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Geplante Betriebsweise im Bienenkorb

  • Max
  • November 23, 2020 at 9:25 PM
  • Max
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    • November 23, 2020 at 9:25 PM
    • #1

    Hallo Leute,

    Die letzten Tage habe ich mir die Flechtanleitung vom Bieneninstitut Celle durchgelesen, ein paar Worte mit Wulf-Ingo Lau geschrieben und mir eine Betriebsweise überlegt die ich probieren möchte. Dazu will ich zwei Korbvarianten probieren.

    1. Einen recht großen Stülper wie z.B. die Version Stratmann oder Behrens mit einer Höhe von 50cm und einem lichten Durchmesser von 42cm.

    2. Den Zylinderstock als eine Kreuzung zwischen lüneburger Stülper und Zylinderstock. Also 6cm Wandung, Speile zum ggf. Wandern, verzicht auf ein Spundloch im Deckel, stattdessen Honigraum drauf und Schüssel rein. Fokus soll aber zunächst auf dem Stülper bleiben.

    Im Buch wird beschrieben das immer kleine Spalten bleiben zwischen den Honigringen. Hier habe ich bedenken wegen des Beutenkäfers. Ich weiß, er ist NOCH kein Problem. Das wird sich aber vermutlich irgendwann ändern und eine solche Spalte wäre eine willkommene Einstiegsmöglichkeit. Ich habe die Hoffnung, dass ein gut ausgeglätteter Stülpkorb, weniger Angriffmöglichkeiten bietet als ein Ringkorb oder Kasten (Falz o.ä.).

    Frühtracht und Vermehrung:

    Da ich in einer Region mit Raps und Obst lebe muss ich nicht wandern um die Völker zu vermehren. Da ich beruflich keine Zeit habe um die Naturschwärme einzufangen würde ich somit die Kunstschwarmbildung nach Illgen Heinrich anwenden. Link unten, ab Seite 50

    https://digital.zbmed.de/apidologie/con…tleinfo/2545512

    In der Früchtracht bekomme ich also mindestens einen Vorschwarm raus. Es könnte aber sein, aufgrunde der Tracht, dass das Volk keine Lust hat auf einen Nachschwarm. Ggf. muss man von der Frühtracht Honig entnehmen bevor es in die Sommertracht geht. Beim Ringkorb kann man einfach die Aufsätze verwenden.

    Sommertracht:Hier kann ich dann etwas variieren. Phacelia, Sonneblume, Edelkastanie. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich will das Wandern aber auf das nötigste reduzieren. Ich will also nicht jede genannte Tracht anwandern, sondern nur so viel, wie notwendig ist, um die Bienen mit Tracht zu versorgen bis zum Spätjahr. Noch lieber wäre es mir, wenn ich die Völker gar nicht bewegen müsste. Das wird aber vermutlich nicht so gut funktionieren.

    Spätsommer:

    Aufgrund der Milbe werden alle Völker abgestoßen, Wintervölker mit Königinnen aus dem aktuellen Jahr gebildet, mit OS behandelt und aufgefüttert nach Möglichkeit mit Honig. Überzählige Völker/Königinnen werden abgegeben. Absicht wäre es im Sommer mindestens zu verdoppeln.

    Winter:

    Hier würde ich hauptsächlich nach Lehzen arbeiten und nochmal mit OS behandeln.

    Schauen wir mal wie das funktioniert.

  • Didi
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    • November 24, 2020 at 8:06 AM
    • #2

    Wenn du sonst nicht weisst wie du deine Zeit verplemperst, ist das eine gute Möglichkeit. Warum willst du deine Bienen quälen? Überlege einmal was du den Völkern mit deiner angedachten "Beriebsweise" zumutest. Was ist mit den Schwärmen die in den Bäumen hängen, in Mauerspalten einziehen oder sonstwie verenden. Nichts gegen Korbimkerei aber nur wenn man entsprechend damit umgehen kann.

    Nichts für ungut.

