Hallo,
Habe gerade einen zweitägigen Verwandschaftsbesuch im alten Land, mit erschreckender Feststellung hinter mi!
Trotz reichlichen Blüten keine Bienen zu finden!
In der örtlichen Zeitung war von 20 geklauten Völkern und mehr als 20% Völkerverlust zu lesen.
Die Imker beklauen sich nun gegenseitig um die Nachfrage an Honig zu decken !
Wer bereits zwischen Heide und Obstbäumern im Alten Land unterwegs war und das Summen in den Rapsfelder mitbekommen hatte, wird nach einer Stunde suchen heute nur mit ganzen 3 Bienen belohnt!
Da ich aus meiner Kindheit auch die örtlichen Stände kannte, habe ich diese heute aufgesucht: erster Stand leer, zweiter Stand mit einer leergeräumten Hinterbehandlungsbeute, der Rest ebenfalls leergeräumt und der letzte mit leerem Stülper und Magazinen ebenfalls keinerlei Bienen.
Die Obstbauer lassen bereits Bienen bis aus dem 100 km entfernten Bremen importieren. Laut heutigem Gespräch fehlen jedoch jedem Obstbauer weitere Bestäubungsbienen!
Laut Aussage des freundlichen Obstbauern,werden Obstbäume nicht gespritzt ( ich kann der Aussage jedoch nicht wirklich Glauben!)
Fakt: neben Genmais und gespritztem Raps, werden hauptsächlich "bessere" Hybridsorten von Äpfeln,Birnen,Kartoffeln.... angebaut. Vielleicht wohnt Jemand von Euch in der Nähe und kann mich einem besseren belehren, jedoch sehe ich die aktuelle Situation eher als bienenfeindlich an.
Positives gibt es jedoch auch zu berichten!
Ein alter Imker, der nur mit Stülpern arbeitet, hatte kaum Verluste , vielleicht weil dieser ausschließlich bei Obstbauern mit altem Baumbestand seine Körbe aufstellt?
Werde im Spätsommer versuchen, diesen Imker aufzusuchen und mehr zu erfahren um dann auch mehr zu berichten.
Wo sind noch Bienen im alten Land ?
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Hallo Jörn,
das klingt wirklich traurig.
Aber umso schöner, dass es dort noch Imker gibt, die mit traditioneller Betriebsweise in Körben Erfolg haben!
LG Johannes
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Hallo Jörn,
deine Beobachtungen kann ich nur bestätigen. Die Situation im "Alten Land" ist zum Teil wirklich erschreckend. Allerdings hängt, so weit mir bekannt ist, vieles damit zusammen, dass es sich beim "Alten Land" heutzutage um eine riesige Monokulturfläche handelt, die abgesehen von der Obstblüte nur wenig Abwechslung bietet.
Ich habe mal dieses Zitat von einem Imker aus der Gegend rausgesucht:
ZitatDas Alte Land hat folgendes Problem: es ist eine Monokultur und wenn die Blüte vorbei ist, finden die Bienen hier nur noch sehr wenig Nektar. Ich wandere daher mit meinen Bienen nach der Obstblüte durch ganz Norddeutschland, in die Rapsblüte nach Fehmarn (hier blüht der Raps später als im Binnenland), in die Linde nach Hamburg, in die Kornblume und Akazie nach Brandenburg, Klee in Niedersachsen und in die Heide nach Schneverdingen.
Auch dieses Zitat fand ich sehr passend, da es einen guten Überblick über die Situation verschafft:
ZitatErschreckende Zahlen sind im Umlauf, so wird beispielsweise davon berichtet, dass statt den 4500 erforderlichen Bienenvölkern, die für die Bestäubung aller Obstbäume notwendig sind, nur etwa 1700 Völker vorhanden sind. Einige Imker haben in den letzten Jahren bis zu 80 Prozent ihrer Bestände verloren.
Hier kann alles noch einmal im Detail nachgelesen werden:
http://totebienen.jimdo.com/interview-mit-einem-imker/
http://totebienen.jimdo.com/bienensterben-im-alten-land/Beste Grüße, Ole!
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Das hört sich ja wirklich nicht gut an aber ich kann schon verstehen warum die dort ansässigen Imker (nicht jeder möchte wandern) ihre Bestände so verringert haben bzw. aufgelöst. Die Obstbaumblüte ist ja nicht ewig lang zumal im Alten Land ja primär Äpfel stehen. Wenn das vorbei ist dann gibt es außer in den kleinen Gärten (und auch im Alten Land wird es nicht anders sein wie sonst das viele Gartenbesitzer lieber nur Rasen möchten) nicht viel und sonderlich dicht besiedelt ist es ja auch nicht.
