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  3. Die Dunkle Biene
  4. Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera (allgemein)

Eigenschaften der Dunklen Biene

  • Rheinschlucht
  • 26. September 2016 um 11:57
  • Rheinschlucht
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    • 26. September 2016 um 11:57
    • #1

    In den «News» des Vereins Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB) habe ich heute den ersten von drei ausführlichen Artikeln über die Eigenschaften der Dunklen Biene veröffentlicht: http://www.mellifera.ch/cms/news/dunkl…npassungsfaehig

    Darin sind neben den bekannten Fakten von Ruttner & Co. aus den 1960er-Jahren auch neue Forschungsergebnisse und natürlich die Erfahrungen von Kai Engfer * und anderen heutigen Mellifera-Imkern eingeflossen.

    Der erste Artikel befasst sich u.a. mit der Bruttätigkeit, der Schwarmneigung und der Winterhärte. Habe ich zu diesen Themen etwas vergessen? Oder hat sich ein Fehler eingeschlichen? Dann schreibt Euren Input doch bitte hier in die Kommentare. Ich freue mich auf eine kritische und nötigenfalls kontroverse Diskussion.

    * Gerne empfehle ich das Online-Buch «Die Dunkle Biene» von Kai Engfer zum Herunterladen: http://www.nordbiene.de/das-buch-die-dunkle-biene.html

  • Johannes
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    • 26. September 2016 um 13:10
    • #2

    Hallo Jürg,

    toller Bericht. Das Foto ist wunderschön! 8)

    Ich picke mir mal was raus aus den Text. :)

    Zitat

    Ein Blick auf die Waben eines Mellifera-Volkes zeigt das typische Brutmuster der Dunklen Biene: Ein kompaktes Brutnest, umgeben von einem breiten Pollenkranz und darüber ein schwerer Honigkranz. Im Gegensatz zu den anderen Unterarten speichern die Dunklen Bienen den Pollen sogar unter dem Brutnest.


    Hier mal ein Foto von mir, was gut dazu passt.


    Zitat

    Die Bezeichnung «Hüngler-Typ» für die mässige Bruttätigkeit geht auf den österreichischen Carnica-Züchter Guido Sklenar zurück. Sie ist allerdings missverständlich, denn bei Futtermangel schränken die Dunklen Bienen ihre Bruttätigkeit ein, damit sie keinen Hunger leiden müssen. Während im Gegensatz dazu die «Fleisch-Völker» auch bei knappem Futterangebot viel Brut haben und damit verhungern können.


    Sehr wichtig, das mal klar zu stellen. Viele "Ahnungslose" meinen damit nämlich, dass die Dunkle nichts einbringt. :roll:

    Zitat

    Der langjährige Obmann der Tiroler Imker, Alois Schwarzenberger, selektionierte seine Dunklen Bienen deshalb konsequent – und ziemlich radikal – auf eine dosierte Bruttätigkeit: «Wenn eine Königin die Brutwaben von einem Seitenschenkel des Rähmchens zum anderen bebrütet, drücke ich sie sofort ab.»


    Also ich für meinen Teil sehe das nicht so. Meine Königinnen brüten bei gutem Nahrungsangebot auch auf der kompletten Wabe. ... Gerade beim MiniPlus. :lol: Dieses Zitat muss vielleicht besser im Zusammenhang betrachtet werden.

    Zitat

    Von den britischen Inseln über die Alpen bis in den Ural hat die Dunkle Biene die gleichen genetisch vererbten Eigenschaften. Weil sich aber das lokale Klima und Trachtangebot über 4000 Kilometer quer durch Europa markant unterscheiden, bildeten sich lokale Ökotypen.
    ...
    Wenn man die Völker «vertauscht», also vom Departement Les Landes nach Paris und vice versa, behalten sie ihren Brutrhythmus bei. Die Folge ist eine schlechtere Honigernte.


    Das sehe ich kritisch. Denn ein Volk ist hoch dynamisch und passt sich schneller an, als der Imker gucken kann. Zumindest sind meine aus Skandinavien importierten Bienen im folgenden Frühjahr schon ohne Abstriche für "meine Tracht" geeignet. Ich sehe keine Verluste durch einen "falschen Ökotyp".

