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Die alte Landbiene - wer hat sie noch?

  • Kai
  • 28. Oktober 2014 um 17:54
  • Kai
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    • 28. Oktober 2014 um 17:54
    • #1

    Hallo allerseits,

    oft geistert in der Imkerschaft der Mythos um unsere Landbiene umher. Gemeint ist damit oftmals ein (heutiges) Rassengemisch aus Carnica, Buckfast und Ligustica, und gerade viele Jungimker sehen hierin das Ideal einer "genetischen Vielfalt".

    Eigentlich bezeichnet der Begriff "Landbiene" jedoch eine auf der Basis der heimischen Dunklen Biene verbreitete und züchterisch nicht bearbeitete "Landesbiene", wohl verkreuzt, aber dennoch mütterlicherseits auf die Dunkle Biene zurückgehend. Diese Biene meinte wohl u. a. Wolfgang Golz in seinen Schriften aus dem letzten Jahrhundert.

    Wer hat eine solche Biene, ein solches Material, das nachweislich nicht von einer gekauften Königin abstammt? Dies würde mich mal interessieren. Wichtig wäre solch eine Biene u. a. zur Feststellung des Haplotypes, der ja ausschließlich mütterlicherseits weitergegeben wird. Ohne Rücksicht auf die Verkreuzung.

    LG
    Kai

  • Bschein
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    • 5. November 2014 um 00:09
    • #2

    Hei Kai,

    da kann ich nicht folgen. Wenn mir nächstes Jahr ein Schwarm zufliegt, der sicher nicht aus meinen eigenen Völkern kommt, ist das nachweislich keine gekaufte Königin, aber ist das deshalb die Art von Landbiene, die du suchst?

    Viele Grüße
    Philipp

  • Kai
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    • 5. November 2014 um 18:09
    • #3

    HAllo Philipp,

    danke für Deine Antwort. Die von Dir beschriebene Konstellation meinte ich nicht (obwohl sie zutreffen könnte), sondern diese: vielleicht hat jemand Bienen (oder kennt einen, der Bienen hat), welche "seit jeher" am eigenen Stand über die natürliche Vermehrung mütterlicherseits weitervermehrt wurden. Ohne, dass jemals eine (gekaufte?) Zuchtkönigin in den Bestand integriert wurde.

    Also um es fachlich auszudrücken: gibt es noch Bienen in Deutschland, die mütterlicherseits auf die Apis mellifera mellifera zurückgehen?

    LG
    Kai

  • Neuer Drohn
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    • 5. November 2014 um 19:18
    • #4

    Hallo Kai

    Ich glaube das könnte echt schwer werden... Ich glaube das solche Imker echt selten geworden sind...

    Mag Basti

    Auch in 2016 gebe ich wieder Reine Inselköniginnen der Dunklen Biene ab.

    Diese werden wieder auf der Insel Nordstandischmoor verpaart.

    Wenn ihr Interesse habt. Dann schaut einfach auf meiner Internetseite http://bastis-imkerei.de/ vorbei...

  • Kai
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    • 21. November 2014 um 11:47
    • #5

    HAllo Basti,

    ja, das mag so sein.

    Hier läuft im Moment gerade eine Diskussion zur "Landbiene": https://www.landlive.de/boards/thread/64542/page/1/

    Aber auch dort konnte mir keiner sagen, was die Landbiene genau ist.

    LG
    Kai

  • Kai
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    • 23. November 2014 um 15:12
    • #6

    Hallo allerseits,

    mittlerweile hat sich doch einiges an hilfreichen Antworten ergeben auf Landlive (außer den Antworten von H., der wieder nur mal stören wollte - sei es ihm gegönnt :P ).

    Summa summarum:

    Die sog. "Landbiene" unterscheidet sich heutzutage nicht von den Zuchtbienen anerkannter Herkunft (Carnica, Buckfast) der Umgebung; sie ist mit ihr identisch oder doch zumindest von ihr geprägt. Als einziges Unterscheidungsmerkmal mag man den fehlenden Stammbaum ansehen.

    Ich glaube, der Begriff "Landbiene" kann damit ad acta gelegt werden, es gibt keine sinnvolle Verwendung für ihn.

