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Italien: Kleiner Beutenkäfer außer Kontrolle

  • Kai
  • 21. Februar 2016 um 13:11
  • Kai
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    • 21. Februar 2016 um 13:11
    • #1

    Hallo allerseits,

    aktuell berichtet Dr. Sebastian Spiewok in der März-Ausgabe des Deutschen Bienenjournals über den kleinen Beutenkäfer in Kalabrien, Süditalien. Er stellt eindrucksvoll dar, wie sehr sich die offiziellen Zahlen zur Situation von den realen Werten unterscheiden. Glaubt man den offiziellen Stellen in Italien, so dürfte man mit einem Erfolg im Kampf gegen den Kleinen Beutenkäfer rechnen.

    In Wahrheit stellt sich die Situation aber ganz anders dar. Imker berichten hinter vorgehaltener Hand von einer deutlich häufigeren Sichtung der kleinen Käfer und deren Larven in ihren Bienenvölkern; eine Meldung an die zuständigen Behörden erfolgt jedoch nicht. Kein Wunder, denn wenn der Veterinär auch nur einen einzigen Käfer sieht, wird die Verbrennung des gesamten Bienenstandes angeordnet. Die zwangsweise Untersuchung der Nachbarstände erfolgt jedoch nicht.

    Der Kleine Beutenkäfer scheint damit in Süditalien außer Kontrolle geraten zu sein. Nach meiner Einschätzung wird es unmöglich sein, ihn jemals wieder auszurotten. Im Gegenteil: durch den regen Handel mit Kunstschwärmen aus Süditalien wird es zu einer weiteren Verbreitung kommen, auch nach Mitteleuropa und vor allem nach Deutschland.

    Neben der Varroa und der immer häufiger aufflackernden Amerikanischen Faulbrut haben wir dann mit dem Beutenkäfer einen weiteren Todesfeind unserer Bienen, der uns das Imkern nicht leichter macht.

    LG
    Kai

  • elk030
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    • 22. Februar 2016 um 08:40
    • #2

    Sollte es tatsächlich soweit kommen, wird auch die Zahl der Imker deutlich zurückgehen.
    Es ist wirtschaftlich gesehen eh schon kaum mehr tragbar Bienen zu halten.
    Die warmen Winter machen auch nicht den Mut;
    verbessern sie doch die Überlebenschancen des Käfers in Deutschland.
    Elk

  • Johannes
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    • 22. Februar 2016 um 20:05
    • #3

    Das ist wirklich traurig, dass nun ein weiteres Problem wahrscheinlich unaufhaltsam auf uns zukommt. :(

    Die Imkerei, oder eher die Bienen sind mein Leben. Aber ich wüsste derzeit nicht, ob ich mit Käfer weiter machen würde. :?

    Ich frage mich, wie die Amerikaner mit dem Käfer klar kommen. Dort lebt er doch schon länger, wenn ich mich recht erinnere.
    Klar, Bienen wird es auch mit Käfer noch geben. Aber Imker werden reihenweise das Handtuch werfen.

    LG Johannes

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  • Marion
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    • 22. Februar 2016 um 21:21
    • #4

    Hi.

    Ich finde das wirklich schlimm, dass sich unsere Bienen/wir wohl kurz über lang mit diesem Käfer auseinandersetzen werden müssen.

    Was kommt in der fernen Zukunft wohl noch alles auf unsere Bienen/uns zu? :shock:

    Drücke allen Imkern fest die Daumen, dass wir noch lange verschont bleiben.

    VG Marion

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  • Tini
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    • 23. Februar 2016 um 09:13
    • #5

    Hallo,
    ich hatte ja schon mal geschrieben das ich nach einigen Jahren Imkerpause wieder anfangen will!
    Als ich mit dem Imkern aufgehöhrt habe, kam gerade die Varroa Milbe zu uns!
    Wir haben ganz oft die Bienenvölker untersucht, wir sind noch frei von Milben!
    Viele der "Altimker" sagten, das ist das Ende der Imker. Sie hatten Unrecht !
    Ich habe mich mit dem Beutenkäfer noch nicht beschäftigt, ich denke auch das wird lösbar sein!
    Ich hatte damals nicht wegen der Milbe das Imkern aufgegeben!