    Zitat

    Für Imker in starken Waldtracht-Regionen ist es interessant zu wissen, dass die Apis mellifera mellifera «ohne jede Zuckerfütterung, nur auf dem späten Waldhonig, ohne nachteilige Folgen überwintert», wie der Bienenforscher Gottfried Götze schreibt. (7) Er bestätigt damit die Beobachtungen von Prof. Enoch Zander, der seine Dunklen Bienen auch auf Waldhonig überwinterte.


    Toll. Das wusste ich noch gar nicht! :shock:


    Der Artikel ist wirklich schön geschrieben und jedem zu empfehlen!

    LG Johannes

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    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Rheinschlucht
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    • 26. September 2016 um 13:29
    • #3
    Zitat von Johannes

    (Zitat Anfang) Von den britischen Inseln über die Alpen bis in den Ural hat die Dunkle Biene die gleichen genetisch vererbten Eigenschaften. Weil sich aber das lokale Klima und Trachtangebot über 4000 Kilometer quer durch Europa markant unterscheiden, bildeten sich lokale Ökotypen. Wenn man die Völker «vertauscht», also vom Departement Les Landes nach Paris und vice versa, behalten sie ihren Brutrhythmus bei. Die Folge ist eine schlechtere Honigernte. (Zitat Ende)

    Das sehe ich kritisch. Denn ein Volk ist hoch dynamisch und passt sich schneller an, als der Imker gucken kann. Zumindest sind meine aus Skandinavien importierten Bienen im folgenden Frühjahr schon ohne Abstriche für "meine Tracht" geeignet. Ich sehe keine Verluste durch einen "falschen Ökotyp".

    LG Johannes


    Erst mal herzlichen Dank für die positive Rückmeldung und den Input!

    Es gibt eine französische Studie über dieses Experiment, die ich aber leider nicht mehr finde (was mich ehrlich gesagt ärgert, weil ich alles andere korrekt belegen kann). Vielleicht mögen die hochnäsigen «Abeilles de Paris» einfach nicht in die Provinz verfrachtet werden? ;)

  • Johannes
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    • 26. September 2016 um 14:08
    • #4

    Jaja, die Franzosen. 8)8)8)

    Aber davon abgesehen ist der Beitrag von dir wirklich erstklassig recherchiert und formuliert. Solch eine fundierte, sachliche und dennoch kurz gefasste Beschreibung der Dunklen muss man erst mal hinbekommen.

    Darf ich noch erfahren, ob das Foto eines deiner Völker zeigt und um welchen Reinheitsgrad es sich ungefähr handelt?
    Die Bienen sind optisch erstklassig!

    LG Johannes

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  • Rheinschlucht
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    • 26. September 2016 um 14:28
    • #5
    Zitat von Johannes

    Darf ich noch erfahren, ob das Foto eines deiner Völker zeigt und um welchen Reinheitsgrad es sich ungefähr handelt?
    Die Bienen sind optisch erstklassig!


    Kurz und bündig:

    – Ja.
    – Von einer Linienbelegstationen, also Anpaarung mit mehr als 95 Prozent reinrassigen Drohnen der Belegstation.

  • Johannes
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    • 26. September 2016 um 16:15
    • #6

    Tolles Zuchtmaterial! ... Da wird Kai seine Haltung wohl mal gründlich überdenken müssen. 8):lol:

    LG Johannes

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  • Katrin
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    • 27. September 2016 um 06:31
    • #7

    Das gefällt mir, ist ein gutes Thema. Ich finde das sehr gut beschrieben und versteh jetzt auch, wieso ausnahmslos alle Carnica-Halter in unserer Gegend dieses Jahr ständig am zufüttern waren und auch die Drohnenschlacht sehr früh stattgefunden hat. Hat dieses Jahr fast nur geregnet oder war bewölkt, mit etwas Gück waren mal 5 Tage schönes Wetter.

