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Fotobericht: GEDB, Zuchtgruppe, Mondscheinbegattung

  • Kai
  • 4. August 2014 um 11:35
  • Kai
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    • 4. August 2014 um 11:35
    • #1

    Hallo allerseits,

    erstaunliches gibt es zu lesen bei der Gemeinschaft zum Erhalt der Dunklen Biene e. V. (GEDB). In ihrem Zuchtbericht 2014 kündigt die GEDB, wohl im Zeichen der Zeit, die Gründung einer eigenen Zuchtgruppe an. Ziel u. a.: Aus- und Fortbildung der Mitglieder, Schaffung eines eigenen Genpools, Untersuchung der Bestände auf Reinheit, und letztendlich die Abkehr von den ständigen Importen.

    Damit beschreitet die GEDB offensichtlich neue Wege.

    Dies und viele interessante Fotos von Dunklen Bienen, aber auch zur Mondscheinbegattung, finden wir hier (bitte klicken): http://www.dunklebienen.de/wp-content/upl…gruppe-2014.pdf

    Wie gefällt Euch der längere Bericht?
    LG
    Kai

  • Ole86
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    • 4. August 2014 um 14:58
    • #2

    Hallo,

    also ob Mondscheinbegattung wirklich ein guter Weg ist, um eine kontrollierte Reinzucht zu betreiben, halte ich für fragwürdig. Ich bin über ein anderes Forum auf einen Bericht zur Mondscheinbegattung gestoßen, in dem letztendlich auch die effektive Zuchtpraxis bestritten wird:

    http://www.pedigreeapis.org/biblio/artcl/m…inbegattung.pdf

    Soweit mir bekannt ist, liegen beim Thema Mondscheinbegattung auch keine belegten Werte vor, in so fern finde ich es eigentlich vorbildlich, wenn jemand diese Methode zum Erhalt der A.m.m. testet. Parallel ist es natürlich kein Vergleich zu den Möglichkeiten einer Inselbelegstelle.

    Wenn ich allerdings auf der Seite des GEDB stöbere, erkenne ich doch gute Absichten und die von mir positiv aufgefasste Abneigung gegen Ertragszucht. Es ist auch irgendwo anzuerkennen, dass sich die Betreiber direkt an die Landes- und Bundesregierung wenden, deswegen finde ich die scharfe Kritik hier im Forum, sowie auch Seitens des GEDB etwas überzogen. Scheinbar sind doch alle von den selben Zielen überzeugt.

    Die Geschichte mit der Mondscheinbegattung, erscheint mir letztendlich aber doch eher wie ein Strohhalm, an welchen sich geklammert wird, da eine Inselbelegstelle zur effektiven Reinzucht mit einer 7er PLZ nicht ganz so einfach sein dürfte.

    Beste Grüße!

  • Melliferaman
    Gast
    • 4. August 2014 um 23:51
    • #3

    Hallo Kai,

    mein persönliches Statement ist, unsere Ziele haben sich nicht geändert. Es gab immer schon eine Zuchtgruppe und jetzt entwickeln wir unsere Strategie weiter. Der Unterschied ist, dass wir uns an die Ökotypen der Regionen halten und nicht Königinnen aus Skandinavien deutschlandweit verbreiten. Das ist aus deiner Sicht falsch, aus unserer auch aber das Thema hatten wir ja schon, da wird es keine Gemeinsamkeit geben. Letztendlich wurden dieses Jahr über 100 Königinnen aus Skandinavien in Deutschland verteilt. Mal sehen was passiert und wie die Lehzeni sich hier einfügt.
    Das ist einfach nur Gießkannenstrategie.


