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Kunstschwärme im August - welche Chance haben sie?

  • Beorn
  • December 17, 2011 at 10:13 AM
  • Beorn
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    • December 17, 2011 at 10:13 AM
    • #1

    Hi,

    dieses Jahr wollte ich es mal richtig anfangen und habe mir gedacht, ich kaufe mir drei dunkle Völker. Ganz zeitig im Jahr ließ ich meine Warré-Beuten bei einem Imker vorbeibringen, der mir möglichst früh drei starke Kunstschwärme bilden sollte, mit ca. 2kg Bienen je Beute. Aber irgendwie ging sein erster Versuch der Königinnenzucht schief, dann kam sein Urlaub und am Ende bildete er die Kunstschwärme im August. Er meinte, dass sei kein Problem, Futtereimer drauf und die entwickeln sich prima. OK, in drei Wochen hatten sie anderthalb Zargen ausgebaut, die Königin stiftete und am letzten Augustwochenende konnten wir sie abholen.

    Ende September habe ich alle meine Völker mit ApiLive gegen die Varroa behandelt. Im warmen November sind sie noch geflogen, doch jetzt, zur Winterbehandlung waren zwei Völker nicht mehr lebendig, ein kleiner Rest toter Bienen war zwischen den Gassen. Futter (Honig-Zucker-Zellen) ist reichlich da, ein wenig verdeckelte Brut ist verstreut zu sehen, aber so gut wie kein Pollen. Nun frage ich mich, ob die späten Kunstschwärme richtig waren? Können späte Kunstschwärme, die noch dazu den Wabenbau komplett neu aufbauen müssen, überhaupt genug Pollen eintragen, um damit im Herbst und späten Winter die Brut zu füttern? Émile Warré schrieb, dass die Ablegerbildung Ende Mai abgeschlossen sein sollte.

    Grüsse,
    Micha

  • Bschein
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    • December 17, 2011 at 5:16 PM
    • #2

    Hallo,
    wenn der KS groß genug ist sollte es auch (Anfang) August kein Problem sein. Evtl. hast du auch einen Varoaschaden, denn mit der Varoabehandlung erst Ende September zu beginnen kann gefährlich sein. Wurden denn die Kunstschwärme, z.B. mit Milchsäure behandelt?
    Grüße aus Oberbayern
    Philipp

  • Beorn
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    • December 17, 2011 at 5:51 PM
    • #3

    Nun, da die Kunstschwärme mit leeren Zarge, ohne alte Waben und Brut mit ihrem Naturbau im August begonnen hatten, sollte die Varoa doch erst einmal keine zu großen negativen Einfluss habe oder? Im September gab's Api Life ansonsten sollte jetzt die Oxalsäure folgen.

    Meinst Du dass Pollen nicht unbedingt gebraucht wird? Im Rückblick kommt mir der Flugbetrieb im November so vor, als hätten die Völker keine Ruhe gefunden und nach Pollen gesucht.

  • Kai
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    • December 17, 2011 at 6:00 PM
    • #4

    Hallo,

    ich schließe mich der Vermutung an, dass die Varroa das Volk zugrunde gerichtet hat. Man darf die Varroa-Population im Spätsommer nicht unterschätzen, auch nicht in einem Kunstschwarm.

    Bei mir wird jeder Schwarm in der Schwarmfangkiste behandelt und kommt dann für 24 Std. in Kellerhaft. Danach dürfte er fast varroafrei sein.
    LG
    Kai

  • Luxnigra
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    • December 18, 2011 at 4:03 PM
    • #5

    Es war nicht die Varroa, jedenfalls nicht direkt. So wie ein gesunder Mensch auch nicht oder nur selten an einer Lungenentzündung stirbt.
    Mir ist dieses Jahr aufgefallen, (weil ich NICHT nach guter imkerlicher Praxis gehandelt habe und schwache Völker nicht zusammengelegt und/oder umgeweiselt habe, sondern lediglich beobachtete), dass schwache Königinnen, welche irgendwelche Mängel im Sommer erkennen liessen, (meistens Zuchtköniginnen) und die Völker nicht auf die volle Höhe brachten, in diesem Herbst ausnahmslos tote Völker "produzierten". Es kann am Pollenmangel im Juli/August gelegen haben, jedenfalls wurden schwache Königinnen gnadenlos ausselektiert. Die Varroa trat dabei nur im letzten Lebensstadium des Volkes massiv in Erscheinung.
    Nur wer ein Vergleich mit vollwertigen Schwarmköniginnen machen kann, ist imstande solche Beobachtungen zu machen.

