Hallo allerseits,
ich habe mal wieder gearbeitet, nachdem ich die verlängerte Silvesterwoche mit Besuch genossen habe. Zur Untersuchung kamen heute zwei Bienenproben, die ich in einem gemeinsamen Messvorgang untersuchen durfte:
1. Eine Bienenprobe (Flügel Nr. 17 bis 27) der schwedischen Dunklen Biene von dem Vermehrungszüchter Andreas Ratz, Imkerei Tamaris, Uckerland:
Bei der Königin handelt es sich um eine Königin aus dem Jahre 2013, die laut Zuchtkarte auf der Belegstelle Glashütte bei Eggesin in Vorpommern begattet wurden (Map siehe weiter unten).
Die Mutter der Königin war die Königin IA 11 008 und somit eine original schwedische Königin (IA= Ingvar Arvidsson).
Als Drohnenvölker der Belegstelle Glashütte dienten hier laut Zuchtkarte die beiden Völker AR 11 121 und BK 11 001. Die Königin ist laut Zuchtkarte seit dem 12.06.2013 in Eilage.
Die Ergebnisse stellen sich im einzelnen wie folgt dar:
Discoidalverschiebung und Cubitalindex: 64% aller Flügel im Mellifera-Bereich
Discoidalverschiebung und Hantelindex: 64% aller Flügel im Mellifera-Bereich
Hantelindex und Cubitalindex: 55% aller Flügel im Mellifera-Bereich.
Unter Gesamtbetrachtung der Einzelwerte zeigt sich, dass nur 55% aller Flügel im Mellifera-Bereich liegen. Damit zeigt sich, dass es sich bei dieser als "reine Dunkle Biene" verkaufte Königin um Material mit bereits deutlich erkennbarer Hybridisierung handelt. Es zeigt sich weiterhin, dass Landbelegstellen keine Sicherheit bieten, zumal wenn, wie hier, nur wenige Drohnenvölker (zwei!) zum Einsatz kommen.
Dennoch ist die Dunkle Biene in dieser wie auch der folgenden Probe gut zu erkennen!
2. Der andere Teil der Probe (Flügel Nr. 1 bis 16) analysiert die Ergebnisse der Arbeiterinnen der F1-Tochter der vorigen (untersuchten) Königin. Das es sich um eine standbegattete Königin handelt, ist es nicht verwunderlich, dass kein einziger Flügel im Mellifera-Bereich liegt.
Ich finde, dies ist eine interessante Untersuchung. Wie seht Ihr das?
Vielen Dank an den Einsender. Die Analyse der 3 Werte hat mir wieder viel Spaß bereitet.
Da es gerade passt: Der Cubitalindex allein reicht nicht aus, um Hybrideinflüsse bei der Dunklen Biene erkennbar zu machen. Ausschlaggebend ist vor allem die Discoidalverschiebung in Verbindung mit Cubital- und Hantelindex! Und: Filzbindenbreite, Zungenlänge, Fersenbreite etc. sind zur Feststellung einer Hybridisierung der Mellifera völlig ungeeignet.
LG
Kai
Anbei die entsprechenden Grafiken:
Map: Belegstelle Glashütte, Eggesin
[gmap]53.584965,14.2569[/gmap]
Fotos:
Ergebnis der Arbeiterinnen der Zuchtkönigin:
[attachment=5]Ergebnis-04-01-2014-2.jpg[/attachment]
Bienenproben:
[attachment=3]fluegel-probe-04-01-2014-2.jpg[/attachment]
[attachment=0]fluegel-probe-04-01-2014-3.jpg[/attachment]
Flügel der Arbeiterinnen der Belegstellenkönigin Glashütte:
[attachment=2]fluegel-probe-04-01-2014-6.jpg[/attachment]
Flügel der Arbeiterinnen der standbegatteten Königin:
[attachment=1]fluegel-probe-04-01-2014-5.jpg[/attachment]
Ergebnis der standbegatteten Nachzuchtkönigin:
[attachment=4]Ergebnis-04-01-2014-1.jpg[/attachment]