    Dieter

  • Max
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    • November 24, 2020 at 9:24 AM
    • #3

    Der eine nennt es "Erhalt von altem Wissen" der Andere "Zeit verplempern ". So gehen Meinungen auseinander.

    Hast du die von mir verlinkten Bücher gelesen?

    Du redest von Schwärmen die unkontrolliert überall einziehen.

    Dabei wird die Verfahrensweise von Illgen Heinrich so angewendet, dass die Schwärme vorweggenommen werden. Korb ist nicht automatisch viele Schwärme. Man braucht dazu auch die passende Biene wie die Mellifera Mellifera Lehzeni (Ich nutze Carnica). Wulf-Ingo Lau sagt, dass die Zuchtlinie der Lehzeni, nicht mehr das ist was sie mal war und manchmal kaum Lust hat zu schwärmen.

    Der Nachschwarm kann, ebenfalls beschrieben bei Illgen Heinrich, verhindert werden. Ein ähnliches Verfahren beschreibt Demeterimker G.Friedmann mit "Teilen und Vereinen" um das Schwärmen zu verhindern.

    Sollte man Nachschwärme wollen, so schreibt Hermann Geffcke vom Bieneninstitut Celle, in "Der Lüneburger Stülper - Flechtanleitung" (das Buch stammt aus der Milbenzeit) dass das Fangen der Nachschwärme meist unmöglich ist. Man solle mit Schwarmlockern arbeiten (kleine Körbe), dass habe sich bewährt.

    Das abernten der Körpe, Kunstschwarmbildung uns OS Behandlung ist wie eine TBE im Kasten.

    Ich quetsche keine Bienen, ich zerlege nicht ständig das Brutnest, ich will nur im Notfall mit AS behandeln ansonsten TBE/OS, der Bau wird einmal im Jahr erneuert um die Hygiene zu gewährleisten, die Bienen sollen so lange wie möglich ihre Schwarmvorbereitungen treffen dürfen bis zur Schwarmvorwegnahme, Königinnen werden nicht beklebt und beschnitten usw.

    Man kann sich über Demeterbetriebsweisen streiten aber ich finde das Buch von Günter Friedmann "Bienengemäß Imkern" sehr empfehlenswert.

    Natürlich wird am Anfang nicht alles perfekt laufen, aber wo werden hier denn die Bienen gequält?

  • Didi
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    • November 24, 2020 at 12:42 PM
    • #4

    wie willst du im Korb denn Schwärme verhindern? Wie eine Schwarmvorwegnahme machen? Wie wilst du eine Kö finden oder Weiselzellen? Die Korbimkerei ist eine Schwarmimkerei, keine Verhinderung! Das liegt in der Natur der Sache. Die Quälerei ist im Verfahren zu sehen. Schau dir mal die Filme der Korbimkerei Klindworth an, sehr informativ. Ich bin keineswegs gegen Erhalt alter Verfahren, nur muss es mit heutigen Mitteln kompatibel sein. Ein oder zwei Körbe neben der Magazinbetriebsweise sind ja i.O. aber für einen Anfänger nicht unbedingt zu empfehlen, vorsichtig ausgedrückt.

    In meiner Anfangszeit bzw. Vorbereitungszeit bin ich auch über fast jedes Stöckchen gesprungen. Angefangen bei Warre über TBH zur 22 Rähmchen Grossraumbeute in DN. Hängen geblieben bin ich bei Dadant. Schuld hatte Kai, jetzt hat der "Kerl" gewechselt und ich sitze damit an.<3 Neuestes Projekt DN 1,5 mal sehen wie das wird.

  • Freizeitimker
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    • November 24, 2020 at 1:42 PM
    • #5

    Bienen recht naturnah in Körben zu halten, ist ganz gewiß kein "Verplempern" von Zeit und auch keine Tierquälerei. Naturnahe oder gar natürliche Haltung war noch nie eine Tierquälerei und wird es auch nimmer sein.