    Hallo Ole,

    dein Statement zeigt mir, du bist mit unserem Verfahren nicht vertraut. Du kannst mir glauben, dass wir Jahre der Arbeit dazu verwendet
    haben ein Konzept zu entwickeln, welches nachhaltig den Erhalt der Dunklen Biene und ich meine hier die Alpenländische sicherstellen soll.
    Das funktioniert im PLZ7 genauso sicher wie eine Belegstelle (wenn man weis wie es geht) wie auf einer Insel (wenn sie denn weit genug draussen liegt). In beiden Fällen ist Prozesskenntnis und das Wissen um den Bien Voraussetzung für den Erfolg. Und wir haben unser Konzept so erweitert, dass wir es auch messen können. So was benötigt Zeit, Fachleute und Enthusiasten die das auf sich nehmen. Beides haben wir aufgebaut. Das ist im Hintergrund viel mehr, als einfach nur Königinnen verteilen und Flügel messen mit einem Programm welches nur ein Drittel der Messkriterien zeigt. Selbst wenn Methoden wie künstliche Besamung (was ich als Grausamkeit am Tier empfinde) eingesetzt werden.
    Letztendlich wird man die Dunkle, also den Ökotyp welcher sich regional entwickelt hatte nur so erhalten können. Alles andere wird die Population immer wieder verwässern.

    Beste Grüße

  • Ole86
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    • 5. August 2014 um 08:50
    • #4

    Hallo Melliferaman,

    danke für die Rückmeldung. Ich finde es persönlich lobenswert, dass Ihr neue Wege geht, um ein regionales Zuchtprogramm aufzustellen. Ich hatte auf Eurer Seite gelesen, dass Ihr erste Versuche mit der Mondscheinbegattung bereits gemacht habt. Ich bin mit dem Verfahren tatsächlich nur grundlegend vertraut und würde mich über eine kleine Dokumentation Eurer Ergebnisse sehr freuen. Ich hatte mal gelesen, dass in Schutzgebieten dieses Verfahren gerne zur zusätzlichen Absicherung gegen Fremddrohneneinfluss angewendet wird, deswegen könnte es in Eurem Fall schon Sinn machen. Die angesprochene Methode der künstlichen Besamung halte ich persönlich auch für ethisch fragwürdig.

    Ich kann auch schon verstehen, dass Ihr evtl. nicht die Zeit habt, alle Ergebnisse immer gleich online zu publizieren. Man hat ja so schon immer viel um die Ohren und Ihr scheint ja auch noch im Aufbau zu sein. Ich frage mich allerdings, wie Ihr den Ökotypen in eurer Region ermittelt habt. Die Clips auf der Seite sind ohne genauere Information auch eher wenig aussagekräftig.

    Beste Grüße!

  • Marakain
    Gast
    • 5. August 2014 um 23:10
    • #5

    Ohne mich jetzt groß einmischen zu wollen.
    Der Import von Skandinavischen Dunklen Königinnen hat sicherlich seine Vor- und Nachteile, in meinen Augen überwiegen zwar die Vorteile aber das ist nur meine Sicht. Jedenfalls ist das zurückgreifen auf die alpenländischen Quellen ja auch nicht ohne Probleme.

    Ich will damit gar nicht auf die bestrittene Reinheit der dortigen Bestände andeuten.
    Nein ich meine viel mehr das eine Biene die sich im Hochgebirge aklimatisiert hat, nichts anderes sind mMn große Teil der Schweiz und besonders die mit den geschützten Belegstellen, doch keineswegs besser zu einem großen Teil der deutschen Landschaft passt (besonders dem nördlichen Bereich also Niedersachsen, Bremen, Hamburg, S-H und Meck-Pomm) als Bienen aus Skandinavien!

    Eigentlich müssen wir uns darüber ja auch nur noch bedingt unterhalten. Spätestens ab nächstes Jahr gibt es ja eine sichere inländische Quelle für DB-Königinnen mit der Belegstelle auf Nordstrandischmoor!

  • Melliferaman
    Gast
    • 6. August 2014 um 21:54
    • #6

    Hallo Ole,

    http://www.dunklebienen.de/wp-content/upl…oster_DB_HP.pdf

    unter Punkt 4 findest du die Ökotypen. Es gibt auch diesbezügliche Literatur.