Kommt dann auch noch das Spritzen dazu (ich weiß jetzt nicht wie hoch der Anteil an konventionellen Obstbauern im Alten Land ist aber die wenigsten werden ohne Spritzen auskommen) bleibt nicht mehr viel.Die Frage die ich mir dann noch stelle ist wo führt das hin? Die eine, schlechteste Variante, wäre ja das die Obstbauern versuchen irgendwas zu tun damit sie keine Bienen mehr brauchen. Also sowas wie Selbstbestäubende Obstbäume oder so.
Die wahrscheinlichste und wohl einäugige unter den Blinden ist das die Obstbauern Wanderimkern höhere Prämien pro Volk bezahlen und damit dann versuchen den "heimischen" Verlust auszugleichen.
Die unwahrscheinlichste aber wohl beste, subjektive Meinung, das mehr und mehr auf Bioanbau umgestellt wird wo außer den Obstbäumen noch andere Pflanzen auf den Flächen stehen. -
Hallo Marakain,
Ich bin /oder besser gesagt zähle nicht zu den Ökos, jedoch bin ich nicht so doof um 1 und 1 zusammen zu zählen! Aktuell wird jedoch flächendeckende Volksverdummung im großen Stil betrieben!
Pink Lady aus Neuseeland wird als Bioapfel ausgeschildert, trotz Begiftung, damit er die kurze Reise um die Welt übersteht!
Rapsfelder ums Alte Land werden mit Gift behandelt, die für ein Verzehr der Pflanzenprodukte nicht geeignet sind, jedoch viel Ertrag und Geld versprechen. Der Biogasanlage ist das Gift egal, den Tieren nicht! Zudem gibt es Genmais, direkt neben anderen Nutzpflanzen! In der Pflanzenwelt hatte man früher gekreuzt um ein gutes Erbebnis und Eigenschaft der Elternpflanzen zu erzielen, heute gibt es leider Versuche alles ohne großen Aufwand zu betreiben.
Früchte ohne Kerne, Erdbeeren mit Annanasgeschmack, Kartoffeln die überall schnell wachsen .....!
Leider ist der Trend weg von alten Tierarten und Pflanzen hin zu Massenherstellung !
Allergiker werden mehr, Insekten werden weniger!
Für unsere Bienen sehe ich in den großen Felder im Norden Deutschlands wenig Hoffnung gesund zu bleiben, auch aus dem Grund , dass die verfügbaren Massentracht eher angeflogen wird, als vereinzelte blühende Sträuchen oder Blumen, somit ein Rapsfeld mit 2 Quadratkilometer mit Gift angeflogen wird. -
Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich dich richtig verstanden habe Jörn. Auch im Biobereich, wie überall wo es Geld zu verdienen gibt, ist nicht alles gut. Leider ist es wohl schon so das sich "das Volk" schon im großen Stil hat verdummen lassen. Natürlich ist das "Bio" was es bei Aldi und Co gibt nicht das Geld wert was man dafür mehr bezahlt als für den normalen Pink Lady Apfel. Doch ich schätze mal 80% der Leute die "Bio" kaufen wollen lassen sich bereitwillig verarschen ( ein anderes Urteil kann ich leider nicht fällen da 5 Minuten nachdenken eigentlich so gut wie jeden zu diesem Ergebnis bringen sollte). Das sie mit ihrem verhalten auch noch die wirklich heimischen Bioproduzenten schädigen begreifen sie dabei noch nicht einmal.
Genau wie Honig nicht gleich Honig ist ist Bio von Aldi nicht gleich das was man sich unter Bio vorstellt. Ich persönlich versteh nicht wirklich warum das so schwer zu begreifen ist aber die Masse kann oder will es nicht verstehen und ich weiß nicht was von beidem schlimmer ist.
Ansonsten stimme ich dir zu bei den von dir geschilderten Dingen. Die Frage ist dann in der Konsequenz was dagegen tun. Augen zu und durch funktioniert nicht ich denke da sind wir uns einig oder? -
Hallo Marakain ,
Ich stimme Dir zu!
Aber selbst ich mit ca 10 alten Apfelsorten ( ungspritzt) und mit einere großen Wildblumenwiese und Bienen habe nur bedingt Mittel etwas zu bewegen! -
Jörn seh ich anders. Du hast einen Anfang gemacht! Wenn du dich alleine mit einem Riesenacker Genmais oder gespritztem Raps mag es nicht viel erscheinen. Aber wenn deinem Beispiel andere folgen....