    Auch die Schwarmverhinderung ist ein Sport, den man nicht mitmachen muß. Jede Woche die Bruträme aller Völker Wabe für Wabe auseinanderreißen und inspizieren?! Man kann sich, die entsprechende Zeitverfügbarkeit vorausgesetzt, genausogut auch einen Sport daraus machen, Schwärme zu fangen und einzulogieren (zu versuchen).

    Wenn ein Schwarm sich irgendwo niederläßt, ist auch das keine Quälerei, sondern er ist - über Kundschafterbienen - auf der Suche nach einer neuen Behausung / Bleibe. Ist er auf Nimmerwiedersehen verschwunden, darf man mit guter Wahrscheinlichkeit annehmem, daß er eine wengistens halbwegs passable gefunden hat, denn Schwärme fliegen nur soweit und -lang wie nötig, weil gerade die Majestät kein Ausdauerflieger ist.

    Quote from Max

    , der Bau wird einmal im Jahr erneuert um die Hygiene zu gewährleisten,

    So schnell werden Waben nicht alt, gar "gammelig". Bienen benutzen sie gern mehrere Jahre inkl. Brutaufzucht. Werden sie zu alt (sodaß sie für ihre Zwecke kaum oder gar nicht mehr nutzbar sind), werden sie wohl von den Bienen aufgegeben (wüßte nicht, was ihnen sonst übrigbliebe) und den Wachsmotten überlassen - oder der Imker kommt dem zuvor.

    Niemand hat die Absicht, das öffentliche Leben einzuschränken. Niemand hat die Absicht, eine Impfpflicht einzuführen.

    Edited once, last by Freizeitimker (November 24, 2020 at 4:13 PM).

  • Schnuckenbock
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    Kein Imker, aber interessiert
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    • November 24, 2020 at 3:18 PM
    • #6

    Rob van Hernen hat zwei Videos bzgl "Fangen von Schwärmen" mit einem sogenannten "Swarmcatching Board". Ob das klappt oder nicht, habe ich keine Ahnung, aber interessant find ich das schon.

    https://www.youtube.com/watch?v=Nt4tlfhVcL4

    https://www.youtube.com/watch?v=DqZmUK0Urts

  • Max
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    • November 24, 2020 at 7:28 PM
    • #7

    Hast du meinen Beitrag richtig gelesen? Ich Schlussfolgere nämlich aus deiner Fragestellung, dass das nicht der Fall ist.

    Quote from Didi

    wie willst du im Korb denn Schwärme verhindern?

    Habe ich gesagt ich will die Schwärme verhindern? Wenn es um die Nachschwärme geht, das Verfahren steht im verlinkten Buch auf Seite 53.

    Quote from Didi

    Wie eine Schwarmvorwegnahme machen?

    Steht im verlinkten Buch ab Seite 50

    Quote from Didi

    Wie wilst du eine Kö finden oder Weiselzellen?

    Die Schwarmzellen hängen im Korb, wie auch bei den Kästen, unten. Weiselzellen suche ich nicht. Wolfgang Golz war ein großer Fan der stillen Umweiselung. Hier ein Link zu einem Beitrag von ihm

    https://basiszuechter.de/basiszucht/erf…le-umweiselung/

    Warum sollte ich im Korb nach der Königin wühlen? Im Buch "Am Flugloch von H.Storch" gibt es viele Möglichkeiten um Dinge zu erkennen (Habe ich dieses Jahr getestet). Ansonsten kann man für den abgestoßenen Schwarm einen Aussuchkorb nutzen. Der ist im Buch "Gerät der Korbimker in der Lüneburger Heide" auf Seite 63 abgebildet und wird im Buch genauer beschrieben. Ebenso wird er im Buch "Bienekiste, Korb und Einfachbeute" auf Seite 56 dargestellt.

    Quote from Didi

    Die Quälerei ist im Verfahren zu sehen.

    Welches Verfahren denn genau? Das Abstoßen? Nun das ist vermutlich Ansichtssache. Ich ziehe Abstoßen (somit TBE) und OS einem Artilleriebeschuss durch AS vor.

