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  4. Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera (allgemein)

Fahrradtour im Naturraum Mielkendorf

  • Kai
  • 10. August 2014 um 21:12
  • Kai
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    • 10. August 2014 um 21:12
    • #1

    Hallo allerseits,

    seit nunmehr fast 2 Monaten lebe und wohne ich in Mielkendorf (ich berichtete) am Rande des großen Naturparks Westensee, mitten in Holstein, doch meine Bienen und meine Pflanzen in "Omas Garten" gedeihen hier schon seit weit über 20 Jahren. Vieles hat sich seitdem verändert, nicht nur im Garten, der sich von einem Kartoffel- und Erdbeerfeld in einen Wald mit Naturwiese verwandelte. Hierzu in einem weiterem Beitrag irgendwann mehr.

    Begleitet mich heute einfach mal auf eine kurze Fahrradtour, ausgehend von meinem Haus (siehe Google Map). Es ging die Ostlandstraße hinab ins Eidertal, wollte ich doch sehen, was hier jetzt noch alles so blüht. Ich begab mit auf einen Weg längs der Autobahn, um festzustellen, was seit Wochen schon in ca. 500 Metern Entfeernung so gelb leuchtet. Meine Vermutung war richtig: es handelte sich um das Jakobskreuzkraut Senecio jacobaea, eine herrliche Bienenweide, jedoch in Verdacht, giftig zu sein, sowohl für Mensch wie auch Pferd.

    Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass das Areal nördlich der Eider (ca. 500 m vom Bienenstand entfernt) in das Stiftungsland Hammer umgewandelt wurde! Und das auf einer Fläche von 25 Hektar! Das ist wirklich Hammer (so heißt der benachbarte Kieler Ortsteil)!!! Hier gedeihen auf extensiven Weiden vor allem Disteln, Kletten, Rainfarn, und auch das besagte Jakobskreuzkraut. Herrlich. Leider war die Sonne schon verschwunden, so dass die Bilder nicht so brillant wurden. Weiter ging es mit dem Fahrrad Richtung Norden, entlang der Autobahn, wo das Weideland in einen Wald übergeht: dem Wildgehege Hammer, mit vielen Eichen, Buchen, Kiefern, Ahornen.

    Auf dem Ihlkatenweg angelangt, direkt an der Autobahn, betreten wir wieder Mielkendorfer Boden, und von hier geht unser kurzer Ausflug südwestwärts wieder Richtung Eider (das ganze Areal liegt im Urstromtal Eider, einer Landschaft erschaffen vor 10.000 Jahren, als 1.000 Meter mächtige Gletscher dieses Land formten). Und wieder eine Überraschung: Richtung Südwesten nach Mielkendorf fahrend liegt Rechter Hand vom Ihlkatenweg eine ehemalige, sandige Wiese, die die Gemeinde Mielkendorf mit einem großen, ca. 20-30 Hektar großen Naturwald aufforstet, der sich an den bereits bestehenden Wald "Hansdorfer Tannen" im Norden anschließt. Toll. Von den Bäumchen ist derzeit nicht viel zu sehen, wir haben hier eine nie gesehene Dürre, so dass die meisten Blätter bereits vertrocknet sind, wie auch das Gras. Ich konnte aber schon viele heimische Laubbaumarten erkennen: Vogelkirsche, Eiche, Ahorne, Weiden, Schlehen, etc. etc. Ich hoffe, die Bäumchen kommen durch. Hoffentlich regnet es bald!

    Über die Eider durch den Ortskern von Mielkendorf führt uns unsere Strecke wieder heim. Ich bin überrascht von der vielen Natur, die hier zurückkehrt.

    Ist dies nicht ein ideales Refugium für unsere heimische Dunkle Biene Apis mellifera mellifera?

    LG
    Kai

    Google Maps: Unser Startpunkt
    [gmap]54.28335,10.047674[/gmap]


    Foto: Zwischen Mielkendorf und Kiel:


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    Foto: Stiftungsland Hammer Infotafel:


    [attachment=2]mielkendorf-naturraum-sommer-2014-2.jpg[/attachment]

    Foto: Stiftungsland Hammer, unsere erste Station:


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    Naturwald Mielkendorf, unsere zweite Station (mit fast vertrockneten Bäumchen):


    [attachment=0]mielkendorf-naturraum-sommer-2014-4.jpg[/attachment]

    Ich liebe das Jakobskreuzkraut:

    Das Jakobskreuzkraut aus 500 m Entfernung im Stiftungsland Hammer (im Hintergrund Kiel-Mettenhof):

    Die beiden letzten Fotos stammen aus unserer neuen Galerie: https://imkerforum.nordbiene.de/galerie/

    LG
    Kai

    Bilder

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  • Johannes
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    • 10. August 2014 um 21:21
    • #2

    Na Kai, da hattest du ja heute einen richtig schönen Tag!
    Das sieht ja alles wirklich sehr schön aus bei dir. Und ich sehe das genau wie du. Das ist ein toller Platz für unsere heimische Dunkle Biene! :D

    LG Johannes

    2. Vorsitzender im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
    http://www.bv-dunkle-biene.de/
    Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist ein guter Beitrag zum Erhalt unserer einheimischen Dunklen Biene. Wir wollen die imkerlichen Kräfte bündeln und Interessenten und Züchter näher zusammenbringen.