    LG
    Kai

  • Johannes
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    • 23. November 2014 um 15:50
    • #7
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    ...Ich glaube, der Begriff "Landbiene" kann damit ad acta gelegt werden, es gibt keine sinnvolle Verwendung für ihn....

    Ja Kai, oder es ist die seriöseste Bezeichnung überhaupt. :) Vergleichbar mit der Etikettaufschrift "Bienenhonig". Klar stimmt das! :P

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Ole86
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    • 23. November 2014 um 20:12
    • #8

    Hallo zusammen,

    ich kann die Vermutungen ebenfalls bestätigen: Die Landbiene ist ein historischer Begriff für eine Hybridform die überwiegend aus der Apis mellifera mellifera und der Apis mellifera carnica besteht.

    Dieses belegt sehr schön die Studie "Morphologischer Vergleich von Völkern der "Landbiene" in Niedersachsen mit typischer Apis mellifera carnica und Apis mellifera mellifera" von N. Reinsch, H. Schuster, K. Bienefeld und F. Pirchner von dem Institut für Tierzucht an der TU München-Weihenstephan und dem Institut für Bienenkunde (Polytechnische Gesellschaft) der JW Goethe-Universität:

    Im April 1988 wurden Stichproben von 4 853 Bienen aus 99 Kolonien in Niedersachsen in einer Studie untersucht. Aus dieser Studie geht folgendes Ergebnis hervor:

    Original

    Zitat

    In conclusion, it can be stated that the "Landrasse" is much more influenced by A m carnica than by A m mellifera in spite of clear crossbreeding characteristics such as long hair, showing the gene contribution of the native population.

    Übersetzung von Ole Brüns

    Zitat

    Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die "Landrasse" viel mehr Apis mellifera carnica als Apis mellifera mellifera ist, auch wenn die untersuchten Proben Teile des Gen der einheimischen Bevölkerung (Apis mellifera mellifera) beinhalten, welche sich beispielsweise in Form von verlängerten Haaren zeigen.

    Quelle: http://dx.doi.org/10.1051/apido:19910109
    Quelle: http://www.apidologie.org/index.php?opti…2_1_ART0009.pdf


    Besten Gruß, Ole!

  • Ole86
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    • 23. November 2014 um 20:41
    • #9

    Nachtrag:

    In der als zweites angegebenen Quelle, lässt sich auch folgendes etwas wissenschaftlicheres Ergebnis finden:

    Zitat

    Die durchschnittlichen Völkermittelwerte der drei Gruppen zeigt Tabelle I. Die Niedersächsische Population unterscheidet sich in allen Merkmalen deutlich von den Mellifera-Völkern. Unterschiede zur Carnica sind in den Merkmalen Rückenhaarlänge und Filzbindenbreite zu erkennen, in den Flügelmerkmalem sind sie nur gering. Auffallend ist bei den Carnica-Völkern der etwas hohe Anteil von Bienen mit einem Cubitalindex unter 2,0. Kein einziges der 99 Völker aus Niedersachsen konnte bei Zugrundelegung des DIB-Rassestandards als reines Carnica- oder Mellifera-Volk klassifiziert werden. Die Ausschlussgründe für Carnica waren bei 95 Völkern zu langes Rückenhaar. Der mittlere Cubitalindex war bei 53 Völkern zu niedrig, 26 mal war zwar der mittlere Cubitalindex ausreichend hoch, wurde aber die Index-Variationskurve dem Standard für Carnica nicht gerecht (zu viele Bienen in den Bereichen unter 2,0 oder zwischen 1,86 und 2,33). Zum Ausschluss führten immer mindestens zwei Gründe.

    [Anm.: Bild entfernt wegen der Urheberrechte. Admin]

    Quelle: http://www.apidologie.org/index.php?opti…2_1_ART0009.pdf

  • Ole86
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    • 24. November 2014 um 18:34
    • #10

    Hi, ich habe die Bilddatei von der Tabelle um die Urheberrechte zu wahren lieber auch von meinem Server gelöscht. Der Link und dieser Beitrag darf gerne entfernt werden. Die Abbildung ist ja sowieso auch in der angegebenen Quelle zu finden.

    Besten Gruß, Ole!

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