    Gruß Thomas

  • Kai
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    • 10. August 2016 um 12:47
    • #6

    HAllo allerseits,

    der Kleine Beutenkäfer ist weiter auf dem Weg nach Norden. Er hat die Sperrgebiete in Italien bereits verlassen (siehe Link).

    Damit konnten alle Tötungsmaßnahmen ihn nicht aufhalten. Die Situation ist komplett außer Kontrolle geraten. Auch bei uns werden die Bienenstände bei Neuentdeckung brennen. Wie damals bei der Varroa. Es wird aber alles nichts nützen. Flugfähige Käfer lassen sie auch beim Abbrennen ganzer Bienenstände nicht aufhalten.

    Die Imkerei in Deutschland wird dramatisch erschwert werden.

    lG
    Kai

  • Johannes
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    • 10. August 2016 um 17:45
    • #7
    Zitat

    Auch bei uns werden die Bienenstände bei Neuentdeckung brennen.


    Vor dieser dummen Überreaktion fürchte ich mich auch! Denn es ist absolut klar, dass diese Maßnahme nicht helfen wird. Es hat bei der Varroa nichts genützt und der kleine Beutenkäfer braucht kein Bienenvolk zum Überleben. Folglich wird es hier erst recht nichts nützen.

    Wir können nur hoffen, dass die Behörden schneller sind als der Käfer. ... Wir müssen Wege finden, um mit dem Käfer zu imkern. Das wird sich nicht vermeiden lassen!

    LG Johannes

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  • Katrin
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    • 10. August 2016 um 18:20
    • #8
    Zitat von Johannes

    Wir können nur hoffen, dass die Behörden schneller sind als der Käfer. ... Wir müssen Wege finden, um mit dem Käfer zu imkern. Das wird sich nicht vermeiden lassen!

    Naja, vielleicht nützt ja AS, OS und /oder MS auch was gegen den Käfer. Ansonsten würde mir hier sowas wie Gelbtafeln mit Lockstoff dazu einfallen die man außerhalb der Beuten aufhängen kann. Auch Käfer und Larven zerdrücken bei Sichtung würde schon helfen denk ich. :?


    LG Katrin

  • Johannes
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    • 10. August 2016 um 18:26
    • #9

    Hallo Katrin,

    solche "einfachen" Maßnahmen werden es kaum bringen.

    Ich denke, dass KS-Bildung, flache Böden ohne Gitter und die Aufstellung auf betonierten Flächen einen größeren Effekt bringen.
    Auch Hühnerhaltung am Bienenstand kann helfen. Die fressen die Larven und Käfer auf ihrem Weg vom Volk zum Erdboden.

    LG Johannes

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  • Katrin
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    • 10. August 2016 um 19:07
    • #10
    Zitat von Johannes

    Hallo Katrin,

    solche "einfachen" Maßnahmen werden es kaum bringen.

    Ich denke, dass KS-Bildung, flache Böden ohne Gitter und die Aufstellung auf betonierten Flächen einen größeren Effekt bringen.
    Auch Hühnerhaltung am Bienenstand kann helfen. Die fressen die Larven und Käfer auf ihrem Weg vom Volk zum Erdboden.

    LG Johannes


    Hallo Johannes,

    gute Ideen hast du. :)

    Hm, vielleicht kann man da noch sowas wie ne "Abfangschale" mit Wasser oder so einbauen, damit die Larven gar nicht erst den Boden erreichen. Immerhin können die ja im Umkreis von bis zu 30 Meter wandern. *grübel*

    Hochböden mit Gittern finde ich ohnehin nicht gut, finde dass man da das Raumklima durcheinanderbringt. Solche Böden machen vielleicht in Ländern Sinn, wo es wirklich heiß ist. Dass da auch andre Krabbeldinger rein können an das hab ich noch nicht gedacht. Mal sehn was ich mit meinem Hochboden hier mache, hab mir einen gekauft, so als Anschauungsmaterial. :P