    Hallo Marakain,

    du hast recht die Reinheit ist bestritten.
    Die Sklenarimker (Carnica) haben eine Belegstelle auf Juist. Das sind lt. Google rund 8 km bis zur Küste (kürzeste Entfernung)
    und die haben Probleme mit der Reinheit weil Fehlpaarungen immer wieder vorkommen. Ich kenne die Leute persönlich die das messen.
    Ich habe mal in Google Nordstrandischmoor angesehen. Das sind <4km bis zur Küste....
    Bei Ebbe (ich war auch schon an der Nordsee) mit Verschnaufplätzen für müde Flieger.

    Also wenn ich meine Mondscheinbegattungskiste öffne, sind die meisten Fremddrohnen wohl wieder zuhause weil denen zu kalt wird. Warte ich noch ein wenig und halte auch das Thermometer im Augen bin ich mir ziemlich sicher das die richtigen Jungs am Werke sind.
    Kann man hier auf Seite 2 nachlesen. http://www.dunklebienen.de/wp-content/uploads/Sicamm_Bilderpräsentation_04_englisch.pdf
    Da sieht man auch Dunkle Bienen als Ergebnis dieses Verfahrens.

    So ein Drohn (Buckfast, Carnica, Mellica, Carnifast) schafft die <4Km locker, dann ist der Fremddrohn auch schon im Stock drin, wird gefüttert und gehätschelt, wartet auf gutes Wetter und bekommt die Königin frei Haus geliefert. Und was da geflogen kommt sind die rüstigen Herren, die brauchen nur ein wenig Futter.

    Das ist sicher bei der Entfernung Küste zur Belegstelle :-).


    Beste Grüße
    MM

  • Johannes
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    • 7. August 2014 um 07:38
    • #7

    Hallo Melliferaman,

    ich gebe dir absolut recht, dass die Sicherheit der Belegstelle auf Nordstandischmoor noch bestätigt werden muss!
    Klar macht der Negativtest mit den unbegatteten Königinnen (die das auch blieben) große Hoffnung. Aber er zeigt nur, dass zu dieser Zeit keine Drohnen rüber gekommen sind. Alles weitere gilt es noch zu untersuchen. Aber ich bin mir sicher, dass das den verantwortlichen absolut bewusst ist. Und nur weil es woanders Probleme gibt, sollte hier niemand schlechte Prognosen machen. Falls es auf dem Festland in direkter Nähe zum Meer gar keine Imker gibt, vergrößert sich die Distanz ja schon wieder. Das sind alles Faktoren, die Außenstehende nicht beurteilen können.
    Warten wir einfach die Ergebnisse der folgenden Untersuchungen ab.
    Jeder Beitrag zum Erhalt der Dunklen Biene sollte unterstützt und nicht von vornherein nieder gemacht werden!


    Über die Sache mit den Ökotypen will ich lieber gar nicht mehr diskutieren. Da kommen wir nie auf einen gemeinsamen Nenner.
    Nur so viel: Haltet ihr von der GEDB Deutschland wirklich für soooo riesig, dass sich hier gleich 3 zu unterscheidende Ökotypen ausgebildet haben könnten?
    Und zu deiner Anmerkung, dass es dazu Literatur gibt: Über die Dunkle Biene steht sehr viel in irgendwelcher Literatur. Der allergrößte Teil ist absoluter Blödsinn und von Mellifera-Gegnern oder Leuten verfasst, die diese Biene nie gesehen geschweige denn mit ihr gearbeitet haben.
    Auch über andere Bienenrassen findet sich bei genauer Suche sehr viel Blödsinn. Darauf zu verweisen ist also wenig hilfreich!

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Ole86
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    • 7. August 2014 um 09:15
    • #8
    Zitat von Johannes

    Über die Sache mit den Ökotypen will ich lieber gar nicht mehr diskutieren. Da kommen wir nie auf einen gemeinsamen Nenner.
    Nur so viel: Haltet ihr von der GEDB Deutschland wirklich für soooo riesig, dass sich hier gleich 3 zu unterscheidende Ökotypen ausgebildet haben könnten?
    Und zu deiner Anmerkung, dass es dazu Literatur gibt: Über die Dunkle Biene steht sehr viel in irgendwelcher Literatur. Der allergrößte Teil ist absoluter Blödsinn und von Mellifera-Gegnern oder Leuten verfasst, die diese Biene nie gesehen geschweige denn mit ihr gearbeitet haben.
    Auch über andere Bienenrassen findet sich bei genauer Suche sehr viel Blödsinn. Darauf zu verweisen ist also wenig hilfreich!

