Hallo zusammen,
folgendes Zitat von Kai nehme ich als Anlass für dieses Thema:
Zitat von imkerforum-nordbiene...Ich persönlich vermehre (ziehe nach) am Stand. Und zwar von reinen Königinnen skandinavischer Herkunft (andere Herkünfte aus Polen, Österreich etc erwiesen sich als vermischt). Da ich kein Züchter bin und dies auch nicht vorhabe, ist für mich derzeit zumindest die Begattung am Heimatstand üblich. Das hat aber nichts mit Zucht und schon gar nicht mit Erhaltungsarbeit zu tun. Meine persönliche, oberste Priorität seit Jahren ist das Erfordernis der Erhaltung der Dunklen Biene dort, wo sie heute noch vorkommt.
Dies ist der derzeitige Sachstand. ...
LG
Kai
Quelle: https://imkerforum.nordbiene.de/viewtopic.php?f=10&t=2580
Nun zur Frage: Bin ich (Johannes) ein Züchter? ... Ganz klares Jein! ![]()
Beginnen möchte ich mit der Teilantwort - Nein.
Wer den Startseitentext meiner Webseite kennt, weiß, dass ich mich nicht als Züchter bezeichnen möchte. Dort steht nämlich:
Zitat...Ich bin kein Züchter, sondern betreibe die Imkerei lediglich als Hobby, allerdings bemühe ich mich jedes Jahr einen gewissen Überschuss an Königinnen zu erzeugen. Diese Königinnen gebe ich dann sehr gerne an Freunde der Dunklen Biene ab...
Dies hat für mich den Grund, dass ich mir nicht anmaßen will einen solchen "Schatz" wie die Dunkle Biene züchterisch zu bearbeiten! Das können echte Züchter in Skandinavien viel besser und viel behutsamer, da dort die Möglichkeiten für eine verantwortungsbewusste Erhaltungszucht gegeben sind. Da ich deren Zuchtmaterial kaufe und davon lediglich F1-Königinnen nachziehe, bin ich voll und ganz von deren Zuchtarbeit abhängig. Dies stört mich gar nicht und stellt auch keinen Widerspruch für mich dar.
Ein anderer Grund ist, dass mir die heutige Leistungszucht zuwider ist! All zuschnell wird man verleitet nur vom ertragsstärksten Volk nachzuziehen. Aber ist Massenertrag wirklich ein lohnendes Kriterium für eine gesunde, reine, ursprüngliche Biene? ... Ich denke nicht!
Aus diesem Grund halte ich meine potentiellen Zuchtköniginnen auch im M+ und schröpfe diese Völker regelmäßig. Eine Honigernte und deren Quantifizierung wird gar nicht erst angestrebt.
Kommen wir nun zur Teilantwort - Ja.
Wenn ich meinen Opa frage, so meint er, dass ich Züchter sei. Denn ich mache fast alles anders als er früher. Er hat nie Weiselzucht betrieben und jedes Jahr nur die Schwärme aus den Normbeuten gefangen. Eine Selektion auf irgend ein Kriterium fand nie statt.
Ich dagegen vermesse alle potentiellen Zuchtvölker und schließe nur diejenigen in meine Nachzucht ein, die auch optisch, wie von den Indizes her rein sind!
Per Definition ist das schon Zucht nach einem Auswahlkriterium, nämlich Reinheit. Doch ist es eben keine Leistungszucht!
Von daher kann ich mit Kai´s Zitat nicht ganz in Einklang kommen.
Zumal ich der Meinung bin, dass man mit F1-Königinnen allein schon über die reinen Drohnen einen winzigen, aber wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Dunklen leistet. Und durch den Kauf skandinavischer Königinnen unterstütze ich die dortigen Zuchtprojekte. Somit schließt sich der Kreis und wir kommen bei der Erhaltungszucht an!
An der Stelle sei mal erwähnt, dass die Nachfrage und der Verkauf reiner skandinavischer Königinnen für die dortigen Imker ein wichtiger finanzieller Grundstein für ihre Zuchtprojekte ist! Man kann die Erhaltung der Dunklen in ihrem heutigen Verbreitungsgebiet nicht besser unterstützen, als mit dem Kauf der Königinnen, die dort nicht gebraucht werden. Wichtig ist nur, dass der Vorort-Bedarf zuerst gedeckt werden muss. Dieses Jahr hatten wir als Beispiel Norwegen, wo die Binnennachfrage so groß war, dass nichts exportiert werden konnte. Das muss man wirklich positiv sehen. ![]()
LG Johannes