrscheinlich gerade "ausgemacht" wer den Bien weiter führt bzw. wer noch schnell abschwärmen möchte. Oder so :)

    LG
    Michi

  • Johannes
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    • 16. November 2013 um 17:11
    • #11

    Hallo Michi,

    wie wird in diesen Dimensionen eigentlich die Begattung geregelt?
    Wird grundsätzlich Standbegattung betrieben (nach Zukauf der Zuchtmütter), oder verfügt der Betrieb über eine eigene Belegstelle?

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
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    • 17. November 2013 um 11:52
    • #12

    Ziel ist es, so viele begattete Königinnen wie nur möglich zu bekommen. Dies geschieht auf einer Belegstelle in der näheren Umgebung des Firmensitzes, ist aber jetzt nicht mit einer Schutzzone eingerichtet (wie es ja sonst üblich ist) da uns eigentlich egal ist (bzgl. Wirtschaftsvölker) ob mal gelbe Ringe dabei sind bzw. eh zu 98% Carnica-Drohnen vorherrschen, sag ich mal so. Aber dennoch wird derweil noch (weil es momentan noch keine andere Lösung gab) hauptsächlich mit Weiselzellen gearbeitet (überhaupt in der Hochsaison wo mehrere hundert Weiselzellen pro Tag benötigt werden zur Ablegerbildung) und ist daher zu 99% Standbegattung. Zuchtmütter werden jedes Jahr die "Besten der Besten" (falls man das so überhaupt sagen darf, ich streube mich etwas dagegen) zusammen getrommelt und dessen gelöffelten Stiftel über große Zuchtstände (Starter, Finisher) gezogen.

  • Hainlaeufer
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    • 21. März 2014 um 13:42
    • #13

    So! Vieles hat sich getan in letzter Zeit... :wink:

    Auf Wunsch vom lieben Johannes (da er ja auch mal so schöne Fotos von seinen Völkern zeigte) möchte ich hier die Gelegenheit (und das Zeitfenster gerade) nutzen und ein paar Fotos von meiner Privatimkerei online stellen. Es sei gesagt, dass dies alte Fotos sind (also aus 2013) und sich mittlerweile natürlich das Bild der Beutenmenge und Optik schon verändert hat. Aber da ich den Johannes nicht auf die Folter spannen wollte :mrgreen: stelle ich jetzt was zur Verfügung:

    Dieses Foto zeigt eigentlich die "Jungfernbesiedelung" meines Bienengartens, jetzt steht eigentlich kein Auflager mehr leer und es sieht gut bestückt aus. Ein neues Foto in Zukunft wird das dann genauer vermitteln können.
    [attachment=4]Bienengarten Mai 2013.jpg[/attachment]

    In dieser Wiese gleich gegenüber vom geschützten Bienenstand, wachsen mittlerweile Obstbäume und viele andere Bienenweiden!
    [attachment=3]Bienengarten 2013.jpg[/attachment]

    So sehen meine Rähmchen (abgesehen von den reinen Oberträgern) in Warre-Modifiziert aus:
    [attachment=2]Halbrähmchentypen.jpg[/attachment]

    [attachment=1]Zuchträhmchen.jpg[/attachment]

    Und dann noch ein aktuelles Foto meiner Mini+:
    [attachment=0]Miniplus 2014.jpg[/attachment]
    Dieser kleine aber neue Bienenstand in geschützter Lage sollte nun an zur Königinnenvermehrung eingesetzt werden. Er befindet sich im Garten meiner Eltern, weit weg von meinem Bienengarten (2h Fahrtzeit sind dazwischen). Hier kommt aber in nächster Zeit ein neues Muttervolk dazu, dass dann ganz rechts, neben den M+ aufgestellt wird.

    Ich hoffe das wird ein tolles Bienenjahr 2014!

    Lieber Johannes, leider habe ich kein Foto direkt vom Innenleben einer Warrebeute. Dies ist deshalb so, weil ich eigentlich ausschließlich Zargenweise arbeit und so gut wie nie jemand Zweiter dabei wäre der da eigentlich mal Fotos machen könnte. Wer weiß, vlt ergibt sich ja mal was! Sorry!

    Schönen Tag noch,

    LG
    euer Michi

    Bilder

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  • Johannes
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    • 21. März 2014 um 15:35
    • #14

    Hallo Michi,

    vielen Dank!!! :D
    Das sind ja tolle Fotos!

    So eine lange Reihe voller Warre-beuten sieht schon echt gut aus. Da werd ich ja fast neidisch.

    Vielleicht schaffe ich mir in ein paar Jahren auch mal Warre-beuten an. Momentan passen sie leider nicht in mein Konzept.

    LG Johannes

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    • 21. März 2014 um 19:06
    • #15

    Hallo lieber Johannes!

    Vielen Dank - es freut mich zu lesen das dir die Fotos gefallen! :)

    Ja, jetzt muss man sich vorstellen: Die Auflager sind voll mit Magazinen, allerdings ist momentan noch nicht alles besiedelt. Aber wie ich schon einmal schrieb, da wird in den nächsten zwei Jahren vermehrt, damit hier ordentlich Bienenflugverkehr statt findet :mrgreen:

    Hier zur Abrundung noch zwei Fotos meiner Wildcam - so sieht es zirka gerade aus (Beutentechnisch):

    [attachment=0]wildcam2.JPG[/attachment]

    [attachment=1]wildcam1.JPG[/attachment]

    So, das wars aber vorerst mit Fotomaterial :P - AUS! :mrgreen:

    Aber ich denke,... falls natürlich etwas Interesse besteht, werde ich ab und an ein paar "News" mit Fotos posten - mal schaun!

    Schönen Abend,

    LG
    Michi

    Bilder

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  • Didi
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    • 21. März 2014 um 19:37
    • #16

    Moin Michi, das sieht ja schon fast nach Großimker aus! :D

  • Hainlaeufer
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    • 21. März 2014 um 19:44
    • #17

    Hallo Didi!

    Naja :mrgreen: es mag so aussehen, aber ich habe mich extra noch Finanztechnisch informieren lassen, ich bewege mich immer noch im Bereich des Hobby- und Freizeitimkers :wink:

    LG
    Michi

  • Johannes
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    • 21. März 2014 um 20:45
    • #18
    Zitat von Hainlaeufer

    ...
    Aber ich denke,... falls natürlich etwas Interesse besteht, werde ich ab und an ein paar "News" mit Fotos posten - mal schaun!
    ...

    Hey Michi,

    also von meiner Seite besteht Interesse! :P

    LG Johannes

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