Es ist ja nun einmal so das "der kleine Mann" nicht anders kann als kleine Schritte zu gehen. Der eine so wie du und der andere vielleicht dadurch das er es nicht nur sagt sondern auch lebt und eben den echten "Bioapfel" ist und nicht den von Aldi der dann am Ende vom anderen Ende der Welt kommt und doch gespritzt ist. -
Zitat von Marakain
Jörn seh ich anders. Du hast einen Anfang gemacht! Wenn du dich alleine mit einem Riesenacker Genmais oder gespritztem Raps mag es nicht viel erscheinen. Aber wenn deinem Beispiel andere folgen....
Es ist ja nun einmal so das "der kleine Mann" nicht anders kann als kleine Schritte zu gehen. Der eine so wie du und der andere vielleicht dadurch das er es nicht nur sagt sondern auch lebt und eben den echten "Bioapfel" ist und nicht den von Aldi der dann am Ende vom anderen Ende der Welt kommt und doch gespritzt ist.
Seh ich auch so. Habe dieses Jahr, viele Wildpflanzen vermehrt. Rotklee, Schwarzen Holunder, Kastanien, Disteln, Löwenzahn, Wasserdost, Klatschmohn, Glockenblumensamen usw. Da wo sich eine heimische Pflanze schon angesiedelt hat oder ein Baum schon vorhanden ist, da helf ich ein bischen nach.
LG Katrin
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Wen soll dies wirklich wundern?
Hier liegen massive Probleme vor.
Sehen wir uns die Situation z.B. in Kalifornien an (was zwar extremer als das alte Land ist, aber der Trend ist der selbe).
Da sind riesige Unternehmen unterwegs um tlw. 10 000 Völker in die Mandeln und danach in die Obstblüte zu fahren.Bekannt ist beiden Seiten, das die moderne Landwirtschaft nicht unproblematisch für die Bienen ist. Natürliches vorkommen von Bienen oder anderen Bestäubern ist in diesen Monokulturen auch nicht möglich.
D.h. muss ein Kompromiss eingegangen werden.
Für eine industrielle Haltung von Bienen zu Bestäubungszwecken muss ein Stock etwa. 360 USD/A einbringen.
Hiermit muss vom Arbeiter, Beute bis zum Zucker alles finanziert werden. Auch Völkerverluste.
Dies nur mit Honig zu tun ist unmöglich!D.h. ergibt sich die Situation das die Bienen vermietet werden müssen. Der Mietpreis ist dabei abhängig vom Kosten-Risiko-Faktor. Aufgrund der Pflanzenschutzmittel sie während der Mandelblüte eingesetzt werden müssen, liegen hier die Preise hier bei mittlerweile 145 USD für 14 Tage. Tendenz steigend. Bei den Pfirsichen nur noch bei 60-80 USD für 4 Wochen.
Aufgrund des Aufwandes ist der Honig hierbei nicht das beliebteste (aber immer noch Lohnenswert).Die Bauern können aber auch nicht auf die Bienen verzichten, dann sind die Erträge einfach zu niedrig.
Gucken wir uns die Situation im alten Land an, hauptsächlich Äpfel und anderes Obst. Gespritzt wird auch während der Blüte (leider helfen Gebete auch nicht gegen die Schädlinge).
Guckt man sich jetzt mal Erfahrungsberichte von Imkern an, stellt man leider einheitlich fest, dass die Völker aus der Blüte immer mit starken Schäden zurückkommen. Die Schäden werden so beschrieben, das im Anschluss etwas wie eine Rapsblüte als Aufbautracht benötigt wird, dann gibt es im Sommer noch einmal Honig. Die Apfelblüte wird komplett verbrütet. D.h. stehen ca. 20 kg Honigverlust und geschädigte/tote Völker dem Ertrag gegenüber.Dies macht die Anwanderung extrem unattraktiv. D.h. hat sich hier mittlerweile das Zahlen von Bestäubungsprämien ein wenig etabliert. Diese liegen nach meinen aktuellen Wissensstand bei etwa 40-65 Euro.
20 kg Honig sind aber auch min. 200 Euro. Abzüglich der Verpackungs-, Lager- und Erntekosten. Die meisten anderen Kosten sind konstant für beides. D.h sprechen wir hier über etwa 160 €.
So dass man schnell erkennen kann das der Raps wirtschaftlicher und risikoärmer ist. Dies macht die Aufstellung von Völkern uninteressant.
Als nächstes kommt dazu das Bestäubungsleistung in Deutschland nicht weit als echte Leistung anerkannt ist (und auch vom DIB gerne als geschenkt propagiert wird).
Wer ist denn bereit für solch lausige Beträge bei so einem hohem Risiko in die Obstblüte zu fahren? Am besten noch weite Strecken, das die Transportkosten hoch sind.Ich wäre dies nicht. Aber da nur etwa 30% der benötigten Bienen vorhanden sind, wird sich mit Sicherheit etwas tuen und hoffentlich nicht nur beim Obst.
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