    Infos zur mir und meinen Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Webseite: https://www.dunkle-bienen.com/

  • Ole86
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    • 10. August 2014 um 21:41
    • #3

    Hallo,

    sieht sehr nett aus. Schöne Fotos. Ich hatte mal gehört, dass ab 2015 in der EU alle Agrarflächen auf denen Biokraftstoffe angebaut werden, 10% für Blühpflanzen auslegen müssen. Ich habe gerade noch einmal nach etwas entsprechendem gegoogelt, allerdings nichts Vergleichbares gefunden. Hat jemand schonmal etwas in diese Richtung gehört? Denke das passt irgendwo zum Thema.

    Besten Gruß!

  • Michaela
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    • 14. August 2014 um 08:59
    • #4

    Hallo Kai,

    schöne Gegend.
    Ich melde mich zu dem Jakobkreuzkraut. Da gibt es auch verschiedene Untersorten. Gerade die jetzt blüht ist wohl im Gegensatz zu der in Frühling blühenden besonders heikel für Pferde und Schafe. Meine Mitbewohnerin hat sich gerade wegen der Schafe, die wir melken und deren Milch wir trinken erkundigt und schlau gemacht. Und auf unseren Koppeln wird es manuell seit dem in Schach gehalten, ganz schön mühselig, aber seit Jahren erfolgreich, es blüht ab und an eine Pflanze, die dann ausgerissen wir, aber eben nicht flächendeckend, wie ich es auch kenne.
    Für Bienen haben ich beim Stöbern im Deutschen Bienen Journal 8/2010 zwei Artikel gefunden., einmal Pyrrolizidinalkaloide im Honig und einen Einfluss von Pyrrolizidinalkaloiden auf Honigbienen. Lauf dem beiden Artikeln gibt es in Deutschland bisher keine Grenzwerte, Pyrrolizidinalkaloide PAs sind wohl auch nicht immer gleich, gibt diverse PA-Verbindungen. Aber Tenor war schon, das Pyrrolizidinalkaloide haltige Pflanzen als Trachtpflanzen vermieden werden sollen. Grundsätzlich in anderen Ländern aber wohl mehr ein Problem als bei uns.

    Gruß Michaela

  • Kai
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    • 1. November 2015 um 20:48
    • #5

    Hallo allerseits,

    heute, nach weit über einem Jahr, habe ich mich wieder einmal auf dem alten Drahtesel auf den Weg gemacht in die nähere Umgebung, die ich vor einem Jahr schon erkundete. Bei schönstem Herbstwetter ging es heute am 1. November durchen den Ortskern von Mielkendorf. Hier erreichte ich den Schleswig-Holsteinischen Fluss Eider, entstanden am Ende unserer letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren. Diesen überquerte ich auf einer kleinen Brücke, um mich daraufhin wieder in das Stiftungsland Hammer zu begeben, eine ca. 25 Hektar große Naturfläche, die nicht mehr bewirtschaftet wird. Hier konnte ich 6 Exemplare des seltenen Exmoor-Ponys bewundern, eine mit nur noch 800 Tieren extrem seltene Pferderasse, die direkt vom Eiszeitpony Mitteleuropas abstammt. Welch tolle Beobachtung. Es sind wirklich Wildpferde unserer Heimat, und vieles ähnelt in der Geschichte unserer Dunklen Biene.

    Weiter ging es wiederum vorbei am Wildgehege Hammer zum Ihlkatenweg, um diesen zu überqueren. Ich wollte unbedingt sehen, wie sich die im letzten Jahr 2014 angepflanzte Waldfläche von ca. 20-30 ha entwickelt hat. Zu meiner großen Überraschung haben sich die meisten Bäumchen prächtig entwickelt. Sie haben die Dürre in 2014 wohl gerade so überstanden und konnten in 2015 einen ordentlichen Schub nach vorne machen. Insbesondere die Erlen sind stark gewachsen; ein Zeichen für den optimalen Standort.

    Aber auch alle anderen Bäume sind heimisch hier in Mitteleuropa: Wildkirsche, Eiche, Buche, Bergahorn. Als Imker habe ich mich natürlich über die vielen Tausend Ahorne und Wildkirschen (Süßkirschen) gefreut. Gar nicht auszudenken, wenn die irgendwann alle blühen.

