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Mondscheinbelegstelle - (Köhlersches Verfahen als Denkanstoß

  • jenaer
  • 18. November 2010 um 18:30
  • jenaer
    Gast
    • 18. November 2010 um 18:30
    • #1

    Mondscheinbelegstelle - (Köhlersches Verfahen als Denkanstoß)
    Also ich möchte an dieser Stelle von meinem Kursbesuch Mondscheinbelegstelle bei Herrn Glock in Ingelfingen Ende Juni diesen Jahres bereichten.
    Wir waren drei Teilnehmer. eigentlich wollten wir an dem Samstag nur unsere Kampinos in Empfang nehmen. Aber deren Ankunft aus Polen verzögerte sich um 12 Stunden. So entschädigte uns Herr Glock mit dem Lehrgang und einer praktischen Vorführung am Bienenstand.

    *** Biologischer Aspekt des Verfahrens "Mondscheinbelegstelle" (Köhlersches Verfahren, im Auzug aus der Schulungsunterlage) ***
    Angefangen hat alles vor ca. 150 Jahren mit der Auffassung, dass damals vielfach behauptet wurde, dass die junge brünftige Königin vorwiegend von den Drohnen des eigenen Stockes begattet wird, weil diese beim Verlassen des Stockes sofort von den Drohnen des Stockes verfolgt wird. So ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Drohnen dieses Verfolgertrupps auch hauptsächlich für die Begattung verantwortlich sind.
    Die Schlussfolgerung war die: Man muss nur die Königin mit den Drohnen des erwünschten Vatervolkes zusammenbringen und die Sicherheit erhöhen, diese zu einem Zeitpunkt fliegen zu lassen, zu dem keine oder nur noch einzelne Drohnen anderer Völker fliegen. So steckte man die Königin zusammen mit Drohnen in EWK's und verbrachte diese in den Keller. Um ca. 17:00 Uhr holte man dann die EWK aus dem Keller und öffnete sie. Das Problem wurde dann recht schnell klar: Die Drohnen oder die Königin waren nicht immer gleichzeitig brünftig. Die Anzahl der Drohnen nahm schnell ab und die begattung mißlang.
    Es gibt also nur einen Weg zum Erfolg: Man muß die Drohnen- und Königinnenzucht so früh wie möglich beginnen und die Begattung einleiten, wenn noch sehr wenige oder keine Drohnen "minderwertiger" Herkunft fliegen.
    Das Köhlersche Verfahren wurde von einem Pfarrer namens Köhler vor 150 Jahren entwickelt: In den Begattungsvölkchen werden ca. 15 hochwertige Drohnen gehalten. Diese Völker werden tagsüber im Keller gehalten und täglich erst nach dem Flug der "unerwünschten" Drohnen mit der königin auf Hochzeitsflug geschickt.

    ***Praktische Demonstration***
    Wir haben diese Übung gleich bei Herrn Glock miterleben können. In speziellen Drohnenvölkern haben wurden ca. 60 Drohnen entnommen und in eine DNM-Beute zugesetzt. Darin befand sich schon die unbegattete Königin mit dem Begattungsvölkchen. Sind die Geschlechtstiere nun zusammen, wird sich ihr Brunftzyklus langsam synchronisieren. D.h. die Drohnen stellen sich auf die Königin ein.

    *** Technischer Aspekt - Spezielle Beutenkonstruktion ***
    Die Notwendigkeit des Abdunkelns übernimmt eine spezielle Beutenkonstruktion. Kurz gefasst: In den Beutenboden ist ein Labyrinth gebaut. Das Flugloch ist mit einer Absperr-Folie verschlossen, dass die Königin nicht zufällig doch ungewollt den Bau verlässt. Die Arbeiterinnen haben nach wenigen Tagen den Ausgang durch das Labirinth gefunden und beginnen mit der normalen Flugtätigkeit. Im oberen Teil der Beute ist ein weiteres Flogloch gebohrt und mit einem Korken verschlossen.

    Wenn diese Vorbereitungen getroffen sind, kann die Hochzeit beginnen!