    Abgeschwefelt wird übrigens schon lange nicht mehr. Die Völker werden umlogiert, verkauft oder zum verstärken der Wintervölker verwendet.

    Quote from Didi

    Schau dir mal die Filme der Korbimkerei Klindworth an, sehr informativ.

    Hab ich schon mehrfach durch und auf dem PC gespeichert. Die sind top.

    Quote from Didi

    Ich bin keineswegs gegen Erhalt alter Verfahren, nur muss es mit heutigen Mitteln kompatibel sein.

    Es ist mit heutigen Mittel kompatibel. Siehe "Bienenkiste, Korb und Einfachbeute" ab Seite 39. Hier sind die Verfahrensweisen zur Milbenbehandlung im Korb erläutert als auch das Anfertigen eines Bodens für den Bienenkorb um Milben zu zählen. Durch die ständige Bauerneuerung, Brutpause und das Behandeln der Kunstschwärme mit OS, kaum ein Problem.

    Nun ich hoffe meine Antworten kommen nicht garstig oder aggressiv rüber. Das ist in keinster Weise mein Ansinnen.

    Quote from Freizeitimker

    Bienen recht naturnah in Körben zu halten, ist ganz gewiß kein "Verplempern" von Zeit und auch keine Tierquälerei. Naturnahe oder gar natürliche Haltung war noch nie eine Tierquälerei und wird es auch nimmer sein.

    Seh ich genauso.

    Quote from Schnuckenbock

    Rob van Hernen hat zwei Videos bzgl "Fangen von Schwärmen" mit einem sogenannten "Swarmcatching Board". Ob das klappt oder nicht, habe ich keine Ahnung, aber interessant find ich das schon.

    Kannte ich schon aber trotzdem danke ;).

  • Gast-2022-01-25
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    • November 24, 2020 at 9:22 PM
    • #8

    Ich kenne einen über 80 jährigen Schwarmimker. Ich ziehe den Hut vor dem Wissen von dem Mann. Auch wird noch in einem Mass aus Kaisers Zeiten geimkert.

    Mich hat dieser Imker gezeigt, dass nicht alles Quatsch ist, was von Einigen abgelehnt wird.

    Auch wenn ich diese Imkerei selbst nie betreiben würde, habe ich Demut gelernt.

    Schwarmimkerei bedeutet nämlich, dass man viel Zeit bei den Bienen verbringen muss. Das geht bei mir aufgrund der Arbeitszeiten schon nicht.

    Auch wenn mein Opa noch die Kobflechterei beherrschte, habe ich leider nichts davon gelernt. Auch ist das Werkzeug mittlerweile verloren gegangen. Ich lese zwar gerne die Kommentare über die Korbimkerei, halte allerdings die Klappe weil ich kaum etwas dazu beitragen kann.

    Schade das dann wieder Mantra artig über Schwärme, AFB, Tierquälerei und wenn es dann nicht anderes gibt, mit AFB argumeniert.wird. Letzteres fehlt noch.

    Jeder hat die Freiheit seine Zeit zu verplempern wie er will. Das Argument der Tierquälerei lasse ich auch nicht mehr gelten, da viele Völlker im Namen der VSH Nichtbehandlung das Leben aushauchen.

    Damit ist das Stöckchen wieder zurück. Ich habe verstanden.

    Viel Erfolg Max

  • Didi
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    • November 24, 2020 at 10:09 PM
    • #9

    Nein Max, du bist weder garstig noch unhöfluch rüber gekommen. Ich will dir auch nichts ausreden, jeder soll so imkern wie er meint nur ist Korbimkerei weitaus schwerer als im Magazin. Trotzdem viel Erfolg.

  • Max
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    • November 26, 2020 at 10:58 AM
    • #10
    Quote from Didi

    Nein Max, du bist weder garstig noch unhöfluch rüber gekommen. Ich will dir auch nichts ausreden, jeder soll so imkern wie er meint nur ist Korbimkerei weitaus schwerer als im Magazin. Trotzdem viel Erfolg.