    LG Katrin

  • tinafalke
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    • 10. August 2016 um 19:45
    • #11

    Hallo!
    Kleine Beuten mit vorgelagerten Bienen ,
    wäre schon mal eine Maßnahme.
    Gruß Fooke

  • Johannes
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    • 10. August 2016 um 19:54
    • #12
    Zitat von tinafalke

    Hallo!
    Kleine Beuten mit vorgelagerten Bienen ,
    wäre schon mal eine Maßnahme.
    Gruß Fooke


    Machen nur leider beim Wandern Probleme. :?
    Nur aus dem Grund bleiben meine Hochböden noch in Betrieb.
    Ich hab aber mit Sperrholz schon seit diesem Frühjahr einen hoppelten Boden eingezogen. Den Hochboden als "Trommelraum" und das Gitter zur Wanderung möchte ich derzeit noch nicht missen!

    LG Johannes

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  • Kai
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    • 11. August 2016 um 10:20
    • #13

    HAllo allerseits,

    wenn ich die Veröffentlichungen richtig deute, soll wohl eine "spaltenfreie" Beute ohne Ritzen, Nischen etc. schlecht für den Small Hive Beetle (Käfer) sein. Also auch keine Hochböden, Doppelte Böden, Wanderböden, Varroaschieber, Varroagitter etc.!

    Auch aus diesem Grund freue ich mich auf / über die Segeberger Beute. Hier kann man spaltfrei imkern. Einzige Änderung: die Auflageschienen würde ich gegen massive Schienen austauschen und mit Ponal einleimen.

    Und Völker eng halten. Und Betonuntergrund. :P:P:P

    LG
    Kai

  • Herbert
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    • 11. August 2016 um 11:06
    • #14

    Moin moin,
    wir müssen uns gut überlegen,wie wir mit dem Problemkäfer aus Italien umgehen wollen.
    Noch ist er nicht ganz da,aber mal im Ernst:wie gross soll der Betonuntergrund sein?
    wenn die Larven rund ca.30 meter kriechen um sich einzugraben.Mein Garten und meine Aussenstände
    werde ich wohl nicht Betonieren,als Ehemaliger Schlachter,weiss ich wie schnell sich alleine Brummer-
    oder auch Fliegenmaden sich auf Beton oder Asphalt bewegen können.
    Da halte ich Johannes seine Idee mit Hühner,für gut überlegt.Hühner habe ich schon,werde aber auch schon
    fürs nächste Jahr mehr Nistkästen für Singvögel aufhängen.Auch Igel könnten auf biologische Art helfen.

    LG Herbert

  • Katrin
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    • 11. August 2016 um 11:14
    • #15
    Zitat von imkerforum-nordbiene

    HAllo allerseits,

    wenn ich die Veröffentlichungen richtig deute, soll wohl eine "spaltenfreie" Beute ohne Ritzen, Nischen etc. schlecht für den Small Hive Beetle (Käfer) sein. Also auch keine Hochböden, Doppelte Böden, Wanderböden, Varroaschieber, Varroagitter etc.!

    Auch aus diesem Grund freue ich mich auf / über die Segeberger Beute. Hier kann man spaltfrei imkern. Einzige Änderung: die Auflageschienen würde ich gegen massive Schienen austauschen und mit Ponal einleimen.

    Und Völker eng halten. Und Betonuntergrund. :P:P:P

    LG
    Kai

    Hab auch schon überlegt mir die Segeberger zuzulegen, passen meine Rähmchen rein. :P

    Ehrlich gesagt bin ich grade am überlegen ob es wirklich "imkerliches" Verschulden ist. Ich mein die Käfer können monatelang auf Obst überleben aber nur 50 Tage auf benutzten Waben. Was wenn es genau Umgekehrt ist und die Bienenstöcke die "Alternative" sind?