    *** Zeitlicher Aspekt ***
    Jetzt muss man "nur" noch seine Königin fliegen lassen. Gegen 16:00 Uhr hat Herr Glock dann die Stöpsel aus seinen ca. 10-12 Beuten gezogen. Es begann ein mehr oder weniger reges Treiben an den oberen Floglöchern. Die Drohnen begannen zu fliegen und die eine oder andere Königin war auch zu sehen. Einfach toll!
    Das Ganze wird einige Tage wiederholt, nachdem man natürlich nach Sonnenuntergang die Stöpsel wieder eingeschoben hat.

    Das Ergebnis, dass Herr Glock mit dieser Methode erreicht ist eine 100%ige Reinrassigkeit seiner A.m.m Nigra (trotz der Carnica-Bestände in seiner unmittelbaren Umgebung) , bescheinigt durch das eidgenössische Bienenzentrum (http://www.alp.admin.ch).

    Soviel dazu, Viel Spaß beim grübeln und diskutieren.

  • jenaer
    Gast
    • 18. November 2010 um 21:00
    • #2

    Ich kann mal ein .zip mit Fotos und Filmchen machen und die URL zum download hier einhängen. Oder geht das hier im Forum irgendwo?

    Gruß Stefan

  • Heidjer
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    • 20. November 2010 um 02:39
    • #3

    Hallo jenaer,

    auch ich bin daran interessiert!
    Frag doch mal Kai wegen des Einstellens von Bildern an.

    Stille unsere Neugierde oder besser Wissbegierde!

    Mit bestem Gruß
    Heidjer Wolfgang

  • Kai
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    • 20. November 2010 um 17:39
    • #4

    Hallo, Bilder einstellen ist hier kein Problem, sende mir die Fotos einfach zu:
    abelius@gmx.net

    LG
    Kai

  • jenaer
    Gast
    • 20. November 2010 um 19:37
    • #5

    Hallo, ich habe jetzt ein paar Fotos geschickt.

    Zu sehen ist der Einsatz für den Beutenboden (Dadant). Zweck ist es, das Eindringen von Sonnenlicht zu 100% zu verhindern. Die Absperrfolie verhindert das die Königing ggf. unkontrolliert ausfliegt. Die Arbeiterinnen finden den Aussgang wohl recht schnell nach 1-2 Tagen. Dann herrscht normaler Flogbetrieb.

    Die Aufnhamen von den Flugöchern zeigen die zwei Anflugbretter. Das obere hat nur eine Bohrung von ca. 20-30 mm und ist mit einem Korken verschlossen. Der wird tgl. gezogen. Das untere Flugbrett benutzen die Arbeiterinnen ganz normal.

    Dann gibt es noch einen Beutendeckel mit zwei Löchern die mit Gaze und Reiszwecken verschlossen sind. Dort haben wir die 60 Drohnen eingesetzt.

    Ich will mal darauf hinweisen, dass Herr Glock sich das Ganze hat patentieren lassen. Sicher können wir uns das nachbauen, aber nicht kommerziell betreiben.
    ---
    Ich fahre Anfang Dez. nach Oranienburg. Mein Kumpel wird dann wohl den ersten Prototyp gebaut haben (Dadant-Maß). Mal sehn ob ich Fotos machen darf ;) Ich selbst werde wohl meine Begattungsvölkchen mit Mini-Plus hochziehen und mir die Beutenböden entsprechend anpassen.
    ---
    Wir planen auch, kommende Saison nach Polen zu fahren, um neue Kampino-Königinnen oder Ableger zu holen. Diese sind zwar künstlich besamt, aber was soll's wir kriegen die schon durch. Wer Interesse hat, kann sich ja mit einklinken.

    Gruß Stefan





  • Kai
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    • 21. November 2010 um 19:28
    • #6
    Zitat von Koizchen

    Hallo,

    gibt es einen Grundgedanken zur Kampino-Biene? Damit meine ich, dass Herr Glock offensichtlich die Schweizer Nigra und die Kampino bevorzugt. Hat er sich dazu mal geäußert gehabt? Regionaltyp, besonders schützenswert, gefällt ihm einfach besser?