    Ich halte Dich/Euch auf dem Laufenden. Wenn es nicht funktioniert, seid ihr die Ersten die mich Ausbuuuhen dürfen :D.

    Edited once, last by Max (November 26, 2020 at 3:30 PM).

  • Didi
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    • November 26, 2020 at 3:08 PM
    • #11

    Moin Max,

    ich wünsche dir viel Erfolg und bleibe gesund.

    Dieter

  • Tom
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    • November 30, 2020 at 9:41 AM
    • #12
    Quote from Max

    Ich halte Dich/Euch auf dem Laufenden. Wenn es nicht funktioniert, seid ihr die Ersten die mich Ausbuuuhen dürfen :D.

    Viel Erfolg und nicht zu früh aufgeben.

    Mitglied im Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.

    https://www.bv-dunkle-biene.de/

  • Kai
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    • June 25, 2024 at 10:30 AM
    • #13
    Quote from Max

    ...Dazu will ich zwei Korbvarianten probieren....

    ... Ich halte Dich/Euch auf dem Laufenden. Wenn es nicht funktioniert, seid ihr die Ersten die mich Ausbuuuhen dürfen ...

    Hallo Max ,

    was ist aus Deinen Ankündigungen zu Deinen großen Korbplänen geworden? Außer Ankündigungen gab es hier kaum mehr Berichte?

    LG

    Kai

  • alfhednar
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    • May 19, 2025 at 11:14 AM
    • #14

    Über die Betriebsweise des Lüneburger Stülpers wurde sehr genau in "Imkerlicher Fachkunde", dem Standardwerk in der DDR von 1976 ausgeführt (als Zitat urheberrechtlich gestattet):

    "Heute findet man nur noch wenige Lagden mit Korbvölkern in der Lüneburger Heide und wenige Imker, die

    nach der altüberlieferten Betriebsweise ihre Völker pflegen. Die Lüneburger Heide selbst ist ja auch nur noch etwa ein Drittel so groß wie vor der Jahrhundertwende, und da der Heidekrautbestand nicht mehr wie ehedem durch Heidschnuckenherden regelmäßig beweidet wird und sich daraufhin kräftig erneuert, ist auch der Nektar

    ertrag geringer geworden.

    In der Heide selbst gibt es keine Frühtracht. Sie muß erwandert werden. Wandergebiete sind die Elb- und Wesermarschen. Gewandert wird mit den „Leibimmen", den überwinterten starken Völkern, meist mit Nachschwarmweiseln. Gleich nach dem ersten Reinigungsflug bekommt jedes Volk einen faustgroßen Kloß vom „Stampf honig". Dieser Heidehonig mit viel Pollen reizt sehr stark zum Bruteinschlag. So gereizt, entwickeln sich die Völker in den relativ kleinen Strohkörben, den „Lüneburger Stülpern", sehr schnell.

    Auf die Wanderung in die Obsttracht und dann in den Raps nimmt der Heidjerdreimal soviel leere Körbe mit als Völker. Er rechnet mit einem Vor schwärm und zwei Nachschwärmen je Volk. Einige Tonnen voll Staonpfhonig werden mitgenommen, um als Reizfutter zu dienen, wenn das Wetter während der Obst- oder der Rapstracht nicht günstig ist. Der Brutgang darf keinesfalls unterbrochen werden.

    Jeden Abend werden die Völker abgehorcht. Der Korbimker erkennt am veränderten Summton, ob am nächsten schönen Tage ein Vorschwarm fallen und am Tüten der Jungweisel, ob es einen Nachschwarm geben wird. Kurz vor dem Schwärmen setzt er den Schwarmfangbeutel vor das Flugloch. Das tut er vor allem dann, wenn er im Raps steht, da hier meist keine Ansetzgelegenheit für den Schwärm in der Nahe ist.

    Aller Honig aus Obst und Raps bleibt den Völkern, die nach der Tracht wieder nach Hause geholt werden. Die nächste Tracht, die meist vom Heimatstand aus erreicht wird, ist der Buchweizen, das Heidekorn. Das gibt den nötigen Aufschwung, die nötigen Bratmengen für die Haupttracht, die Heide.