    Zitat

    Von den britischen Inseln über die Alpen bis in den Ural hat die Dunkle Biene die gleichen genetisch vererbten Eigenschaften. Weil sich aber das lokale Klima und Trachtangebot über 4000 Kilometer quer durch Europa markant unterscheiden, bildeten sich lokale Ökotypen.
    ...
    Wenn man die Völker «vertauscht», also vom Departement Les Landes nach Paris und vice versa, behalten sie ihren Brutrhythmus bei. Die Folge ist eine schlechtere Honigernte.

    Zitat von Johannes

    Das sehe ich kritisch. Denn ein Volk ist hoch dynamisch und passt sich schneller an, als der Imker gucken kann. Zumindest sind meine aus Skandinavien importierten Bienen im folgenden Frühjahr schon ohne Abstriche für "meine Tracht" geeignet. Ich sehe keine Verluste durch einen "falschen Ökotyp".

    Würde da glaub ich eher in Nord- und Südbienen unterscheiden, also zwischen Mellifera
    und Carnica, Sicula, Ligustica. Die Dunkle legt eine Brutpause ein bei weniger Nahrungsangebot,
    die andren wohl nicht.

    Zitat von Johannes

    Der Artikel ist wirklich schön geschrieben und jedem zu empfehlen!

    Finde ich auch, wieder was gelernt. :wink:
    Und auch das Foto in der Verlinkung gefällt mir, sehr hübsche Bienen. :)


    LG Katrin

  • Rheinschlucht
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    • 10. Oktober 2016 um 21:00
    • #8

    Heute habe ich in den «News» des Vereins Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB) den zweiten von drei ausführlichen Artikeln über die Eigenschaften der Dunklen Biene veröffentlicht: Die Dunkle Biene sammelt fleissig Honig, Pollen und Propolis.

    Darin sind neben den bekannten Fakten von Bruder Adam, Friedrich Ruttner & Co. auch Vergleichs-Untersuchungen von Mellifera- und Carnica-Bienenvölkern in der Schweiz eingeflossen.

    Der zweite Artikel befasst sich mit der Honigleistung sowie dem Sammeltrieb der Mellifera für Pollen und Propolis. Habe ich zu diesen Themen etwas vergessen? Oder hat sich ein Fehler eingeschlichen? Dann schreibt Euren Input doch bitte hier in die Kommentare. Ich freue mich auf eine kritische und nötigenfalls kontroverse Diskussion.

  • Johannes
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    • 12. Oktober 2016 um 17:20
    • #9

    Hallo Jürg,

    heute habe ich es endlich geschafft, deinen Artikel zu lesen. ... Keine Beanstandungen! :lol:

    Zitat

    Für die Mellifera-Imker in Südfrankreich gehört deshalb «neben dem Smoker eine Flasche Spiritus zum Reinigen der Finger vom Kittharz zum normalen Arbeitsmaterial», berichtet Friedrich Ruttner.


    Ich lebe zwar nicht in Südfrankreich, aber ich mache das auch so!

    LG Johannes

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  • Ole86
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    • 22. Oktober 2016 um 13:12
    • #10

    Hi Jürg,

    bin gerade mal dazu gekommen ein wenig auf deiner Seite zu stöbern und stelle fest, dass ihr ja wirklich toll aufgestellt seit. Auch super, dass ihr sogar ein Magazin veröffentlicht. Da geht einem der wie ich in der Printbranche tätig ist ja ein wenig das Herz auf :D

    Bringt ihr das Magazin eigentlich für die Mitglieder auch gedruckt raus?

    Beste Grüße, Ole!

  • ck1
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    • 28. Oktober 2016 um 13:29
    • #11

    Schöne Seite und gute Artikel - vielen Dank für diesen Linktip!

    VG Christian

  • Rheinschlucht
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    • 28. Oktober 2016 um 13:41
    • #12
    Zitat von Ole86

    Bringt ihr das Magazin eigentlich für die Mitglieder auch gedruckt raus?

    Beste Grüße, Ole!