    Merci

    Grüße

    Tim



    Hallo Tim,

    ich habe ein Volk der "Kampino-Biene", wenn damit die polnische Linie Kampinoska gemeint ist. Es soll sich um eine instrumentell besamte Reinzuchtkönigin handeln. Dennoch würde ich vom äußeren Erscheinungsbild her urteilen, dass dieses EINE Volk nicht 100 prozentig rein ist. Manche Bienen besitzen breitere Filzbinden als die Dunkle Biene skandinavischer Herkunft. Ich würde SCHÄTZEN, dass das Kampinoska-Volk zu ca. 80 % reine M-Gene besitzt. Für eine weitere Zuchtauslese ist das schon eine recht gute Basis.

    Das Volk besiedelt bei mir übrigens die Klotzbeute, den hohlen Eichenstamm.

    LG
    Kai Hier ein Foto von der Biene:

  • Luxnigra
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    • 22. November 2010 um 10:22
    • #7

    Hallo jenaer, hallo alle

    Danke für deine präzisen Ausführungen. DAS ist die Methode, die wir schon lange gesucht haben. Eine Frage hätte ich noch: An welchem Datum, ungefähr, fand dieser Versuch von Herr Glock statt? Wie war das Wetter?
    Grundsätzlich ist es ok, wenn Herr Glock sich diesen Boden, oder das ganze Verfahren patentieren lässt.
    Jedenfalls ist dies eine echt einfach auszuprobierende Methode.
    Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: wenn man in Bienendichtem Gebiet lebt, kann es durchaus vorkommen, dass fremde Drohnen sich in dein ausgesuchtes Zuchtdrohnenvolk einbetteln. Wenn du nun eine solche Drohne für die Begattung erwischst....
    Um dieses Risiko zu minimieren, verweise ich auf eine von Jungels beschriebene Methode: Ab Tag 23 nach Einsetzen der Drohnenwaben geht man hin und zeichnet die frisch geschlüpften Drohnen mit einem Wasserlöslichen Zeichenstift, oder Königinnenmarker. Man macht dies bei gutem Flugwetter, wenn die meisten alten und flugfähigen Drohnen draussen sind. Die jungen Drohnen sitzen auf der Wabe, wo sie geschlüpft sind. Nach ca 15 Tagen sind dann die gezeichneten Drohnen geschlechtsreif.
    Ich habe sie übungsweise dieses Jahr gezeichnet. So sieht man, wo sie sich überall einbetteln, und wie alt sie werden.

  • Luxnigra
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    • 22. November 2010 um 16:19
    • #8

    Wie weit die Drohnen fliegen und sich einbetteln, weiss ich nicht, aber 3 km d£rften es immerhin sein.

  • Kai
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    • 22. November 2010 um 16:46
    • #9
    Zitat von Koizchen

    Ich bin der Meinung, so gut, wie die Plattform hier schon angelaufen ist, sollten wir dann demnächst mal eine Liste, oder tabelle hier führen, wer welche Stämme führt. dann könnten sich hier die Züchter mal mit Material austauschen und Inzucht vermeiden helfen.

    Ich schaue hier mal ganz lieb zum Kai :)

    Grüße

    Tim



    Hallo Tim,

    eine gute Idee. Ich will mal sehen, wie sich das technisch hier am besten realisieren lässt, dass sich jeder selber vielleicht ein- und austragen kann.

    LG
    Kai

  • Swissbee
    Anfänger
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    • 22. November 2010 um 18:44
    • #10

    Die Königinnen von Herrn Glock wurden auf ihre Reinrassigkeit bestätigt? Vom Bieneninstitut Liebefeld? Hat jemand dazu gesicherte Informationen?

  • jenaer
    Gast
    • 22. November 2010 um 22:42
    • #11

    Luxnigra: Hallo, ich kann das nicht abschließend beurteilen. Aber ich denke mal. da die Drohen "Handverlesen" sind, dass ein Profi einen Nigra-Drohn (kohlrabenschwarz) von einem Carnica-Drohn unterscheiden kann. Ist der Kasten erst einmal zu, kann kein Drohn rein, wegen der Absperrfolie.
    Gruß, Stefan

  • jenaer
    Gast
    • 22. November 2010 um 22:47
    • #12

    Swissbee: Ja, Reinrassigkeit bestätigt vom Bienenforschungszentrum Liebefeld (Bern). Habe davon eine Kopie.
    Gruß Stefan