    Zitat

    Alternative Ernährungsweisen

    Der Kleine Beutenkäfer ernährt sich hauptsächlich von Bienenprodukten die er im Volk oder auch in Lagerräumen vorfindet. Laborversuche haben gezeigt, dass sich die Käfer auch von verschiedenen Obstsorten ernähren können und sich auf diesen auch erfolgreich vermehren, wenn auch in geringerem Umfang als auf Bienenprodukten. Adulte Käfer können durchschnittlich fünf Tage ohne Nahrung und Wasser, acht Tage mit Wasser, 50 Tage auf benutzten Brutwaben und mehrere Monate auf Obst überleben. Es ist allerdings nicht bekannt, ob sich Käfer im Feld regelmäßig von Obst ernähren und ob dies für ihre natürliche Verbreitung wichtig ist.


    Quelle: http://www.ivbzuuev.de/der-kleine-beu…aethina-tumida/

    Sie könnten also genauso gut über Obst oder Blumenerde eingeschleppt worden sein. :wink:

    LG Katrin

  • Kai
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    • 11. August 2016 um 11:51
    • #16

    HAllo,

    eine Einschleppung auf Obst halte ich für unwahrscheinlich, da gespritzt. Ich meine mich zu erinnern, dass die Einschleppungen immer im Zusammenhang mit Bienenimporten standen.

    Und: der Kleine Beutenkäfer ist ein Parasit der Honigbiene (südlich der Sahara).

    Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Beutenk%C3%A4fer

    Zitat

    Der Kleine Beutenkäfer gehört zu den gefürchtetsten Bienenparasiten, da bei Massenbefall ein ganzes Volk innerhalb kürzester Zeit vernichtet werden kann. Im Gegensatz zu den afrikanischen Honigbienenunterarten, die sich gegen den Kleinen Beutenkäfer effizient zur Wehr setzen können, sind die europäischen Unterarten dazu weniger in der Lage. Die momentan zur Verfügung stehenden chemischen Bekämpfungsmaßnahmen bergen das Risiko von Resistenzbildungen, Kontaminationen der Bienenprodukte und Effekte auf die Bienen selbst. Alternative Maßnahmen befinden sich in der Entwicklung. Der Befall mit dem Käfer unterliegt in Deutschland der Anzeigepflicht. Auch in den anderen Ländern der EU und der Schweiz ist sie als anzeigepflichtige Tierseuche eingeordnet.

    LG
    Kai

  • tinafalke
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    • 11. August 2016 um 15:03
    • #17

    Hallo!
    Ich denke, daß die Larven schon viel
    früher im Volk auffallen, so daß
    eigentlich keine entweichen sollten.
    Kippkontrolle reicht da nicht mehr aus.
    Eine Käferfalle, Doppelsteg als Windel,
    wäre mein Favotit.
    Gruß Fooke

  • Sommerbiene
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    • 11. August 2016 um 15:24
    • #18

    Hallo!

    Hühnerhaltung bei den Bienen wird nicht reichen. Ich habe meine Bienen auch im Hühnerauslauf. Nur schlafen die lieben Hühnchen in der Nacht und ich gehe davon aus, dass zahlreiche Käferlarven grad in der Nacht die Wanderung ins Erdreich begehen. Sicher werden die Hühner einzelne Larven und schlüpfende Käfer fressen, aber der Rest kommt durch.
    Kann mir gut vorstellen, dass Larvenfallen unter offenen Böden gut funktionieren, müssten möglicherweise nur sehr regelmäßig kontrolliert werden.

    Gruß Thomas

  • Rene
    Gast
    • 11. August 2016 um 18:27
    • #19

    ich halte die Idee mit den Nistkästen für Singvögel für super!

    Für solche Vorhaben kann man sicher auch BUND oder Greenpeace oder andere Organisationen begeistern... und man tut nicht nur gegen den einen Käfer etwas...

  • Hainlaeufer
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    • 11. August 2016 um 21:22
    • #20

    Meiner Meinung nach sollte man sich primär eher Gedanken darüber machen, dass der Käfer erst gar nicht in die Beute gelangt. Bereits am Flugloch sollte es eine Methode geben, die ihn stoppt.
    Eine Fangmethode im Volk ist sicher auch gut, aber wie gesagt... erst gar nicht soweit kommen lassen...

    Ich bleibe aber einfach mal optimistisch... ^^

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