    Natürlich gibt es das Magazin (CHF 20 für zwei Hefte/Jahr) auch in gedruckter Form:

    Zitat

    Abo ohne VSMB-Mitgliedschaft!
    Die Vereinszeitschrift kann auch ohne Mitgliedschaft abonniert werden. Sie erhalten pro Jahr zwei gedruckte Ausgaben mit Informationen über Aktivitäten und Wissen zum Thema Dunkle Biene im In- und Ausland.

    Link zum PDF (kostenloser Download) und zum Print-Magazin: http://www.mellifera.ch/cms/magazin

  • ck1
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    • 28. Oktober 2016 um 18:17
    • #13

    Das Magazin ist super gemacht. Die 20 chf für zwei Ausgaben finde ich recht heftig, dafür aber mehr als fair, dass man sich die PDF kostenlos ziehen kann. Ihr seid da echt sehr viel weiter als die Vereine in Deutschland und mit deutlich größerer Unterstützung durch die kommunale Politik & solvente Spender (siehe Bericht über die Belegstelle :mrgreen: ) ...

    VG Christian

  • Rheinschlucht
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    • 29. Oktober 2016 um 14:23
    • #14
    Zitat von ck1

    Das Magazin ist super gemacht. Die 20 chf für zwei Ausgaben finde ich recht heftig, dafür aber mehr als fair, dass man sich die PDF kostenlos ziehen kann.

    VG Christian


    Der Preis ist tatsächlich auf hohem Niveau. Der Grund dafür sind die hohen Druck(Grund-)kosten für 500 Exemplare. Wenn das «Mellifera Magazin» eine Auflage von 50'000 Ex. hat, wird der Abopreis sicher gesenkt :D

  • Didi
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    • 10. November 2016 um 15:52
    • #15

    Moin zusammen,
    Originalton Landesverband Schleswig-Holstein
    "Seit einiger Zeit sind noch die Buckfast, eine Kunstrasse aus England, die in ihrer reinen und ursprünglichen Form der Carnica sehr ähnlich war und die
    Apis melifera melifera (die hier in Deutschland ursprünglich vorgekommen ist), hinzugekommen. Typische Melifera Eigenschaften sind: späte Brutentwicklung, schwarmfreudig, geringe Honigernten, mangelnde Sanftmut und Wabensitz."
    VG Dieter

  • Rheinschlucht
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    • 10. November 2016 um 17:23
    • #16
    Zitat von Didi

    «Seit einiger Zeit sind noch die Buckfast, eine Kunstrasse aus England, die in ihrer reinen und ursprünglichen Form der Carnica sehr ähnlich war [...] hinzugekommen.»


    «Seit einiger Zeit [...] hinzugekommen» > Ähm, war nicht die Mellifera zuerst da?
    «Kunstrasse»? > Wohl eher Zuchtrasse.
    «in ihrer reinen und ursprünglichen Form?» > Wie kann eine Zuchtrasse eine reine und ursprüngliche Form haben?

    Ziemlich viel ziemlich Wenig in einem Satz.

  • Didi
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    • 10. November 2016 um 18:03
    • #17

    Moin Jürg,
    ja da muß ich dir recht geben. Aber wenn man eine Belegstelle aktzeptiert hat, die Biene aber eigentlich vom Verband her nicht so recht will, darf man ja wohl die angeblichen Nachteile hervorheben. Das ist doch das was vom Geschriebenen hängenbleibt:
    Typische Melifera Eigenschaften sind: späte Brutentwicklung, schwarmfreudig, geringe Honigernten, mangelnde Sanftmut und Wabensitz."
    VG Dieter

  • Rheinschlucht
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    • 10. November 2016 um 18:21
    • #18
    Zitat von Didi

    Das ist doch das was vom Geschriebenen hängenbleibt:
    «Typische Melifera Eigenschaften sind: späte Brutentwicklung, schwarmfreudig, geringe Honigernten, mangelnde Sanftmut und Wabensitz.»


    Das wäre dann mein nächster Satz gewesen:

    Ziemlich viel ziemlich Nichts in einem Satz.

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