    In Gegenden mit Sand- und Moorheide, die hintereinander blühen, wird meist eine Ernte erzielt, denn selten verregnen beide Trachten. War das Wetter zur Trachtzeit aber günstig, so muß der Imker beim „Herumnehmen" der Körbe sehr gut festhalten, weil viele bis zu 45 kg wiegen. Ein völliges Versagen der Heide ist selten, denn es genügen oft schon ein paar Stunden mit günstigem Wetter, um den Korb zu füllen. Bei

    der langen Blühdauer der Heide ist damit wohl immer zu rechnen. Wenn die Heide honigt, dann honigt sie sehr stark, und die schlagkräftigen Völker mit jungen Weiseln,die ja auf diese Tracht hin behandelt sind, bringen eine reiche Ernte ein.

    Nach der Tracht werden Überwinterungsvölker, die „Leibimmen", ausgewählt.

    Es sind die stärksten und am besten versorgten Völker, ein Viertel des Bestandes. Alle anderen Völker werden abgetrommelt - früher wurden sie abgeschwefelt —, um Honig und Wachs ernten zu können.

    Zum Abtrommeln stellt man den Korb umgekehrt in eine Zarge. Man kann das tun, ohne Sorge, daß der honigschwere Wabenbau zusammenbricht, denn die Körbe sind „gespeilt". -Bevor ein Korb besetzt wird, werden in einer bestimmten, sehr klug erdachten Art Speile (dünne Holzstäbe) durch die Strohwände gesteckt. Die Bienen bauen sie später mit ein, und der ganze Bau wird dadurch so gefestigt, daß die Körbevauch die Wanderung, auf dem Kopf stehend, ohne Gefahr für die Völker überstehen. -

    Nun setzt man einen leeren Korb darauf, bindet ein Handtuch um die Verbindungsstelle und verstopft das Plugloch, das beim Lüneburger Stülper im oberen Drittelvliegt, mit Moos.

    Mit fingerdicken Stäben trommelt man rund um den unteren, den besetzten Korb von unten nach oben. Nach 5 Minuten macht man eine kleine Pause. Nachdem man noch ungefähr 10 Minuten getrommelt hat, haben sich die Bienen als Trommelschwarm in den leeren, oberen Korb gezogen. Das Einschlagen des Schwarms in den Transportkasten, die Ernte von Honig und Wachs sowie das Ausschneiden der Honig-Pollenwaben ist nun leicht.

    Natürlich kann die Ernte auf diese Art erst vorgenommen werden, wenn die Völker brutleer sind. Honig-Pollenwaben werden in Futtertonnen fest eingestampft und ergeben den als Reizfutter geschätzten Stampfhonig, die Trommelschwärme werden als „nackte Heide Völker" verkauft. Die Leibimmen behalten allen Honig (Heidehonig 1), auf dem sie gut überwintern. Es ist eine sehr gesunde Betriebsweise, diese

    Schwarmimkerei. Der Wachsbau wird jedes Jahr erneuert - bei den Leibimmen jedes zweite Jahr -, und keine Weisel wird älter als zwei Jahre. Solche Völker, auf diese Art gepflegt, sind vital und leistungsfähig. Tür den Fall, daß eine Nachschwarmweisel nicht „klug", d. h. nicht begattet wird oder verlorengeht, treibt der Heidjer eine einfache Art von Weiselerneuerung. In Röhrchen aus Holunderholz, mit schmalen Schlitzen an der Seite,

    läßt er Schwarm-weiselzellen schlüpfen. Diese „Weiserhäuschen" gibt er dem Schwärm, aus dem die Zellen stammen, zur Pflege und Erhaltung. Manchmal gibt er solche Weisel auch in ganz kleine Körbchen mit einem Schwarmteil, aus denen heraus sie dann begattet werden. Dann hat er Weisel, die er im Falle des Bedarfs weisellosen Standvölkern zusetzen kann."

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