  • jenaer
    Gast
    • 22. November 2010 um 22:51
    • #13

    @Koizchen: Herr Glock züchtet ausschließlich A.m.m.Nigra. Zur Kampino-Linie habe ich noch nicht viel Informationen. Ich nehme es aber einmal als Anregung, hierzu ein paar mehr Informationen zusammen zu tragen.
    Beste Grüße, Stefan

  • manne
    Gast
    • 23. November 2010 um 10:05
    • #14

    vielleicht hier:

    http://www.bioroznorodnosc.izoo.krakow.pl/taxonomy/term/9

  • jenaer
    Gast
    • 28. November 2010 um 10:01
    • #15

    Hallo Manne, versuch's mal mit dem google-Übersetzter polnisch-deutsch.
    http://translate.google.de
    Viele Grüße

  • jenaer
    Gast
    • 28. November 2010 um 10:26
    • #16

    Ich habe mal die Zuchtgeschichte durch den Übersetzer gejagt.
    :roll:
    ---
    Race Central European bee Apis mellifera mellifera L. originally covered the entire Polish territory with the exception of its southern tip. Bees were exposed only to natural selection, and adapted to the harsh climate and crops of our country. Produced a number of valuable features such as a very good winter hardiness, family reds cautious when relapses cold spring, the rapid development of the family after the stabilization of the weather conditions. In the course of evolution created a number of local populations about the characteristics of central European bees, slightly different from each other.
    As a result of mass importation of foreign breeds of bees to the Polish, especially in the sixties of the twentieth century, there was almost complete expulsion of the Central European bees from the area of their natural occurrence. This resulted mainly from the specificity of insemination of bees - drones flying in the air naturally unasieniają mothers in the general population, resulting in very rapidly and introduction of foreign genes, even with a small amount of imported dams.
    One of the lines representing the genotype of the Central European bees in a relatively pure form in the environment for their initial occurrence, are bee-line M Kampinoska kept in apiaries in Kampinos. They are protected from the 70s the last century. At the beginning of the 80s Created for the maintenance of the administrative district of the line so you survived and is now a valuable source of genes central European bees. Kampinos bee protection program be implemented initially by the Branches of the Central Animal Husbandry Station, and since 2001. National Animal Breeding Centre, led to the creation of conservative stock this line in an apiary in Parzniewie, now belonging to the Station for Animal Breeding and Insemination Sp. z o. o. in Bydgoszcz and a few individual stocks in apiaries. :roll::roll::roll:

  • Tasso9x
    Gast
    • 28. November 2010 um 11:25
    • #17

    Das ist aber immer noch unverständliches Ausländisch!
    Tasso

  • Horst
    Gast
    • 28. November 2010 um 17:06
    • #18

    Da kann man mal sehen wie auch in Polen der Wahn der Bienenveredlung durch Fremdrassen Einzug gehalten hatte und hält -Buckfast und ko-.
    Im übrigen glaube ich schon, dass wir es dort mit der Waldbiene zu tun haben.

  • Bienenfreund
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    Imker seit
    0000-00-00
    Bienenrasse
    Carnica, Mellifera
    Völkerzahl (circa)
    3
    • 6. Dezember 2010 um 15:06
    • #19

    Hierzu meine Frage:" Statt die Drohnen durch ein Labyrinth laufen zu lassen, ginge es nicht auch mit einem Absperrgitter ? Eine Leerzarge untersetzen, Absperrgitter drauf ab 17.00 Uhr das Absperrgitter entfernen, so daß die Jungkönigin und die Drohnen ausfliegen können oder ist die Jungkönigin zu schlank für das Absperrgitter ?
    Gruß Bienenfreund

  • Nigra
    Gast
    • 6. Dezember 2010 um 18:55
    • #20
    Zitat von Bienenfreund

    Hierzu meine Frage:" Statt die Drohnen durch ein Labyrinth laufen zu lassen,

    Die Drohnen sollen eben genau nicht durch das Labyrinth, welches ja kein Tageslicht in die Beute lassen soll, damit die Drohnen nicht merken, dass da der Ausgang ist. (Das Absperrgitter ist vor dem Labyrinth montiert und wird nie entfernt).

    Die Geschlechtstiere sollen das offizielle Flugloch benutzen, so bald es Abends geöffnet wird.

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