    LG Johannes

    Hi,

    ganz von der Hand zu weisen, sind diese Ökotypen sicherlich nicht. Die Nigra konnte sicherlich eher in südlichen Regionen gefunden werden und die A.m.m. lehzeni wird auch im Süden eher selten anzutreffen sein. Zu der Braunelle möchte ich mich auch nicht äußern. Ob diese Population wirklich Mitteldeutschland abgedeckt hat, kann ich nicht sagen.

    Allerdings stellt sich an dieser Stelle auch die Frage, ob überhaupt noch unvermischte Bestände der Ökotypen zu finden sind. Von der A.m.m. lehzeni finde ich garkeine Untersuchungen zur Unvermischtheit. Das würde mich persönlich dann doch sehr interessieren.

    Ich hatte mich beispielsweise für schwedische Bienen entschieden, da Schweden noch sehr gute unvermischte Bestände aufweißt und parallel dem deutschen Klima sehr ähnlich ist, was ich z.B. von Norwegen, auf Grund der Nähe zum Polarkreis, nicht mehr behaupten mag.

    Besten Gruß!

  • Kai
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    • 7. August 2014 um 10:22
    • #9
    Zitat von Melliferaman

    Hallo Kai,

    mein persönliches Statement ist, unsere Ziele haben sich nicht geändert. Es gab immer schon eine Zuchtgruppe und jetzt entwickeln wir unsere Strategie weiter. Der Unterschied ist, dass wir uns an die Ökotypen der Regionen halten und nicht Königinnen aus Skandinavien deutschlandweit verbreiten. Das ist aus deiner Sicht falsch, ......

    Hallo Melliferaman,

    diese Entwicklung in Eurer Zuchtgruppe ist doch positiv. Da gibt es erstmal grundsätzlich nichts zu kritisieren, ist doch klar. Ich halte es auch nicht für falsch, dass Du Dich gegen einen Import aus Skandinavien entschieden hast.

    Zu den Ökotypen habe ich jedoch tatsächlich eine andere Sicht, nämlich folgende:

    Die Mellifera hat sich erst vor ca. 8.000 bis 10.000 Jahren aus einem während der Eiszeit relativ kleinen Areal in der Südhälfte Frankreichs ausgebreitet. Diese Ausbreitung erfolgte in verschiedenen (wenigen) Ausbreitungslinien, Haplotypen genannt. Witzigerweise kommen (kamen) alle diese Haplotypen nebeneinander in den Alpen, in Nord-, West- und Osteuropa vor, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen (in Kürze verfasse ich auf http://news.nordbiene.de hierzu eine Erläuterung zu einer wissenschaftlichen Abhandlung zu den Mellifera-Haplotypen).

    Von daher glaube ich nicht, dass sich in nur wenigen hundert bis ein paar Tausenden Jahren die Mellifera "regionale Ökotypen" herausgebildet haben soll, wie uns der "Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland" suggerieren will, zumal es in dem Mellifera-Verbreitungsgebiet kaum eine Isolierung von Populationen gibt (gab). Von daher ist es meiner Ansicht nach egal, woher die Mellifera für unsere Ziele stammt. Verwandt sind sie ohnehin alle miteinander.

    LG
    Kai

  • Melliferaman
    Gast
    • 7. August 2014 um 22:36
    • #10

    Hallo Kai,

    da bin ich aber echt gespannt, dass gibt bestimmt interessante Diskussionen. Lassen wir die Seitenhiebe auf Andere.
    Wenn wir es schaffen auf der Sachebene zu bleiben, vergessen wir mal die Fraktionen, dann könnte hier ein interessanter tread entstehen.


