Mondscheinbelegstelle - (Köhlersches Verfahen als Denkanstoß)
Also ich möchte an dieser Stelle von meinem Kursbesuch Mondscheinbelegstelle bei Herrn Glock in Ingelfingen Ende Juni diesen Jahres bereichten.
Wir waren drei Teilnehmer. eigentlich wollten wir an dem Samstag nur unsere Kampinos in Empfang nehmen. Aber deren Ankunft aus Polen verzögerte sich um 12 Stunden. So entschädigte uns Herr Glock mit dem Lehrgang und einer praktischen Vorführung am Bienenstand.
*** Biologischer Aspekt des Verfahrens "Mondscheinbelegstelle" (Köhlersches Verfahren, im Auzug aus der Schulungsunterlage) ***
Angefangen hat alles vor ca. 150 Jahren mit der Auffassung, dass damals vielfach behauptet wurde, dass die junge brünftige Königin vorwiegend von den Drohnen des eigenen Stockes begattet wird, weil diese beim Verlassen des Stockes sofort von den Drohnen des Stockes verfolgt wird. So ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Drohnen dieses Verfolgertrupps auch hauptsächlich für die Begattung verantwortlich sind.
Die Schlussfolgerung war die: Man muss nur die Königin mit den Drohnen des erwünschten Vatervolkes zusammenbringen und die Sicherheit erhöhen, diese zu einem Zeitpunkt fliegen zu lassen, zu dem keine oder nur noch einzelne Drohnen anderer Völker fliegen. So steckte man die Königin zusammen mit Drohnen in EWK's und verbrachte diese in den Keller. Um ca. 17:00 Uhr holte man dann die EWK aus dem Keller und öffnete sie. Das Problem wurde dann recht schnell klar: Die Drohnen oder die Königin waren nicht immer gleichzeitig brünftig. Die Anzahl der Drohnen nahm schnell ab und die begattung mißlang.
Es gibt also nur einen Weg zum Erfolg: Man muß die Drohnen- und Königinnenzucht so früh wie möglich beginnen und die Begattung einleiten, wenn noch sehr wenige oder keine Drohnen "minderwertiger" Herkunft fliegen.
Das Köhlersche Verfahren wurde von einem Pfarrer namens Köhler vor 150 Jahren entwickelt: In den Begattungsvölkchen werden ca. 15 hochwertige Drohnen gehalten. Diese Völker werden tagsüber im Keller gehalten und täglich erst nach dem Flug der "unerwünschten" Drohnen mit der königin auf Hochzeitsflug geschickt.
***Praktische Demonstration***
Wir haben diese Übung gleich bei Herrn Glock miterleben können. In speziellen Drohnenvölkern haben wurden ca. 60 Drohnen entnommen und in eine DNM-Beute zugesetzt. Darin befand sich schon die unbegattete Königin mit dem Begattungsvölkchen. Sind die Geschlechtstiere nun zusammen, wird sich ihr Brunftzyklus langsam synchronisieren. D.h. die Drohnen stellen sich auf die Königin ein.
*** Technischer Aspekt - Spezielle Beutenkonstruktion ***
Die Notwendigkeit des Abdunkelns übernimmt eine spezielle Beutenkonstruktion. Kurz gefasst: In den Beutenboden ist ein Labyrinth gebaut. Das Flugloch ist mit einer Absperr-Folie verschlossen, dass die Königin nicht zufällig doch ungewollt den Bau verlässt. Die Arbeiterinnen haben nach wenigen Tagen den Ausgang durch das Labirinth gefunden und beginnen mit der normalen Flugtätigkeit. Im oberen Teil der Beute ist ein weiteres Flogloch gebohrt und mit einem Korken verschlossen.
Wenn diese Vorbereitungen getroffen sind, kann die Hochzeit beginnen!
*** Zeitlicher Aspekt ***
Jetzt muss man "nur" noch seine Königin fliegen lassen. Gegen 16:00 Uhr hat Herr Glock dann die Stöpsel aus seinen ca. 10-12 Beuten gezogen. Es begann ein mehr oder weniger reges Treiben an den oberen Floglöchern. Die Drohnen begannen zu fliegen und die eine oder andere Königin war auch zu sehen. Einfach toll!
Das Ganze wird einige Tage wiederholt, nachdem man natürlich nach Sonnenuntergang die Stöpsel wieder eingeschoben hat.
Das Ergebnis, dass Herr Glock mit dieser Methode erreicht ist eine 100%ige Reinrassigkeit seiner A.m.m Nigra (trotz der Carnica-Bestände in seiner unmittelbaren Umgebung) , bescheinigt durch das eidgenössische Bienenzentrum (http://www.alp.admin.ch).
Soviel dazu, Viel Spaß beim grübeln und diskutieren.