    Der Wald ist mit dem Fahrrad gut zu durchqueren, um dann irgendwann wieder in Mielkendorf anzukommen, vorbei an den "Hansdorfer Tannen", in der Nähe des Hansdorfer Sees. Somit stellen die von mir heute besuchten Naturareale Eider, Stiftungsland Hammer und der Wald eine ökologisch äußerst wertvolle Verbindung zum großen Naturpark Westensee im Westen und zu den nacheiszeitlichen Seens Russee und Drachensee im Osten dar.

    LG
    Kai

  • Kai
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    • 25. September 2016 um 20:47
    • #6

    Hallo allerseits,

    und wieder ist ein Jahr vergangen. Am vergangenen Donnerstag begab ich mich in wunderschöner Gesellschaft :) bei bestem Sommerwetter auf einen interessanten Spaziergang durch das neue Waldgelände Mielkendorf und das natürlich bewirtschaftete "Stiftungsland Hammer". Wir trafen uns an der Überführung der Autobahn Kiel / Bordesholm oberhalb des Ihlkatenweges, und schon ging es los in Richtung Wald. Dieser Wald wurde vor 3 Jahren bepflanzt, und wir wollten die Sonne genießen in einer natürlichen, stillen Umgebung. Tatsächlich trafen wir kaum eine Menschenseele, und so konnte wir uns an der lebendigen Natur erfreuen, an den hochwachsenden Bäumchen, an dem Rotklee, an den ausgetrockneten Disteln, und vor allem an dem von mir geliebten Jakobskreuzkraut.

    Zu meiner großen Überraschung musste ich folgendes feststellen: neben den vielen Bergahornen, Eichen, Erlen, Frühkirschen und Buchen, die gepflanzt wurden, fiel uns eine Baumart ganz besonders auf. Diese Bäumchen mit gesundem Neutrieb zeigten auffallend große, länglich gezahnt Blätter. Ein näherer Blick verriet uns sofort: hier hat der Förster mehrere Hundert Esskastanien (Castanea sativa) gepflanzt!!! Na, nun bin ich natürlich gespannt, ob dieser Baum des Mittelmeerraumes hier dauerhaft eine Zukunft hat. Wenn ja, werden sich meine Bienen irgendwann sehr freuen. Und natürlich auch über die vielen Tausend Ahorne, Wildkirschen und Eichen, die gepflanzt wurden.

    Und schon befanden wir uns auf unserem Spaziergang im Stiftungsland Hammer. Hier wuchs wieder das von mir geliebte Jakobskreuzkraut, welches immer noch in voller Blüte steht. Zur Freude der Bienen und vieler anderer Insekten. Doch auch das Springkraut hat hier auf wundersame Weise Einzug gehalten. :wink: Entlang des Weges zum Fluss Eider bemerkten wir plötzlich das Europäische Wildpferd, Exmoorponys genannt, welche uns aus ca. 200 Metern Entfernung misstrauisch beobachteten. Und auch Waldameisen haben sich hier wieder angesiedelt. :P

    Es waren wunderschöne Stunden im Naturwald Mielkendorf. An den blühenden und wachsenden Stauden und Bäumchen konnten wir uns bei hochsommerlichem Wetter erfreuen, fernab jeglicher Menschheit, ungestört und etwas melancholisch. Ich danke Dir, A., für diesen schönen Spaziergang. :P

    LG
    Kai


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  • Johannes
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    • 25. September 2016 um 21:07
    • #7
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    ... und vor allem an dem von mir geliebten Jakobskreuzkraut. ...


    Das größte Problem an dem Zeug ist ja die derzeitige Massenhysterie, wenn der Name fällt. Auch habe ich schon öfter gelesen, dass der Honig nach Pollenfund wie Sondermüll behandelt wird. Welch ein Irrsinn!

    Das Zeug wird sich ausbreiten und auch ich werde nicht verschont bleiben. Aber ich denke doch, dass es für die Insekten durchaus ein Gewinn sein kann und die Menschheit wird daran nicht zugrunde gehen. Da haben wir ganz andere Probleme!

    LG Johannes

    PS: Toller Bericht, Kai :D

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  • Katrin
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    • 25. September 2016 um 21:08
    • #8

    Sehr schöne Landschaft und die "Gärtner" (Exmoorponys) haste auch bei der Arbeit erwischt. Du solltest öfter als nur einmal im Jahr nen Ausflug dahin machen, sowas lohnt sich immer. Außerdem hoffe ich auch dann auf Foto´s! :lol:

    LG Katrin

  • Rene
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    • 25. September 2016 um 21:41
    • #9

    Das sind wirklich sehr schöne Aussichten am Sonn-tag.
    Da darf man sich darauf freuen, dass alles wächst und gedeiht. Besonders dann die Bienen, aber auch fur andere Insekten und Vögel....

  • Kai
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    • 16. August 2025 um 19:20
    • #10

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