    Hallo Johannes,

    aufgrund welcher Literatur, die du ja gelesen zu haben scheinst, basiert diese Einschätzung?


    Viele Grüße

    MM

  • Johannes
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    • 8. August 2014 um 09:21
    • #11
    Zitat von Melliferaman

    ...Hallo Johannes,

    aufgrund welcher Literatur, die du ja gelesen zu haben scheinst, basiert diese Einschätzung?
    ...

    Hallo Melliferaman,

    vielleicht habe ich auch einfach nur die falschen Bücher, bzw. keines was fachlich tiefgreifend genug ist.
    Aber in fast jedem Standard-Imkerbuch steht etwas zur Dunklen Biene.
    Hier eine kleine Auswahl, die mir gerade einfällt: "Bienen halten" von Lampeitl oder "Königinnenzucht" von Fert, Gilles.
    Leider habe ich beide Bücher gerade nicht hier, sonst könnte ich die amüsantesten Zitate herausschreiben. Aber ich denke, du weißt, was ich meine.

    Wenn du mir ein gutes Buch empfehlen kannst, dann werde ich das gern als Winterlektüre nutzen!


    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
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    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Kai
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    • 8. August 2014 um 13:38
    • #12
    Zitat von Melliferaman

    Hallo Kai,

    ....vergessen wir mal die Fraktionen, dann könnte hier ein interessanter tread entstehen.

    ....
    Viele Grüße

    MM


    Hallo MM,

    ja, so sehe ich das auch. Vor allem freue ich mich ehrlich, dass ich in dem von mir hier verlinkten Rundbrief der GEDB doch wirklich interessante Informationen (für alle zumindest einsehbar) finde und auch tolle Aktionen sowie Fotos der Dunklen Biene sehe. Das Treffen und die Fotos vom Bienenstand sind wirklich beeindruckend.

    Ganz besonders interesseant finde ich natürlich die Mondscheinbegattung. Da Du damit Erfahrung hast, lässt sich schon ungefähr abschätzen, wie groß der prozentuale Anteil der erwünschten Anpaarungen ist (vorausgesetzt niemand in der Nähe macht das gleiche)?

    LG
    Kai

  • Melliferaman
    Gast
    • 8. August 2014 um 21:50
    • #13

    Hallo Johannes,

    ich stimme dir zu es ist nicht einfach die richtige Literatur zu finden.
    Damals habe ich die Frage umgedreht, was will ich den wissen?

    Da mein beruflicher Hintergrund im Bereich der techn. Statistik liegt, habe ich mich an Götze Bienenzucht gehalten.
    Trau keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast :-), aber nach vielen Gesprächen mit unserem Vorsitzenden konnten
    wir eine Auswertung aufbauen, welche es uns ermöglicht, anhand der taxonomischen Merkmale eine Zuordnung von Rassenmerkmalen
    auch die von Ökotypen zuzuordnen.

    Siehe dazu auch unseren Rundbrief Seite 8: http://www.dunklebienen.de/wp-content/upl…brief_20141.pdf
    Natürlich verwenden wir auch andere Literatur, aber das ist mal ein guter Einstieg. Allerdings ist es meines Wissens nach nicht mehr verfügbar.

    Wenn du dich dem Thema aus unserer Richtung näherst, musst du Dinge wie Honigertrag, Sanftmut etc. erst mal für die Betrachtung weg lassen.
    Du kannst in dem Stadium keine Korrelation über alle diskreten und stetigen taxonomischen Merkmale und auch noch Imkerwunsch wie die drei
    aus dem Vorsatz zusammenbringen. Das geht nicht mit der Population die dir als einzelner zur Verfügung steht, die Irrtumswahrschenlichkeit ist zu hoch.

    Bücher die sich mit Bienenzucht befassen wie z.B. die von dir genanten, sind aus meiner Sicht hilfreich den Mechanismus der Fortpflanzung
    und Zucht darzulegen damit man es versteht, sie gehen aber weniger auf die tax. Merkmale ein.