  • Luxnigra
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    • December 18, 2011 at 4:03 PM
    • #6

    Es war nicht die Varroa, jedenfalls nicht direkt. So wie ein gesunder Mensch auch nicht oder nur selten an einer Lungenentzündung stirbt.
    Mir ist dieses Jahr aufgefallen, (weil ich NICHT nach guter imkerlicher Praxis gehandelt habe und schwache Völker nicht zusammengelegt und/oder umgeweiselt habe, sondern lediglich beobachtete), dass schwache Königinnen, welche irgendwelche Mängel im Sommer erkennen liessen, (meistens Zuchtköniginnen) und die Völker nicht auf die volle Höhe brachten, in diesem Herbst ausnahmslos tote Völker "produzierten". Es kann am Pollenmangel im Juli/August gelegen haben, jedenfalls wurden schwache Königinnen gnadenlos ausselektiert. Die Varroa trat dabei nur im letzten Lebensstadium des Volkes massiv in Erscheinung.
    Nur wer ein Vergleich mit vollwertigen Schwarmköniginnen machen kann, ist imstande solche Beobachtungen zu machen.

  • Beorn
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    • December 18, 2011 at 5:56 PM
    • #7

    Wenn ich alles, was sich an Informationen so bietet zusammen zähle, so komme ich zu den Eindruck, dass das extreme Hochpäppeln der Völker plus die allgemein gespannte Gesundheitslage der Bienen (Varroa, Umwelt, ...) das Problem gewesen sein könnte.

    Im Imkerforum gibt's zur Zeit eine lange Diskussion zum Thema Toleranzzucht und hier ein Zitat von Stephan aus La Palma:

    (http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27058&page=56)

    Quote

    Ich weiß, daß es hier um den Puderzucker ging, aber da kann ich gleich mit der Fütterung einhaken.
    Fütterung mit Zucker müssen wir weglassen.

    Zitat aus unserer site:
    wir dürfen nur Honig, Wachs, Propolis und Pollen im Stock verwenden.
    Kein Gebrauch von künstlichen Futtermitteln wie Zucker, Kunstpollen etc.
    Ich glaube das erklärt sich von selbst.

    Ein Beispiel beim Menschen: Der Honig wird direkt vom Verdauungstrakt vollkommen aufgenommen, wogegen der Zucker in der Leber verarbeitet wird. Wenn er dort verarbeitet wird, werden dort vermehrt Enzyme und Vitamie verbraucht. Im Gegensatz dazu steuert Honig dem Körper große Mengen an Vitaminen, Enzymen und anderen wichtigen Stoffen bei.

    Dasselbe ist auch auf unsere Bienen anzuwenden.

    Die Bienen benötigen zur Aufzucht von einer Wabe Bienenbrut eine Wabe voll Honig, eine Wabe voll Pollen und eine Wabe voll Wasser. Wenn wir nun den Honig gegen Wasser austauschen, werden wir Zuckerbienen haben, deren Immunsystem natürlich bei weitem nicht so gut entwickelt sein kann, wie das der Bienen, denen Honig gefüttert wurde.

    Das zeigt uns, daß die Fütterung der Bienen mit Zuckerwasser zu Streß führt, den wir unter allen Umständen vermindern müssen, um zu unserem Ziel, der krankheitsresistenten Biene, gelangen zu können.

    liebe Grüße
    Stephan

    http://www.resistentebienen.lapalmamiel.com

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    Ich denke, ich hätte die Sache mit dem Kunstschwarm bei Zeiten abbrechen sollen. Warré hat es in seinem Buch zwar nicht begründet, aber wahrscheinlich war es schon damals zu beobachten, dass eine gute Ernährung des schnell wachsenden Volkes die Grundlage für sein Überleben ist. Ich hatte gehofft, dass die Dunkle noch etwas robuster ist.

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