Hallo allerseits,
aktuell berichtet Dr. Sebastian Spiewok in der März-Ausgabe des Deutschen Bienenjournals über den kleinen Beutenkäfer in Kalabrien, Süditalien. Er stellt eindrucksvoll dar, wie sehr sich die offiziellen Zahlen zur Situation von den realen Werten unterscheiden. Glaubt man den offiziellen Stellen in Italien, so dürfte man mit einem Erfolg im Kampf gegen den Kleinen Beutenkäfer rechnen.
In Wahrheit stellt sich die Situation aber ganz anders dar. Imker berichten hinter vorgehaltener Hand von einer deutlich häufigeren Sichtung der kleinen Käfer und deren Larven in ihren Bienenvölkern; eine Meldung an die zuständigen Behörden erfolgt jedoch nicht. Kein Wunder, denn wenn der Veterinär auch nur einen einzigen Käfer sieht, wird die Verbrennung des gesamten Bienenstandes angeordnet. Die zwangsweise Untersuchung der Nachbarstände erfolgt jedoch nicht.
Der Kleine Beutenkäfer scheint damit in Süditalien außer Kontrolle geraten zu sein. Nach meiner Einschätzung wird es unmöglich sein, ihn jemals wieder auszurotten. Im Gegenteil: durch den regen Handel mit Kunstschwärmen aus Süditalien wird es zu einer weiteren Verbreitung kommen, auch nach Mitteleuropa und vor allem nach Deutschland.
Neben der Varroa und der immer häufiger aufflackernden Amerikanischen Faulbrut haben wir dann mit dem Beutenkäfer einen weiteren Todesfeind unserer Bienen, der uns das Imkern nicht leichter macht.
LG
Kai