    In Summe betrachtet, benötigt man beides für die Zuchtkoordination und Prüfung ob das Zuchtziel, in unserem Fall bei der GEDB den Rasseerhalt,
    erreicht wurde.

    Viele Grüße
    MM


    Zitat von Johannes

    Hallo Melliferaman,

    vielleicht habe ich auch einfach nur die falschen Bücher, bzw. keines was fachlich tiefgreifend genug ist.
    Aber in fast jedem Standard-Imkerbuch steht etwas zur Dunklen Biene.
    Hier eine kleine Auswahl, die mir gerade einfällt: "Bienen halten" von Lampeitl oder "Königinnenzucht" von Fert, Gilles.
    Leider habe ich beide Bücher gerade nicht hier, sonst könnte ich die amüsantesten Zitate herausschreiben. Aber ich denke, du weißt, was ich meine.

    Wenn du mir ein gutes Buch empfehlen kannst, dann werde ich das gern als Winterlektüre nutzen!


    LG Johannes

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (8. August 2014 um 22:02)

  • Melliferaman
    Gast
    • 8. August 2014 um 22:00
    • #14

    Hallo Kai,

    wir betrachten den Erfolg der Anpaarung. Das Verfahren welches ich von Gerhard erlernt habe lag in der Vergangenheit bei über 90% zum Teil 100% bei den tax. Merkmalen. Das ergab die Auswertung nach altem Verfahren und unserem neuen Körprogramm.
    Wir werden im Winter neue Auswertungen durchführen.

    Das alles macht recht viel Arbeit, zum einen muss man GEDB interne Richtlinien erstellen die beschreiben wie man das macht, zum andern muss man auswerten und verifizieren ob das so stimmt. Wir werden diese Richtlinien und die Ergebnisse nicht explizit veröffentlichen, dass sind GEDB interne Dokumente. Wenn wir etwas veröffentlichen dann in unseren Rundbriefen.

    Übrigens, es kann ruhig jemand das in der Nähe machen, wer das Verfahren kennt weis wie er Fremdpaarung verhindern kann.

    Viele Grüße
    MM

    Zitat von imkerforum-nordbiene


    Hallo MM,

    ja, so sehe ich das auch. Vor allem freue ich mich ehrlich, dass ich in dem von mir hier verlinkten Rundbrief der GEDB doch wirklich interessante Informationen (für alle zumindest einsehbar) finde und auch tolle Aktionen sowie Fotos der Dunklen Biene sehe. Das Treffen und die Fotos vom Bienenstand sind wirklich beeindruckend.

    Ganz besonders interesseant finde ich natürlich die Mondscheinbegattung. Da Du damit Erfahrung hast, lässt sich schon ungefähr abschätzen, wie groß der prozentuale Anteil der erwünschten Anpaarungen ist (vorausgesetzt niemand in der Nähe macht das gleiche)?

    LG
    Kai

  • Marakain
    Gast
    • 10. August 2014 um 19:28
    • #15
    Zitat von Melliferaman


    Hallo Marakain,

    du hast recht die Reinheit ist bestritten.
    Die Sklenarimker (Carnica) haben eine Belegstelle auf Juist. Das sind lt. Google rund 8 km bis zur Küste (kürzeste Entfernung)
    und die haben Probleme mit der Reinheit weil Fehlpaarungen immer wieder vorkommen. Ich kenne die Leute persönlich die das messen.
    Ich habe mal in Google Nordstrandischmoor angesehen. Das sind <4km bis zur Küste....
    Bei Ebbe (ich war auch schon an der Nordsee) mit Verschnaufplätzen für müde Flieger.

    Also wenn ich meine Mondscheinbegattungskiste öffne, sind die meisten Fremddrohnen wohl wieder zuhause weil denen zu kalt wird. Warte ich noch ein wenig und halte auch das Thermometer im Augen bin ich mir ziemlich sicher das die richtigen Jungs am Werke sind.
    Kann man hier auf Seite 2 nachlesen. http://www.dunklebienen.de/wp-content/uploads/Sicamm_Bilderpräsentation_04_englisch.pdf
    Da sieht man auch Dunkle Bienen als Ergebnis dieses Verfahrens.

    So ein Drohn (Buckfast, Carnica, Mellica, Carnifast) schafft die <4Km locker, dann ist der Fremddrohn auch schon im Stock drin, wird gefüttert und gehätschelt, wartet auf gutes Wetter und bekommt die Königin frei Haus geliefert. Und was da geflogen kommt sind die rüstigen Herren, die brauchen nur ein wenig Futter.

    Das ist sicher bei der Entfernung Küste zur Belegstelle :-).


    Beste Grüße
    MM

    Alles anzeigen

    Ich will nicht von vorne anfangen nachdem ihr euch hier ja schon geeinigt habt wie es weitergehen soll.

    Ob und wie sicher Nordstrandischmoor ist wird die Zeit zeigen. Im Moment ist sie 100% sicher wie der Test ergeben hat (das das erst belastbar nach einigen Saisons ist ist auch vollkommen klar).
    Außer der reinen Entfernung sind ja auch noch andere Dinge wichtig wie z.B. vorherrschende Windrichtung und wie schon angesprochen das vorhanden sein oder eben Nichtvorhandensein von Völkern direkt an der Festlandküste. Steht das nächste Carnicavolk direkt am Deich in 4km Entfernung von Nordstrandischmoor ist es natürlich unsicherer als wenn es erst 5 km vom Deich weg steht.

    Das bei Ebbe eine Biene/Drohn im Watt niedergeht, sich dort am Boden (Landpflanzen wachsen und stehen im Watt nicht und ganz trocken ist das auch nicht) verschnauft und dann weiterfliegt glaube ich erst wenn ich es sehe.

    Womit ich jetzt nicht bestreiten möchte das es möglich ist das Bienen/Drohen auf Juist, Nordstrandischmoor usw. vom Festland hinkommen. Denke allerdings eher das die an Bord der Fähre, an Bord eines hingebrachten Begattungskästchen oder der Lore nach Nordstrandischmoor hinterherfliegt als einfach mal so 4 oder 8 Kilometer über Wasser oder Watt.

  • Melliferaman
    Gast
    • 10. August 2014 um 22:12
    • #16

    Hallo Marakain,

    Bredstedt und Hattstedt haben eigene Imkervereine.
    Entfernung Insel zur Ortsmitte in beide Richtungen 12km.
    An den Deichen weiden Schafe und da blüht auch viel im Sommer.

    Und wenn die Imker dort Heidebienen halten merkst du das
    nie wenn ein Drohn von den Imkerkollegen rüberkommt.
    Er gehört ja zum Ökotyp, wenn´s´gelbe Ringe gibt,
    dann wird wohl einer was anderes haben.

    Ich will hier wirklich niemanden angreifen, aber ich glaube nicht
    an die Sicherheit der Belegstelle. Aber es ist ein riesiger positiver Schritt
    wenn es eine B Belegstelle werden könnte. Wenn die Imker vor Ort mitspielen
    und nur Heidebienen halten, dann stehen die Chancen meiner Ansicht nach recht
    gut das es eine rel. reines Anpaarungsergebnis gibt. Weil ihre Stöcke die Fremddrohnen
    "abfangen" könnten. Wenn die Betreiber die Imker vor Ort miteingebunden haben, dann
    erhalten Sie Ihre Biene (Heidebiene) indem Sie herum Wirtschaftsvölker haben und von der
    Insel mit den notwendigen reinen Königinnen versorgt werden.


    Gruss
    MM

  • Neuer Drohn
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    • 11. August 2014 um 12:27
    • #17

    Hallo Leute

    Ich möchte jetzt mal etwas zur Sicherheit der Inselbelegstellen in Schleswig Holstein sagen.
    Die einzigen sicheren Insel in Deutschland sind Helgoland und die Greifswalder Oei. Alle anderen Inseln in Deutschland müssen immer mit durch den Wind zugetragen Drohnen rechnen...

    Dazu hat der Landesverband Schleswig Holsteinischer und Hanburger Imker .e.V. einen sehr umfangreichen DNA Test der Inselbelegstellen in der Nordsee durchgeführt. Es wurden von List, Puan Klent, Hooge der Hamburger Hallig und von Nordstradischmoor ca. 250 Proben gesammelt diese zur Zeit ausgewertet werden. Erst danach kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen welche Insel sicher sind...

    Jetzt noch etwas zur meiner Inselbelegstelle Nordstradischmoor. .. Ich bin mit dem bewußt das ich immer mit fremden Drohnen rechnen muss... Aber da meistens der Wind aus Nordöstlicher richtung kommt ist es fast ausgeschlossen das dieses bis zu Hallig kommen. Den normalerweise fligen drohnen im schnitt nur 3 Km. Die endfernung vom 4km und das auch noch bei zum teil recht starkwm gegen Wind wird so einfach kaum ein Drohn machen. Dann kommt noch dazu das die ersten Felder wo imker ihre Völker aufstellen würden ca. 7 Km von meiner Belegstelle endfernt sind.

    Der erste Test ohne Drohnenvölker hat ja schon gezeigt das innerhalb von 4 Wochen kein Zuflung statt gefunden hat. In diesen 4 Woch hatten wir auch zu teil recht starke Winde vom Festland. Das das alles noch keine 100% tiege Sicherheit ist ebenfalls bewußt. Wie sicher due Hallig ist wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen...

    Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung und ist auch nur so zu werten. ..

    Wenn ich sehe das auf vielen Belegstellen nur 3 Drohnenvölker und gleichzeitig 150 Königinnen aufgestellt werden... Ist das für mich unverständlich...???

    Mein Plan sieht vor mit einem sehr hohen Drohnendruck zu arbeiten. Das heist das pro Drohnenvolk nur 10 bis max. 15 Königinnen aufgestellt werden. Den damit kann ich mit Sicherheit die Paarung Sicherheit schon beträchtlich erhöhen...

    Jetzt noch eine kleine Anmerkung von mir zur Heidebiene...

    Ich bin der meine das die Heidebiene nur eine Erscheinung der Heideimker ist und nur fürs Ödland geeignet istund nicht für den restlichen Norden zählt. Denn dafür haben wir eine zugutes Tracht angebot. In den restlichen Norden würde diese Biene innerhalb kürzester Zeit zich Schwärme abgeben... kurz gesagt die Heidebiene gehört auch nur in die Heide...

    Mfg Basti

    Auch in 2016 gebe ich wieder Reine Inselköniginnen der Dunklen Biene ab.

    Diese werden wieder auf der Insel Nordstandischmoor verpaart.

    Wenn ihr Interesse habt. Dann schaut einfach auf meiner Internetseite http://bastis-imkerei.de/ vorbei...

  • Melliferaman
    Gast
    • 11. August 2014 um 19:24
    • #18

    Hallo Basti,

    danke für die Info.

    Ich denke beim Thema Ökotypen ist jetzt Kai mit seiner wissensch. Abhandlung dran.


    Viele Grüße
    MM

  • Melliferaman
    Gast
    • 10. September 2014 um 00:28
    • #19

    Hallo Kai,

    wann kommt die wissenschaftliche Erläuterung?
    ich denke das interessiert doch einige Forenteilnehmer und mich.

    Gruss
    MM


    Zu den Ökotypen habe ich jedoch tatsächlich eine andere Sicht, nämlich folgende:

    Die Mellifera hat sich erst vor ca. 8.000 bis 10.000 Jahren aus einem während der Eiszeit relativ kleinen Areal in der Südhälfte Frankreichs ausgebreitet. Diese Ausbreitung erfolgte in verschiedenen (wenigen) Ausbreitungslinien, Haplotypen genannt. Witzigerweise kommen (kamen) alle diese Haplotypen nebeneinander in den Alpen, in Nord-, West- und Osteuropa vor, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen (in Kürze verfasse ich auf http://news.nordbiene.de hierzu eine Erläuterung zu einer wissenschaftlichen Abhandlung zu den Mellifera-Haplotypen).

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